Körperliche Aktivität und Sport können die Gesundheit fördern! Doch gilt das auch für die Schwangerschaft? Könnte Bewegung der Gesundheit der Schwangeren und des ungeborenen Kindes sogar abträglich sein? Trotz der Vielzahl an Studien und der nachgewiesenen positiven Auswirkungen von Bewegung auf physisches und psychisches Wohlbefinden sind sportlich aktive Schwangere immer noch eher selten. Viele Schwangere reduzieren ihr Sportverhalten auf ein Minimum, einige verzichten völlig auf sportliche Aktivität.
Doch ein Schonprogramm einlegen, nur weil man schwanger ist? Von wegen: „Sport in der Schwangerschaft ist nicht nur gut für die Mutter, sondern auch für das Kind.“ (Berndt, süddeutsche.de 14.05.2011) Auch eine Geburt beansprucht einer Frau nicht viel weniger als eine sportliche Höchstleistung.
Doch welche Aktivitäten sind nun wirklich gut für werdende Mütter und welche sollte man lieber bleiben lassen? Worauf Frauen beim Training mit Babybauch lieber achten sollten, in welchem Ausmaß Sport in der Schwangerschaft betrieben werden darf und welche die besten Übungen dafür sind, soll diese Hausarbeit versuchen zu klären. Logischerweise kann sie nur als Handlungsmöglichkeit dienen und geht demnach nicht auf eine Übungsammlung etc. ein. Individuelle Sportprogramme sollten mit der jeweiligen Gynäkologen und Hebammen besprochen und abgeklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!“
2. Sport in der Schwangerschaft – Ein Trend, der nur von kurzer Dauer ist?
3. Die Schwangerschaft
3.1. Die Schwangerschaft als Gestaltungszeitraum
4. Sport und Bewegung in der Schwangerschaft
4.1 Zusammenhänge von Sport und Gesundheit in der Schwangerschaft
4.2 Vorteile von Sport während der Schwangerschaft
4.3 Mögliche Gefahren von Sport während der Schwangerschaft
5. Die Schwangere im Sport
5.1 Die schwangere Breitensportlerin
5.2 Die schwangere Leistungssportlerin
5.3 Die bisher sportlich inaktive Schwangere
6. Trainingsarten in der Schwangerschaft
6.1 Ausdauertraining
6.2 Zu empfehlende (Ausdauer-) Sportarten
6.2.1 Walking
6.2.2 Nordic Walking
6.2.3 Laufen, Joggen
6.2.4 Spinning/ Ergometertraining
6.2.5 Schwimmen, Aqua Jogging, Aqua Training
6.2.6 Pilates
6.3 Kräftigungstraining
6.4 Nicht zu empfehlende Sportarten
7. Trainingsempfehlungen in der Schwangerschaft
7.1 Trainingshäufigkeit
7.2 Trainingsintensität und Trainingssteuerung
7.3 Pulsfrequenz
8. Sportbekleidung in der Schwangerschaft
9. Sportliche Betätigung auch nach der Schwangerschaft
9.1. Lauf Mama, lauf!
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Durchführbarkeit von Sport während der Schwangerschaft. Das primäre Ziel ist es, werdenden Müttern fundierte Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zu klären, in welchem Umfang körperliche Aktivität gesundheitsfördernd ist und welche spezifischen Übungen sowie Sportarten für Mutter und Kind empfehlenswert sind.
- Nutzen und gesundheitliche Auswirkungen von Sport in der Schwangerschaft
- Empfehlenswerte Sportarten und Trainingsarten für den "Babybauch"
- Sicherheitsrelevante Aspekte und Warnsignale beim Training
- Besonderheiten für verschiedene Leistungsniveaus (Breiten- vs. Leistungssport)
- Sportliche Aktivität zur Regeneration und Fitness nach der Entbindung
Auszug aus dem Buch
6.2.5 Schwimmen, Aqua Jogging, Aqua Training
Beine ins Wasser statt Wasser in den Beinen! Schwimmen und Aqua Jogging sind optimal für ein aerobes Ausdauertraining in der Schwangerschaft geeignet. Das Training im Wasser bietet zudem verschiedene Vorteile: „Es stellt ein sehr Gelenkschonendes Training dar“, denn im Wasser belastet nur noch ein Zehntel des Körpergewichts die Gelenke, „die Sauerstoffversorgung der Schwangeren und des Kindes werden gesteigert, Wassereinlagerungen werden durch den Wasserdruck vermieden und das Training im Wasser birgt kaum eine Verletzungsgefahr. Der Beinschlag beim Schwimmen wirkt sich äußert gut auf den Beckenboden aus, da dieser stimuliert wird. Durch den hydrostatischen Druck und den Auftrieb des Wassers können sich die Schwangeren optimal entspannen.“ (Landessportbund Nordrhein-Westfalen e.V. 2011, S. 16) Letzteres ist ein besonders großer Vorteil von Sport im Wasser während der Schwangerschaft. Der eben genannte hydrostatische Druck wirkt als Auftrieb im Wasser. Das Wasser trägt also Körpergewicht der Schwangeren. Aus diesem Grund fällt es schwangeren aktiven Frauen auch während der Schwangerschaft nicht schwer, noch kurz vor der Geburt sportlich aktiv zu bleiben und die körperliche Fitness aufrecht zu erhalten. Sowohl das Aqua Jogging als auch das Aqua Training eignen sich gut für Neueinsteiger, da es schnell zu erlernen ist und je nach Trainingszustand kann das Training individuell der Schwangeren angepasst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!“: Einführung in das Thema, welche die Unsicherheiten werdender Mütter thematisiert und das frühere Tabu-Thema Sport in der Schwangerschaft in den heutigen Kontext setzt.
