Schönheit – vielleicht das Leitmotiv in Matoss' Leben und Wirken? Seine Vorstellungen und Forderungen von ihr, der Ewigkeit und der Vergänglichkeit, offenbaren sich zum Einen auf formaler und stilistischer Ebene in seinem gesamten Werk, andererseits liefern auch seine Frauengestalten einen Ansatz, um einen Einblick in Matoss Verständnis von Schönheit, das er in dem Aufsatz „Nesto ni o cemu“ dargelegt hat, gewinnen zu können.
Der Aufsatz geht der Frage nach, ob, und wenn ja, inwieweit Matos bei der Darstellung der Frauen in „Umorne price“, die sich in die Kategorien Femmes fatales oder Femmes fragiles einordnen lassen, seine eigenen Vorstellungen von Schönheit mit einfließen lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Antun Gustav Matoš
2. A.G.M. und sein „artizam“
3. A.G.M. und die Femme fatale
3.1. Die Femme fatale
Bura u tisini
Dusevni covjek
Lijepa Jelena
Balkon
Jesenska idila
3.2. A.G.M`s Schönheitsverständnis und die Femme fatale
Äußere versus innere Schönheit
Die Femme fatale und die Vergänglichkeit
Die Femme fatale zwischen Realität und Poesie
4. A.G.M. und die Femme fragile
4.1. Die Femme fragile
Ugasnulo svijetlo
Jesenska idila
Cvijet sa raskrsca
4.2. A.G.M`s Schönheitsverständnis und die Femme fragile
Die zerbrechliche Schönheit der Femme fragile
Äußere und innere Schönheit
Die Femme fragile und die Vergänglichkeit
Die Femme fragile und die Stille
5. Resümee
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung weiblicher Figuren in Antun Gustav Matošs Erzählband "Umorne price" vor dem Hintergrund seiner ästhetischen Theorien. Im Zentrum steht die Analyse, inwiefern die Charaktere als "Femme fatale" oder "Femme fragile" typisiert werden und wie Matoš sein spezifisches Konzept von Schönheit – gekennzeichnet durch Zartheit, Vergänglichkeit und die Verbindung von Äußerem mit innerer Gefühlstiefe – in diesen Frauenbildern realisiert.
- Literarische Einordnung von Antun Gustav Matoš und sein Konzept des "Artismus".
- Differenzierung und Charakterisierung der "Femme fatale" als zerstörerisches, ästhetisches Prinzip.
- Untersuchung der "Femme fragile" als Gegenentwurf, der wahre Schönheit in Zerbrechlichkeit und Liebesfähigkeit findet.
- Gegenüberstellung von äußerer Erscheinung und innerer Beschaffenheit in den Frauenfiguren.
- Analyse der Rolle von Vergänglichkeit, Tod und Stille als zentrale Motive in der Wahrnehmung von Schönheit.
Auszug aus dem Buch
Die Femme fatale und die Vergänglichkeit
Da die Schönheit der Femme fatale keine wahre und reine Schönheit, sondern nur einen „toten Lustkörper“ repräsentiert, kann sie einen Mann nur sinnlich-lüstern ansprechen. So bemerkt z.B. das lyrische ich in „Bura u tisini“: „Otkinuvsi prvi san na latinskim dusecima, gasim plamen ljubavi mirisom mladine koze [...]“, in der Kurzgeschichte „Dusevni covjek“ Student Vasic „sav se ugrija, uznemiri, sjetivsji se raznih romanticnih dogadaja [...]. Helena aus der Geschichte „Lijepa Jelena“ überschreitet mit ihrem Handeln die Vorstellungskraft des lyrischen ich : „ona utuli lampu i baci mi se oko vrata vrelim, ciganskim zarom bajadere. [...] Iza burnog, neslucenog milovanja [...]“.
Sobald der betroffene Mann jedoch den Wunsch nach dauerhaftem Glück und Liebe äußert, erweist sich die Femme fatale als vergängliches Trugbild. Obgleich es sich bei ihr nicht um die wahre Schönheit, sondern nur um deren äußeres Abbild handelt, weist sie dasselbe Kennzeichen auf: auch sie kann nicht festgehalten werden. Doch sie kann nicht einfach vergehen und eine Ahnung dessen hinterlassen, dass „vjecnost cvijet, kojemu osjecamo samo miris“, sie muss den Geruch des Todes auch über Andere bringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Antun Gustav Matoš: Eine biographische und literarische Einordnung des kroatischen Schriftstellers, der trotz seines schwierigen Daseins als bedeutende Figur der kroatischen Literatur des Fin de Siècle gilt.
