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Die Entstehung der betrieblichen Mitbestimmung

Title: Die Entstehung der betrieblichen Mitbestimmung

Seminar Paper , 2004 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kai Eickhof (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Im Rahmen die ser Hausarbeit zum Oberthema „Arbeit als sozio-ökonomisches Phänomen“ geht es darum, welche Erklärungen es für die Entstehung der deutschen Mitbestimmung und des BetrVG im geschichtlichen Verlauf der personalwirtschaftlichen Diskussion gibt und welche ökonomischen Folgen, insbesondere aus der heutigen Sicht der NIÖ, anzunehmen sind. Im fünften Kapitel wird eine Antwort auf die Frage gesucht, ob die Mitbestimmung wohlfahrtsfördernd und produktivitätssteigernd wirkt, oder nicht. An dieser Stelle zeigt sich sehr schön der vermeintliche Widerspruch zw ischen Humanisierung der Arbeit auf der einen Seite und den eventuellen effizienz- und produktivitätssteigernden Folgen der Mitbestimmung auf der anderen Seite, der dieses Thema unter dem Stichwort des sozio-ökonomischen Phänomens so interessant macht. Im zweiten Kapitel geht es zunächst darum, einen kurzen Überblick bzw. eine B eschreibung der wirtschaftlichen Situation in den Jahren nach Kriegsende zu liefern. Aufbauend auf die erheblichen Veränderungen der wirtschaftlichen Situation durch das Wirtschaftswunder der fünfziger Jahre folgte ein Wandel der Denkweisen im Arbeitnehmer-Arbeitgeber Verhältnis, ein Wandel im Konsumverhalten und der Mentalität der Arbeitnehmer der schließlich in einer heftigen Diskussion über die Arbeitsbedingungen, der sogenannten Humanisierungsbewegung, mündete. Die Grundlagen der Humanisierungsbewegung in den siebziger Jahren wird im 3. Kapitel kurz erläutert, bevor eines der damaligen Humanisierungsinstrumente, die gesetzliche Mitbestimmung, herausgegriffen und im 4. Kapitel einer tieferen Analyse unterzogen wird. Hier liegt der Fokus besonders auf dem Betriebsverfassungsgesetz und dessen Ausführungsorgane, speziell dem Betriebsrat und dessen Aufteilung, Inhalt und Kritik. Nachdem verschiedene theoretische Modelle als Ansatzpunkte einer Analyse der gesetzlichen Mitbestimmung genannt werden, folgt im 5. Kapitel die Analyse der gesetzlichen Mitbestimmung anhand der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ). Im Verlauf dieses Kapitels wird mit Hilfe der Transaktionskosten-, Verfügungsrechts-, und Agententheoorie analysiert, ob die gesetzliche Mitbestimmung im Sinne der NIÖ effizienter als die Marktlösung ist, oder ob sie die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Unterne hmen beeinträchtigt. Abschließend werden in der Schlussbetrachtung die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die wirtschaftliche Entwicklung nach 1945

3 Die Humanisierung der Arbeit

4 Die gesetzliche Mitbestimmung

4.1 Die Mitbestimmung

4.2 Das Betriebsverfassungsgesetz

4.3 Kritische Würdigung

4.4 Alternative Analysemöglichkeiten

5 Kritische ökonomische Analyse der Folgen der betrieblichen Mitbestimmung

5.1 Grundlagen der Neuen Institutionenökonomik

5.2 Sichtweise der Verfügungsrechtstheorie

5.3 Sicherung von betriebsspezifischem Humankapital

5.4 Informationsasymmetrien

5.5 Ergänzende Sichtweisen

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung der deutschen betrieblichen Mitbestimmung und des Betriebsverfassungsgesetzes im Kontext der historischen Humanisierungsbewegung sowie deren ökonomische Auswirkungen aus der Perspektive der Neuen Institutionenökonomik.

  • Historische Genese der betrieblichen Mitbestimmung in der Bundesrepublik
  • Analyse des Betriebsverfassungsgesetzes und seiner Ausführungsorgane
  • Kritische ökonomische Bewertung der Mitbestimmungsfolgen (NIÖ)
  • Transaktionskosten-, Verfügungsrechts- und Agententheorie im Arbeitskontext
  • Interessenkonflikte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern

Auszug aus dem Buch

5.4 Informationsasymmetrien

In einer Wirtschaft, die durch asymmetrische Informationsverteilung zwischen Prinzipal und Agenten bzw. Arbeitgeber und Arbeitnehmer gekennzeichnet ist, wird der Markt im Hinblick auf ein freiwilliges Mitbestimmungsrecht systematisch versagen, denn asymmetrisch verteilte Informationen können, wie Akerlof 1970 nachgewiesen hat, die Funktionalität des Marktmechanismus intensiv beeinträchtigen. Die Argumentation beruht auf der Annahme einer vorvertraglichen asymmetrischen Informationsverteilung zwischen dem Arbeitgeber und den Arbeitnehmern. Wenn die Unternehmensleitung ex ante nicht in genügendem Maße die Performance eines potentiellen Arbeitnehmers bewerten kann bzw. der Arbeitnehmer bessere Informationen über die eigene Qualifikation besitzt, bestehe die Gefahr, dass durch freiwillige justitiable Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte gerade die weniger produktiven bzw. weniger motivierten Arbeitnehmer angelockt werden.

