Das Fernsehen gehört heutzutage ebenso zum Alltag wie die tägliche Zeitung. Der
Mensch hat sich an die Flimmerkiste gewöhnt und es gibt fast keinen deutschen
Haushalt mehr ohne Fernseher. Seit der Amerikaner von ca. 50 Jahren als Befreier und Wiederaufbauer in unser Land
kam, haben sich Dankbarkeit und Faszination für den amerikanischen Lebensstil
miteinander vermischt. Das deutsche Fernsehen ist der Amerikanisierung ausgeliefert, da die amerikanischen
Strategien des Medienmarktes nirgendwo überboten werden können, besonders der
Filmexport boomt. Es gibt eine große Menge amerikanischer Produkte, Filme, Shows
etc. die überall auf der Welt erworben, angeschaut oder nachvollzogen werden können.
Die amerikanische Populärkultur hat die Welt erobert und es ist noch kein Ende in
Sicht. Wenn erst das digitale Fernsehen mit Hunderten Fernsehsendern und
Programmen installiert und verbreitet ist, wird die Amerikanisierung weiter und
weiterströmen, noch viel mehr Anhänger finden und nicht mehr aufzuhalten sein.
In unserer Hausarbeit wollen wir die Amerikanisierung und ihren Verlauf anhand der
Jugend- und Populärkultur in Deutschland erläutern und die Entwicklung der
Medienflut in den letzten Jahren aufzeigen. Des weiteren werden wir auf Vor- und
Nachteile der Amerikanisierung in beiden deutschen Staaten und in den USA eingehen
und abschließend die heutige Mediensituation darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Amerikanisierung?
3. Die gesellschaftspolitische und sozioökonomische Entwicklung der USA und der (beiden) deutschen Staat(en)
3.1 Das Kulturverständnis der USA
3.2 Das Kulturverständnis Deutschlands
3.3 Die Jugendkultur in der BRD
3.4 Die Jugendkultur in der DDR
3.5 Der Wandel der Jugendkultur ab 1970
4. Massenmedien, Massenkommunikation und Massenmanipulation?
4.1 Die Rolle des Fernsehens in den USA und in Deutschland
4.2 Kulturelle Aspekte des „Amerikanisierungsprozesses“
4.2.1 Ökonomische Ziele der USA
4.2.2 Ökonomische Ziele Deutschlands
5. Der Einfluss der „Europäisierung“ auf Deutschland
5.1 Ein Einblick in die EG- Fernsehrichtlinie von 1989
5.3 Europäisierung oder Amerikanisierung?
5.4 Wer hat die Macht über die Medien?
6. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Amerikanisierung in Deutschland, wobei der Fokus insbesondere auf der Entwicklung der Jugendkultur sowie der Mediensituation in den beiden deutschen Staaten und den USA liegt. Ziel ist es, die wechselseitigen kulturellen Einflüsse sowie die Rolle der Massenmedien bei der Verbreitung amerikanischer Lebensstile zu analysieren.
- Amerikanisierung als kultureller Transfer und dessen gesellschaftspolitische Auswirkungen
- Vergleichende Analyse der Jugendkultur in der BRD und der DDR
- Einfluss der Massenmedien, insbesondere des Fernsehens, auf die Gesellschaft
- Gegenüberstellung von Amerikanisierung und Europäisierung im Mediensektor
Auszug aus dem Buch
3.3 Die Jugendkultur in der BRD
Sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR war die amerikanische Populärkultur in den 50er Jahren heftig umstritten. Gerade von Wissenschaftlern, Erziehern und Politikern wurde der vermeintlich negative Einfluss der amerikanischen Kultur auf Jugendliche diskutiert. Die politischen Auswirkungen wurden in den Vordergrund gestellt und versucht, ihnen entgegenzuwirken. Der Jazz oder die Rock ´n Roll- Tänze nach dem Aufstieg von Elvis Presley wurden von vielen Kulturkritikern als bedrohlich angesehen und galten als unvereinbar mit dem Christentum. Erwachsene standen ihrem Nachwuchs sehr unsicher gegenüber, da die Jugend mit hohen Erwartungen konfrontiert wurde und man einfach Angst hatte, sie könnte auf die schiefe Bahn geraten. Die gesamte Gesellschaft wurde durch die Einflüsse der amerikanischen Populärkultur angestoßen und unterstützt und breitete sich rasend aus. Die neue Jugendkultur veränderte soziale Hierarchien, was man mit Hilfe von drei wesentlichen Linien nachvollziehen kann: Die Position der Jungen gegenüber den Alten verbesserte sich, auch die der Frauen gegenüber den Männern und schließlich auch die der unteren Schichten gegenüber dem gebildeten Mittelstand und der politischen Klasse. So setzte sich in der zweiten Hälfte der 50er Jahre eine liberalere und akzeptable Haltung gegenüber der neuen Stilrichtungen durch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Alltäglichkeit des Fernsehens und Zielsetzung der Arbeit, die Amerikanisierung anhand der Jugend- und Populärkultur zu untersuchen.