2. Sport in der Schwangerschaft – Ein Trend, der nur von kurzer Dauer ist?: Betrachtung der Popularitätsentwicklung von „Mama-Fitness“ und der zunehmenden Akzeptanz dieses Themas durch medizinische Fachkräfte.
3. Die Schwangerschaft: Definition der Schwangerschaft als einzigartiger Lebensabschnitt und Gestaltungszeitraum für einen gesunden Lebensstil.
4. Sport und Bewegung in der Schwangerschaft: Erläuterung der Forschungslage zu den positiven Zusammenhängen zwischen körperlicher Aktivität und dem Wohlergehen von Mutter und Kind sowie Aufzeigen potenzieller Risiken.
5. Die Schwangere im Sport: Differenzierung zwischen Breitensportlerinnen, Leistungssportlerinnen und bisher inaktiven Schwangeren hinsichtlich ihrer Trainingsmöglichkeiten.
6. Trainingsarten in der Schwangerschaft: Vorstellung geeigneter Ausdauer- und Kräftigungsübungen unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten und Sportarten, die vermieden werden sollten.
7. Trainingsempfehlungen in der Schwangerschaft: Praktische Ratschläge zur Trainingshäufigkeit, Intensitätssteuerung und Pulsüberwachung in den verschiedenen Schwangerschaftsdritteln.
8. Sportbekleidung in der Schwangerschaft: Wichtige Hinweise zur Wahl bequemer und funktionaler Sportkleidung, die mit dem wachsenden Bauch mitwächst.
9. Sportliche Betätigung auch nach der Schwangerschaft: Bedeutung von Sport in der Postnatalphase sowie Vorstellung spezieller Programme wie "LAUFMAMALAUF" zur Rückbildung und Fitness.
Schlüsselwörter
Schwangerschaft, Sport, Fitness, Ausdauertraining, Kräftigung, Gesundheit, Beckenboden, Präeklampsie, Herzfrequenz, Schwangerschaftsdiabetes, Wohlbefinden, Rückbildung, Mama-Fitness, Lauftraining, Schwimmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle von körperlicher Aktivität während der Schwangerschaft und räumt mit veralteten Vorurteilen auf, dass Sport in dieser Zeit schädlich sei.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die gesundheitlichen Vorteile von Sport, die Auswahl geeigneter Sportarten, Sicherheitsrichtlinien sowie die Wiederaufnahme von Fitnessprogrammen nach der Geburt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Schwangeren Sicherheit im Umgang mit Sport zu geben und aufzuzeigen, wie Bewegung den Schwangerschaftsverlauf und die körperliche Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse aktueller gesundheitswissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema Sport in der Schwangerschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Trainingsarten, spezifische Sportarten wie Walking oder Schwimmen, physiologische Zusammenhänge und Praxistipps für die verschiedenen Trimester detailliert besprochen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Schwangerschaft, Fitness, Gesundheitsvorsorge, Beckenbodentraining und Postnatale Regeneration charakterisieren.
Warum ist das Schwimmen besonders für Schwangere geeignet?
Schwimmen gilt als gelenkschonend, da das Wasser das Körpergewicht trägt, und bietet gleichzeitig durch den hydrostatischen Druck eine entlastende Wirkung für Kreislauf und Gelenke.
Was muss beim Krafttraining in der Schwangerschaft beachtet werden?
Beim Krafttraining sollte der Fokus auf Kraftausdauer liegen, mit geringen Widerständen und moderaten Wiederholungszahlen. Übungen in Rückenlage sollten ab dem zweiten Trimester vermieden werden.
Was ist "LAUFMAMALAUF"?
Es ist ein spezielles Outdoor-Sportprogramm für Mütter nach der Geburt, das darauf abzielt, die Fitness zu steigern und das emotionale Wohlbefinden im Alltag mit Kind zu stärken.
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- Kathi Klebe (Author), 2012, Sport und Bewegung während der Schwangerschaft? Trainingsempfehlungen für schwangere Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323990