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Antisemitismus und Massen-Psychopathologie - Eine Analyse

Title: Antisemitismus und Massen-Psychopathologie  -  Eine Analyse

Term Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andrea Freund (Author)

Psychology - Social Psychology
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werde im folgenden das im Jahre 1950 erschienene Essay „Antisemitismus und Massen-Psychopathologie“ von Ernst Simmel bearbeiten. Ich habe mir diesen Text ausgesucht, weil mich zum einen die Problematik des Antisemitismus sehr interessiert und er zu meinen Studienfächern Pädagogik und Sozialpsychologie und –anthropologie meiner Meinung nach gut passte. Bisher habe ich mich intensiv mit dem Antisemitismus des Nationalsozialismus beschäftigt und habe ein verhältnismäßig gutes Allgemein Wissen über den historischen Verlauf und die Entstehung des Antisemitismus, bzw. des Antijudaismus. Ich erhoffe mir durch diese Arbeit einige Fragen beantworten zu können, da mir die Massenbewegung Antisemitismus und vor allem der Holocaust noch immer ein Rätsel ist. Was waren die psychologischen Beweggründe des einzelnen? Wie kommt ein funktionierender „zivilisierter“ Mensch dazu sich in einen blutrünstigen Mörder oder zumindest einen Unterstützer der Judenvernichtung zu verwandeln? Zum Aufbau meiner Arbeit möchte ich sagen, dass ich mit den Definitionen der Begriffe „Psychose“ und „Masse“ beginnen möchte. Dem anschließen möchte ich eine Begriffsklärung des Wortes „Antisemitismus“ und den historischen Verlauf im Groben nachzeichnen. In den folgenden Kapiteln möchte ich Simmels Verständnis von Antisemitismus als Massenpsychose erläutern und aufzeigen. Ein kurzer Exkurs zu Siegmund Freuds Theorie des psychologischen Apparats und die Erklärung Simmels zu drei spezifischen Diffamierungen der Juden, die einen religiösen Ursprung haben, werden folgen. Abschließend werde ich mich teilweise Simmels Fazit widmen und dann meine persönlichen Ansichten zusammenfassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1. Psychose:

2.2. Masse

2.3. Antisemitismus

3. Der Antisemit – Ein Psychotiker?

4. Antisemitismus als Massenpsychose

4.1. Der psychische Apparat nach Siegmund Freud

5. Von der individuellen Psychose zur Massenpsychose

6. Der Führer als kollektives Über-Ich

7. Verfolgungswahn

8. Mein bester Freund ist Jude, aber...

9. Der Ursprung der am längsten währenden Beschuldigungen

10. Antisemitismus und Globalisierung

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Essay „Antisemitismus und Massen-Psychopathologie“ von Ernst Simmel, um die psychologischen Beweggründe und Mechanismen hinter der Massenbewegung Antisemitismus zu ergründen und die Frage zu klären, warum sich scheinbar „zivilisierte“ Menschen an derartigen Gewaltakten beteiligen.

  • Psychologische Analyse des Antisemitismus als Massenpsychose
  • Untersuchung der Rolle des Führers als kollektives Über-Ich
  • Darstellung der „Psychologie der falschen Beschuldigung“ und Schuldprojektion
  • Vergleich zwischen individueller Psychose und Massenphänomenen

Auszug aus dem Buch

Der Antisemit – Ein Psychotiker?

Simmel stellt sich die Frage, ob Antisemitismus eine irrationale Begleiterscheinung des ständigen Zivilisationsprozesses ist.

Er beruft sich auf Freud, der feststellte, dass eine direkte Beziehung zwischen individueller und gesellschaftlicher Charakterbildung besteht, dass ein Individuum, bevor es sich der es umgebenden Kultur anschließen kann, zuerst die verschiedenen Stadien der Kulturgeschichte durchleben muss.

Simmel zieht daraus den Schluss, dass es sich beim Antisemitismus um eine „...Störung im Verhältnis von Individuum und Kultur...“ handelt. Die Menschheit leide an einem pathologischen Hass, der daraus entsteht, dass das Ich immer wieder in Entwicklungsstadien zurückfällt, in denen der Hass die primäre Empfindung ist. Und dieser Umstand bringt, laut Simmel, unter anderem den Antisemitismus zum Vorschein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Themenstellung und den Aufbau der Arbeit zur Analyse von Simmels Essay.

