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J. W. von Goethe: Wahlverwandtschaften - Ikonographischer vs. sozialgeschichtlicher Interpretationsansatz

Title: J. W. von Goethe: Wahlverwandtschaften - Ikonographischer vs. sozialgeschichtlicher Interpretationsansatz

Term Paper , 2000 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Marga Marczyk (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Ursprünglich plante Goethe den Roman „Die Wahlverwandtschaften“1 nicht als eigenständiges Werk. „Die Wahlverwandtschaften“ sollten lediglich als Novelle in „Wilhelm Meisters Wanderjahren“ vorkommen. Doch die Novelle gewann dermaßen an Ausmaß, dass Goethe sich schließlich entschloss, sie als einen von „Wilhelm Meisters Wanderjahren“ unabhängigen Roman zu gestalten. „Die Wahlverwandtschaften“ erschienen nach mindestens über einjähriger Arbeit (der erste Beleg datiert auf den 1. 5. 1808) im Herbst des Jahres 1809. Tatsächlich erweist sich der Roman als so gehaltvoll und so vielschichtig, dass es kaum vorstellbar ist, dass seine Grundgedanken im Ursprung nur ein untergeordneter Teil eines anderen Werkes werden sollten.

Schon die Überschrift verweist auf einen naturwissenschaftlichen Kontext, in den der Roman eingebunden werden sollte. Das Hauptaugenmerk des Romans richtet sich auf das Leben der vier Protagonisten Eduard, Charlotte, Ottilie und Hauptmann und weist dem Roman die Funktion sowohl eines psychologischen Romans als auch eines Gesellschaftsromans zu, da alle Figuren in einem gesellschaftlichen Kontext agieren. Dies sind einige wenige, doch sehr verschiedene Aspekte des Romans, die nur beispielhaft seine Vielschichtigkeit darstellen sollen.

Ein so vielschichtiges Werk aber erfordert ebenso viele Methoden zu seiner Erschließung, denn mit einer Methode alleine ist es unmöglich, sein Bedeutungsspektrum auch nur annähernd zu erfassen. Im Folgenden werden zwei der zahlreichen Vorgehensweisen – eine ikonographische und eine sozialgeschichtliche – zur Erschließung des Romans vorgestellt und miteinander verglichen. Der Vergleich soll die Methoden darauf hin untersuchen, ob und inwiefern sie der Vielschichtigkeit des Romans gerecht werden. Dabei wird natürlich nicht außer Acht gelassen, dass keine Methode imstande ist, alle Ebenen des Romans zu eröffnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. „DIE WAHLVERWANDTSCHAFTEN“ – EIN VIELSCHICHTIGES WERK

2. DARSTELLUNG VON ZWEI DER ZAHLREICHEN METHODEN

2.1 Buschendorfs ikonographischer Ansatz

2.2 Vagets sozialgeschichtlicher Ansatz

3. ANWENDUNG DER VORGESTELLTEN METHODEN AUF ZWEI DER ROMANFIGUREN

3.1 Charlotte

3.2 Mittler

4. BUSCHENDORF VS. VAGET – VOR- UND NACHTEILE DER BEIDEN METHODEN

4.1 Esoterische vs. exoterische Auffassung der „Wahlverwandtschaften“

4.2 Formaler vs. inhaltlicher Zugang zu den „Wahlverwandtschaften“

5. KONKLUSION

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der methodischen Vielfalt der Literaturwissenschaft auseinander, indem sie anhand von Johann Wolfgang von Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ zwei unterschiedliche Interpretationsansätze – den ikonographischen Ansatz von Buschendorf und den sozialgeschichtlichen Ansatz von Vaget – gegenüberstellt, um deren Eignung zur Erfassung der Vielschichtigkeit des Werkes zu prüfen.

  • Vergleich zwischen ikonographischer und sozialgeschichtlicher Methode
  • Analyse der Romanfiguren Charlotte und Mittler unter den gewählten Ansätzen
  • Diskussion über formale versus inhaltliche Zugänge zum Text
  • Bewertung der esoterischen versus exoterischen Auffassung des Romans
  • Kritische Reflexion über die Grenzen und Potenziale literaturwissenschaftlicher Interpretationen

Auszug aus dem Buch

Formaler vs. inhaltlicher Zugang zu den „Wahlverwandtschaften“

Ein weiterer Aspekt, unter dem die beiden Methoden miteinander verglichen werden können, ist die Art des Zugangs, den sich die beiden Autoren zum Verständnis des Romans verschaffen. Während Buschendorf hier den formalen Zugang wählt, zeigt sich in Vagets Aufsatz eine inhaltliche Herangehensweise an den Roman.