2. Was ist Amerikanisierung?: Erläuterung des Begriffs Amerikanisierung als komplexen Kulturtransfer und wachsenden Einfluss US-amerikanischer Kulturgüter.
3. Die gesellschaftspolitische und sozioökonomische Entwicklung der USA und der (beiden) deutschen Staat(en): Analyse der kulturellen Unterschiede zwischen USA und Deutschland sowie die Rolle des Bildungsbürgertums.
3.1 Das Kulturverständnis der USA: Darstellung der USA als Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen und Entwicklung einer globalen Populärkultur.
3.2 Das Kulturverständnis Deutschlands: Untersuchung der starken Prägung durch das Bildungsbürgertum und staatlich geförderte Einrichtungen.
3.3 Die Jugendkultur in der BRD: Analyse der Kontroversen um die amerikanische Populärkultur und deren Wandel in den 50er und 60er Jahren.
3.4 Die Jugendkultur in der DDR: Beschreibung des Spannungsfeldes zwischen staatlicher Unterdrückung westlicher Einflüsse und dem Wunsch der Jugend nach westlicher Kultur.
3.5 Der Wandel der Jugendkultur ab 1970: Aufzeigen der Integration jugendlicher Protestbewegungen in die Erwachsenen-Lebensstile und die Rolle der Medien.
4. Massenmedien, Massenkommunikation und Massenmanipulation?: Diskussion über die Rolle der Medien als Instrument für gesellschaftliche Bedürfnisse und Manipulationsgefahr.
4.1 Die Rolle des Fernsehens in den USA und in Deutschland: Vergleich der unterschiedlichen Entwicklungswege und der marktwirtschaftlichen Ausrichtung.
4.2 Kulturelle Aspekte des „Amerikanisierungsprozesses“: Analyse der Auswirkungen amerikanischer Filmprodukte auf das deutsche Programm.
4.2.1 Ökonomische Ziele der USA: Untersuchung der gewinnorientierten Strategien beim Medienexport.
4.2.2 Ökonomische Ziele Deutschlands: Analyse der Herausforderungen durch den Konkurrenzkampf zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.
5. Der Einfluss der „Europäisierung“ auf Deutschland: Diskussion über Gegenmaßnahmen zur Amerikanisierung durch europäische Richtlinien.
5.1 Ein Einblick in die EG- Fernsehrichtlinie von 1989: Erläuterung der Ziele zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Fernsehmarktes.
5.3 Europäisierung oder Amerikanisierung?: Kritische Auseinandersetzung, ob Europäisierung lediglich das Gegenteil von Amerikanisierung darstellt.
5.4 Wer hat die Macht über die Medien?: Analyse der Rolle transnationaler Medienkonzerne im globalen Geschäft.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Dominanz amerikanischer Inhalte und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Amerikanisierung, Populärkultur, Jugendkultur, Massenmedien, Fernsehen, Deutschland, USA, BRD, DDR, Kulturtransfer, Medienpolitik, Europäisierung, Medienkonzerne, Globalisierung, Kulturimperialismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Amerikanisierung in Deutschland und untersucht, wie US-amerikanische kulturelle Werte und Medieninhalte seit der Nachkriegszeit Einfluss auf die deutsche Gesellschaft, insbesondere auf die Jugend- und Populärkultur, genommen haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der sozioökonomische Vergleich zwischen den USA und den beiden deutschen Staaten, die Geschichte der Jugendkultur, die Rolle der Massenmedien sowie die Versuche Europas, durch Richtlinien eine eigenständige mediale Identität zu bewahren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Verlauf des Amerikanisierungsprozesses aufzuzeigen, die Vor- und Nachteile dieses Einflusses zu beleuchten und die heutige Mediensituation unter dem Einfluss globaler Medienkonzerne darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung der gesellschaftlichen und medienpolitischen Entwicklungen, unter Einbeziehung relevanter sozialwissenschaftlicher Theorien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das unterschiedliche Kulturverständnis von USA und Deutschland, die spezifische Entwicklung der Jugendkultur in BRD und DDR, die ökonomischen Ziele der Medienbranche und das Konzept der „Europäisierung“ als Gegenpol zur Amerikanisierung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Amerikanisierung, Populärkultur, Jugendkultur, Medienpolitik, Globalisierung und Kulturtransfer.
Wie unterschied sich der Umgang mit westlicher Populärkultur in der BRD und der DDR?
Während in der BRD eine allmähliche Integration und Akzeptanz der Populärkultur stattfand, war die DDR-Führung bestrebt, die Jugendkultur durch Verbote, ideologische Schulungen und Abgrenzungsversuche zu kontrollieren und vor westlichen Einflüssen zu schützen.
Welche Rolle spielen transnationale Konzerne heute?
Transnationale Medienkonzerne dominieren heute das globale Mediengeschäft. Da sie primär nach ökonomischen Kriterien agieren, tragen sie wesentlich zur kulturellen Standardisierung bei, unabhängig von nationalen Grenzen.
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- Diane Schmidt (Author), Heiko Wulschner (Author), 2003, Amerikanisierung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32838