Das Wort umweltgerecht findet sich nicht in einem Wörterbuch, so muss man die Bedeutung
des Begriffs aus seinen Bestandteilen herleiten. Da wäre zunächst das Wort Umwelt.
Im Lexikon der Geographie findet man dazu sinngemäß diese Erläuterung:
Umwelt ein ursprünglich aus der Biologie stammender Begriff, der durch Uexhüll 1921 im
Sinne einer physiologischen Umwelt eingeführt wurde. Danach ist Umwelt das räumlichfunktionale
Umfeld von Organismen, also jener Bereich in dem sich das Leben von Mensch,
Tier und Pflanze abspielt. Dabei ist die von Uexhüll beschriebene psychologische Umwelt die
Merkwelt eines Lebewesens, der Teil den dieses mit seinen Sinnesorganen wahrnehmen kann.
Im populatoinsbiologischen Sinn reduziert sich die Lebensumwelt der Organismen auf die
biotischen, abiotischen und anthropogenen Faktoren in deren jeweiligem Einfuß-/
Wirkungsfeld. Das ist die ökologische Umwelt.
Daraus ergibt sich eine Einteilung der so definierten Umwelt in zwei Dimensionen: [...]
Gliederung
1. Versuch einer Begriffsdefinition
1.1. umweltgerecht
1.2. Stadtregion
2. Themenauswahl – Warum Stadtregionen?
3. Hemmnisse auf dem Weg zu einer umweltgerechten Entwicklung von Stadtregionen
4. Beispiel: Behutsame Stadterneuerung – Nutzung von Baulücken als Zukunftsaufgabe
5. Möglichkeiten zur Überwindung von Hemmnissen am Beispiel der Biodiversität und Bodenversiegelung
6. Fazit
7. Literaturliste
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen einer umweltgerechten Stadtentwicklung in Deutschland, identifiziert strukturelle sowie politische Hemmnisse und zeigt am Beispiel von Baulückennutzungen sowie Naturschutzmaßnahmen Wege zu einer nachhaltigen Stadtregion auf.
- Grundlagen der Begriffsdefinition „Umwelt“ und „Stadtregion“
- Identifikation von Hemmnissen für eine umweltgerechte Entwicklung
- Behutsame Stadterneuerung durch Nutzung von Baulücken
- Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität und Entsiegelung
- Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligung
Auszug aus dem Buch
4. Beispiel: Behutsame Stadterneuerung – Nutzung von Baulücken als Zukunftsaufgabe
Für eine grüne Nutzung bieten sich dagegen endlose Möglichkeiten, die richtig eingesetzt, jedem der oben genannten Nachteile widersprechen können. Dabei entstehen ökologisch mehr oder weniger wertvolle Grünflächen die von der Wilden Ecke bis zum Mietergarten reichen können. Dazwischen liegen Kinderspielplätze und kleine Parks.
Die aktuellen Nutzungen von unbewirtschafteten Baulücken lassen Schlussfolgerungen auf den Bedarf der umliegenden Anwohnerschaft zu, so z.B. parkende Autos oder Wochenmärkte, manchmal ist es aber auch nur ein wilder Spielplatz. Eine Möglichkeit besteht darin, die Fläche ganz sich selbst zu überlassen, die sich ansiedelnden Pflanzen werden bald zu einer grünen Oase, die ganz von selbst zur Verbesserung des Mikroklimas und des Lärmschutzes beiträgt. Von den Stadtplanern wird so etwas neuerdings nicht mehr als Brache sondern als ‚Wilde Ecke‘ bezeichnet. Der planerische und städtebauliche Aufwand ist hier am geringsten, was aber den Wert der entstandenen Fläche nicht zwangsläufig mindert.
