[...] Die vorliegende Hausarbeit will ein Blick hinter die Gesichter der EUAußenvertretung werfen und die Ursachen für die Vielköpfigkeit der externen Repräsentation der Europäischen Union untersuchen. Hierfür werden die am außenpolitischen Politikprozess beteiligten Strukturen betrachtet, ihre Entwicklung, Funktionsweisen und Interaktionen sowie die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die weltpolitische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union. Bei der Untersuchung wird die Mehrdimensionalität der EU-Außenbeziehungen berücksichtigt und sowohl das außenpolitische Handeln der Europäischen Gemeinschaft als auch der Tätigkeitsbereich der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik geprüft. Dementsprechend gliedert sich die Hausarbeit in vier Teilen: der erste Teil beschäftigt sich mit den außenpolitischen Kompetenzen der Europäischen Gemeinschaft und deren Auswirkungen auf die Außendarstellung der EU. Im zweiten Teil wird die GASP analysiert und die Gründe für die Vielstimmigkeit der EU innerhalb dieser Säule herausgestellt. Der dritte Teil betrachtet die Auswirkungen der geteilten Struktur der EU auf die Formulierung und Umsetzung der (im weiten Sinn verstandenen) Außenpolitik sowie auf die Wahrnehmung der EU durch ihre Dialogpartner. Im vierten Teil wird, im Lichte des Verfassungsvertrags für die Europäische Union und den darin enthaltenen Reformmaßnahmen bezüglich der Außenpolitik, ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Außenbeziehungen der EG in der ersten EU- Säule
3 Die GASP, zweite Säule der europäischen Außenpolitik
4 Die Außenbeziehungen der Europäischen Union zwischen Kommission und GASP
5 Resümee und Ausblick im Lichte des Verfassungsvertrags für Europa
6 Literaturverzeichnis:
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die Vielköpfigkeit der externen Repräsentation der Europäischen Union und analysiert deren Auswirkungen auf die weltpolitische Handlungsfähigkeit der Union.
- Strukturelle Analyse der außenpolitischen Prozesse der EU
- Differenzierung zwischen der ersten Säule (EG) und der zweiten Säule (GASP)
- Untersuchung der institutionellen Kohärenzprobleme und Akteursfähigkeit
- Bewertung von Reformansätzen durch den Verfassungsvertrag für Europa
Auszug aus dem Buch
Die GASP, zweite Säule der europäischen Außenpolitik
Wer repräsentiert die EU nach außen? Die Antwort auf diese für Drittstaaten höchst relevante Frage kann je nach Sachbereich unterschiedlich ausfallen: die rotierende Ratspräsidentschaft, die Troika, der Hohe Beauftragte für die GASP, dieser zusammen mit dem Präsident der Kommission oder die Sonderbeauftragten der EU. Sie alle sind Vertreter der Europäischen Union in den internationalen Beziehungen.
Bei einer vermeintlich “gemeinsamen” Politik stellt sich dementsprechend die Frage, wie es zu so einer “baroque plurality of spokesperson” kommen kann, und noch wichtiger, ob sie alle mit einer Stimme sprechen oder ob die Vielfalt der Gesichter auch eine Vielfalt an Stimmen bedeutet.
Das vielseitige außenpolitische Profil der GASP widerspiegelt den in der Konstruktion der GASP enthaltenen Widerspruch: Die gemeinsame Außenpolitik der EU repräsentiert nämlich den Wunsch der EU-Mitgliedstaaten, durch Politikkoordination und gemeinsame Aktionen eine weltpolitisch wichtigere Rolle, beim gleichzeitigem Beibehalten der Außenpolitik in der nationalstaatlichen Kompetenz, spielen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Problematik der schwachen und vielstimmigen Außenvertretung der EU und skizziert das Ziel der Arbeit, die Ursachen hierfür zu untersuchen.
2 Die Außenbeziehungen der EG in der ersten EU- Säule: Dieses Kapitel erläutert die Rolle der Kommission als außenwirtschaftlicher Akteur und analysiert die Auswirkungen des gemischten Handelns auf die Kohärenz.
3 Die GASP, zweite Säule der europäischen Außenpolitik: Der Fokus liegt auf der intergouvernementalen Struktur der GASP, ihren historischen Wurzeln in der EPZ und den damit verbundenen institutionellen Defiziten.
4 Die Außenbeziehungen der Europäischen Union zwischen Kommission und GASP: Dieses Kapitel untersucht das Kohärenzproblem zwischen den verschiedenen Säulen und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die internationale Handlungsfähigkeit.
5 Resümee und Ausblick im Lichte des Verfassungsvertrags für Europa: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die potenziellen Auswirkungen der Reformvorschläge aus dem Verfassungsentwurf auf die EU-Außenpolitik bewertet.
6 Literaturverzeichnis:: Auflistung der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Europäische Union, GASP, Europäische Gemeinschaft, Außenpolitik, Externe Repräsentation, Supranationalismus, Intergouvernementalismus, Säulenstruktur, Kohärenz, Institutionelle Reform, Verfassungsvertrag, Handlungsfähigkeit, Kommission, Ratspräsidentschaft, Außenminister.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die institutionelle Struktur der Außenbeziehungen der EU und die Gründe für deren fragmentiertes Auftreten auf der internationalen Bühne.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Arbeitsteilung zwischen der EG und der GASP, das Problem der vielstimmigen Außenvertretung sowie die Wirksamkeit der EU als internationaler Akteur.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die Vielköpfigkeit der EU-Außenvertretung aufzudecken und zu erörtern, wie diese die Handlungsfähigkeit der Union beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte politikwissenschaftliche Analyse, die den aktuellen Stand der EU-Verträge, institutionelle Abläufe und wissenschaftliche Debatten zur Außenpolitik einbezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der ersten Säule (EG), der zweiten Säule (GASP), den strukturellen Problemen der Zusammenarbeit zwischen diesen Säulen sowie deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung durch Drittstaaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Supranationalismus, Intergouvernementalismus, Kohärenz, externe Repräsentation, institutionelles Design und Handlungsfähigkeit.
Warum wird die EU in der Weltpolitik oft als "Zwitterwesen" bezeichnet?
Dieser Begriff wird verwendet, weil die EU in außenwirtschaftlichen Fragen (EG) sehr machtvoll auftritt, während sie in sicherheits- und außenpolitischen Fragen (GASP) institutionell schwach aufgestellt ist.
Welchen Einfluss hat das Einstimmigkeitsprinzip auf die GASP?
Das Einstimmigkeitsprinzip führt häufig dazu, dass Einigungen nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner möglich sind, was die operative Handlungsfähigkeit der EU in Krisenzeiten erheblich einschränkt.
- Quote paper
- Mara Roman (Author), 2004, Wer spricht für Europa? Die europäische Außenpolitik zwischen EG und GASP., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33200