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Japans Sicherheitspolitik - Zwiespalt zwischen Schutzbedürfnis und Anti-Militarismus

Titre: Japans Sicherheitspolitik - Zwiespalt zwischen Schutzbedürfnis und Anti-Militarismus

Dossier / Travail , 2003 , 17 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Patrick Ehlers (Auteur)

Politique - Région: Extrême-Orient
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Résumé Extrait Résumé des informations

Japans Verteidigungs- oder Militärpolitik ist durch zwei Elemente geprägt: ein moralisch-entsagendes, das aus den traumatischen Erfahrungen insbesondere des Endes des 2. Weltkrieges herrührt, und ein ökonomisches, auf Autarkie ausgerichtetes. In ihrer weitgehenden Kompromisslosigkeit unterscheidet sich diese Sicherheitspolitik deutlich von anderen, auch der deutschen, die zwar aus gleichartigen Erfahrungen aufgebaut wurde, aber sowohl andere historische Wurzeln hat, als auch noch Spiegel der Blockbildung im Kalten Krieg ist.
Charakteristisch ist zudem für die japanische Politik, bezogen auf nahezu alle sachpolitischen Bereiche, eine extreme Konsensorientierung. Politische Entscheidungen werden stets so getroffen, dass wirtschaftlicher und sozialer Wohlstand und Ruhe, die absolut oberste Priorität besitzen, nicht gefährdet werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Opferbewusstsein – die öffentliche Meinung zur Sicherheitspolitik

2. Die Einbindung des militärischen Sektors in das politisch-institutionelle System

3. Die ökonomische Ausprägung des Sicherheitsbegriffs in Japan

4. Internationale Sicherheit

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Zwiespalt der japanischen Sicherheitspolitik zwischen einem tief verwurzelten Anti-Militarismus und der praktischen Notwendigkeit nationaler Sicherheitsvorkehrungen. Im Zentrum steht dabei die Analyse, wie ökonomische Interessen und pazifistische Verfassungsvorgaben die strategische Ausrichtung Japans prägen.

  • Der Einfluss der japanischen Verfassung (Artikel 9) auf die Verteidigungspolitik
  • Die zivile Kontrolle und Einbindung des militärischen Sektors
  • Die Priorisierung ökonomischer Stabilität gegenüber militärischen Kapazitäten
  • Die sicherheitspolitische Rolle Japans im internationalen Kontext

Auszug aus dem Buch

Die Einbindung des militärischen Sektors in das politisch-institutionelle System

Die gesellschaftlichen und politischen Grundbedingungen bestimmen heute auch die Einbettung des japanischen Militärs in die hiesige Politik und in das japanische politisch-institutionelle System. So ist das Militär in Japan umgeben von diversen Regierungs-Institutionen, die es den militärischen Führungskräften schwer machen, Einfluss auf die Sicherheitspolitik auszuüben. Dies war nicht immer so. Um 1936 spielte sich ein entscheidender Wandel innerhalb der japanischen Politik ab.

Die Ablehnung des Militärs spiegelt sich auch in der Haltung der heutigen japanischen Gesellschaft ihm gegenüber wider, die man mit dem Begriff der „passiven Toleranz“ umschreiben kann: Das Militär wird von der Gesellschaft akzeptiert, so lange es im administrativen Apparat nicht auffällig tätig oder mittätig wird. Des Weiteren wirkt auch die japanische Verfassung darauf hin, eine etwaige Dominanz der Militärs in der exekutiven Politik zu verhindern.

