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Analyse von Niklas Luhmanns "Liebe als Passion"

Title: Analyse von Niklas Luhmanns "Liebe als Passion"

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jochen Müller (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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In seinem 1982 erschienen Werk „Liebe als Passion: zur Codierung von Intimität“ geht es Niklas Luhmann um die Beschreibung einer Kommunikationstheorie, die auf seine Theorie selbstreferentieller autopoietischer Systeme zurückgreift und vieles von dem voraussetzt, was Luhmann später in seinem Hauptwerk „Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie“ bündelt. Im Mittelpunkt dieser Kommunikationstheorie steht der Begriff der Liebe, vielmehr der Code in Intimbeziehungen, der erfolgreiches Kommunizieren und damit „Liebe“ überhaupt erst ermöglicht. Ausgangspunkt der weiteren Theorieentwicklung ist, daß sich Ideengut/Semantik und Veränderungen der gesellschaftlichen Realität wechselseitig beeinflussen. Dementsprechend wird Liebe nicht als Gefühl untersucht, „sondern als symbolischer Code, der darüber informiert, wie man in Fällen, wo dies eher unwahrscheinlich ist, dennoch erfolgreich kommunizieren kann. Der Code ermutigt, entsprechende Gefühle zu bilden.“ (Luhmann, 9). Die entscheidende Prämisse ist, daß Ideengut tiefgreifende Veränderungen in Sozialstrukturen vorbereiten kann; die Gesellschaftstransformation bedeutet eine Transformation der Semantik und umgekehrt. Der Anspruch der eigenen Theorie ist dabei, „Unwahrscheinliches“ als wahrscheinlich erklären zu können und zwar mit einer abstrakten Theorie, die soziologisches Material erhellt. Als Quelle dient die Romanliteratur und die Maximen- und Traktatliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts, da „der Roman selbst zum Lern- und Orientierungsfaktor in Liebesangelegenheiten wird“ (Luhmann, 12). Gerade in der Fixierung auf literarische Vorlagen kann aber ein noch darzulegender Kritikpunkt der Luhmannschen Theoreme liegen. Im weiteren soll kurz auf die systemtheoretischen Grundlagen eingegangen und die epochale Beschreibung Luhmanns chronologisch geordnet referiert werden. Daran schließt sich eine Auseinandersetzung mit den Thesen Luhmanns und ihre Gegenüberstellung mit der Theorie des sexuellen Diskurses nach Michel Foucault an.

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Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Theoretische Grundlagen

2.1 Grundlagen, Prämissen und Positionen

2.2 Symbiotische Mechanismen

2.3 Selbstreferenz

2.4 Doppelte Kontingenz

2.1 Initialisierung und Selbstreferenz

2.2 Epochenbegriff und Ausdifferenzierung

2.3 Der Begriff der "Passion"

III Epochenbeschreibungen

3.1 1600 BIS 1660

3.2 1700 BIS 1760

3.3 1760 BIS 1800

3.4 1800 BIS 1850

3.5 MODERNE

IV Kritik

4.1 Allgemeine Kritik

4.2 Kritik: Liebessemantik in der Moderne?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Niklas Luhmanns Kommunikationstheorie der Liebe, wie sie in seinem Werk "Liebe als Passion" dargelegt wird, unter besonderer Berücksichtigung systemtheoretischer Prämissen und deren historischer Entwicklung. Ziel ist es, den Code der Intimität und die Rolle der Literatur als Orientierungsfaktor kritisch zu hinterfragen und in den Kontext soziologischer Diskurse, insbesondere im Vergleich mit Michel Foucault, zu stellen.