Die freiwillige Errichtung eines Betriebsrates durch den Arbeitgeber wird also mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass in den derartige Leistungen investierenden Unternehmen der Anteil der weniger motivierten Arbeitnehmer stark anwachsen wird, weil diese in einem höheren Maße von den Folgen der Mitbestimmung, z.B. durch verbesserten Kündigungsschutz, profitieren und sich deshalb in freiwillig mitbestimmten Unternehmen ansammeln. Die schlechtere Qualität drängt praktisch die bessere Qualität vom Markt. Eine solche Konzentration unproduktiver Arbeitnehmer in einem Unternehmen ist unvereinbar mit unternehmerischen Zielen. Aufgrund der drohenden Adverse Selection ist anzunehmen, dass kein Unternehmen freiwillig den ersten Schritt zur Mitbestimmung wagt. Dementsprechend ist nach Frick „dieses Problem (...) nur dadurch auszuräumen, dass alle Unternehmen per Gesetz auf dieselben Mitbestimmungsregelungen verpflichtet werden, weil dies zur Gleichverteilung von besonders leistungsbereiten und weniger motivierten Arbeitskräften führt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas, der Forschungsfrage und der methodischen Vorgehensweise anhand der Neuen Institutionenökonomik.

2 Die wirtschaftliche Entwicklung nach 1945: Skizze der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Humanisierungsbewegung der siebziger Jahre.

3 Die Humanisierung der Arbeit: Erläuterung der Ursprünge und Hintergründe der Humanisierung der Arbeitswelt in Deutschland.

4 Die gesetzliche Mitbestimmung: Detailanalyse der rechtlichen Grundlagen der Mitbestimmung und der Organe des Betriebsverfassungsgesetzes.

5 Kritische ökonomische Analyse der Folgen der betrieblichen Mitbestimmung: Ökonomische Untersuchung der Mitbestimmung mittels zentraler Theorien der Neuen Institutionenökonomik.

6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Diskussion der theoretischen Erkenntnisse.

Schlüsselwörter

Mitbestimmung, Betriebsverfassungsgesetz, Humanisierung der Arbeit, Neue Institutionenökonomik, Verfügungsrechtstheorie, Transaktionskosten, Agententheorie, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, ökonomische Analyse, Unternehmenskultur, Humankapital, Informationsasymmetrie, Adverse Selection, Produktivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem sozio-ökonomischen Phänomen der Arbeit und analysiert die Entstehung sowie die ökonomischen Folgen der betrieblichen Mitbestimmung in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Arbeitsbedingungen, die Humanisierung der Arbeit, das Betriebsverfassungsgesetz und die ökonomische Bewertung von Mitbestimmungsrechten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, wie die Mitbestimmung entstanden ist und ob sie aus Sicht der Neuen Institutionenökonomik eher wohlfahrtsfördernd oder effizienzmindernd wirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Analyse erfolgt primär auf theoretischer Basis unter Anwendung der Konzepte der Neuen Institutionenökonomik, insbesondere der Transaktionskosten-, Verfügungsrechts- und Agententheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und eine institutionenökonomische Analyse der Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitnehmer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mitbestimmung, Humanisierung, NIÖ, Betriebsverfassungsgesetz, Humankapital und Informationsasymmetrie.

Welche Rolle spielt die Verfügungsrechtstheorie bei der Bewertung der Mitbestimmung?

Sie betrachtet Mitbestimmungsrechte kritisch als eine „Verdünnung“ der Eigentumsrechte, die Handlungsspielräume der Unternehmensleitung einschränken und somit zu Effizienzverlusten führen kann.

Wie trägt das Konzept der „Voice“-Funktion zur Bewertung bei?

Die „Voice“-Funktion (Artikulation von Unzufriedenheit) wird als Mechanismus gesehen, der die Fluktuation senkt, den Informationsfluss verbessert und somit negative ökonomische Wirkungen kompensieren kann.

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Details

Title
Die Entstehung der betrieblichen Mitbestimmung
College
University of Hamburg  (Personalwirtschaftslehre)
Course
Personalwirtschaftliches Aufbauseminar Arbeit als sozio-ökonomisches Phänomen
Grade
1,3
Author
Kai Eickhof (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V33048
ISBN (eBook)
9783638336222
Language
German
Tags
Entstehung Mitbestimmung Personalwirtschaftliches Aufbauseminar Arbeit Phänomen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kai Eickhof (Author), 2004, Die Entstehung der betrieblichen Mitbestimmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33048
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