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Worin unterscheidet sich das Bündnis für Arbeit von der Konzertierten Aktion?

Title: Worin unterscheidet sich das Bündnis für Arbeit von der Konzertierten Aktion?

Term Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Carolin Müller-Schüll (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Kooperative Bündnisse entstanden aus dem Bedürfnis heraus wirtschaftliche Schwierigkeiten zu lösen. In der Bundesrepublik Deutschland sollte besonders das Problem zu hoher Arbeitslosigkeit mit Hilfe kollektiver Arrangements gelöst werden. Die Bundesregierung ist durch das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz aus dem Jahr 1967 dazu verpflichtet politische Maßnahmen zu treffen, die das wirtschaftliche Gleichgewicht wieder herstellen und die Konjunktur fördern. Offizielle dreiseitige Konzertierungen sind bislang in Deutschland auf Bundesebene eine Rarität. Sie sind ausschließlich unter sozialdemokratischer Regierungsbeteiligung entstanden. Dies gilt sowohl für die Konzertierte Aktion von 1967 bis 1977 als auch für das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit ab 1998. Beide waren wirtschaftspolitische Instrumente, um die vorhandenen Funktionsdefizite auszuschalten. Mit der Integration von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Regierung in ein tripartisches und neokorporatistisches Modell, sollten Problemlösungsstrategien entwickelt werden, um die dringendsten ökonomischen Mängel in der Bundesrepublik Deutschland zu erfassen und zu beseitigen.


Der Terminus Neokorporatismus meint die regelmäßige, verbindliche und instituionalisierte Beteiligung von Interessensverbänden am politischen Prozess in westlichen Demokratien. Der Begriff konzertierte Aktion bezeichnet die gemeinschaftliche Aktion verschiedener Interessensgruppen, die miteinander ein vereinbartes Ziel verfolgen. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit sich die Konzertierte Aktion von 1967 bis 1977 von dem Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit von 1998 unterscheidet. Zusätzlich soll die Arbeit dem Leser einen Überblick über den Verlauf und die Hintergründe der beiden konzertierten Prozesse vermitteln. Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Anfänge der beiden Bündnisse, die unterschiedlichen wirtschaftlichen, politischen und demographischen Rahmenbedingungen, zeigt die Differenzen bei den Zielen, den Teilnehmern, den Ergebnissen und in der Struktur auf und geht letztendlich auf das Ende der beiden Bündnisse ein. Ferner werden die Gemeinsamkeiten erläutert und über die verschiedenen Interessen und Rollen der Gewerkschaften, der Arbeitgeberverbände und der Bundesregierung diskutiert.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Die Anfänge

2.1 Die Konzertierte Aktion

2.2 Das Bündnis für Arbeit

3. Rahmenbedingungen

3.1 Wirtschaftliche Voraussetzungen

3.2 Demographische Voraussetzungen

3.3 Politische Voraussetzungen

4. Zusammensetzung und Ziele

4.1 Struktur, Teilnehmer und Ziele der Konzertierten Aktion

4.2 Struktur, Teilnehmer und Ziele des Bündnisses für Arbeit

5. Die Akteure

5.1 Interessen und Rolle der Arbeitgeberverbände

5.2 Interessen und Rolle der Gewerkschaften

5.3 Interessen und Rolle der Regierung

6. Ergebnisse

6.1 Ergebnisse und Ende der Konzertierten Aktion

6.2 Ergebnisse und Ende des Bündnisses für Arbeit

7. Gemeinsamkeiten

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Konzertierten Aktion (1967–1977) und dem Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit (ab 1998), um zu ergründen, warum beide korporatistischen Modelle trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen letztlich scheiterten.

  • Historische Entwicklung und Anfänge beider Bündnismodelle
  • Vergleich der wirtschaftlichen, demographischen und politischen Rahmenbedingungen
  • Analyse der Zielsetzungen und der Akteurskonstellationen
  • Untersuchung der strukturellen Differenzen und Ergebnisse
  • Diskussion der Interessenlagen von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Regierung

Auszug aus dem Buch

4.2 Struktur, Teilnehmer und Ziele des Bündnisses für Arbeit

Neben der Bundesregierung waren, unter der formellen Federführung des Bundeskanzleramts, auf Seiten der Unternehmerverbände der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Zentralverband des Deutschen Handwerks und der deutsche Industrie- und Handelstag am Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit beteiligt. Auf Gewerkschaftsseite nahmen der Deutsche Gewerkschaftsbund, die IG Metall, die ÖTV, die DAG und die IG Bergbau, Chemie und Energie teil. An den ersten Spitzengesprächen partizipierten die Präsidenten der Unternehmerverbände, die Vorsitzenden der Gewerkschaftsverbände sowie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos), Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine (SPD), Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD), Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Kanzleramtsminister Bodo Hombach (SPD). Neben den Spitzengesprächen war das Bündnis in eine Benchmarkinggruppe, eine Steuerungsgruppe sowie verschiedene Arbeitsgruppen unter der Organisation des jeweiligen Ministeriums aufgeteilt.

