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Die europäische 'Identität' im Entwurf des Verfassungskonventes - Europa der Nationen, 'GUS', Staatenbund, Staatenverbund, Bundesstaat

Title: Die europäische 'Identität' im Entwurf des Verfassungskonventes - Europa der Nationen, 'GUS', Staatenbund, Staatenverbund, Bundesstaat

Term Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Liecke (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Summary Excerpt Details

Wenn man den Begriff der Identität näher betrachtet, kommt man nicht umhin, sich mit einer
Vielzahl von Formen derselben auseinanderzusetzen. So werden in der Literatur unter
anderem folgende, für die Hausarbeit von Relevanz scheinende Identitätsbegriffe
differenziert:
- Kollektive Identität, sie ist von Relevanz in der politischen Wissenschaft und steht in
einem evolutionären Zusammenhang mit der personellen Form
- Nationale Identität, sie hat unmittelbare Bedeutung für die Europäische
- Mehrfachidentitäten, der Träger wechselt, insbesondere induziert durch die globale
Gesellschaft, die Identitätskreise gemäß seinem Willen.
Bei der Bearbeitung und wenn möglich, Operationalisierung der oben genannten Begriffe
lässt es sich nicht vermeiden, dass man zunächst den „festen Boden“ des Europarechts, bzw.
des Verfassungsentwurfs verlassen und sich mit philosophischen, soziologischen und
psychologischen Faktoren auseinandersetzen muss. Dabei wird u.a. die Frage diskutiert
inwieweit es funktionale Gründe gibt, dass der Verfassungsentwurf ein Wertesystem
festschreibt.
Auch das Konzept des Verfassungspatriotismus spielt hierbei eine prominente Rolle. Dieser
könnte als Verbindung zwischen dem Unionsbürger und der EU fungieren und somit
mangelndes Gemeinschaftsbewusstsein kompensieren.
Aufgabe dieses Teils der Hausarbeit ist es also den Anspruch, der durch den
Verfassungskonvent erarbeiteten Verfassung herauszufinden. Ob durch diese, eine wie auch
immer geartete gemeinsame Identität entstehen oder konsolidiert werden soll, oder ob die
europäische Verfassung lediglich als Ausdruck eines europäischen Bewusstseins, sozusagen
als kleinster gemeinsamer Nenner der Mitgliedsstaaten angesehen werden kann.
Der zweite Teil der Hausarbeit setzt sich mit der Verfassungsidentität der EU im Hinblick auf
die gewählte oder zu wählende Staatsform auseinander. Erörtert wird hier nach einer
Ermittlung der momentanen Form der EU, inwiefern die im Thema genannten Staatsformen,
welche sich nach einer Begriffsklärung auf zwei, nämlich Bundesstaat und Staatenbund
reduzieren lassen, passend oder opportun für eine europäische Gemeinschaft sind. Auch die
vom Bundesverfassungsgericht definierte Staatsform, der Staatenverbund, wird kurz erörtert.
In einem Fazit werden Schlüsse welche sich aus den vorigen Erörterungen ergeben
präsentiert.

Excerpt


Gliederung der Arbeit

Einleitung / Eingrenzung des Themas

A. Europäische Identität als Kategorie des Verfassungsentwurfes

I. Der Identitätsbegriff

a. Kollektive Identität

b. Nationale Identität

c. Mehrfachidentitäten

II. Das Europäische Identitätsbewusstsein

III. Verfassungspatriotismus

a. Theoretische Grundlagen

b. Anwendbarkeit auf eine europäische Verfassung

IV. Identitätsfundamente des Verfassungsentwurfs

a. Implementation gemeinsamer Werte

b. Unionsbürgerschaft

B. Die Identität hinsichtlich der Staatsform; Bundesstaat kontra Staatenbund

I. Bundesstaat

II. Staatenbund

III. Der Mittelweg; Staatenverbund

Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der europäischen Identität im Kontext des Entwurfs des Verfassungskonventes. Dabei wird analysiert, ob die Verfassung eine gemeinsame Identität stiften kann oder lediglich als Ausdruck des europäischen Bewusstseins fungiert, und wie sich die Staatsform der Europäischen Union zwischen den Modellen Bundesstaat, Staatenbund und Staatenverbund einordnen lässt.

