Franchising als international erfolgreiches Geschäftsmodell? Grundlagen des Vertriebssystems


Seminararbeit, 2016

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Was ist Franchising?
1.1 Geschichte des Franchisings
1.2 Definition

2 Wie Funktioniert Franchising?

3 Arten von Franchising
3.1 Vertriebs-Franchising
3.2 Dienstleistungs-Franchising
3.3 Produkt-Franchising
3.4 Mischformen

4 Einkauf und Qualitätssicherung

5 Personalmanagement im Franchising

6 Entwicklungen der Franchisewirtschaft

7 Vor- und Nachteile
7.1 Vorteile
7.2 Nachteile

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Franchise-Paket

Abbildung 2: Franchisegeberwachstum in Deutschland

Abbildung 3: Franchisenehmerwachstum in Deutschland

Abbildung 4: Umsätze im Franchise

1 Was ist Franchising?

1.1 Geschichte des Franchisings

Der Begriff Franchising kommt nicht wie viele denken aus den USA, sondern geht bis zum 19. Jahrhundert zurück und kommt ursprünglich aus Frankreich. Unter Franchise hat man damals die Befreiung der Zahlung für den Zoll oder Steuern bezeichnet.[1]

Ebenfalls im 19. Jahrhundert in Großbritannien und den USA wurde das Wort „Franchise“ als Bezeichnung von bestimmten vertikalen Vertriebsmethoden verwendet.[2]

Als erstes Unternehmen überhaupt, welches das Prinzip des Franchisings nutzte war Singer Sewing Maschine Company, die bereits im Jahr 1863 verschiedenen Händlern Vertriebsschutz für Nähmaschinen gewährte.[3]

1.2 Definition

Laut dem Franchiseverband Deutschland wird Franchising wie folgt definiert:

„Franchising ist ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebssystem mit dem Ziel der Verkaufsförderung. Dabei räumt ein Unternehmen, das als so genannter Franchise-Geber auftritt, seinen Partner (den Franchisenehmer) das Recht ein, mit seinen Produkten oder Dienstleistungen unter seinem Namen ein Geschäft zu betreiben...“[4]. Klar ist, dass der Franchiseverband eine klare positive Stellung zum Franchising allgemein hat und stets von einer klaren Partnerschaft spricht, oft sogar über eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Über diese Definition kann man sicherlich streiten, da der Franchisenehmer in den meisten Fällen nicht auf Augenhöhe agiert und ihm oft eine Struktur vorgeschrieben wird und er keine freie Entscheidung über die Geschehnisse hat wie z.B. beim Einkauf von Waren (auf diesen Punkt werden wir später in dieser Arbeit weiter eingehen).

2 Wie Funktioniert Franchising?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Franchise-Paket

Kern eines Franchisesystems ist die besondere Geschäftsidee, die ein Unternehmer (Franchisenehmer) genau gleich übernehmen möchte.

Es gibt für jedes Franchisesystem genaue „Franchise-Pakete“, die der Franchisegeber, dem Franchisenehmer zur Verfügung stellt um erfolgreich das Konzept umsetzen zu können.

Das Knowhow, die der Franchisegeber im Laufe der Jahre ansammeln konnte, die die Risiken der zukünftigen Arbeit minimieren soll, gibt er dem Franchisegeber in jeden Punkten weiter.[5] Das Knowhow deckt alle Bereiche der kaufmännischen Tätigkeit wie, Marketing, Vertrieb, Werbung, Promotion, Warenbezug- und Distribution, Verwaltung und Finanzen, sowie die Personalführung.