Die Steuerungsgruppe, deren Aufgabe in der konkreten Vorbereitung der Spitzengespräche lag, wurde ebenfalls durch das Bundeskanzleramt geführt und setzte sich aus leitenden Funktionären der o. g. Gewerkschaften, Staatssekretären und Hauptgeschäftsführern der Unternehmerverbände zusammen. Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler waren an der Benchmarkinggruppe beteiligt, deren Auftrag darin bestand, durch die Analyse und den internationalen Vergleich von Daten und Modellen der Steuerungsgruppe zu zuarbeiten. Rolf G. Heinze, Soziologieprofessor und wissenschaftlicher Berater des Bundeskanzleramtes im Rahmen des Bündnisses für Arbeit meinte dazu: „Im Unterschied zu den 60er und 70er Jahren zeigt sich gerade an dem Vorhandensein der Benchmarking-Gruppe, dass es nicht mehr ein allseits akzeptiertes und handlungsleitendes ‚Modell Deutschland’ gibt, das zudem als Vorbild für andere Länder gilt. Vielmehr soll auch im ‚Bündnis für Arbeit’ ein systematischer Vergleich mit anderen vergleichbaren Ländern durchgeführt werden, um daraus Anregungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu gewinnen“ (Heinze 2002: 87).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik kooperativer Bündnisse zur Lösung wirtschaftlicher Probleme in der Bundesrepublik ein und stellt die Forschungsfrage nach den Unterschieden zwischen der Konzertierten Aktion und dem Bündnis für Arbeit.

2. Die Anfänge: Hier werden die historischen Ursprünge der Konzertierten Aktion von 1967 und des Bündnisses für Arbeit ab 1998 sowie deren jeweilige Entstehungskontexte dargestellt.

3. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen wirtschaftlichen, demographischen und politischen Bedingungen, unter denen die beiden Bündnismodelle operierten.

4. Zusammensetzung und Ziele: Es wird die formale Struktur, der Teilnehmerkreis und die inhaltliche Zielsetzung beider Modelle detailliert gegenübergestellt.

5. Die Akteure: Hier stehen die spezifischen Interessen, Rollen und Motivationslagen der beteiligten Akteure – Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und Regierung – im Fokus.

6. Ergebnisse: Dieses Kapitel bewertet die Resultate beider Prozesse und schildert die Faktoren, die letztlich zu ihrem jeweiligen Ende führten.

7. Gemeinsamkeiten: Es werden trotz der vielfältigen Unterschiede die tripartischen Gemeinsamkeiten und strukturellen Ähnlichkeiten der korporatistischen Ansätze aufgezeigt.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass trotz der Anpassungen bei den Bündnismodellen die divergierenden Interessen der Akteure ein dauerhaftes Gelingen verhinderten.

Schlüsselwörter

Konzertierte Aktion, Bündnis für Arbeit, Neokorporatismus, Sozialpartnerschaft, Tarifpolitik, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftspolitik, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Bundesregierung, Strukturwandel, Mitbestimmung, Benchmarking, Modell Deutschland, Interessenvertretung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen der Konzertierten Aktion (1967–1977) und dem Bündnis für Arbeit (ab 1998) in der Bundesrepublik Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themenfelder sind die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die Struktur und Zielsetzungen der Bündnisse sowie die unterschiedlichen Interessen und Rollen von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Regierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Verlauf und die Hintergründe beider Prozesse zu beleuchten und zu klären, warum diese korporatistischen Modelle trotz des Versuchs zur Krisenbewältigung letztlich scheiterten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse der beiden Politikmodelle basierend auf Literaturquellen sowie wirtschafts- und politikwissenschaftlichen Theorien zum Neokorporatismus.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf dem detaillierten Vergleich der Ausgangslage, der Zusammensetzung, der Akteursinteressen sowie der erzielten Ergebnisse und der Gründe für das Ende der jeweiligen Bündnisse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Neokorporatismus, Sozialpartnerschaft, Arbeitsmarktpolitik, Tarifautonomie und wirtschaftliche Krisenbewältigung.

Warum wurde im Bündnis für Arbeit eine Benchmarkinggruppe eingesetzt?

Die Benchmarkinggruppe sollte durch internationalen Vergleich von Daten und Modellen den Teilnehmern fundierte Anregungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland liefern, da ein universell akzeptiertes „Modell Deutschland“ nicht mehr existierte.

Wie unterscheidet sich der Korporatismus der beiden Bündnisse laut Autorin?

Die Autorin charakterisiert die Konzertierte Aktion als „Wachstumskorporatismus“, während sie das Bündnis für Arbeit als „Anpassungskorporatismus“ bezeichnet, der sich an neue Gegebenheiten wie die deutsche Einheit oder die Globalisierung anpassen musste.

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Details

Title
Worin unterscheidet sich das Bündnis für Arbeit von der Konzertierten Aktion?
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,3
Author
Carolin Müller-Schüll (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V33415
ISBN (eBook)
9783638338998
ISBN (Book)
9783638749046
Language
German
Tags
Worin Bündnis Arbeit Konzertierten Aktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Müller-Schüll (Author), 2004, Worin unterscheidet sich das Bündnis für Arbeit von der Konzertierten Aktion?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33415
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