Haben ungarische Jugendliche im Alter zwischen 17-26 eine pessimistische Weltanschauung?

Überprüfung der Forschungsergebnisse der von Geert Hofstede entwickelten Kulturdimension „Indulgence versus Restraint”


Hausarbeit, 2014

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aufbau und Zielsetzung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Forschung von Geert Hofstede
2.1.1 1. und 2. Erhebungsrunde
2.1.2 3. Erhebungsrunde (Chinese Value Survey)
2.1.3 Die sechste Kulturdimension

3 Studie
3.1 Methodik und Aufbau
3.2 Verlauf der Befragung
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Untersuchung

4 Problematik

5 Fazit

6 Quellenverzeichnis
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Internetquellenverzeichnis

7 Anhang
7.1 Fragebogen
7.2 Auswertungstabelle

1 Einleitung

1.1 Aufbau und Zielsetzung

Die Seminararbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob ungarische Jugendliche im Alter zwischen 17-26 eine pessimistische Weltanschauung haben. Zur Untersuchung des Themas gliedert sich die Arbeit in 5 Abschnitte. Nach einer kurzen Einführung in diesem Abschnitt folgt im zweiten Abschnitt die Beschreibung theoretischer Grundlagen, unter anderem die Erläuterung der Forschungsarbeit von Geert Hofstede. Bei dem dritten Abschnitt handelt es sich um den praktischen Teil dieser Arbeit. In diesem Teil wird die Methodik und Verlauf der Befragung näher beschrieben; die ermittelten Daten werden ausgewertet und zusammengefasst dargestellt. Der vierte Abschnitt widmet sich der Problematik, die bei der Analyse verschiedener Kulturen auftaucht. Die vorliegende Arbeit schließt mit dem Punkt 5, der einen zusammenfassenden Überblick über die Ergebnisse dieser Arbeit präsentiert.

Ziel dieser Seminararbeit ist es, die Überprüfung der Forschungsergebnisse der von Geert Hofstede entwickelten Kulturdimension „Indulgence versus Restraint”1 in Bezug auf Ungarn. Unterziel ist es, dementsprechend die Anwendbarkeit und Gültigkeit des Hofstedeschen Ansatzes zu prüfen, sowie mehr über die ungarische Kultur, besonders über die Lebensauffassung der Mitglieder dieser Kultur zu erfahren.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Die Forschung von Geert Hofstede

Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts formulieren amerikanische Anthropologen Margaret Mead und Ruth Benedict Hypothesen über die Existenz sich ähnelnder Grundprobleme in allen Gesellschaften. Die Forscher nehmen weiterhin an, dass Kulturen sich durch ihre individuellen Lösungswege unterscheiden. Die zwei Amerikaner, der Soziologe Alex Inkeles und der Psychologe Daniel Levinson, sind - aufgrund ihrer ausführlichen Untersuchungen - der Ansicht, dass die folgenden Punkte als weltweit gemeinsame Grundprobleme in Frage kommen:

1. Verhältnis zur Autorität

2. Selbstverständnis, insbesondere:
- die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft, und
- die Vorstellung des Individuums von Maskulinität und Femininität

3. Die Art und Weise, mit Konflikten umzugehen, einschließlich der Kontrolle von Aggression und des Ausdrückens von Gefühlen (vgl. Hofstede 2001b: 28).

Diese Probleme können Folgen für das Funktionieren von Gesellschaften, von Gruppen innerhalb dieser Gesellschaften und von einzelne Individuen innerhalb der Gruppen haben.

Diese Theorie bildet den Ursprung umfangreicher sozialwissenschaftlicher Kulturforschung sowie auch des Ansatzes von Geert Hofstede (vgl. Müller/Gelbrich 2004: 107). Hofstede sieht nicht die Grundannahmen als Kern einer Kultur an, sondern die Werte. Seine Forschung richtet sich deshalb auf die Analyse von Kulturwerten, als Basis für Verhaltens- und Denkmuster von Kulturen. Das Ziel seiner Forschung ist die Eruierung von Dimensionen zur Analyse von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen einzelnen Nationen. Die Forschungen von Hofstede begannen vor mehr als 30 Jahren und wurden in der Zwischenzeit mehrfach erweitert und aktualisiert. Sie stellen bis heute die anerkannteste Grundlage für weltweite interkulturelle Vergleiche dar.

