Die vorliegende Vorlesungsmitschrift gibt einen Überblick über Europa und speziell die Entwicklung der Europäischen Union in der Nachkriegszeit.
Aus dem Inhalt:
- Ost‐West Konflikt
- Marshallplan und OEEC Gründung
- Bündnispolitik im Kalten Krieg
- Europaidee/ Europabewegung
- Europäische Gemeinschaft in Kohle und Stahl
- Europäische Verteidigungsgemeinschaft und Scheitern der EVG
- Gründung des Warschauer Paktes
- EWG und EURATOM, EFTA
- Europakonzept De Gaulles
- Großbritannien und EU
- Europäische Akte
- Maastricht‐Vertrag, Verfassungsentwurf von 2003, Osterweiterung
Inhaltsverzeichnis
1. Vorlesung
1.1 Ausgangslage
1.2 Europa in der Zwischenkriegszeit (Rückblick)
1.3 Ost-West Konflikt
1.4 Die europäische Integration als Gegenstand der Forschung
2. Vorlesung
2.1 US-amerikanisches Aufbauprogramm: Marshallplan und OEEC Gründung
2.2 Forschungskontroversen
3. Vorlesung: Sicherheitspolitische Voraussetzungen: Bündnispolitik im Kalten Krieg
3.1 Regional
3.2 Atlantisch
4. Vorlesung: Ideengeschichtliche Voraussetzungen- Ausformungen europäischer Identität
4.1 Europaidee/ Europabewegung
4.2 Europarat
4.3 Ebenen von Identität in ihrer Überlagerung
5. Vorlesung: Erste Integrationsschritte- Europäische Gemeinschaft in Kohle und Stahl
5.1 Motive FRs
5.2 Deutsche Motive
5.3 Vertragskonstruktion Montanunion(=Gemeinschaft für Kohle und Stahl)
6. Vorlesung
6.1 Pleven Plan
6.2 Konzeption der europäischen Verteidigungsgemeinschaft und der damit verbundenen europäischen, politischen Gemeinschaft
6.3 Scheitern der EVG und Auffanglösung
6.4 Sowjetunion
6.5 Die Gründung des Warschauer Paktes 1955
7. Vorlesung: Vertiefung der wirtschaftlichen Integration- EWG und EURATOM
7.1 Integrationskonzepte
7.2 Spaak-Bericht
7.3 EWG Konstruktion
9. Vorlesung: EFTA
9.1 Verhandlungen über die große Freihandelszone (zw. EWG & übrigen OEEC Ländern)
9.2 Gründung der EFTA
9.3 Antrag GBs auf Mitgliedschaft in der EWG
10. Vorlesung
10.1 Europakonzept De Gaulles
10.2 Europäische politische Union
11. Vorlesung
12. Vorlesung
12.1 Europäische Gemeinschaft, nach 1967 (seit 1967: EG)
14. Vorlesung
15. Vorlesung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert den Prozess der europäischen Integration nach 1945. Sie untersucht, wie politische und wirtschaftliche Motive der europäischen Nationalstaaten unter dem Einfluss der Supermächte USA und Sowjetunion zur Gründung verschiedener Organisationen wie der Montanunion, der EWG und der EFTA führten und wie sich das Verhältnis zwischen nationaler Souveränität und supranationaler Integration entwickelte.
- Die sicherheitspolitische Blockbildung im Kalten Krieg und die Rolle der NATO.
- Wirtschaftliche Motive und die Bedeutung des Marshallplans für die europäische Einigung.
- Der Einfluss von Schlüsselakteuren wie Adenauer, Monnet und De Gaulle auf den Integrationsverlauf.
- Das Spannungsfeld zwischen nationaler Identität und der Vision einer "postnationalen" europäischen Gemeinschaft.
- Die Entwicklung von der Montanunion bis hin zur Europäischen Union und deren Währungsintegration.
Auszug aus dem Buch
Monnet: Kohle und Stahl
Monnet ging es um gleiche Bedingungen bei der Stahlproduktion
die hohe Behörde sollte die Versorgung mit Kohle und Stahl am jeweiligen Produktionsstandort zu gleichen Bedingungen sichern
Alle künstlichen Behinderungen des normalen Wettbewerbs sollten verschwinden
Die Teilnehmerländer im Montanbereich sollten alle Zölle oder gleichwertige Abgaben aufheben, die Subventionen abschaffen und die Fracht auf dem heimischen und ausländischen Markt gleich berechnen (Frachtpreis)
→ dadurch sollte es zu einer Kosten- und Preisharmonisierung kommen
Der Gemeinsame Markt sollte dem leistungsfähigsten Produzenten den größtmöglichen Vorteil garantieren
Das Kartellrecht wurde neu geregelt um den ungehinderten Wettbewerb auf den Kohle-Stahlmarkt zu gewährleisten
Der Hauptansatz FRs Rohstoffversorgung: FR hatte die Eisen- und Stahlindustrie in Lothingen (dort wurde 78% des frz. Roheisens produziert)
Monnets Traum war mit Hilfe der dt. Kohlelieferungen in Lothringen eine größere Stahlindustrie zu errichten als im Ruhrgebiet
→ Wirtschaftsplanung in Paris
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorlesung: Analyse der politischen Ausgangslage nach 1945, geprägt von den Erfahrungen der Zwischenkriegszeit und dem beginnenden Ost-West-Konflikt.
