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Der Begriff der Arbeit bei Karl Marx und Hannah Arendt. Vergleich und kritische Würdigung

Title: Der Begriff der Arbeit bei Karl Marx und Hannah Arendt. Vergleich und kritische Würdigung

Term Paper , 2014 , 13 Pages

Autor:in: Christoph Höveler (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Vermehrt in letzter Zeit sieht, hört und liest man politische Debatten, in denen oft die Arbeit thematisiert wird. Meist geht es darin um die Arbeitsplatzsicherheit, den Arbeitslohn oder um die Frage, weshalb man in einem Sozialstaat wie Deutschland überhaupt arbeiten gehen sollte. Doch viel zu oft wird dabei ignoriert, was Arbeit für den Menschen eigentlich im basalen Sinne bedeutet. Kann der Mensch, ohne Arbeit zu verrichten, überhaupt auskommen? Hat sich die Arbeit des Menschen mit der Zeit verwandelt, so wie sich auch der Mensch verändert hat oder hat sich nur unsere Sichtweise geändert?

Trotz all seiner Kritiker gilt Karl Marx immer noch als „der größte der modernen Arbeitstheoretiker“. Und auch Hannah Arendt bezieht sich in ihrem von vielen als Hauptwerk betrachteten Buch Vita activa oder vom tätigen Leben auf Marxs Betrachtungen. Sie reicht keine erlösende Utopie ein, sondern bietet eine „Besinnung auf die Bedingungen an, unter denen […] Menschen bisher gelebt haben“, die „von den Erfahrungen und Sorgen der gegenwärtigen Situation“ geleiten sein sollen.

Worin liegen die Unterscheide von Arendts Ausführungen und Karl Marxs Theorien? Wo lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen? Diese Fragen sollen Inhalt der vorliegenden Hausarbeit sein. Dabei werde ich zuerst Arendts Ausführungen darlegen, bevor ich mich Karl Marxs theoretischen Überlegungen zuwende. Anschließend werde ich das Denken der beiden Theoretiker einer kritischen Würdigung und einem Vergleich unterziehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Arbeiten und Herstellen in Vita activa

2.1. Arbeiten als Lebenserhaltung

2.2. Das Produkt der Arbeit

2.3. Der Kreislauf des Arbeitens

3. Arbeiten bei Karl Marx

3.1. Die Arbeit als Vergegenständlichung

3.2. Die Arbeit entwickelt die Menschheit

3.3. Besonderheiten menschlicher Arbeit

3.4. Von der Notwendigkeit zur freien Tätigkeit

4. Vergleichende Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen theoretischen Ansätze von Hannah Arendt und Karl Marx zur Bedeutung und Rolle menschlicher Arbeit. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, welche Gemeinsamkeiten und signifikanten Unterschiede in der Bewertung der Arbeit als produktive Tätigkeit sowie als Faktor der menschlichen Entwicklung und Freiheit bestehen.

  • Hannah Arendts Typologie von Arbeiten, Herstellen und Handeln
  • Karl Marxs Verständnis der Arbeit als Vergegenständlichung und Gattungswesen
  • Kritische Analyse der Rolle der Natur im Arbeitsprozess
  • Gegenüberstellung von existenzieller Notwendigkeit und schöpferischem Potenzial
  • Vergleichende Würdigung von Arbeit als Zwang versus freie Tätigkeit