2.1.1 1. und 2. Erhebungsrunde

Das notwendige Datenmaterial bezieht Hofstede für die ersten 2 Erhebungen vom international tätigen Konzern IBM. Die zeitliche Einordnung der Erhebung ist für diese zwei Runden auf die Jahre zwischen 1967-1970 und 1971-1973 zu legen (vgl. Hofstede 2001a: 41). Im Rahmen der beiden Befragungsrunden werden insgesamt 88.000 IBM-Mitarbeiter befragt, die in den jeweiligen Niederlassungen des multinationalen Konzerns arbeiten. Dabei klassifiziert Hofstede die Antwortenden hinsichtlich ihres Berufes, wobei die der Abbildung 1 zu entnehmenden 7 Berufskategorien unterschieden werden. Für jede Kategorie strebt Hofstede eine bestmögliche Stichprobe hinsichtlich Geschlecht und Alter an, obwohl 90% der Befragten männlichen Geschlechts sind. Er argumentiert jedoch selbst, dass nicht in allen Berufskategorien gleichwohl ausreichend männliche und weibliche Mitarbeiter beschäftigt sind (vgl. Hofstede 2001a: 50). Insgesamt werden IBM–Filialen in 71 Ländern erfasst, wozu circa 117.000 Fragebögen (Employee Attitude Survey) verteilt werden. Die Fragebögen, die in 20 Sprachen verfügbar sind, setzen sich aus circa 60 Fragen zu den Themen Zufriedenheit, Wahrnehmung, persönliche Ziele und Einstellungen sowie Demografie zusammen. Zur Durchführung der eigentlichen Kulturanalyse werden nur die Daten von zunächst 40 und später 50 Ländern und 3 Länderregionen herangezogen. Aus diesen Ergebnissen resultieren die ersten 4 Dimensionen2:

1) „Power Distance“ (PDI)3
2) „Uncertainty Avoidance“ (UAI)4
3) „Individualism versus Collectivism“ (IDV)5
4) Masculinity versus Femininity“ (MAS)6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Berufsgruppen7

2.1.2 3. Erhebungsrunde (Chinese Value Survey)

Aufgrund der Annahme, dass westlich formulierte Fragebögen das Untersuchungsergebnis verzerren würden, wird in Zusammenarbeit mit Michael Bond die Durchführung einer 3. Erhebungsrunde organisiert. Die zeitliche Einordnung der 3. Erhebungsrunde ist auf die Jahre zwischen 1981-1985 zu legen. Dafür wird ein neu formulierter Fragebogen (Chinese Value Survey) eingesetzt. Zwischen 1981-1985 werden Erhebungen in 23 Ländern durchgeführt. Der Fragebogen ist in 10 Sprachen verfügbar und setzt sich aus 40 Fragen zusammen. Bei den Befragten handelt es sich im Gegensatz zu den vorhergehenden Befragungen um internationale Studenten, jeweils 50 Frauen und 50 Männer (vgl. Hofstede 2001a: 351f). Im Rahmen dieser Befragungsrunde werden die Dimensionen IDV, PDI und MAS bestätigt. Keine der ermittelten Dimensionen korreliert mit UAI. Es wird eine gänzlich neue Dimension eruiert, welche M. Bond „Confucian Dynamism“ nennt und Hofstede (vgl. Hofstede 2001b: 230ff) später in „Long Term/Short Term Orientation“ (LTO)8 umformuliert. Laut Hofstede sind alle 5 Dimensionen als voneinander unabhängig anzusehen. Sie basieren auf jeweiligen Grundproblemen, mit denen sich alle Länderkulturen konfrontiert sehen (vgl. Hofstede 2001a: 29).

