In nachfolgender Hausarbeit bin ich den Fragestellungen „Wann sollen Fördermaßnahmen einsetzen?“ und „Wie soll Förderunterricht gestaltet werden, damit er der Heterogenität einer Grundschulklasse gerecht wird?“ nachgegangen. Dazu beginne ich mit einer Klärung der Begriffe „innere Differenzierung“, „äußere Differenzierung“ sowie „Fördern“, da sie für das weitere Verständnis notwendig sind. Anschließend gehe ich auf die Notwendigkeit von Fördermaßnahmen ein. Im darauffolgenden Kapitel beschreibe ich, nach welchen Kriterien Förderunterricht organisiert werden kann. Mit der Wirksamkeit von Förderunterricht sowie dem optimalen Zeitpunkt der Förderung habe ich mich ausführlich in Kapitel 5 beschäftigt. Damit verknüpft habe ich die Beschreibung des entwicklungsorientiert- integrativen Förderkonzepts als eine Art der Förderung. Das Konzept geht nochmals ausführlich auf den idealen Zeitpunkt von Fördermaßnahmen ein. In Kapitel 7 beschreibe ich, wie man mit dem Prinzip des zieldifferenten Lernens der Heterogenität einer Schulklasse gerecht werden kann. Über das Thema „zieldifferentes Lernen“ komme ich zur Begründung von offenem Unterricht, den ich auf die Grundschule beziehe. Um Fördermaßnahmen zu konkretisieren, gehe ich auf Karin Babbes´ Förderbuch ein, das ein Beispiel für die Öffnung von Unterricht darstellt. Abschließend erläutere ich, was mir die Diskussion im Seminar persönlich gebracht hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen
2.1 Zum Begriff der inneren Differenzierung
2.2 Der Begriff der äußeren Differenzierung
2.3 Zum Begriff „Fördern“
3. Die Notwendigkeit von Fördermaßnahmen
4. Die Organisation von Förderunterricht
5. Die Wirksamkeit von Förderunterricht
6. Das entwicklungsorientiert-integrative Förderkonzept als eine Art der Förderung
7. Zielbezogene Differenzierung
8. Öffnung des Unterrichts
8.1 Drei Dimensionen qualitativ unterschiedlicher Öffnung
8.2 Die Lehrerrolle im offenen Unterricht
8.3 Strukturen im offenen Unterricht
9. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Arbeit mit dem Förderbuch
10. Persönliche Stellungnahme
11. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Grundschulen durch gezielte Fördermaßnahmen und die Gestaltung des Unterrichts der zunehmenden Heterogenität in Schulklassen gerecht werden können, um individuelle Lernprozesse effektiv zu unterstützen.
- Grundlagen der inneren und äußeren Differenzierung sowie des Begriffs „Fördern“.
- Die Notwendigkeit präventiver und integrativer Förderkonzepte im Grundschulalltag.
- Methodische Ansätze zur Öffnung des Unterrichts zur Förderung der Selbstständigkeit.
- Praxisbeispiele zur individuellen Diagnose und Unterstützung, etwa durch das Förderbuch.
Auszug aus dem Buch
Die Lehrerrolle im offenen Unterricht
Die Aufgaben des Lehrers im offenen Unterricht bestimmt Brügelmann über den Begriff der „Herausforderung“, den er nach vier Perspektiven auslegt:
1. Herausforderung durch Sachen
2. Herausforderung durch Personen
3. Herausforderung durch Traditionen
4. Herausforderung durch Institutionen
Der Lehrer fordert die Erfahrungen, das Denken und die Urteile der Kinder heraus, indem er ihnen Fragen stellt („Wie bist du darauf gekommen?“), Alternativen aufzeigt („Versuch es doch mal anders!“) und Zweifel äußert („Geht das denn auch, wenn...?) Unterricht soll damit die Vorstellungen der Kinder entwickeln, erweitern und bereichern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der zentralen Fragestellungen hinsichtlich des Einsatzzeitpunkts und der Gestaltung von Förderunterricht in Grundschulklassen.
2. Begriffsklärungen: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe der inneren und äußeren Differenzierung sowie des Förderbegriffs.
3. Die Notwendigkeit von Fördermaßnahmen: Erläuterung der gestiegenen Anforderungen an die Grundschule aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen.
4. Die Organisation von Förderunterricht: Systematisierung verschiedener Förderformen, von der Binnendifferenzierung bis hin zu schulergänzenden Maßnahmen.
5. Die Wirksamkeit von Förderunterricht: Kritische Auseinandersetzung mit Förderansätzen, die Lernschwierigkeiten in passive Rollen drängen, statt Selbstständigkeit zu fördern.
6. Das entwicklungsorientiert-integrative Förderkonzept als eine Art der Förderung: Vorstellung eines auf dem Schriftspracherwerb basierenden Stufenmodells.
7. Zielbezogene Differenzierung: Abgrenzung von zielgleichem und zieldifferentem Lernen zur besseren Bewältigung von Heterogenität.
8. Öffnung des Unterrichts: Analyse verschiedener Dimensionen der Öffnung und der Rolle der Lehrkraft als Herausforderer.
9. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Arbeit mit dem Förderbuch: Konkretisierung der theoretischen Konzepte durch den Einsatz der „Förderspinne“ zur Diagnose und Selbstreflexion.
10. Persönliche Stellungnahme: Reflexion der im Seminar gewonnenen Erkenntnisse und deren Bedeutung für die eigene zukünftige Lehrtätigkeit.
Schlüsselwörter
Förderunterricht, innere Differenzierung, Heterogenität, Grundschule, offener Unterricht, zieldifferentes Lernen, Förderkonzept, Selbstständigkeit, Schriftspracherwerb, Förderdiagnose, Lernprozesse, Schulfähigkeit, Individualisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Grundschulen dem Phänomen der Heterogenität in Klassen durch gezielte Förderkonzepte begegnen können, ohne die Schüler in passive Lernrollen zu drängen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Differenzierungsmethoden, der Öffnung von Unterricht, der Professionalisierung der Lehrerrolle und der Bedeutung früher Prävention.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Förderung so gestaltet werden kann, dass sie die Selbstständigkeit der Kinder stärkt und Lernrückstände effektiv abbaut.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auseinandersetzung mit didaktischen Modellen, ergänzt durch die Reflexion praktischer Anwendungsbeispiele aus einem Seminar.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit von Förderung, die methodische Organisation von Förderunterricht und verschiedene Konzepte der Differenzierung und Unterrichtsöffnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Förderunterricht, innere Differenzierung, Heterogenität, offener Unterricht und zieldifferentes Lernen.
Wie unterscheidet sich die "Förderspinne" von traditionellen Fördermethoden?
Im Gegensatz zu isolierten Förderprogrammen ermöglicht die Förderspinne eine kindbezogene, laufende Diagnose, die das Selbstkonzept stärkt und den Lernprozess für das Kind transparent macht.
Warum wird die innere Differenzierung der äußeren Differenzierung vorgezogen?
Die Autorin argumentiert, dass die äußere Differenzierung dem integrativen Auftrag der Grundschule widerspricht, während die innere Differenzierung soziale und individuelle Lernprozesse besser verknüpft.
- Quote paper
- Janine Hertlein (Author), 2003, Fördern und Förderunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32411