Mit dieser umfangreichen von mir vorgelegten Hausarbeit möchte ich der interessierten Leserschaft einen Einblick in die erziehungswissenschaftliche und kunstpädagogische Diskussion zum Thema Medien geben.
Eingeleitet wird dieses Kapitel durch grundlegende Postulate des Medientheoretiker Marshall McLuhan (2.1 Das Medium ist die Botschaft) sowie einer Zusammenfassung der erziehungswissenschaftlichen Medienkritik von Neil Postman (2.2 Herzlich Willkommen in der Guckguck-Welt). Daran anschließend stelle ich dreierlei unterschiedliche kunstpädagogische Konzeption für einen Medieneinsatz im Schulunterricht vor: „die Visuelle Kommunikation“ (3.1 Aufruf zur Manipulation! Kunstpädagogik mit Medien – die Visuelle Kommunikation) mit Beginn der 70iger Jahre, „die Medien-Kunst-Pädagogik“ (3.2 Medien-Kunst-Pädagogik ) von Freiberg mit Beginn der 90iger Jahre, sowie „der Irritationsästhetische Ansatz“ von Kirschenmann (u.a.) mit Beginn des neuen Jahrtausends (3.3 Irritationsästhetischer Ansatz) (!)
Bei der Fülle von Definitionen für die Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts der „Medienkompetenz“ des Individuums, habe ich mich für eine Gegenüberstellung der Definitionen von Hartmut von Hentig und Dieter Baacke entschieden, die ich unter 4. Dimensionen von Medienkompetenz darstelle.
Inhaltsverzeichnis
1. Intro
2. Medientheorie und Medienkritik
2.1 Das Medium ist die Botschaft
Eine Theorie der Medien nach Marshall McLuhan
2.2 Herzlich willkommen in der Guckguck-Welt.
Ein Medienkritischer Ansatz von Neil Postman
3. Merkmale und Bestandteile progressiver kunstpädagogischer Medienkonzepte
3.1 Aufruf zur Manipulation!
Kunstpädagogik mit Medien – die Visuelle Kommunikation.
3.2 Medien-Kunst-Pädagogik nach Freiberg
3.3 Irritationsästhetische Ansatz von Kirschenmann
4. Dimensionen von Medienkompetenz
4.1 Medienkompetenz nach Hartmut von Hentig
4.2 Medienkompetenz nach Dieter Baacke
5. Outro
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die erziehungswissenschaftliche und kunstpädagogische Diskussion zum Thema Medien und erörtert, wie Medienerziehung in der schulischen Praxis gestaltet werden kann. Zentrale Forschungsfrage ist dabei die Einordnung des Medieneinsatzes in Bezug auf den Erwerb von Medienkompetenz unter Berücksichtigung kritischer Positionen.
- Medientheoretische Grundlagen (Marshall McLuhan, Neil Postman)
- Entwicklung und Kritik kunstpädagogischer Medienkonzepte
- Ansätze der Visuellen Kommunikation und Medien-Kunst-Pädagogik
- Vergleichende Analyse von Medienkompetenz-Definitionen
- Pädagogische Handlungsmöglichkeiten für Lehrende
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Medium ist die Botschaft.
Marshall McLuhan, „halb Genie und halb Wahnsinniger, das kann man bei ihm nicht immer auseinander halten“ (Silberman über McLuhan zit. in Theweleit, 2002, S.95), stellte als Professor für Medientheorie an unterschiedlichen amerikanischen Hochschulen in den 60er Jahren grundlegende Axiome über Rezeption und Kritik, die Wirkung von Medien auf den Menschen und seine „Stammeskultur“ auf (vgl. Theweleit, 2002, S.95). Wesentliche Thesen, Definitionen und Unterscheidungen des „Orakels des elektronischen Zeitalters“ (Pseudonym für McLuhan in der Zeit zit. in Baltes, Böhler, Höltschl, Reuß, 1997, S.12) inspirierten bis in die medienpädagogische Gegenwart hinein grundlegende medienpädagogische Konzeptionen (z.B. den Irritationsästhetischen Ansatz von Kirschenmann, die Konzeption der Visuellen Kommunikation in der Kunstpädagogik der 70er Jahre), als auch Positionen der Medienkritik (Neil Postman u.a.). „McLuhan war ein Denker des Übergangs. Medien bezeichnet er als operative Grenzflächen zwischen uns und der Außenwelt, deswegen bestimme ihr Charakter unsere Beziehung zur Außenwelt und damit auch unsere Innenwelt, unser Bewusstsein(…)“ (Carle, 2000, S.317). Die wichtigsten aber auch umstrittensten Thesen McLuhans werde ich im Folgenden ausführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Intro: Einleitung in die erziehungswissenschaftliche und kunstpädagogische Diskussion sowie Vorstellung des thematischen Aufbaus der Arbeit.
