Kritik an der Qualität öffentlicher Dienstleistungen, welches auch die Rehabilitation beinhaltet, hat in Deutschland eine lange Tradition, und ebenso ist die Entwicklung von Konzepten zur Qualitätsverbesserung und zu einer Patientenorientierung der Leistungserstellung kein neues Thema.
Gesetzliche Vorgaben regeln weitgehend Art, Umfang, Beschaffenheit wie auch die spezifischen Prozessmerkmale der Erstellung von Dienstleistungen in diesem Bereich.
Diese Gesetzgebung fordert von den Leistungserbringern, neben Qualitätsvergleichen und bewertbaren sowie kontrollierbaren Qualitätsstandarts, die Lösung von Budgetvorgaben und die Entwicklung hin zu einer ziel- und ergebnisorientierten Dienstleistungserstellung.
Der Verband Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED) versucht im Interesse seiner Mitglieder den hohen Anforderungen gerecht zu werden.
Unter Berücksichtigung von Besonderheiten der medizinischen Rehabilitation entwickelte die DEGEMED als erster deutscher Verband ein richtlinienorientiertes Qualitätsmanagement mit einem verbundenen Zertifizierungsverfahren.
Im folgenden Referat soll das Qualitätsmanagement- und Zertifizierungs-System der DEGEMED vorgestellt und beschrieben werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Qualitätsmanagements
2.1 Qualität
2.2 Management
2.3 Qualitätsmanagement
2.4 Qualitätsmanagement für Dienstleistungsunternehmen
2.5 Qualitätsmanagement für medizinische Rehabilitationseinrichtungen
3 Qualitätsmanagement und Zertifizierung nach DEGEMED
3.1 Allgemein
3.2 Begriffsklärung DEGEMED
3.3 Ziel der DEGEMED
3.4 Komponenten
3.4.1 Allgemein
3.4.2 DIN EN ISO 9001 als Basis-Norm
3.4.3 EFQM
3.4.4 Allgemeine Qualitätsgrundsätze der DEGEMED
3.5 Das Qualitätsmanagementsystem nach DEGEMED
3.5.1 Definition des Begriffs Qualität nach DEGEMED
3.5.2 Qualitätsgrundsätze der DEGEMED
3.5.2.1 Präambel
3.5.2.2 Grundposition
3.5.2.3 Rehabilitationsprozess
3.5.2.4 Wirksamkeit und Weiterentwicklung
3.5.3 Aufbau des Qualitätsmanagementsystems nach DEGEMED in den Einrichtungen
3.6 Das Zertifizierungssystem nach DEGEMED
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, das spezifische Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED) vorzustellen und dessen Bedeutung für die medizinische Rehabilitation in Deutschland zu erläutern.
- Grundlagen des Qualitätsmanagements in Dienstleistungsunternehmen
- Besonderheiten des Qualitätsmanagements im medizinischen Rehabilitationssektor
- Die DEGEMED-Zertifizierung als Verbindung von ISO 9001 und rehaspezifischen Anforderungen
- Prozessuale Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems in Kliniken
- Zertifizierungssystematik und kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Auszug aus dem Buch
3.5.3 Aufbau des Qualitätsmanagementsystems nach DEGEMED in den Einrichtungen
Die Entscheidung ein Qualitätsmanagementsystem aufzubauen, trifft grundsätzlich die Leitung einer Klinik. Eine solche Entscheidung sollte möglichst einstimmig erfolgen und vor allem von entsprechenden Schulungen der Verantwortlichen begleitet werden. Man sollte jedoch auch möglichst viele Mitarbeiter von Anfang an in die Aktivitäten mit einzubeziehen. Denn Qualitätsmanagement stellt ein Änderungsmanagement dar und durch die Veränderungen werden Energien freigesetzt. Jedoch rufen diese Energien aber auch Ängste und Widerstände hervor.