2. Vorlesung: Untersuchung der wirtschaftlichen Wiederaufbaumaßnahmen, insbesondere des Marshallplans und der Gründung der OEEC als Instrumente zur Blockbildung.
3. Vorlesung: Sicherheitspolitische Voraussetzungen: Bündnispolitik im Kalten Krieg: Darstellung der militärischen Bündnisstrukturen und der sicherheitspolitischen Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen Regionalbündnissen und globalen Supermächten.
4. Vorlesung: Ideengeschichtliche Voraussetzungen- Ausformungen europäischer Identität: Diskussion der intellektuellen und mythologischen Wurzeln der Europaidee und ihrer Bedeutung für die Identitätsbildung nach dem Zweiten Weltkrieg.
5. Vorlesung: Erste Integrationsschritte- Europäische Gemeinschaft in Kohle und Stahl: Analyse der französischen und deutschen Motive zur Gründung der Montanunion als erstem supranationalen Integrationsschritt.
6. Vorlesung: Erläuterung des Scheiterns der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie der Reaktionen durch die Gründung des Warschauer Paktes und die NATO-Aufnahme der Bundesrepublik.
7. Vorlesung: Vertiefung der wirtschaftlichen Integration- EWG und EURATOM: Betrachtung der weiteren wirtschaftlichen Integration durch die Römischen Verträge und die Herausforderungen der supranationalen Zusammenarbeit.
9. Vorlesung: EFTA: Analyse der britischen Integrationsalternative und der wirtschaftlichen Spaltung Westeuropas zwischen EWG und EFTA.
10. Vorlesung: Untersuchung des Europakonzepts De Gaulles und der Versuche zur Errichtung einer europäischen politischen Union unter französischer Führung.
11. Vorlesung: Erörterung der britischen "Grand Design" Politik und des ersten EWG-Beitrittsantrags unter dem Druck veränderter weltpolitischer Rahmenbedingungen.
12. Vorlesung: Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung der EWG nach 1967 und der anhaltenden Schwierigkeiten bei der politischen Integration.
14. Vorlesung: Analyse der Vertiefung der Integration durch die Einheitliche Europäische Akte und die Überwindung der sogenannten "Eurosklerose".
15. Vorlesung: Überblick über die Entwicklungen um den Maastricht-Vertrag, die EU-Verfassung und die Osterweiterung.
Schlüsselwörter
Europäische Integration, Montanunion, Marshallplan, Kalter Krieg, Supranationalität, EWG, De Gaulle, Adenauer, NATO, Währungsunion, Souveränität, Europäische Gemeinschaft, Binnenmarkt, Westbindung, Sicherheitspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Prozess der europäischen Integration von 1945 bis in die 2000er Jahre und beleuchtet die politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Triebkräfte dieses Prozesses.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die sicherheitspolitische Blockbildung, die wirtschaftliche Verflechtung (insbesondere Kohle, Stahl und Währung), die Rolle der Nationalstaaten sowie die stetigen Spannungen zwischen nationaler Souveränität und gemeinschaftlichen Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Motive und Interessen der beteiligten europäischen Staaten sowie der Supermächte USA und Sowjetunion aufzuzeigen, die maßgeblich zur Gestaltung der heutigen europäischen Institutionen beigetragen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die den Integrationsprozess chronologisch anhand von Vorlesungseinheiten aufarbeitet und forschungskritische Ansätze wie die von Milward oder Lipgens einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt chronologisch die Meilensteine: von der frühen Phase der Montanunion über die Gründung der EWG und EFTA bis hin zur Einführung der Währungsunion und der EU-Osterweiterung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Supranationalität, Westbindung, Blockbildung, Atlantische Partnerschaft und nationale Souveränität geprägt.
Welche Rolle spielte der französische Präsident De Gaulle für die europäische Einigung?
De Gaulle forcierte die europäische Zusammenarbeit als Mittel zur Stärkung der französischen Vormachtstellung ("dritte Kraft"), lehnte jedoch supranationale Strukturen ab, die die nationale Handlungsfreiheit Frankreichs einschränkten, weshalb er etwa den britischen EWG-Beitritt blockierte.
Warum war das Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ein Wendepunkt?
Das Scheitern der EVG 1954 stoppte die Bestrebungen zu einer unmittelbar supranationalen militärischen und politischen Integration und zwang die Akteure zu Umwegen über alternative Bündnissysteme wie die NATO und die WEU.
Welche Bedeutung hatte die Wiedervereinigung Deutschlands für den Integrationsprozess?
Die Wiedervereinigung 1990 fungierte als Katalysator, da Frankreich die Einbindung Deutschlands in eine vertiefte politische und Währungsunion (Vertrag von Maastricht) zur Bedingung für seine Zustimmung zur deutschen Einheit machte.
Was unterscheidet das EWS vom Werner-Plan?
Während der Werner-Plan als ehrgeiziger, durch Krisen gescheiterter Stufenplan zur Währungsunion konzipiert war, diente das EWS (1979) als pragmatischerer Koordinationsrahmen zur Stabilisierung von Wechselkursen in einem volatilen wirtschaftlichen Umfeld.
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- Ella Lamper (Autor), 2013, Europa und die EU. Überblick der Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324048