Interkulturelle Kompetenz als Mediator erfolgreicher Führung

Welche neuen Skills fordert die Internationalisierung von Führungskräften?


Hausarbeit, 2015

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interkulturelle Kompetenz / Interkulturelles Management

3. Entwicklung interkultureller Managementkompetenz

4. Anforderungen an Führungskräfte

5. Weiterbildung als Mediator interkultureller Kompetenz

6. Transformationale Führung als Mediator interkultureller Kompetenz

7. Conclusio

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

„Für einen Deutschen und einen Finnen ist die Wahrheit die Wahrheit

In Japan und Großbritannien ist die Wahrheit eine feine Sache, solange sie keine unnö- tige Aufruhr verursacht. In China gibt es keine absolute Wahrheit.

In Italien ist sie Verhandlungssache.“ (Lewis, 2000, S. 17)

Bietet die zunehmende Globalisierung Möglichkeiten für immer mehr Menschen durch private oder geschäftliche Auslandsaufenthalte Erfahrungen in internationalen Kontexten zu sammeln, ist gerade Diese dafür verantwortlich, dass die Welt zunehmend „multikulturell“ wird. Neben der Bereicherung jedes Einzelnen durch viele neue Sicht- und Denkensweisen, fördern diese interkulturellen Begegnungen Missverständnisse der unterschiedlichsten Art, die nicht selten problematisch verlaufen.

Globalisierung, erhöhter Wettbewerbstruck sowie eine stetige Steigerung der Internationalisierung von Unternehmen, stellen Führungskräfte und Mitarbeiter heute vor neue Herausforderungen. Organisationen wachsen durch Tochtergesellschaften und Niederlassungen international, addiditv werden immer mehr Mitarbeiter mit ausländischem Hintergrund beschäftigt. Internationale Kontakte zu Kunden, Kooperationspartnern oder Beratern finden zudem verstärkt statt. Dieser Wandel ist vor allem Organisationsintern zu spüren, da neben dem (Top-) Management auch Abteilungen und Projektteams zunehmend internationaler werden (Vgl. Koch, 2012, S. 11).

Von Managern in allen Hierarchieebenen wird heute erwartet, mit diesen Veränderun- gen gekonnt und souverän umzugehen. Dabei müssen jedoch gewohnte Verhaltens- weisen und Denkmuster durchbrochen werden. In den unterschiedlichsten Diskursen in Printmedien, Internetforen und Forschungsberichten, wird verstärkt neben Globalisie- rung in einem Atemzug das Schlagwort: „Interkulturelle Kompetenz“ genannt. Interkultu- relle Kompetenz ist heute ein viel diskutierter Fachbereich, welcher als Schlüssel für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit, sowie als ein wichtiges Führungstool gesehen wird. Hierbei ist zu beobachten, dass vor gerade das Angebot an unzähligen Seminaren, Workshops und Tagungen zu interkultureller Kompetenz immens ist und stetig wächst. Ein Kernthema treffen diese jedoch alle: Die Vermittlung von „Schlüssel- kompetenzen“ die für den Umgang mit internationalen Teams benötigt werden (Vgl. Au- ernheimer, 2013, S. 8).

Gerade im Hinblick auf die rasante und hoch kompetitive Entwicklung der unterschied- lichsten Märkte, gerät der Mensch, das „Humankapital“ (Vgl. Dillerup/Stoi, 2013, S. 857) wieder in den Fokus von Unternehmen. Die Vorteile von Führungskräften und Organisa- tionsmitgliedern, die über ein Wissen hinsichtlich kultureller Unterschiede verfügen, sind nicht von der Hand zu weisen. Mit dem Verständnis für interkulturelle Differenzen geht Selbstsicherheit einher, Problemsituationen erfolgreich bewältigen zu können. Die er- höhte Souveränität und Professionalität von Organisationsmitgliedern stellt somit eine Solide Basis, gerade im internationalen Kontext, dar. Diese unterstützt Unternehmen darin, deren primäres Ziel, den Erhalt und die Steigerung der Wirtschaftlichkeit, nachhal- tig zu verfolgen.

Was bedeutet dieser Wandel des internationalen Kontextes für die Führungskraft, wel- che Veränderungen benötigt es im Führungsverhalten oder des Blickwinkels und welche Möglichkeiten bietet diese Veränderung? Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden welche neuen Skills die Internationalisierung von Führungskräfte fordert, wie interkulturelle Kompetenz den Arbeitsalltag von Führungskräften erleichtert und wie im speziellen der transformationalen Führungsstil die Internationalisierung unterstützt. Denn gerade die- ser Führungsstil, betrachtet man die aktuellen Diskurse der Forschung, kann die zu- nehmende Globalisierung und Internationalisierung positiv unterstützen und wird aktuell als der Führungsstil der Zukunft gesehen (Vgl. Felfe, 2006, S. 163).