2. A.G.M. und sein „artizam“: Erläuterung von Matošs ästhetischem Credo, das die Kunst als autonom und die Schönheit als oberstes Prinzip definiert, wobei der Künstler dem "Artismus" verpflichtet bleibt.
3. A.G.M. und die Femme fatale: Untersuchung des Typus der verführerischen, todbringenden Frau in ausgewählten Erzählungen und deren Wirkung auf die männlichen Protagonisten.
3.1. Die Femme fatale: Konkrete Analyse der Femme-fatale-Figuren in Werken wie "Bura u tisini" oder "Lijepa Jelena" und deren zerstörerische Faszinationskraft.
3.2. A.G.M`s Schönheitsverständnis und die Femme fatale: Analyse der ästhetischen Darstellung, wobei aufgezeigt wird, dass die Femme fatale lediglich eine äußerliche, inhaltsleere Schönheit verkörpert.
4. A.G.M. und die Femme fragile: Vorstellung des gegensätzlichen Frauentypus der "Femme fragile", der durch Krankheit, Zartheit und eine vergeistigte Liebe geprägt ist.
4.1. Die Femme fragile: Detaillierte Betrachtung der Femme-fragile-Figuren in Erzählungen wie "Ugasnulo svijetlo" und "Cvijet sa raskrsca".
4.2. A.G.M`s Schönheitsverständnis und die Femme fragile: Erörterung der Übereinstimmung von innerer und äußerer Schönheit bei der Femme fragile, die für Matoš eine höhere Form der Existenz darstellt.
5. Resümee: Synthese der Ergebnisse, in der die Femme fragile als Trägerin wahrer Schönheit und die Femme fatale als bloße, gefährliche Fassade gegenübergestellt werden.
Schlüsselwörter
Antun Gustav Matoš, Femme fatale, Femme fragile, kroatische Literatur, Ästhetizismus, Artismus, Schönheit, Vergänglichkeit, Tod, Liebe, Symbolismus, Frauenbild, Ugasnulo svijetlo, Lijepa Jelena, Umorne price.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Darstellung weiblicher Protagonistinnen in Antun Gustav Matošs Erzählband "Umorne price" unter dem Fokus zweier literarischer Weiblichkeitstypen: der Femme fatale und der Femme fragile.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Definition von Schönheit bei Matoš, die Spannung zwischen Realität und Poesie, die Darstellung von Vergänglichkeit und Tod sowie die Rolle der Liebe in der männlichen Wahrnehmung der Frau.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszuarbeiten, inwieweit Matoš seine ästhetischen Vorstellungen von "wahrer" Schönheit – die über das bloße Visuelle hinausgeht – in die Darstellung seiner Frauenfiguren einfließen lässt und wie sich diese von den klassischen Mustern der Femme fatale bzw. Femme fragile abheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der ausgewählte Kurzgeschichten auf ihre Motivik, Symbolik und die spezifische Charakterzeichnung hin untersucht werden, ergänzt durch Bezüge zu Matošs essayistischem Werk.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Sektionen: Die Analyse der "Femme fatale" (Kapitel 3) und der "Femme fragile" (Kapitel 4), wobei jeweils sowohl die inhaltliche Darstellung der Figuren als auch Matošs zugrunde liegendes Schönheitsverständnis getrennt beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Femme fatale", "Femme fragile", "Ästhetizismus", "Vergänglichkeit" und dem Namen "Antun Gustav Matoš" beschreiben.
Inwiefern unterscheidet sich die "Femme fragile" von der "Femme fatale" in Matošs Erzählungen?
Während die "Femme fatale" als äußerlich verführerisch, aber seelisch kalt und zerstörerisch charakterisiert wird, verkörpert die "Femme fragile" durch ihre Zerbrechlichkeit und Krankheit eine tiefere, innere Schönheit, die erst durch die Fähigkeit zur wahren Liebe für Matoš Bedeutung erlangt.
Welche Rolle spielt der Tod in den Erzählungen?
Der Tod ist bei der "Femme fatale" meist die gewaltsame Konsequenz einer zerstörerischen Leidenschaft, während er bei der "Femme fragile" oft mit dem Wunsch nach dem "schönen Sterben" und der transzendenten Überwindung von Raum und Zeit in der Liebe verknüpft ist.
Warum ist die "Stille" ein wichtiges Motiv für Matoš?
Für Matoš ist die Stille die "Musik der Seele" und ein fundamentales Zeichen wahrer Schönheit, das besonders bei der Darstellung der Femme fragile zum Einsatz kommt, um eine Sphäre abseits der profanen Welt zu erschaffen.
- Citar trabajo
- M.A. Mirjana Sarac-Petric (Autor), 2002, Die Frauen und die Schönheit. Eine Untersuchung der Frauengestalten in A.G. Matošs „Umorne price“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324273