Auszug aus dem Buch

2.3. Der Kreislauf des Arbeitens

Wie die Stoffwechselprozesse im menschlichen Körpers im Speziellen und die natürlichen Gegebenheiten im allgemeinen, sind das Arbeiten und deren Produkte von zyklischer Prägung. Entsprechend schreibt Arendt: „Menschliche Tätigkeiten, die der Notwendigkeit entspringen, diesen natürlichen Prozessen zu widerstehen, sind daher selbst in den Kreislauf der Natur gebunden, sie können weder Anfang noch Ende haben, Im Gegensatz zum Herstellen, […], ist das Arbeiten niemals >>fertig<<, sondern dreht sich in unendlicher Wiederholung in dem immer wiederkehrenden Kreise, den der biologische Lebensprozess ihm vorschreibt“. So gesehen hat das Arbeiten auch kein eigentliches Ziel, ist also beinahe Sinnlos, doch gerade aufgrund der natürlichen Rhythmik verfügt sie über geradezu lustvolle Attribute. Entsprechend finden wir: „Der Segen der Arbeit ist, daß Mühsal und Lohn einander in dem gleichem Rhythmus folgen wie Arbeiten und Essen, die Zubereitung der Lebensmittel und ihr Verzehr, so daß ein Lustgefühl den gesamten Vorgang begleitet“. Doch trotz dieses Lustgefühls versetzt uns die Arbeit in eine Spannung. Wir verbleiben durch sie zwar im „Kreislauf der Natur“ und schwingen damit „zwischen Lust und Unlust“, aber in dieser Naturzugehörigkeit ist der Mensch gleichsam gefangen. Er wird hierdurch auf seine tierische Daseinsstufe verhaftet. Entsprechend schreibt Arendt: „Bestimmt man den Menschen als ein Animal laborans, so kann er in der Tat nichts wesentlich anderes sein als ein Tier, bestenfalls die höchste der Tiergattungen, die die Erde bevölkert“. Durch die Arbeit ist es dem Menschen somit nicht möglich höhere Ziele zu verwirklichen. Die arbeitende Tätigkeit verbleibt in einem Zustand der Weltlosigkeit: „Das Animal laborans flieht nicht die Welt, sondern ist aus ihr ausgestoßen in die unzulängliche Privatheit des eigenen Körpers, wo es sich gefangen sieht von Bedürfnissen und Begierden, an denen niemand teilhat und die sich niemandem voll mitteilen können“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Arbeitsdebatte und stellt die theoretische Gegenüberstellung von Hannah Arendt und Karl Marx als Forschungsgegenstand vor.

2. Arbeiten und Herstellen in Vita activa: Hier wird Arendts Unterscheidung der menschlichen Grundtätigkeiten dargelegt, wobei der Fokus auf dem arbeitsbiologischen Prozess und der Naturgebundenheit liegt.

3. Arbeiten bei Karl Marx: Das Kapitel analysiert Marx’ Sichtweise auf die Arbeit als Vergegenständlichung, Naturbeherrschung und wesensbildende Schöpferkraft des Menschen.

4. Vergleichende Schlussbetrachtungen: Diese Zusammenfassung würdigt beide Denker kritisch und arbeitet die Differenzen zwischen Arendts phänomenologischem Ansatz und Marxs ökonomisch-geschichtsphilosophischer Perspektive heraus.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Karl Marx, Arbeit, Vita activa, Animal laborans, Vergegenständlichung, Gattungswesen, Lebenshaltung, Produktivität, Natur, Notwendigkeit, freie Tätigkeit, menschliche Entwicklung, Existenzphilosophie, Produktionsmittel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit widmet sich dem Vergleich zweier zentraler Theorien zum menschlichen Arbeitsbegriff: dem von Hannah Arendt in „Vita activa“ und dem von Karl Marx.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Arbeiten und Herstellen, das Verhältnis von Mensch und Natur, die Rolle des Körpers sowie die Möglichkeiten der menschlichen Selbstverwirklichung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Konzepte beider Theoretiker einander gegenüberzustellen, Gemeinsamkeiten sowie Divergenzen aufzuzeigen und diese kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und einen komparativen Vergleich der Fachliteratur beider Theoretiker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Arendts Verständnis der „Vita activa“ und die Analyse von Marxs Arbeitsbegriff, inklusive ökonomischer Aspekte und der Entwicklung der Menschheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Animal laborans, Vergegenständlichung, Naturprozesse, Lebenshaltung und das Gattungswesen des Menschen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.

Wie bewertet Arendt die Arbeit im Vergleich zu Marx?

Arendt betrachtet Arbeit eher als zwanghafte, zirkuläre Tätigkeit der Selbsterhaltung, während Marx sie als schöpferischen Prozess begreift, durch den der Mensch sich selbst und die Welt aktiv gestaltet.

Warum hält der Autor die „unmittelbare Notwendigkeit“ für beide für relevant?

Weil bei beiden Denkern die Arbeit an der Natur zur Sicherung der menschlichen Existenz den Ausgangspunkt für weitere gesellschaftliche und philosophische Überlegungen bildet.

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Details

Title
Der Begriff der Arbeit bei Karl Marx und Hannah Arendt. Vergleich und kritische Würdigung
College
University of Wuppertal
Author
Christoph Höveler (Author)
Publication Year
2014
Pages
13
Catalog Number
V324093
ISBN (eBook)
9783668233027
ISBN (Book)
9783668233034
Language
German
Tags
Theorie der Arbeit Karl Marx Hannah Arendt Vergleich Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Höveler (Author), 2014, Der Begriff der Arbeit bei Karl Marx und Hannah Arendt. Vergleich und kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324093
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