Informationsgehalt von Analystenreports


Seminararbeit, 2004

34 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Analysten
2.1. Bedeutung und Aufgaben der Analysten und derer Berichte
2.2. Bewertung und Empfehlung

3. Informationseffizienz auf den Kapitalmärkten
3.1. Strenge Informationseffizienz
3.2. Halbstrenge Informationseffizienz
3.3. Schwache Informationseffizienz
3.4. Beurteilung der Informationseffizienz auf den Kapitalmärkten und mögliche Schlussfolgerungen

4. Prognoseleistung und Informationsgehalt von Analystenreports
4.1. Prognoseleistung von Analystenreports
4.2. Informationsgehalt von Analystenreports und unmittelbare Kursreaktionen
4.3. Performancemessung und Analystenrankings in der Praxis

5. Fazit

II. Literaturverzeichnis

III. Anhangverzeichnis

I. Tabellenverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Analystenreports sind bezüglich ihres Aussagegehalts in die Kritik gekommen. Das manager-magazin betitelte die Analysten sogar als „Die Zunft der Blindgänger“[1]. Einerseits richtet sich die Kritik an die Kurs- und Gewinnprognosen, welche oft so nicht erreicht werden, andererseits an die Informationen, die Analystenreports beinhalten.

Daher soll in dieser Arbeit erst mal erläutert werden, welche Funktionen die Analysten auf dem Kapitalmarkt haben, und welche Verfahren sie zur Analyse, Prognose und Empfehlung anwenden.

Im Folgenden wird die Frage nach dem Grad der Informationseffizienz gestellt, die am Kapitalmarkt vorherrscht, um zu klären, ob es durch technische oder fundamentale Analyse überhaupt möglich ist, qualifizierte Prognosen abzugeben bzw. dadurch Überrenditen zu generieren.

Da sich auf diese Frage kein abschließendes Urteil fällen lässt, wird im Folgenden betrachtet, inwieweit die von Analysten getroffenen Prognosen und Empfehlungen realisiert werden.

Der Informationsgehalt von Analystenreports lässt sich aber nicht nur auf Prognosefähigkeiten der Analysten beschränken, sondern auch aus ihrer Rolle als Informationsintermediär, der neue Informationen den Investoren bereitstellt. Hauptindiz für den Inhalt neuer Informationen sind Kursreaktionen, die durch die Veröffentlichung von Analystenreports bedingt sind. Diese Frage soll anhand zahlreicher empirischer Studien erörtert werden.

In der Praxis werden verschiedene Systeme zur Performancemessung und zur Erstellung von Analystenrankings angeboten. Die wichtigsten werden im Folgenden vorgestellt. Die Systeme werden einer kritischen Betrachtung unterzogen, insbesondere im Vergleich zu den vorher vorgestellten Ergebnissen der empirischen Studien.

2. Analysten

Analysten nehmen im Entscheidungsprozess der Investoren oft eine entscheidende Rolle ein, denn Analystenreports bilden oft die Grundlage für das Anlageverhalten der Investoren. Die Folge sind Kursreaktionen, die wiederum von Investoren und Analysten berücksichtigt werden.[2]

2.1. Bedeutung und Aufgaben der Analysten und derer Berichte

Analysten nehmen aufgrund öffentlich verfügbarer Informationen und berufsspezifischer Vorkenntnisse eine Beurteilung von Wertpapieren, Unternehmen, Derivaten, Märkten und Branchen in Stellungnahmen bzw. Analysen vor. Wobei im Weiteren der Arbeit der Schwerpunkt auf Analystenreports über Unternehmen gelegt wird. Diese Beurteilungen dienen Investoren, aber auch anderen Wertpapierdienstleistern, als Basis für deren Anlage- bzw. Investitionsentscheidungen.[3] Die Aufgaben der Analysten lassen sich grundsätzlich in drei wesentliche gedankliche Schritte unterteilen:[4]

- Informationsbeschaffung
- Informationsverarbeitung
- Informationsdistribution

Bei der Informationsbeschaffung stellen Geschäftsberichte die wichtigste Primärquelle dar, da diese einen recht objektiven Ausgangspunkt bieten. Zudem ist die Kommunikation mit dem Management, insbesondere mit den Investor-Relations-Abteilungen im Rahmen von Analystenkonferenzen, Pressemitteilungen und Mitteilungen der Unternehmen, die im Rahmen der Ad-hoc-Publizität verbreitet werden, wichtig. Sowie andere Unternehmenspublikationen, wie z.B. Zwischenberichte. Neben den Primärquellen nutzen Analysten auch Sekundärquellen wie die Presse und Prognosen anderer Analysten.[5]