Wie schon dargestellt, bemüht sich Buschendorf in seiner Interpretation um eine Übertragung von kunstwissenschaftlichen Erkenntnissen auf die „Wahlverwandtschaften“. Um diese Übertragung vornehmen zu können, zeigt er in seinem ersten Absatz des zweiten Kapitels „Ideale Landschaft“ (B, S. 66 ff.), inwiefern sich Kriterien einer „idealen Landschaft“ aus der Kunstwissenschaft in den „Wahlverwandtschaften“ sprachlich verwirklicht finden. So führt er aus, wie Goethe den kunstwissenschaftlichen Kriterien „Fernsicht“ (B, S. 71), „Vereinheitlichung des Raumes“ (B, S. 72) sowie „Eindruck der Unendlichkeit“ (B, S. 72) auf literarische Weise gerecht wird. Leider gelingt ihm das nicht immer überzeugend: Wenn er z.B. die Verwirklichung der „Vereinheitlichung des Raumes“ schon allein darin sieht, dass in der ersten Landschaftsbeschreibung von der „schönsten Stunde eines Aprilnachmittags“ (S. 3 und B, S. 72) gesprochen wird und die Deutung dieser Beschreibung als Realisierung des kunstwissenschaftlichen Kriterium „Vereinheitlichung des Raumes“ mit einem Brief Goethes aus Rom legitimiert (vgl. B, S. 72), dann ist dies keine Beschreibung der formalen Gestaltung der „Vereinheitlichung des Raumes“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „DIE WAHLVERWANDTSCHAFTEN“ – EIN VIELSCHICHTIGES WERK: Dieses Kapitel führt in die Entstehungsgeschichte des Romans ein und verdeutlicht die Notwendigkeit einer methodisch vielfältigen Herangehensweise, um dem komplexen Bedeutungsspektrum des Werkes gerecht zu werden.

2. DARSTELLUNG VON ZWEI DER ZAHLREICHEN METHODEN: Hier werden der ikonographische Ansatz von Buschendorf und der sozialgeschichtliche Ansatz von Vaget detailliert erläutert und ihre theoretischen Grundlagen im Kontext der Literaturinterpretation dargelegt.

3. ANWENDUNG DER VORGESTELLTEN METHODEN AUF ZWEI DER ROMANFIGUREN: Die Methoden werden konkret auf die Figuren Charlotte und Mittler angewandt, um zu zeigen, wie unterschiedlich die Ansätze die Charaktere und deren Funktionen im Roman bewerten.

4. BUSCHENDORF VS. VAGET – VOR- UND NACHTEILE DER BEIDEN METHODEN: Dieses Kapitel vergleicht die Methoden kritisch unter den Aspekten der esoterischen gegenüber der exoterischen Auffassung sowie des formalen gegenüber dem inhaltlichen Zugang.

5. KONKLUSION: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass keine der beiden Methoden allein alle Ebenen des Romans erschließen kann und eine Abwägung der Vor- und Nachteile für eine fundierte Interpretation unerlässlich ist.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang von Goethe, Die Wahlverwandtschaften, Ikonographie, Sozialgeschichte, Buschendorf, Vaget, Interpretation, Literaturwissenschaft, Arkadien, Romanfiguren, Methodik, Adel, Gesellschaftsroman, Symbolstruktur, Literaturkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie zwei unterschiedliche literaturwissenschaftliche Interpretationsansätze – die ikonographische Analyse und die sozialgeschichtliche Analyse – auf Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ angewendet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die methodische Erschließung komplexer literarischer Texte, der Vergleich von formalen und inhaltlichen Interpretationsweisen sowie die Frage nach der Vielschichtigkeit des Romans selbst.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Stärken und Schwächen der Methoden von Buschendorf und Vaget aufzuzeigen und zu evaluieren, inwieweit diese Ansätze dazu beitragen, die Vielschichtigkeit des Romans zu erfassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Literaturanalyse, bei der zwei existierende Forschungsansätze hinsichtlich ihrer methodischen Vorgehensweise und ihrer interpretatorischen Ergebnisse gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der beiden Ansätze, deren Anwendung auf die Romanfiguren Charlotte und Mittler sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Auffassung des Werkes als esoterisch oder exoterisch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Ikonographie, Sozialgeschichte, methodischer Vergleich, Vielschichtigkeit, Goethes Wahlverwandtschaften und Literaturinterpretation.

Wie bewertet die Autorin Buschendorfs ikonographischen Ansatz?

Die Autorin erkennt zwar die detaillierte Ausleuchtung einzelner Aspekte an, kritisiert jedoch, dass Buschendorf die formale Veränderung übernommener Motive vernachlässigt und die Analyse für den Leser aufgrund des ständigen Wechsels zwischen Kunstwissenschaft und Literatur schwer nachvollziehbar bleibt.

Warum übt die Autorin Kritik an Vagets sozialgeschichtlichem Ansatz?

Die Autorin kritisiert, dass Vaget den Roman rein inhaltlich betrachtet und die künstlerische, formale Gestaltung ignoriert, was ihrer Ansicht nach einer Geringschätzung des literarischen Charakters des Werkes gleichkommt.

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Details

Title
J. W. von Goethe: Wahlverwandtschaften - Ikonographischer vs. sozialgeschichtlicher Interpretationsansatz
College
RWTH Aachen University
Grade
1,7
Author
M.A. Marga Marczyk (Author)
Publication Year
2000
Pages
24
Catalog Number
V32999
ISBN (eBook)
9783638335799
Language
German
Tags
Goethe Wahlverwandtschaften Ikonographischer Interpretationsansatz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Marga Marczyk (Author), 2000, J. W. von Goethe: Wahlverwandtschaften - Ikonographischer vs. sozialgeschichtlicher Interpretationsansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32999
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