Daneben gibt es natürlich noch weitere Gestaltungsmöglichkeiten, die auch oft als Zwischennutzung angestrebt werden um potentielles Bauland zugänglich zu halten und dabei gleichzeitig das Wohnumfeld attraktiv zu gestalten. Für die Stadtplanung ist es dabei wichtig, öffentliche von privaten Räumen abzugrenzen oder offiziell zusammenzulegen und damit klare Raumstrukturen zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Versuch einer Begriffsdefinition: Es erfolgt eine Herleitung der Begriffe „Umwelt“ in ihren psychischen, physischen und dynamischen Dimensionen sowie der funktionalen Definition der „Stadtregion“.
2. Themenauswahl – Warum Stadtregionen?: Das Kapitel begründet die Relevanz der Stadt als Schauplatz von Umweltkrisen und betont die Notwendigkeit interkommunaler Abstimmung bei der Flächennutzung.
3. Hemmnisse auf dem Weg zu einer umweltgerechten Entwicklung von Stadtregionen: Hier werden strukturelle Hindernisse wie Finanzknappheit, kommunale Eigeninteressen und Defizite in der Bürgerbeteiligung detailliert analysiert.
4. Beispiel: Behutsame Stadterneuerung – Nutzung von Baulücken als Zukunftsaufgabe: Das Kapitel erläutert, wie Baulücken ökologisch wertvoll als „Wilde Ecken“ oder durch Zwischennutzung für das Stadtklima und die Wohnqualität genutzt werden können.
5. Möglichkeiten zur Überwindung von Hemmnissen am Beispiel der Biodiversität und Bodenversiegelung: Es werden praxisorientierte Maßnahmen wie Renaturierung von Uferzonen, Entsiegelung und Altlastensanierung zur ökologischen Aufwertung aufgezeigt.
6. Fazit: Das Kapitel resümiert, dass eine zukunftsfähige Stadtregion vernetztes planerisches Denken und eine stärkere Integration der Natur in den Siedlungsraum erfordert.
7. Literaturliste: Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur und Quellen zur Bearbeitung des Themas.
Schlüsselwörter
Umweltgerechte Entwicklung, Stadtregion, Nachhaltigkeit, Stadtplanung, Biodiversität, Bodenversiegelung, Baulücken, Stadterneuerung, Bürgerbeteiligung, Kommunalpolitik, Flächennutzung, Umweltschutz, Stadtklima, Renaturierung, Siedlungsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen einer umweltgerechten Entwicklung von Stadtregionen unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Faktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Umwelt und Stadtregion, die Identifikation von Entwicklungshemmnissen und praxisnahe Lösungsansätze für die Stadtplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu zeigen, wie Stadtregionen zukunftsfähig gestaltet werden können, indem man Hemmnisse überwindet und ökologische Potentiale innerhalb des städtischen Raumes nutzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Fallbeispielen, insbesondere unter Rückgriff auf fachspezifische Definitionen und Ansätze wie die Habitat Agenda.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Kategorisierung von Entwicklungshemmnissen, die Nutzung von Baulücken als stadtplanerische Ressource und Möglichkeiten zur Förderung der Biodiversität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind umweltgerechte Entwicklung, Stadtregion, Flächennutzung, Biodiversität, Bodenversiegelung und nachhaltige Stadterneuerung.
Warum stellt die Bürgerbeteiligung laut der Arbeit ein besonderes Hemmnis dar?
Die Arbeit argumentiert, dass Bürger oft durch Fachjargon abgeschreckt werden und öffentliche Veranstaltungen häufig nicht den Austausch fördern, sondern eher als Selbstdarstellung von Experten dienen.
Welche Rolle spielt die Stadt Leipzig in der Argumentation der Autorin?
Leipzig wird als positives Fallbeispiel für einen vorbildlichen Umgang mit innerstädtischem Grün und die gelungene Renaturierung von Uferzonen wie bei der Aktion „Pleiße ans Licht“ angeführt.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der „Wilden Ecke“?
Die „Wilde Ecke“ wird als kostengünstige und ökologisch wertvolle Möglichkeit zur Nutzung von Baulücken bewertet, die aktiv zur Verbesserung des Mikroklimas beiträgt.
- Citation du texte
- Kirsten Koschemann (Auteur), 2004, Umweltgerechte Entwicklung von Stadtregionen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32689