2. Medientheorie und Medienkritik: Darstellung der medientheoretischen Postulate von Marshall McLuhan und des medienkritischen Ansatzes von Neil Postman.
2.1 Das Medium ist die Botschaft: Erläuterung der Medientheorie nach Marshall McLuhan, insbesondere der Unterscheidung zwischen heißen und kalten Medien.
2.2 Herzlich willkommen in der Guckguck-Welt: Analyse des medienkritischen Ansatzes von Neil Postman und dessen Kritik am Fernsehen als Leitmedium.
3. Merkmale und Bestandteile progressiver kunstpädagogischer Medienkonzepte: Überblick über verschiedene kunstpädagogische Konzepte für den Medieneinsatz im Unterricht.
3.1 Aufruf zur Manipulation!: Vorstellung der Konzeption der Visuellen Kommunikation in der Kunstpädagogik der 70er Jahre.
3.2 Medien-Kunst-Pädagogik nach Freiberg: Erörterung des integrativen Ansatzes von Henning Freiberg zur Medien-Kunst-Pädagogik.
3.3 Irritationsästhetische Ansatz von Kirschenmann: Einführung in den irritationsästhetischen Entwurf eines medienpädagogischen Kunstunterrichts.
4. Dimensionen von Medienkompetenz: Gegenüberstellung der unterschiedlichen Ansätze zur Definition und Vermittlung von Medienkompetenz.
4.1 Medienkompetenz nach Hartmut von Hentig: Untersuchung der kritischen und skeptischen Position von Hartmut von Hentig gegenüber neuen Medien.
4.2 Medienkompetenz nach Dieter Baacke: Darstellung der viergliedrigen Definition von Medienkompetenz nach Dieter Baacke.
5. Outro: Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Aufforderung zur aktiven medienpädagogischen Praxis.
Schlüsselwörter
Medienpädagogik, Medientheorie, Medienkritik, Medienkompetenz, Marshall McLuhan, Neil Postman, Visuelle Kommunikation, Kunstpädagogik, Neue Medien, Dieter Baacke, Hartmut von Hentig, Medienkunst, Irritationsästhetik, Bildung, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Orientierung im Feld der erziehungswissenschaftlichen und kunstpädagogischen Mediendiskussion und vergleicht theoretische Ansätze mit praktischen Konzepten für die Schule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Medientheorie, Medienkritik, Konzepte der kunstpädagogischen Medienarbeit sowie die Dimensionen von Medienkompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über den Medieneinsatz in der Schule zu geben und Anregungen für eine reflektierte medienpädagogische Praxis zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich führender medienpädagogischer und kunstpädagogischer Positionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Positionen (McLuhan, Postman), kunstpädagogische Modelle (Visuelle Kommunikation, Medien-Kunst-Pädagogik, Irritationsästhetik) und Kompetenzmodelle (von Hentig, Baacke) erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Medienpädagogik, Medienkompetenz, Kunstpädagogik, Medientheorie und Medienkritik.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „heißen“ und „kalten“ Medien für die Schule relevant?
Diese Unterscheidung von McLuhan verdeutlicht, wie unterschiedliche Medien den Grad der Beteiligung und Interpretation durch die Rezipienten (Schüler) beeinflussen.
Was versteht man unter dem „Irritationsästhetischen Ansatz“ von Kirschenmann?
Es handelt sich um ein Konzept, das den Computer als Werkstattinstrumentarium begreift, um Denkroutinen zu hinterfragen und Schüler für die neuen Medienbilder zu „alphabetisieren“.
- Quote paper
- Gesamtschullehrer Tobias Baron (Author), 2004, Aktuelle Medientheorie, Medienkunst & Medienpädagogik. Eine Orientierung im Dickicht der medienpädagogischen Vielfältigkeit von Marshall McLuhan bis zu Dieter Baacke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32678