2. Interkulturelle Kompetenz / Interkulturelles Management

„Interkulturelle Kompetenz zeigt sich in der Fähigkeit, kulturelle Bedingungen und Ein- flussfaktoren im Wahrnehmen, Urteilen, Empfinden und Handeln bei sich selbst und bei anderen Personen zu erfassen, zu respektieren, zu würdigen und produktiv zu nutzen im Sinne einer wechselseitigen Anpassung, von Toleranz gegenüber Inkompatibilitäten und einer Entwicklung hin zu synergieträchtigen Formen der Zusammenarbeit, des Zu- sammenlebens und handlungswirksamer Orientierungsmuster in Bezug auf Weltinter- pretation und Weltgestaltung.“ (Thomas, 2003, S. 143)

Erste Beschäftigungen mit der Thematik interkultureller Kompetenz / interkulturellem Management ist ab Mitte der 60iger Jahre zu verfolgen. Das Interesse der Wissenschaft an dieser Thematik wuchs jedoch zunehmend und kongruent mit der zunehmenden Globalisierung und stößt heute auf reges Interesse (Vgl. Koch, 2012, S. 11). Interkulturelle Kompetenz hat zum Ziel, kulturelle Unterschiede aufzuzeigen sowie erfolgreiche Zusammenarbeit zu fördern. Dies umfasst neben persönlichen Einstellungen, Wissen und Eignungen auch Persönlichkeitsmerkmale die das Zusammenleben, die Interaktion und Kommunikation mit Menschen fremder Kulturen erleichtert. Das dazu notwendige kulturspezifische Wissen wird idealerweise in bi- und monokulturellen Trainings hervorgehoben und trainiert (Vgl. Treichel/Mayr, 2011, S. 274).

Internationale Settings, wie Beispielsweise im Unternehmen der Autorin, gehören immer mehr zur Tagesordnung. Darin setzt sich die Geschäftsleitung aus einem Italiener, mit langjährigem Auslandsaufenthalt in China, der zudem mit einer Japanerin verheiratet ist und einem Österreicher ohne internationalem Kontext zusammen. Der restliche Füh- rungskreis besteht aus einem Engländer, einem Holländer sowie eine Österreicherin mit jahrelangem Auslandsaufenthalt in China. Die Internationalität der jeweiligen Abteilun- gen Inhouse lassen sich ähnlich darstellen. Daneben, dass Englisch selbstverständlich als Konzernsprache verwendet wird, sind natürlich auch vielen regionale Mitarbeiter be- schäftigt.

Gerade diese Internationalität birgt neben den „normalen Problemen“ die ein Konzern zu bewältigen hat ein zusätzliches Risiko, und lässt das Wissen um Skills bezüglich Um- gang mit fremden Kulturen immer wichtiger werden. Internationales Management fokus- siert sich nach der Literatur auf „hard facts“ jedoch und gerade im interkulturellen Kon- text ist dies nicht ausreichend. Für Manager jeder Hierarchiestufe gewinnt es zuneh- mend an Bedeutung über interkulturelle Kenntnisse und Kompetenzen zu verfügen und dieses Wissen gekonnt ein- und umzusetzen, denn wie Abbildung 1 zeigt, überlappt der Erkenntnisbereich des interkulturellen Management nur zum Teil mit den des internatio- nalen Management.

Abbildung 1: Managementzusammenhänge (Quelle: Koch, 2012, S. 57)

Wie nimmt jemand aus einem anderen Kulturkreis seine Umwelt war und interpretiert diese? Warum handelt dieser wie er handelt? Gerade das Wissen, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und das Verstehen, warum diese in welcher Form handeln, sind von hoher Wichtigkeit. Interkulturelle Managementkompetenz setzt heute voraus, die Fähigkeit und das Wissen zu besitzen, mit diesen kulturübergreifenden Kontexten gekonnt und erfolgreich umzugehen (Koch, 2012, S. 52).

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Details

Titel
Interkulturelle Kompetenz als Mediator erfolgreicher Führung
Untertitel
Welche neuen Skills fordert die Internationalisierung von Führungskräften?
Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung
Note
2
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V334094
ISBN (eBook)
9783668237209
ISBN (Buch)
9783668237216
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interkulturelle Kompetenz, Führung
Arbeit zitieren
Janine Bader (Autor), 2015, Interkulturelle Kompetenz als Mediator erfolgreicher Führung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334094

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