Die zentrale Aufgabe besteht in der Informationsverarbeitung, respektive der Aufbereitung und Analyse der gesammelten Daten, mit dem Ziel, verlässliche Aussagen über die Veränderungen oder die Attraktivität von Unternehmen abzuleiten.[6]

Danach erfolgt die Informationsdistribution, die entweder hausintern, direkt an die Unternehmen, institutionelle Investoren oder einem breiten Anlegerkreis gerichtet ist.[7]

Analysten sorgen also sowohl für die Übermittlung bewertungsrelevanter Daten zwischen Unternehmen und Investoren, als auch für die Aufbereitung bzw. Transformation von Informationen. Analysten erbringen somit eine Intermediationsleistung und sind als Informationsintermediäre tätig.[8]

2.2. Bewertung und Empfehlung

Grundsätzlich stehen für die Bewertung von Unternehmen die gängigen Verfahren zur Verfügung, die sich nach Einzelwertverfahren und Gesamtwertverfahren differenzieren lassen

Das Einzelwertverfahren setzt nicht bei dem Unternehmen als Ganzes an, sondern bei dessen einzelnen Bestandteilen. das Gesamtwertverfahren steht aber im Vordergrund.[9]

In der Praxis basieren die von Analysten verwendeten Bewertungsverfahren zumeist auf zukünftigen erwarteten Gewinnen bzw. Überschüssen der Unternehmen.[10] Da Gewinne bzw. Überschüsse die wichtigsten Inputparameter für Analysten sind, ist die Erstellung von Gewinn- und Überschussprognosen eine wesentliche Tätigkeit von Analysten. Die Prognosen werden zumeist für 2-5 Jahre aufgestellt, gelegentlich auch länger.[11]

Aus den Ergebnissen der Bewertungsanalyse werden schließlich Anlagestrategien in Form von Kauf-, Halte- und Verkaufsempfehlungen abgeleitet.[12] Zu beachten sind unterschiedliche Empfehlungssystematiken, die von Analysten verwendet werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Empfehlungen:

- Absolute Empfehlungen
- Relative Empfehlungen

Die absolute Empfehlung basiert auf einer Prognose der Analysten über das absolute Marktpotential einer Aktie, unabhängig von der Entwicklung eines Indizes bzw. einer Benchmark. Die relative Empfehlung wird zu einer Vergleichsgröße gemessen.[13] Außerdem veröffentlichen Analysten zumeist noch eine Kursprognose für einen Zeitraum von 6 oder 12 Monaten und führen schriftliche Begründungen ihrer Ergebnisse durch.[14]

[...]


[1] manager-magazin

[2] Vgl. Kames S. 46

[3] Vgl. DVFA “DVFA-Standards für Researchberichte” S. 3

[4] Vgl. Hax S.12 ff

[5] Vgl. Hax S. 14-15

[6] Vgl. Achleitner S. 759

[7] Vgl. Achleitner S. 759

[8] Vgl. Michaelsen S. 70

[9] Vgl. Achleitner S. 772

[10] Vgl. Hax S. 17

[11] Vgl. Hax S. 19 und Kames S. 52

[12] z.B. in einer dreistufigen oder fünfstufigen Skala, wobei auch andere Skalierung existieren.

Vgl. DVFA “DVFA-Standards für Researchberichte” S. 11 und Focus Money

Eine fünfstufige Skalierung lässt sich zum Beispiel in Form Strong Buy, Buy, Hold, Sell,

Strong Sell darstellen. Vgl. Asquith/Mikhail/Au S. 1

[13] Vgl. Achleitner S. 774, Focus Money und Anhang 1

[14] Vgl. Kames S. 52 und Asquith/Mikhail/Au S. 9-12

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Informationsgehalt von Analystenreports
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Betriebsweirtschaftliches Seminar I)
Veranstaltung
Seminar: Aktuelle kapitalmarkttheoretische Kontroversen
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
34
Katalognummer
V32716
ISBN (eBook)
9783638333696
ISBN (Buch)
9783638651950
Dateigröße
709 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationsgehalt, Analystenreports, Seminar, Aktuelle, Kontroversen
Arbeit zitieren
Michael Rommel (Autor), 2004, Informationsgehalt von Analystenreports, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32716

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