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Beziehungssucht und Co-Abhängigkeit bei Frauen

Title: Beziehungssucht und Co-Abhängigkeit bei Frauen

Intermediate Diploma Thesis , 2004 , 53 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sabine Schmidt (Author)

Psychology - Social Psychology
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Wird die Abhängigkeit eines Menschen offensichtlich, finden sich in seiner Umgebung fast immer Menschen, die ihm helfen möchten und dabei entmutigende Erfahrungen machen. Mit freundlichen Bitten, Versprechungen und Enttäuschungen fängt es an. Ängste, Appelle, Drohungen, Streitereien folgen. Schließlich sind die Angehörigen kaum weniger hilflos als der Abhängige selbst. Ihre Gedanken kreisen um sein Verhalten, ihr Leben ist stark eingeschränkt- sie sind co-abhängig.

Die Zahl der Co-Abhängigen liegt bundesweit bei acht Millionen Menschen. Co-Abhängigkeit scheint ein typisch weibliches Problem zu sein, ca. 90% der Betroffenen sind Frauen. Jedoch ist eine Abhängigkeit ohne Beziehung nicht denkbar

Um psychisch und physisch überleben zu können, ist die Fähigkeit zur Bindung und Abhängigkeit eine Grundvoraussetzung. Mann fragt sich: Ist Abhängigkeit krankhaft? Warum bin ich so? Offenbar sind wir Menschen so beschaffen, dass wir am besten in einem sozialem Milieu gedeihen, indem sowohl ein gewisses Maß an Bindung, Nähe oder Kohäsion als auch ein mittleres Maß an Distanz herrscht.

Zuviel Nähe oder Bindung beinhaltet die Gefahr von Verstrickung, Abhängigkeit und Autonomieverlust. Anderseits führt zuviel Distanz oder fehlende Verbindlichkeit zur Loslösung, Isolation und Einsamkeit. In diesen beiden Fällen kann Suchtverhalten funktional werden: in einem Fall dient es der Abgrenzung, im anderen wird die Sucht zum verlässlichen Beziehungspartner.

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Gliederung

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen

2.1 Sucht /Abhängigkeit

2.2 Beziehungssucht

2.3 Co-Abhängigkeit, die Sucht hinter der Sucht

3. Phasen der Co-Abhängigkeit

3.1 Die Beschützer- oder Erklärungsphase

3.2 Die Kontrollphase

3.3 Die Anklagephase

4. Ursachen und Erklärungsmuster von Co-Abhängigkeit

5. Bandbreiten von Beziehungssucht

6. Ursachen und Erklärungsmuster von Beziehungssucht

6.1 soziale und gesellschaftliche Gründe

6.2 (entwicklungs- ) psychologische Gründe

7. Therapieansätze/Therapiemöglichkeiten und Hilfe für Betroffene

7.1 Co-Abhängigkeit

7.2 Beziehungssucht

8. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Beziehungssucht sowie die eng damit verknüpfte Co-Abhängigkeit, insbesondere bei Frauen, um die psychodynamischen Ursachen, Verhaltensmuster und Möglichkeiten therapeutischer Unterstützung aufzuzeigen.

  • Definition und Differenzierung von Sucht, Beziehungssucht und Co-Abhängigkeit
  • Analyse der verschiedenen Phasen und Erscheinungsformen co-abhängigen Verhaltens
  • Erörterung der sozialen, gesellschaftlichen und psychologischen Ursachen für Suchtstrukturen in Beziehungen
  • Vorstellung von Therapiemöglichkeiten und Hilfestellungen zur Genesung

Auszug aus dem Buch

2.1 Sucht/Abhängigkeit

Im weitesten Sinne meint Sucht jede zwanghafte Befriedigung von Bedürfnissen, die mit einem abnormen, unerträglichen inneren Spannungszustand als zwingend erlebt wird. Die Befriedigung hebt einen solchen Zustand nur vorübergehend auf, um sich dann in gesteigertem Maße als eine Form unbezwingbarer Gier zu wiederholen (www.suchtambulanz ebersberg.de). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Sucht (wurde durch den Begriff der Abhängigkeit ersetzt) 1957 folgendermaßen definiert: Sucht ist „ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge und gekennzeichnet durch vier Kriterien:

• ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels,

• eine Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung),

• die psychische (unwiderstehliches Verlangen, Zentrieren des Denken und Handeln auf das Suchtmittel, nur durch Suchtmittel kann das innerliche Gleichgewicht hergestellt werden) meist auch physische Abhängigkeit (Dosissteigerung, auftretende Entzugssymptome) von der Wirkung der Droge, wobei der Übergang von der psychischen zur physischen Abhängigkeit fließend ist

