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Verbalphrasen

Title: Verbalphrasen

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jochen Müller (Author)

German Studies - Linguistics
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Die Generative Transformationsgrammatik (GTG), wie sie von Noam Chomsky in den 60er und 70er Jahren entwickelt wurde, bemüht sich um die Entwicklung eines Regelapparates, der die Sprachfähigkeit eines durchschnittlichen Muttersprachlers nachkonstruiert. Gegenstand ist die Frage nach den kognitiven grammatischen Fähigkeiten, die den Erwerb einer Sprache und ihrer Grammatik erlauben, und die Frage, wie die zugrunde liegenden Regelsysteme gebaut sein müssen, damit der Erwerb dieser Regeln und ihre Anwendung zu grammatisch korrekt geformten Sätzen führt. Sie ist damit eine deskriptive Grammatik, keine historisch vergleichende und auch keine präskriptive (Schul-) Grammatik; die grammatische Kompetenz, nicht die Performanz bildet ihren Untersuchungsgegenstand. Anstoß und Prüfstein der Theoriebildung war dabei der Spracherwerb. Die GTG geht von einer jedem Menschen gegebenen Universalgrammatik aus, so daß Spracherwerb nicht mehr als reine Imitation erscheint, sondern als Konkretisierung von angeborenen, abstrakten Prinzipien. Es handelt sich dabei nicht um eine induktive Regelfindung, sondern eine deduktive Regelableitung, und zwar eine Ableitung aus vorgegebenen Prinzipien und Parametern. Deshalb beschäftigt sich die GTG mit formalen Repräsentationsmechanismen und versucht Regeln aufzudecken, die die Erzeugung (Generierung) beliebiger grammatisch korrekter Satzmuster ermöglicht. Das Interesse an Sprachuniversalien und einer "Universalgrammatik" führt zur Untersuchung von universal gültigen Prinzipien, die dann in Einzeluntersuchungen für die verschiedenen Sprachen verfeinert, bestätigt oder verworfen wurden. Prämisse ist dabei, daß es tatsächlich ein System angeborener universeller Prinzipien gibt, die den Erwerb einer Sprache bzw. deren Grammatik erklären sowie die Fähigkeit eines Sprechers, Satzstrukturen in andere umzuwandeln, also zu transformieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. GRUNDLAGEN DER GTG

2. DIE VERBALPHRASE

2.1 Die Verbalphrase als Konstituente

2.2 Die Bestandteile der Verbalphrase

2.3 Probleme der Verbstellung

3. DIE "INFLECTION"

3.1 Finitive Verben und die Kategorie INFL

3.2 Verbalkomplexe

4. DIE ERKLÄRUNGSADÄQUATHEIT DER GTG

5. VERZEICHNIS DER MATERIALIEN UND QUELLEN

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Struktur von Verbalphrasen innerhalb der Generativen Transformationsgrammatik (GTG). Dabei steht die Frage im Zentrum, wie komplexe, diskontinuierliche Verbalkomplexe im Deutschen syntaktisch beschrieben werden können und inwieweit das Modell der "Inflection" (Flexion) zur Erklärung von Verbstellungsvarianten beiträgt.

  • Grundprinzipien der Generativen Transformationsgrammatik
  • Die Verbalphrase als eigenständige syntaktische Konstituente
  • Die Rolle der funktionalen Kategorie "Inflection" (INFL)
  • Strukturanalyse von Verbalkomplexen und Infinitivkonstruktionen
  • Problematik der Verbstellung und der Erklärungsadäquanz der Theorie

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Verbalphrase als Satzkonstituente

Die Existenz einer eigenständigen deutschen Kategorie "Verbalphrase" ist nicht unumstritten. Allerdings scheint der Pronominalisierungstest Argumente für eine VP zu liefern. Das Pronomen bezieht sich dabei auf eine Konstituente, die aus Verbalkomplex und Nominalphrase besteht (traditionell: Verb und Objekt):

Peter konnte die Aufgabe lösen und Hans konnte es auch. Peter konnte die Aufgabe lösen, was Hans nicht konnte.

Auch der Koordinationstest scheint auf den ersten Blick für eine VP-Konstituente im Deutschen zu sprechen:

[...] weil Hans den Spargel gegessen, aber die Kartoffeln weggeworfen hat.