Es besteht die Möglichkeit ein Qualitätsmanagement selbständig oder durch Beteiligung einer externen Beratungsunternehmung einzuführen. Für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems wird neben den allgemeinen Schulungen der Leitungskräfte auch ein Qualitätsmanagementbeauftragter benötigt. Für diese Stabstelle ist neben der persönlichen Qualifikation eine kontinuierliche Weiterbildung und Weiterentwicklung von entscheidender Bedeutung.
Die Erstellung eines Organigramms zur Darstellung jeglicher Verantwortung und Befugnis sollte ebenfalls frühzeitig erfolgen. Denn somit können im Rahmen der Einführung eines Qualitätsmanagements die Verantwortlichkeiten und Aufgaben der Abteilungsleiter und der Beauftragten immer leichter überprüft und angepasst werden. Es müssen alle Kommunikationsebenen z.B. patienten- und therapiebezogene Besprechungen, Abteilungsbesprechungen oder Besprechungen hinsichtlich des Qualitätsmanagementsystems Berücksichtigung finden, daher ist der Bereich der Kommunikation für das Zusammenwirken besonders wichtig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Tradition der Qualitätskritik in öffentlichen Dienstleistungen und die gesetzliche Verpflichtung zur Einführung von Qualitätsmanagementsystemen in der medizinischen Rehabilitation.
2 Grundlagen des Qualitätsmanagements: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Qualität und Management, erörtert verschiedene Sichtweisen auf Qualität und überträgt diese Konzepte auf Dienstleistungs- und Rehabilitationseinrichtungen.
3 Qualitätsmanagement und Zertifizierung nach DEGEMED: Der Hauptteil beschreibt das spezifische Zertifizierungssystem der DEGEMED, welches die DIN EN ISO 9001 mit rehaspezifischen Standards verknüpft, und erläutert den praktischen Aufbau sowie die Anforderungen für Kliniken.
4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass das DEGEMED-Verfahren durch die systematische Prozessoptimierung und Transparenz den wachsenden Qualitätswettbewerb im Reha-Sektor nachhaltig unterstützt.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, DEGEMED, medizinische Rehabilitation, Zertifizierung, DIN EN ISO 9001, Patientenorientierung, Reha-Prozess, Qualitätsgrundsätze, EFQM, Zertifizierungssystem, Qualitätssicherung, Klinikmanagement, Prozessorientierung, Transparenz, Versorgungqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Vorstellung und Analyse des spezifischen Qualitätsmanagementsystems, das von der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED) entwickelt wurde, um die Versorgungsqualität in Rehabilitationskliniken zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Qualitätsmanagements, die Anwendung dieser Prinzipien im Dienstleistungssektor sowie die spezifische Ausgestaltung von Zertifizierungsprozessen innerhalb von Rehabilitationskliniken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, das von der DEGEMED etablierte richtlinienorientierte Qualitätsmanagement und das zugehörige Zertifizierungsverfahren transparent und nachvollziehbar zu beschreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von internen Standards, Richtlinien und Qualitätskatalogen der DEGEMED, um ein integriertes Managementsystem darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Komponenten des DEGEMED-Systems, die Einbindung der DIN EN ISO 9001, den Aufbau des QM-Handbuchs in den Einrichtungen sowie das externe Zertifizierungsverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Rehabilitation, DEGEMED-Zertifizierung, ISO 9001, Prozessorientierung und Versorgungsqualität geprägt.
Welche Rolle spielt die DIN EN ISO 9001 im DEGEMED-System?
Die ISO 9001 dient im DEGEMED-System als Basis-Norm, die durch rehaspezifische Module und Qualitätsgrundsätze der DEGEMED erweitert wird, um den besonderen Anforderungen der medizinischen Rehabilitation gerecht zu werden.
Warum ist eine Prozesserhebung für Kliniken so aufwendig?
Die Prozesserhebung ist umfassend, da sie alle Kernprozesse der Klinik erfasst, Schnittstellen untersucht und in ein schriftliches Qualitätsmanagementhandbuch überführt werden muss, was eine mehrwöchige Arbeitsphase erfordert.
- Arbeit zitieren
- Ralf Babuke (Autor:in), 2004, Qualitätsmanagement nach DEGEMED, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32584