• die Schädlichkeit für den einzelnen und/oder die Gesellschaft"

Generell spricht man von folgender Charakteristika für süchtige Personen und deren Verhalten: Betroffene zeigen eine starke gefühlsmäßige und psychovegetative Sensibilität und Labilität, sie sind gekennzeichnet durch eine geringe emotionale Integration, die sich in Abwehr von Gefühlen und impulsiv- selbstbezogenem Verhalten äußert. Sie haben Schwierigkeiten, reife Kontaktbeziehungen zu anderen Menschen aufzustellen. Oft neigen sie zu angstbesetzter Befindlichkeit, depressiver Grundstruktur mit Stimmungslabilitäten. Hypochondrische und konversionsneurotische Symptome können auftreten. Betroffene haben meist eine hohe Selbstachtung und hohe persönliche Ansprüche (Gross, W., 1991).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Kurze Einführung in die Thematik der Suchtformen bei Frauen und die Bedeutung zwischenmenschlicher Abhängigkeit.

2. Begriffserklärungen: Definition der Konzepte Sucht, Beziehungssucht und der als „Sucht hinter der Sucht“ verstandenen Co-Abhängigkeit.

3. Phasen der Co-Abhängigkeit: Differenzierte Darstellung der drei Stadien: Beschützerphase, Kontrollphase und Anklagephase.

4. Ursachen und Erklärungsmuster von Co-Abhängigkeit: Erläuterung psychodynamischer und soziologischer Modelle zur Entstehung co-abhängigen Verhaltens.

5. Bandbreiten von Beziehungssucht: Einteilung der Beziehungssucht in verschiedene Abstufungen bis hin zur Stufe vier, die Tod und Gewalt umfasst.

6. Ursachen und Erklärungsmuster von Beziehungssucht: Untersuchung der sozialen, gesellschaftlichen sowie psychologischen Hintergründe, die zur Beziehungssucht führen.

7. Therapieansätze/Therapiemöglichkeiten und Hilfe für Betroffene: Darstellung von Wegen aus dem Suchtsystem, psychotherapeutische Ansätze und die Bedeutung von Selbsthilfegruppen.

8. Schlusswort: Zusammenfassende abschließende Betrachtung der Thematik.

Schlüsselwörter

Beziehungssucht, Co-Abhängigkeit, Suchtverhalten, Psychodynamik, Kontrollbedürfnis, Helfersyndrom, Bindungszwang, Selbstwertgefühl, Verleugnung, Rollenverschiebung, systemtheoretischer Ansatz, Therapiewege, Suchtprävention, emotionale Abhängigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den subtilen Suchtformen „Beziehungssucht“ und „Co-Abhängigkeit“, besonders mit deren Auftreten und Dynamik bei Frauen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die Definitionen der Begriffe, die typischen Phasen, die Ursachen sowie therapeutische Möglichkeiten, um diese Suchtstrukturen zu durchbrechen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Betroffenen ein tieferes Verständnis für ihre Verhaltensmuster zu ermöglichen und aufzuzeigen, wie sie aus der Abhängigkeit in einen gesunden, eigenständigen Lebensprozess gelangen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Erklärungsmodelle (psychodynamisch, systemtheoretisch, soziologisch) strukturiert ist.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Co-Abhängigkeit, die Bandbreiten der Beziehungssucht sowie die verschiedenen psychologischen Erklärungsmodelle wie das „Innere Kind“ oder das „Kollusionskonzept“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Co-Abhängigkeit, Beziehungssucht, Kontrolle, Helfersyndrom, Bindungszwang und der Wiederholungszwang.

Was zeichnet die "Anklagephase" bei Co-Abhängigen aus?

In dieser Phase, nachdem Hilfeversuche erfolglos blieben, kehren sich die Gefühle des Helfers in Vorwürfe, Wut und Hass um, wobei oft die eigene Last auf den Partner projiziert wird.

Warum ist die Identifikation mit dem "inneren Kind" so relevant?

Das Modell des inneren Kindes erklärt, dass durch frühe Prägungen und Verletzungen in der Kindheit unbewusste Muster entstehen, die in späteren Beziehungen fortgesetzt werden, um den erlittenen Schmerz doch noch zu heilen.

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Details

Title
Beziehungssucht und Co-Abhängigkeit bei Frauen
College
University of Applied Sciences Jena  (FB Sozialwesen)
Grade
1,0
Author
Sabine Schmidt (Author)
Publication Year
2004
Pages
53
Catalog Number
V33243
ISBN (eBook)
9783638337670
ISBN (Book)
9783638738668
Language
German
Tags
Beziehungssucht Co-Abhängigkeit Frauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Schmidt (Author), 2004, Beziehungssucht und Co-Abhängigkeit bei Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33243
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