Ein weiterer Punkt ist die Standortanalyse, die in einem Franchisekonzept enthalten ist, denn der richtige Standort gewährt auch auf lange Sicht die richtigen Einnahmen und damit auch den Erfolg. Für die Standortanalyse, vertraut der Franchisenehmer all den Marktkenntnissen, die der Franchisegeber über die Jahre angesammelt hat.[6]

Schulungen sind ein wichtiger Teil, um die Gesamte Qualität der Marke aufrechtzuerhalten. Das Produkt oder die Dienstleistung, muss wie bei anderen Franchisenehmern genau gleich gut sein, um Komplikationen mit dem Franchisegeber zu vermeiden. Aus diesem Grund nimmt der Franchisenehmer an bestimmten Schulungen und Kursen teil, um sich erstmal mit dem Produkt oder der gesamten Strategie vertraut zu machen. Diese Maßnahmen sind sehr wichtig für den Franchisegeber sowie auch für den Franchisenehmer, denn dort werden Trainingsprogramme für den Geschäftlichen Alltag wie die betriebliche Organisation, kaufmännisches Rechnungswesen, Verkaufstraining sowie Personalauswahl und –führung angeboten.[7] Ein engagierter Partner ist auch stets daran interessiert, seine Mitarbeiter an solche Fortbildungsmaßnahmen teilhaben zu lassen, damit keine Qualitätsrückgänge beim Produkt oder Service entstehen. Vor allem in der Gastronomie ist es häufig vorgekommen, dass Franchisenehmer aufgrund der miserablen und unhygienischen Arbeitsweise der eigenen Mitarbeiter, ihre Franchiseverträge vom Franchisegeber gekündigt wurden.[8]

Ein weiterer wichtiger Punkt für ein erfolgreich funktionierendes Franchisekonzept, ist das Systemhandbuch. Es ist eine Art „Gebrauchsanleitung“ und dient zur Einarbeitung für den Franchisenehmer, das Systemhandbuch, kann er auch immer wieder nachschlagen und kontrollieren, ob seine geleistete Arbeit auch dem der im Systemhandbuch erwähnten Leistungen und Zielen entspricht.[9]

Ein großer Vorteil für Franchisenehmer ist der Bereich Marketing, da sie ein Konzept übernehmen, welches sich schon mit dem Namen und mit den Produkten im Markt etabliert hat. Jeder Franchisenehmer trägt dazu bei, die Marke aufrechtzuerhalten. Mit Prozentualen Ausgaben im Monat für den Bereich Marketing, werden National oder International Werbung betrieben.

Ein weiterer wesentlicher Baustein ist der Erfahrungsaustausch. Existenzgründer haben meist nicht die Chance sich mit Mitbewerbern aus der selben Branche auszutauschen und aus Erfahrungen von anderen zu lernen. Ganz im Gegenteil können Franchisenehmer auf die anderen Erfahrungen aufbauen, da sie alle an einer gemeinsamen Stärkung des Firmen- und Markenimages interessiert sind.[10]

3 Arten von Franchising

3.1 Vertriebs-Franchising

Vertriebs-Franchising ist eine Form von Franchising, wo die Franchisenehmer Produkte vom Franchisegeber an den Verbraucher verkauft, die er vom Franchisegeber günstiger als am Markt üblich beziehen kann. Der Franchisenehmer ist meist ein Einzelhandelsbetrieb und daher wird diese Form von Franchising auch Handels-Franchising genannt. Einige Beispiele: Yves Rocher Kosmetik, Jacques’ Weindepot oder Eismann-Tiefkühlkost.[11]

3.2 Dienstleistungs-Franchising

Das Dienstleistungs-Franchising ist in der Praxis am häufigsten anzutreffende Form von Franchising. Hier wird die Dienstleistung vom Franchisenehmer erbracht und diese wird vom Verbraucher wahrgenommen. Hierfür erhält der Franchisenehmer ein fertiges Konzept, um Kunden zu gewinnen und erhält auch eine ausgereifte Methode für die Durchführung der Dienstleistungen. Bekannte Franchisesysteme sind unter anderem: McDonalds, Burger King oder TUI-Reisen[12]

3.3 Produkt-Franchising

Beim Produkt-Franchising werden die Güter vom Franchisenehmer produziert und auch vertrieben. Diese Art von Franchising wird auch „industrielles Franchise“ genannt[13]. Diese Form von Franchising ist selten auf dem Markt vertreten, da verschiedenste Qualifikationen notwendig sind: Herstellung, Verarbeitung und Veredelung des Produktes und der erfolgreiche Vertrieb. Als bestes Beispiel ist das Unternehmen Coca-Cola zu nennen.[14] Dieses Konzept bringt auch sehr viele Probleme mit sich, da man international oftmals nicht die erhoffte, bzw. besprochene Qualität abliefert und der Franchisegeber mit Problemen zu Kämpfen hat, da die Qualität seiner Marke dadurch abnimmt bzw. abnehmen kann.