Auch bei der Vorfeldbesetzung sieht es so aus, als würden Verb und Objekt, nicht aber Verb und Subjekt eine Konstituente bilden, so z. B. in:

Seinen Freund besucht hat Hans in München. Dem Professor einen Champagner spendieren wollte der Assistent schon lange.

Für die Topikalisierung (Voranstellung) von Verbalphrasen (VP) scheint zu gelten, daß es eine verbale Konstituente im Deutschen gibt, die zumindest alle nicht finiten verbalen Elemente umfaßt. Dann kann das erste Element dieser verbalen Konstituente ins Vorfeld bewegt werden, und jede fortlaufende Kette links und recht von diesem Element kann ins Vorfeld "nachgezogen" werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. GRUNDLAGEN DER GTG: Dieses Kapitel erläutert die Grundzüge der Generativen Transformationsgrammatik und ihre methodischen Ansätze zur deskriptiven Beschreibung von Sprachfähigkeit.

2. DIE VERBALPHRASE: Hier wird die Verbalphrase als syntaktische Konstituente definiert und die Problematik ihrer Bestimmung im Deutschen sowie deren Bestandteile untersucht.

3. DIE "INFLECTION": Dieser Teil befasst sich mit der funktionalen Kategorie "Inflection" und der Analyse komplexer Verbalkonstruktionen und deren Flexionsmorphologie.

4. DIE ERKLÄRUNGSADÄQUATHEIT DER GTG: Das Kapitel kritisiert die theoretische Fundierung der GTG im Hinblick auf den Spracherwerb und die Modellierung von Satzstrukturen.

5. VERZEICHNIS DER MATERIALIEN UND QUELLEN: Eine Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Generative Transformationsgrammatik, GTG, Verbalphrase, Syntax, Konstituente, Inflection, INFL, Verbalkomplex, Verbstellung, Tiefenstruktur, Oberflächenstruktur, Transformation, X-Theorie, Spracherwerb, Satzklammer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die deutsche Verbalphrase im Rahmen der Generativen Transformationsgrammatik (GTG) und untersucht, wie komplexe verbale Strukturen theoretisch abgebildet werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die syntaktische Konstituenz der Verbalphrase, die Rolle der Flexion (Inflection) und die Herausforderungen durch diskontinuierliche Verbalkomplexe im Deutschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Anwendbarkeit und Produktivität der X-Theorie auf die komplexe Verbalsyntax des Deutschen zu prüfen und bestehende Probleme in der Beschreibung zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt die theoretische Methode der GTG, arbeitet mit Strukturbäumen (Phrasemarkern) und führt eine deduktive Analyse von syntaktischen Daten durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Identifikation der Verbalphrase, der Einführung der INFL-Kategorie, der Analyse von Verbalkomplexen und der kritischen Reflexion der Erklärungsadäquanz.

Welche Schlüsselbegriffe definieren den Kern der Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Verbalphrase, Generative Transformationsgrammatik, Inflection (INFL), X-Theorie und die syntaktische Konstituenz.

Inwiefern stellt die "Inflection"-Kategorie eine Lösung dar?

Sie ermöglicht es, Flexionsmerkmale als eigene Kategorie (I/INFL) zu behandeln, was bei der Beschreibung von Verbalkomplexen helfen soll, die verschiedenen Teile des Verbs syntaktisch zu erfassen.

Welche Kritik äußert der Autor an der GTG?

Der Autor hinterfragt, ob die deduktiven Modelle der GTG mit dem tatsächlichen Spracherwerb vereinbar sind und ob die Vielzahl an nötigen Transformationen für ein adäquates Sprachmodell spricht.

Excerpt out of 34 pages  - scroll top

Details

Title
Verbalphrasen
College
Technical University of Darmstadt  (Sprach- und Literaturwissenschaft)
Course
Grundlagen und Methoden der Syntax
Grade
1,0
Author
Jochen Müller (Author)
Publication Year
1997
Pages
34
Catalog Number
V33221
ISBN (eBook)
9783638337519
Language
German
Tags
Verbalphrasen Grundlagen Methoden Syntax
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jochen Müller (Author), 1997, Verbalphrasen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33221
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