  • Analyse des Identitätsbegriffs und seiner Relevanz für die EU
  • Untersuchung des Verfassungspatriotismus als Basis der europäischen Integration
  • Bewertung der Implementierung gemeinsamer Werte und der Unionsbürgerschaft
  • Diskussion der Staatsform der EU im Spannungsfeld zwischen Bundesstaat und Staatenbund
  • Analyse der Rolle des Subsidiaritätsprinzips

Auszug aus dem Buch

A.I.b. Nationale Identität

Nach Loth spielen bei der Bildung von Nationen drei Komponenten eine Rolle: ethnische Gemeinsamkeiten, gemeinsame kulturelle Traditionen und gemeinsame Erfahrungen. Deren jeweiliger Anteil kann sehr unterschiedlich sein, objektiv und in der Wahrnehmung des Einzelnen. Eine sprachliche Gemeinsamkeit gehört häufig zu den kulturellen Komponenten, sie ist aber weder unerlässlich noch in jedem Fall ausschlaggebend. Dagegen gehört zu jeder gemeinsamen Geschichte auch ein Wissen um diese Geschichte, ein historischer Mythos, der die gemeinsame Identität thematisiert. Im Zuge der Nationalstaatsbildung wurde der Begriff der Nation vielfach ideologisch aufgeladen. Die Nation galt jetzt als Willensgemeinschaft derjenigen, die sich einem gemeinsamen gesellschaftlichen Projekt verpflichteten und zugleich als Solidargemeinschaft, in der Rechte und Pflichten einander entsprachen.

„Eine Nation ist eine große Solidargemeinschaft, die durch das Gefühl für die Opfer gebildet wird, die erbracht wurden und die man noch zu erbringen bereit ist. Sie setzt eine Vergangenheit voraus und lässt sich dennoch in der Gegenwart durch ein greifbares Faktum zusammenfassen: die Zufriedenheit und den klar ausgedrückten Willen, das gemeinsame Leben fortzusetzen. Die Existenz einer Nation ist (man verzeihe mir diese Metapher) ein tägliches Plebiszit, wie die Existenz des Individuums eine ständige Bekräftigung des Lebens ist.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung / Eingrenzung des Themas: Hinführung zur Problematik des Identitätsbegriffs und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der europäischen Identität und Staatsform.

A. Europäische Identität als Kategorie des Verfassungsentwurfes: Analyse theoretischer Identitätskonzepte und deren Übertragbarkeit auf die europäische Ebene sowie Bewertung des Verfassungsentwurfs.

B. Die Identität hinsichtlich der Staatsform; Bundesstaat kontra Staatenbund: Erörterung der verfassungsrechtlichen Einordnung der EU im Spannungsfeld zwischen verschiedenen Staatsmodellen.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Integrationsrichtung der EU und der Rolle des Subsidiaritätsprinzips.

Schlüsselwörter

Europäische Identität, Verfassungskonvent, Verfassungspatriotismus, Unionsbürgerschaft, Bundesstaat, Staatenbund, Staatenverbund, Europarecht, Integrationsgemeinschaft, nationale Identität, Kollektive Identität, Subsidiaritätsprinzip, Politische Gemeinschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die europäische Identität im Kontext des Verfassungsentwurfs des Europäischen Konvents und untersucht die staatsrechtliche Natur der Europäischen Union.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich mit dem Identitätsbegriff, dem Verfassungspatriotismus, der Unionsbürgerschaft, den europäischen Grundwerten sowie der Einordnung der EU als Staatsform.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, den Anspruch des Verfassungsentwurfs zu identifizieren, ob dieser eine gemeinsame Identität stiften soll oder lediglich einen gemeinsamen Nenner der Mitgliedstaaten darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und rechtstheoretische Analyse, ergänzt durch die Auswertung statistischer Umfragedaten (Eurobarometer) und die Einordnung aktueller juristischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil behandelt einerseits die theoretischen Grundlagen von Identität und Patriotismus in der EU und analysiert andererseits die Verfassungsidentität der EU hinsichtlich ihrer Staatsform.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die europäische Identität, der Verfassungspatriotismus, die Abgrenzung von Bundesstaat und Staatenbund sowie das Konzept des Staatenverbundes.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Verfassungspatriotismus für die EU?

Der Autor stellt fest, dass der Verfassungspatriotismus durchaus überzeugend erscheint, um ein mangelndes europäisches Gemeinschaftsbewusstsein zu kompensieren, jedoch eine europäische Bürgergesellschaft und demokratische Legitimation voraussetzt.

Welche Rolle spielt das Bundesverfassungsgericht für die Bestimmung der Staatsform der EU?

Das Bundesverfassungsgericht hat die Europäische Union 1993 als „Staatenverbund“ charakterisiert, eine dritte Staatsform, die sowohl Elemente eines Bundesstaats als auch eines Staatenbundes umfasst.

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Details

Title
Die europäische 'Identität' im Entwurf des Verfassungskonventes - Europa der Nationen, 'GUS', Staatenbund, Staatenverbund, Bundesstaat
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
Michael Liecke (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V32797
ISBN (eBook)
9783638334211
Language
German
Tags
Identität Entwurf Verfassungskonventes Europa Nationen Staatenbund Staatenverbund Bundesstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Liecke (Author), 2004, Die europäische 'Identität' im Entwurf des Verfassungskonventes - Europa der Nationen, 'GUS', Staatenbund, Staatenverbund, Bundesstaat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32797
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