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Der Schutz der Demokratie vor Extremisten: Parteienverbote in Deutschland

Title: Der Schutz der Demokratie vor Extremisten: Parteienverbote in Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 23 Pages , Grade: 2

Autor:in: Fee Krausse (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Das Thema Parteienverbot erhielt neue Aktualität, als 2001 die Bundesregierung, der Bundesrat und der Bundestag kurz nacheinander einen Verbotsantrag gegen die NPD einreichten. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die ein knappes halbes Jahr zurück liegt (18. März 2003), fiel in Bezug auf ein Verbot negativ aus: der Verbotsantrag wurde für unzulässig erklärt. In diesem Zusammenhang entstand eine heftige Diskussion hinsichtlich der Rechtmäßigkeit und Notwendigkeit einer solchen Maßnahme.

Auf der einen Seite stehen die Befürworter des Parteienverbots, die trotz des demokratischen Grundrechts der Meinungsfreiheit daran festhalten, dass eine Vernichtungsideologie „kein schutzwürdiges Gedankengut“ (Buntenbach/ Wagner 2002, S.134) darstelle, auf der anderen Seite resümieren die Gegner, dass Meinungen durch ein Verbot nicht verändert würden, Organisationen sich im Untergrund schlechter verfolgen ließen und die Parteienvielfalt eingeschränkt würde. Während sich neonazistische Aktivitäten durch ein Verbot kaum unterbinden lassen, wird die entsprechende Partei zumindest vorerst zerschlagen und eine größere (Re-)Organisation verhindert. Es stellt sich die Frage, ob ein Parteienverbot heute überhaupt noch zeitgemäß ist.

Vor diesem Hintergrund müssen zunächst die Ursprünge des Parteienverbots und dessen Verankerung im Grundgesetz geklärt werden. Der seit dem KPD-Verbotsurteil verwendete Begriff „streitbare Demokratie“ umfasst neben dem Parteienverbot eine Reihe von Präventivmaßnahmen zur Bekämpfung von Extremisten. Im Anschluss erörtert diese Arbeit die beiden „erfolgreichen“ Parteienverbotsverfahren: das SRP- und das KPD-Verbotsverfahren. In einer abschließenden Problematisierung werden Parteienverbote auf demokratietheoretischer, verfassungsrechtlicher und politisch-pragmatischer Ebene diskutiert, um der Antwort auf die Frage nach der Notwendigkeit des Parteienverbots in der heutigen Zeit näherzukommen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Thema

2. Streitbare Demokratie

2.1 Das Konzept der streitbaren Demokratie

2.2 Instrumente der streitbaren Demokratie

2.2.1 Das Parteienverbot

3. Parteienverbotsverfahren in den 50er Jahren

3.1 Das SRP-Verbotsverfahren

3.2 Das KPD-Verbotsverfahren

4. Diskussion des Parteienverbots

5. Resümee

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert das Instrument des Parteienverbots innerhalb der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund des Konzepts der „streitbaren Demokratie“. Ziel ist es, die historische Anwendung bei der SRP und KPD zu untersuchen sowie die Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit solcher Verbote in der heutigen Zeit kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen und Entstehung der streitbaren Demokratie
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Instrumente des Parteienverbots
  • Analyse der historischen Verbotsverfahren (SRP und KPD)
  • Diskussion über Sinnhaftigkeit, Missbrauchsgefahr und alternative Ansätze

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Das Parteienverbot

„Organisationsverbote enthalten präventive Elemente, wobei das Parteienverbot ein Extreminstrument darstellt.“ (Canu 1996, S. 198) Das Parteienverbot - unter der Parole „Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit“ (Wassermann 2002, S. 101) - gehört somit zu den umstrittensten Bestimmungen der streitbaren Demokratie. Die Grundlage des Parteienverbots stellte die Angst vor einer erneuten Übernahme der Macht durch extremistische Gruppen (vgl. NSDAP) dar.