  • Systemtheoretische Grundlagen der Kommunikation
  • Die historische Evolution der Liebessemantik von 1600 bis zur Moderne
  • Die Rolle der "Passion" als Mechanismus der Intimkommunikation
  • Kritische Auseinandersetzung mit der literarischen Quellenlage und Machtstrukturen

Auszug aus dem Buch

2.2 SYMBIOTISCHE MECHANISMEN

Unter dem Begriff der symbiotischen Mechanismen faßt Luhmann seine Auseinandersetzung mit dem Problem der Sexualität zusammen. Jedes Kommunikationssystem nimmt aber auch Bezug auf die Leiblichkeit des Menschen, „die funktionale Spezialisierung einer Mediensemantik erfordert eine Mitsymbolisierung dieses Körperbezugs“ (Luhmann, 31). Es handelt sich dabei um symbiotische Mechanismen, die erwartungsgemäß vollziehbare organische Prozesse bezeichnen, so z. B. Wahrnehmung, Sexualität, Befriedigung von Bedürfnissen und physische Gewalt.

Durch Konzentration auf einen symbiotischen Mechanismus, z. B. Sexualität, kann eine Situation, für nur ein Kommunikationsmedium, hier Liebe, reserviert werden. Luhmann beschreibt die Bedeutung des Miteinbezugs von Sexualität in den Kommunikationsprozeß folgendermaßen: Sie unterstreicht die Bedeutung von Nähe und Zusammensein; sie setzt sich über Rücksichten auf andere und die Zustimmung anderer hinweg, erfüllt ihren Sinn in sich selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Einführung in Luhmanns Kommunikationstheorie der Liebe und deren Einbettung in die Systemtheorie.

II Theoretische Grundlagen: Erläuterung der zentralen systemtheoretischen Begriffe wie Selbstreferenz, doppelte Kontingenz und die Initialisierung der Liebessemantik.

III Epochenbeschreibungen: Chronologische Analyse der semantischen Veränderungen der Liebe von 1600 bis in die Moderne.

IV Kritik: Kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise Luhmanns, insbesondere hinsichtlich der Quellenlage und der Vernachlässigung von Machtaspekten.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Liebessemantik, Intimität, Kommunikation, Passion, Selbstreferenz, Doppelte Kontingenz, Sozialstruktur, Literatursoziologie, Michel Foucault, Macht, Moderne, Sexualität, Epochenwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch Niklas Luhmanns systemtheoretische Beschreibung der Liebe als einen symbolisch generalisierten Kommunikationscode.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Liebessemantik über verschiedene Jahrhunderte und der Frage, wie Intimität in modernen Gesellschaften kommuniziert wird.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es wird untersucht, ob Luhmanns Ansatz, Literatur als Indikator für gesellschaftliche Realität zu nutzen, tragfähig ist und wo die Grenzen seiner systemtheoretischen Theoriebildung liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer systemtheoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Gegenüberstellung mit Diskursen zur Macht, insbesondere nach Michel Foucault.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine chronologische Aufarbeitung der Epochenbeschreibungen sowie eine kritische Reflexion des Luhmannschen Modells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Systemtheorie, Liebessemantik, Intimität, Kommunikation, Passion, Selbstreferenz und Macht.

Inwieweit spielt die Literatur eine Rolle für Luhmann?

Luhmann betrachtet Literatur als wesentlichen Lern- und Orientierungsfaktor, der die Semantik der Liebe über die Jahrhunderte maßgeblich geformt und transportiert hat.

Warum übt der Verfasser Kritik an der Verwendung von Romanliteratur?

Der Autor argumentiert, dass Literatur Fiktion ist und nicht eins zu eins mit der gelebten sozialen Wirklichkeit gleichgesetzt werden kann, da sie reale Machtstrukturen und Geschlechterverhältnisse ausblendet.

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Details

Title
Analyse von Niklas Luhmanns "Liebe als Passion"
College
Technical University of Darmstadt  (Philosophie)
Course
Systemtheorie
Grade
1,0
Author
Jochen Müller (Author)
Publication Year
1996
Pages
28
Catalog Number
V33224
ISBN (eBook)
9783638337540
Language
German
Tags
Niklas Luhmann Liebe Passion Systemtheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jochen Müller (Author), 1996, Analyse von Niklas Luhmanns "Liebe als Passion", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33224
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