2. Definitionen: Begriffliche Einordnung der zentralen Termini Psychose, Masse und Antisemitismus als Grundlage der Untersuchung.

3. Der Antisemit – Ein Psychotiker?: Diskussion der Frage, ob Antisemitismus als psychische Störung im Sinne einer pathologischen Hassbeziehung zu verstehen ist.

4. Antisemitismus als Massenpsychose: Untersuchung des Zusammenspiels von Individuum und Masse unter Rückgriff auf Freuds Modell des psychischen Apparats.

5. Von der individuellen Psychose zur Massenpsychose: Analyse der Transformation individueller Aggressionen in eine kollektive Massenpsychose durch Realitätsflucht.

6. Der Führer als kollektives Über-Ich: Erklärung der Funktion des Führers als zentrale Projektionsfläche für Liebe und Hass innerhalb der Masse.

7. Verfolgungswahn: Psychologische Deutung der Aggressionsmechanismen des Antisemiten im Vergleich zum klassischen Verfolgungswahn.

8. Mein bester Freund ist Jude, aber...: Betrachtung des intellektuellen Antisemitismus, der ohne direkte Beteiligung an physischer Gewalt die Ideologie unterstützt.

9. Der Ursprung der am längsten währenden Beschuldigungen: Psychoanalytische Dekonstruktion religiös begründeter Diffamierungen wie Christusmord und Blutrituallegenden.

10. Antisemitismus und Globalisierung: Reflexion über die Instrumentalisierung des Antisemitismus zur Aggressionssteuerung angesichts einer globalisierter werdenden Welt.

11. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Simmels Theorie und Einordnung in aktuelle gesellschaftliche Phänomene.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Massenpsychose, Ernst Simmel, Siegmund Freud, Psychose, Kollektives Über-Ich, Schuldprojektion, Nationalsozialismus, Triebtheorie, Aggression, Massenphänomen, Judenvernichtung, Pathologie, Verfolgungswahn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine psychologische Analyse des Antisemitismus basierend auf dem Essay von Ernst Simmel und untersucht die Beweggründe des Individuums, sich antisemitischen Massenbewegungen anzuschließen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Psychoanalyse der Massenbildung, das Verständnis von Antisemitismus als Massenpsychose, die Funktion des Führers und die Rolle von Schuldprojektionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Frage zu beantworten, wie „zivilisierte“ Menschen zu Unterstützern oder Tätern in antisemitischen Systemen werden konnten und welche Rolle das Unbewusste dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die theoretische Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse (insbesondere Freud) und deren Anwendung auf historische und gesellschaftspolitische Phänomene durch Ernst Simmel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst Definitionen psychologischer Fachbegriffe, die Übertragung von individueller Psychose auf die Masse, die Bedeutung von Führungspersonen und die Ursprünge jahrhundertealter antisemitischer Vorurteile.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören unter anderem Massenpsychose, kollektives Über-Ich, Schuldprojektion, Triebtheorie und pathologischer Hass.

Wie unterscheidet Simmel zwischen dem „normalen“ Antisemiten und dem Psychotiker?

Simmel argumentiert, dass der Antisemit in seinem Alltag völlig normal erscheinen kann, jedoch in der Masse Symptome eines Psychotikers zeigt, da er den Bezug zur Realität zugunsten kollektiv-konformer Aggressionen aufgibt.

Wie erklärt die Arbeit den Begriff der „falschen Beschuldigung“?

Es handelt sich um einen psychologischen Schutzmechanismus, bei dem der Antisemit eigene Schuldgefühle auf die Juden projiziert, um diese als Sündenbock für eigenes Unheil zu instrumentalisieren.

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Details

Title
Antisemitismus und Massen-Psychopathologie - Eine Analyse
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,7
Author
Andrea Freund (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V32430
ISBN (eBook)
9783638331531
Language
German
Tags
Antisemitismus Massen-Psychopathologie Eine Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Freund (Author), 2004, Antisemitismus und Massen-Psychopathologie - Eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32430
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