Das führt zu der Frage, wer denn Militärpolitik in Japan betreibt oder unterstützt, wenn es nicht die professionellen Militärs sind? Es sind hauptsächlich das Außen- und Finanzministerium, gleichrangig mit dem Verteidigungsministerium Japan Defense Agency (nachfolgend „JDA“ genannt) und dem Ministerium für Internationalen Handel und Industrie. Zusätzlich zum gewichtigen Mitspracherecht der fachfremden Ministerien haben jene Ministerien im JDA auch noch stets vier Posten für ihre jeweils eigenen Mitarbeiter reserviert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Opferbewusstsein – die öffentliche Meinung zur Sicherheitspolitik: Erläutert den durch die Verfassung geprägten Pazifismus und das Spannungsfeld zwischen dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung und der institutionellen Beschränkung militärischer Optionen.

2. Die Einbindung des militärischen Sektors in das politisch-institutionelle System: Analysiert die strukturelle Unterordnung des Militärs unter zivile Instanzen und die ressortübergreifende Kontrolle innerhalb der Japan Defense Agency.

3. Die ökonomische Ausprägung des Sicherheitsbegriffs in Japan: Zeigt auf, wie ökonomische Autarkie und technologische Fortschrittlichkeit als Kernaspekte der japanischen Sicherheitspolitik fungieren.

4. Internationale Sicherheit: Behandelt die zögerliche Haltung Japans gegenüber internationalen Militäreinsätzen sowie die Transformation der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mit den USA.

Fazit: Resümiert, dass Japan primär eine ökonomische Maximierungsstrategie verfolgt und ein konventionelles starkes Militär in der Gesellschaft auf Ablehnung stößt.

Schlüsselwörter

Sicherheitspolitik, Japan, Anti-Militarismus, Verfassung, Artikel 9, Selbstverteidigungskräfte, Ökonomische Sicherheit, Koizumi, USA, Pazifismus, Verteidigung, Institutionelle Kontrolle, Außenpolitik, Konsensorientierung, Nationale Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sicherheitspolitische Ausrichtung Japans nach dem Zweiten Weltkrieg und beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen dem verfassungsrechtlich verankerten Pazifismus und den sicherheitspolitischen Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das japanische Opferbewusstsein, die zivile Kontrolle des Militärs, die Verknüpfung von ökonomischer Stärke mit nationaler Sicherheit sowie die internationale Rolle der Self Defense Force (SDF).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum Japan Sicherheitspolitik vorwiegend durch ökonomische Prioritäten und nicht durch militärische Expansion definiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte, verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen und aktuelle politische Entscheidungsprozesse in Japan vergleichend betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der öffentlichen Meinung, der institutionellen Einbindung des Militärs in die zivile Bürokratie sowie der wirtschaftlichen Dimension von Sicherheit und internationaler Kooperation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Artikel 9, Ökonomische Sicherheit, passive Toleranz und das Verhältnis zu den USA charakterisieren.

Warum ist das Japan Defense Agency (JDA) organisatorisch so komplex aufgebaut?

Die komplexe Struktur dient dazu, eine militärische Dominanz zu verhindern, indem wichtige Positionen innerhalb des JDA mit Vertretern anderer Ministerien besetzt werden, um eine strikte zivile Kontrolle zu gewährleisten.

Welche Rolle spielt die wirtschaftliche Lage für die Sicherheitspolitik Japans?

Die wirtschaftliche Stabilität gilt als oberste Priorität; Japan investiert lieber in Technologie und Handelsbeziehungen, als den finanziellen und politischen Preis für den Aufbau eines eigenständigen, offensiven Militärs zu zahlen.

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Résumé des informations

Titre
Japans Sicherheitspolitik - Zwiespalt zwischen Schutzbedürfnis und Anti-Militarismus
Université
University of Potsdam
Note
1,3
Auteur
Patrick Ehlers (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
17
N° de catalogue
V32831
ISBN (ebook)
9783638334549
ISBN (Livre)
9783638748919
Langue
allemand
mots-clé
Japans Sicherheitspolitik Zwiespalt Schutzbedürfnis Anti-Militarismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Patrick Ehlers (Auteur), 2003, Japans Sicherheitspolitik - Zwiespalt zwischen Schutzbedürfnis und Anti-Militarismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32831
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Extrait de  17  pages
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