3.4 Mischformen

Häufig vermischen sich verschiedene Franchisekonzepte wie z. B. ein Franchisenehmer von McDonalds, kann sich vertraglich verpflichten bestimmte Produkte zu beziehen und auch diese platziert zu verkaufen. Hier ist erkennbar, dass Vertriebs- und Dienstleistungsfranchising miteinander verschmolzen sind.[15]

4 Einkauf und Qualitätssicherung

Der Einkauf ist für das gesamte System und den Franchisenehmer von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Es gibt verschiedene Einkaufsorganisationen, die sich nach Branche oder auch durch die nationalen, internationalen oder länderübergreifenden Organisationen unterscheiden. Der Franchisegeber kontrolliert in den meisten Fällen den Einkauf und stellt dem Franchisenehmer die benötigten Waren zur Verfügung. Franchisesysteme, die international expandieren, sind dazu verpflichtet, den Franchisenehmern die Warenbeschaffung in gleicher Qualität sicherzustellen und Ihnen ein Produkt zu gewähren, die den Anforderungen des jeweiligen Landes entsprechen. Produkte, die in einer bestimmten Zusammensetzung in einem Land genehmigt sind, können in der selben Zusammensetzung in anderen Ländern nicht zugelassen sein. Die Aufgabe für den Franchisegeber liegt darin, das Basisprodukt den Franchisenehmern in zugelassener Form und auch in der gleichen Qualität und Form wie in anderen Läden anzubieten.

Alle Produkte werden vom Franchisegeber zur Verfügung gestellt, um die Filiale führen zu können. Die gelieferten Produkte erfüllen alle Kriterien für eine konsequente Qualitätssicherung. Kosten für die Logistik, Produkttests und Verwaltung, werden auf den Einkaufspreis drauf gerechnet.[16]

Der Franchisegeber gibt den Franchisenehmern eine Chance, die finanziellen Vorteile beim Einkauf auszunutzen. Jedoch muss man auch bedenken, dass diese Gebundenheit auch die unternehmerischen Fähigkeiten des jeweiligen Franchisenehmers untergräbt. Einerseits hat der Franchisegeber auch dafür zu sorgen, dass die Qualität der gelieferten Waren stimmen muss und das kann er mit einem externen Lieferanten meist nicht gewährleisten. Andererseits kann der Franchisenehmer sich nicht als eigenständigen Unternehmer betrachten, der auf Augenhöhe mit dem Franchisegeber eine Partnerschaft eingeht. Der Franchisenehmer kriegt den Lieferanten und die Preise vom Franchisegeber vorgegeben und muss sich an diese Vorgaben halten.

5 Personalmanagement im Franchising

Um ein erfolgreiches System fortführen zu können, benötigt man auch geschultes und qualifiziertes Personal. Der Franchisegeber hat die Aufgabe Fachpersonal bereitzustellen der dem Franchisenehmer zur Seite zu steht. Dieser hat eine unterstützende Rolle und gilt als Bindeglied zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer und hat eine beratende Funktion. Er hat auch das Recht, dem Franchisenehmer im Auftrag vom Franchisegeber Anweisungen zu erteilen. Hier ist auch erkennbar, dass der Franchisenehmer nur bis einem bestimmten Punkt „selbstständig“ agieren kann und er hat immer die Anweisungen vom Franchisegeber zu befolgen. Des Weiteren kann der Franchiseberater ohne Ankündigung den Laden betreten und in Unterlagen einsehen, um auf Fehler hinzuweisen und diese dem Franchisegeber mitzuteilen.

Der Franchisenehmer ist jedoch selbst für seine eigenen Mitarbeiter in seiner eigenen Filiale zuständig, sei es in rechtlichen oder persönlichen belangen. Er kann sein eigenes Personal suchen und diese mit seinen eigenen Arbeitsverträgen ausstatten (dies führt deshalb zu Lohnunterschiede zwischen anderen Franchisenehmern).