2.1.3 Die sechste Kulturdimension

Die Forschung von Michael Minkov entwickelte noch 2 weitere Dimensionen. Eine davon war eine neu entwickelte Dimension und die zweite war mehr oder weniger die Replikation der fünften Dimension von Hofstede (LTO). Die sechste Dimension - basierend auf der Untersuchung von M. Minkov - wurde zuerst durch Minkov als “Indulgence versus Restraint (IVR)” formuliert. Im Jahre 2010 wurde diese Dimension von Hofstede übernommen und als die sechste Kulturdimension zur Neuauflage des Buches “Cultures and Organizations” hinzugefügt.

Diese Dimension beschreibt das Erreichen von Glück durch die Wahrnehmung von Kontrolle über das eigene Leben und die Wichtigkeit von Freizeit und Muße. Die Kulturdimension “Indulgence versus Restraint” misst die Fähigkeit einer Kultur, die unmittelbaren Bedürfnisse und persönlichen Wünsche ihrer Mitglieder zu befriedigen. Diejenigen, die Einschränkungen betonen, haben strenge soziale Regeln und Normen, nach denen die Befriedigung von Bedürfnissen reguliert und untersagt wird.9

3 Studie

3.1 Methodik und Aufbau

Bei dieser Arbeit handelt es sich um die Überprüfung der Ergebnisse der kulturanalysierenden Studie Hofstede’s in Bezug auf die ungarische Kultur. Die Untersuchung des ausgewählten Materials im empirischen Teil der vorliegenden Arbeit findet in Form eines Web-Surveys statt. Diese Methodik10 ist eine Form der internetgestützten Befragung, welche innerhalb der letzten Jahre aufgrund der rasanten Erhöhung der Nutzerzahl der sozialen Netzwerke zunehmend an Bedeutung gewonnen hat und mittlerweile ein anerkanntes Datenerhebungsverfahren der quantitativen Sozialforschung darstellt.

Der Fragebogen erfasst vorab allgemeine Daten (Frage 1-3) sowie Perspektiven der Befragten bezüglich ihrer Weltanschauung (Frage 4-12). Im Hintergrund der Fragestellungen stehen in dem zweiten Teil des Fragebogens die Untersuchungsergebnisse Hofstede’s zur Kulturdimension “Indulgence versus Restraint”. Die Fragen wurden in Deutsch erstellt und von den Teilnehmern in dieser Sprache beantwortet.11

[...]


1 = Nachgiebigkeit gegenüber Beherrschung

2 Eine Dimension ist ein Aspekt einer Kultur, der sich im Verhältnis zu anderen Kulturen messen lässt. (vgl. Hofstede 2001b: 30)

3 = Machtdistanz (von gering bis groß)

4 = Unsicherheitsvermeidung (von schwach bis stark)

5 = Individualismus gegenüber Kollektivismus

6 = Maskulinität gegenüber Femininität

7 Quelle: Hofstede (2001b: 51)

8 = Lang- oder kurzfristige Orientierung

9 http://de.wikipedia.org/wiki/Geert_Hofstede

10 Das Kennzeichen für Web-Surveys ist ein Fragebogen, der als Programm auf einem Web-Server ausgeführt wird. Für den Befragten sieht ein solcher Fragebogen wie ein Formular auf einer Webseite in einem Browser (z.B. “Internet-Explorer”) aus. (vgl. Schnell , R., Hill, P. B. und Esser, E. 2013: 373)

11 Alle Teilnehmer beherrschen die deutsche Sprache auf muttersprachlichem Niveau. Bei Unverständlichkeiten haben sie sich an mich gewandt.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Haben ungarische Jugendliche im Alter zwischen 17-26 eine pessimistische Weltanschauung?
Untertitel
Überprüfung der Forschungsergebnisse der von Geert Hofstede entwickelten Kulturdimension „Indulgence versus Restraint”
Hochschule
Sprachen & Dolmetscher Institut München
Veranstaltung
Interkulturelle Kommunikation
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V333760
ISBN (eBook)
9783668235601
ISBN (Buch)
9783668235618
Dateigröße
703 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hofstede, interkulturelle kommunikation, interkulturalität, kulturdimensionen, kommunikation, geert hofstede, kulturdimension von hofstede, befragung, untersuchung
Arbeit zitieren
Evelyn Walter (Autor), 2014, Haben ungarische Jugendliche im Alter zwischen 17-26 eine pessimistische Weltanschauung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/333760

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