Obwohl ein Parteienverbot die Vielfalt des Spektrums (Entscheidungsfreiheit und Mehrheitsprinzip) einschränkt, „ist ein Parteiverbot grundsätzlich rechtfertigungsfähig.“ (Morlok 2002, S. 64) Die Strukturen der freiheitlichen Demokratie bedürfen des Schutzes vor äußeren Kräften, die diese Demokratie angreifen. „Die Gewährleistung politischer Freiheit muß, so betrachtet, die Möglichkeit ausschließen, ebendiese Freiheit abzuschaffen“ (Morlok 2002, S. 64f). Um dem Missbrauch des Parteienverbots vorzubeugen, da es gemeinwohl-relevant sein soll und nicht als politisches Mittel eingesetzt werden darf, sind nur der Bundestag, der Bundesrat und die Bundesregierung berechtigt, einen Parteienverbotsantrag zu stellen (BVerfGG Art. 43 Abs. 1). Länderregierungen dürfen nur einen Antrag gegen eine Partei stellen, deren Organisation sich auf das Gebiet ihres Landes beschränkt (BVerfGG Art. 43 Abs. 2). Über den Verbotsantrag entschieden wird durch das Bundesverfassungsgericht (BVerfGG Art. 13).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in das Thema: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Parteienverbots im Zuge der NPD-Verbotsdebatte und führt in die Fragestellung nach der zeitgemäßen Notwendigkeit solcher Maßnahmen ein.

2. Streitbare Demokratie: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der wehrhaften Demokratie als Reaktion auf die Erfahrungen der Weimarer Republik und beschreibt die verfassungsrechtlichen Instrumente zum Schutz der Grundordnung.

3. Parteienverbotsverfahren in den 50er Jahren: Hier werden die beiden historisch bedeutsamen Verfahren gegen die SRP und die KPD detailliert analysiert, von der Entwicklung der Parteien bis zur Urteilsverkündung.

4. Diskussion des Parteienverbots: Dieser Teil setzt sich kritisch mit der demokratischen Legitimation von Parteienverboten auseinander und wiegt Befürworter-Argumente gegen Bedenken hinsichtlich Meinungsfreiheit und Effektivität ab.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, wobei die Rolle des Parteienverbots als präventives Instrument im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit betont wird.

Schlüsselwörter

Parteienverbot, streitbare Demokratie, Grundgesetz, Bundesverfassungsgericht, Extremismus, SRP, KPD, NPD, Parteienprivileg, Verfassungsschutz, Meinungsfreiheit, Rechtsstaat, Prävention, Verbotsverfahren, politische Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Parteienverbot in Deutschland als Instrument der „streitbaren Demokratie“ und analysiert dessen historische Anwendung sowie aktuelle rechtliche und politische Debatten.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Begründung der streitbaren Demokratie, der Analyse der Verbotsverfahren gegen SRP und KPD in den 1950er Jahren sowie der kritischen Diskussion heutiger Verbotsanträge.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob das Parteienverbot angesichts der gefestigten demokratischen Verhältnisse in Deutschland heute noch ein notwendiges und zeitgemäßes Mittel zur Verteidigung der Verfassung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verfassungsrechtliche Grundlagen, historische Fallstudien und politikwissenschaftliche Diskurse ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Im Hauptteil steht die Herleitung des Konzepts der streitbaren Demokratie sowie die konkrete Aufarbeitung der Verbotsverfahren gegen SRP und KPD im Vordergrund.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das Parteienverbot, die streitbare Demokratie, das Grundgesetz sowie der politische Extremismus und der Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Warum wird im Dokument explizit auf die SRP und KPD eingegangen?

Diese beiden Parteien sind die einzigen Beispiele für erfolgreich durchgeführte Parteienverbote in der Geschichte der Bundesrepublik, weshalb sie als zentrale Fallbeispiele für die Anwendung des Art. 21 Abs. 2 GG dienen.

Welche Rolle spielt die „Ewigkeitsklausel“ in diesem Kontext?

Sie repräsentiert das Prinzip der Wertgebundenheit innerhalb der streitbaren Demokratie und dient als verfassungsrechtlicher Ankerpunkt für den Schutz der Grundordnung vor antidemokratischen Bestrebungen.

Wie bewerten Kritiker, wie beispielsweise Narr, den Einsatz von Parteienverboten?

Kritiker führen an, dass solche Verbote häufig nur symbolisch wirken, kontraproduktiv sind, in Grundrechte eingreifen und die eigentliche geistige Auseinandersetzung mit extremistischen Einstellungen in der Gesellschaft vernachlässigen.

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Details

Title
Der Schutz der Demokratie vor Extremisten: Parteienverbote in Deutschland
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
2
Author
Fee Krausse (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V33257
ISBN (eBook)
9783638337779
ISBN (Book)
9783638676854
Language
German
Tags
Schutz Demokratie Extremisten Parteienverbote Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fee Krausse (Author), 2003, Der Schutz der Demokratie vor Extremisten: Parteienverbote in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33257
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