Der Franchisegeber kann jedoch in alle Dokumente einsehen, um bei vorprogrammierten Problemen eingreifen zu können, da er seine Marke schützen muss.[17]

6 Entwicklungen der Franchisewirtschaft

Das Franchisekonzept hat in den letzten Jahren stark zugenommen und gehört zu eines der großen Bausteine der deutschen Wirtschaft. Laut dem deutschen Franchiseverband hat die Franchisebranche ein stätiges Wachstum durchlebt.

Tabelle 1: Entwicklung von Franchise in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Wachstum in den letzten 15 Jahren betrug ca. 70 % und die Tendenz ist steigend. Vor allem der Anteil der Franchisenehmer ist im Vergleich zu 1995 um ca. 135 % angestiegen.[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Franchisegeberwachstum in Deutschland[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Franchisenehmerwachstum in Deutschland[20]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Umsätze im Franchise

[...]


[1] Vgl. Franchise Konzepte-Handbuch für Existenzgründer (1994), S. 11

[2] Vgl. Wirtschaftsethische Aspekte des Franchisings (2009), S. 1

[3] Vgl. Franchise Konzepte-Handbuch für Existenzgründer (1994), S. 11

[4] Vgl. http://www.franchiseverband.com/franchise-nehmer/definition-franchising/

[5] Vgl. Franchise Konzepte-Handbuch für Existenzgründer (1994), S. 35

[6] Vgl. Franchise Konzepte-Handbuch für Existenzgründer (1994), S. 36

[7] Vgl. L. Minkner, Franchise Konzepte-Handbuch für Existenzgründer,Verlag Profi Konzept, 1994, S. 36

[8] http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/burger-king-schmeisst-filialbetreiber-raus- fast-food-kette-zieht-konsequenz-aus-hygieneskandal/10999110.html

[9] Vgl. L. Minkner, Franchise Konzepte-Handbuch für Existenzgründer, Verlag Profi Konzept, 1994, S. 37

[10] Vgl. Dieter Ahlert/M. Ahlert, Handbuch Franchising und Cooperation, Deutscher Fachverlag, 2010, S. 151

[11] Vgl. Gerd Garmaier: Wirtschaftsethische Aspekte des Franchisings, Gabler Verlag, 2010, S. 11

[12] Vgl. Gerd Garmaier : Wirtschaftsethische Aspekte des Franchisings, Gabler Verlag, 2010, S. 11

[13] Vgl. W. Skaupy,, Franchising, Vahlen Verlag, 1995, S. 32 f.

[14] Vgl. Gerd Garmaier: Wirtschaftsethische Aspekte des Franchisings, Gabler Verlag, 2010, S. 11

[15] Vgl. Gerd Garmaier: Wirtschaftsethische Aspekte des Franchisings, Gabler, 2010, S. 12

[16] Vgl. Hermann Riedle/Christian Schwenken: Praxisleitfaden Franchising, Springer Gable, 2015

[17] Vgl. Hermann Riedl/C. Schwenken : Praxisleitfaden Franchising, Springer Gabler Verlag, 2015, S. 54

[18] Vgl. Gerd Garmaier : Wirtschaftsethische Aspekte des Franchisings, Springer Gabler Verlag, 2015, S. 12

[19] Vgl. Franchiseverband Deutschland, Franchise-Ratgeber 2015/16, 2015, S. 15

[20] Vgl. Franchiseverband Deutschland, Franchise-Ratgeber 2015/16, 2015, S. 15

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Franchising als international erfolgreiches Geschäftsmodell? Grundlagen des Vertriebssystems
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Hagen  (Hochschule)
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V324166
ISBN (eBook)
9783668234451
ISBN (Buch)
9783668234468
Dateigröße
915 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franchising, Vertrieb, Franchise
Arbeit zitieren
Yakup Taner (Autor), 2016, Franchising als international erfolgreiches Geschäftsmodell? Grundlagen des Vertriebssystems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324166

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