Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Das Phänomen der Kriminalität, insbesondere der Jugendkriminalität“ und ist im wesentlichen in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil (Gliederungspunkt 2) gibt einen Überblick über einzelne Kriminalitätstheorien. Hierbei habe ich aus der Masse der existierenden Ansätze sieben der bekanntesten sowie gängigsten Theorien ausgewählt und beschreibe diese kurz. Im zweiten Teil (Gliederungspunkt 3) befasse ich mich mit der Jugendkriminalität.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über einzelne Kriminalitätstheorien
2.1 Lehre vom geborenen Verbrecher
2.2 Entwicklungstheorie
2.3 Sozialisationstheorien
2.4 Lerntheorien
2.5 Frustations-Aggressions-Theorie
2.6 Anomie-Theorie
2.7 Ettikettierungsansatz
2.8 Praktischer Umgang mit Kriminalitätstheorien
3. Ausgewählte Ausführungen zur Jugendkriminalität
3.1 Differenzierung im Strafrecht zwischen Jugendlichen und Erwachsenen
3.2 Diskussionsthema Strafmündigkeit
3.3 Über die Normalität von Jugendkriminalität
3.4 Der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Kriminalität
3.5 Erkenntnisquellen der Jugendkriminalität
3.6 Schwierigkeiten in der Erfassung. Stichwort Hellfeld/Dunkelfeld
3.7 Struktur der Straftaten unterschieden nach Kinder- und Jugendkriminalität
3.71 Struktur der Straftaten bei Kinderkriminalität
3.72 Struktur der Straftaten bei Jugendkriminalität
3.8 Episodenhaftigkeit bei Jugendkriminalität
3.9 Entwicklung der Jugendkriminalität
4. Schluß
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das komplexe Phänomen der Jugendkriminalität durch eine theoretische Fundierung sowie eine Analyse statistischer Erkenntnisquellen zu beleuchten. Dabei soll untersucht werden, welche Faktoren zur Entstehung deliktspezifischen Verhaltens beitragen und wie das deutsche Strafrecht sowie gesellschaftliche Institutionen mit der Problematik umgehen.
- Überblick über kriminologische Erklärungsansätze (Mehrfaktorenansatz)
- Strafrechtliche Rahmenbedingungen und Altersdifferenzierungen
- Empirische Einordnung der Jugendkriminalität (Hellfeld vs. Dunkelfeld)
- Vergleichende Analyse der Deliktstrukturen bei Kindern und Jugendlichen
- Evaluation von Präventionsansätzen versus repressiver Strafmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.1 Lehre vom geborenen Verbrecher
In den Anfangstagen der Kriminologie, der Lehre von den Ursachen der Kriminalität, war der italienische Arzt Cesare Lombroso (1835-1909) der erste, der von genetisch bedingter Kriminalität sprach und damit die Lehre vom „geborenen Verbrecher“ aufstellte. Diese Lehre war nicht traditionslos, denn schon vor Lombroso wurde Verbrechen mit körperlichen Gegebenheiten in Verbindung gebracht. Lombroso aber war der erste, der die biologische Bedingtheit ausdrücklich hervorhob. Grundlage waren für ihn hierbei die Vererbungsgesetze von Johann Mendel. Lombroso glaubte, den typischen Verbrecher aufgrund von Äußerlichkeiten wie Abstand der Augenbrauen, Länge der Nasen, Größe der Eckzähne usw. ausmachen zu können (vgl. OSTENDORF 1999, S. 10; SACK/KÖNIG 1968, S. 230-234; KÜRZINGER1996, S. 72-75).
Durch Zwillings- und Sippenforschung wurde vor allem in den zwanziger bis vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts dieser biologisch-anthropologische Ansatz gestützt. Bis heute gibt es noch Stimmen, die Chromosomabweichungen als Ursache von Kriminalität sehen, überwiegend aber werden diese Lehren in der Wissenschaft verworfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Hausarbeit ab und begründet die Auswahl der sieben behandelten Kriminalitätstheorien sowie den Fokus auf spezifische Aspekte der Jugendkriminalität.
2. Überblick über einzelne Kriminalitätstheorien: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Ansätze vor – von biologischen Erklärungsmodellen bis hin zu soziologischen Ansätzen wie dem Etikettierungsansatz –, die zur Erklärung kriminellen Verhaltens herangezogen werden können.
3. Ausgewählte Ausführungen zur Jugendkriminalität: Hier wird die Thematik auf die Zielgruppe der Jugendlichen fokussiert, wobei rechtliche Rahmenbedingungen, statistische Erhebungsmethoden und die spezifische Deliktstruktur analysiert werden.
4. Schluß: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und plädiert für einen stärkeren Fokus auf präventive Ansätze gegenüber rein repressiven Haftstrafen.
Schlüsselwörter
Jugendkriminalität, Kriminologie, Kriminalitätstheorien, Strafmündigkeit, Sozialisation, Etikettierungsansatz, Polizeiliche Kriminalstatistik, Dunkelfeld, Prävention, Resozialisierung, Deliktstruktur, Stigmatisierung, Straffälligkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Ursachen von Kriminalität und wendet diese Erkenntnisse spezifisch auf das Phänomen der Jugendkriminalität im deutschen Kontext an.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind kriminologische Theorien (z. B. Lerntheorie, Anomie-Theorie), die strafrechtliche Behandlung von Jugendlichen und die statistische Erfassung von Straftaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Übersicht über die Entstehungsfaktoren von Jugendkriminalität zu geben und kritisch zu hinterfragen, wie die Gesellschaft und Justiz auf diese Phänomene reagieren sollten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender kriminologischer Fachliteratur, Statistiken und Theoriediskursen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Kriminalitätstheorien und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Jugendkriminalität, inklusive statistischer Analysen zur Deliktstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Jugendkriminalität, Kriminologie, Strafmündigkeit, Prävention, Dunkelfeld und Stigmatisierung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Hellfeld und Dunkelfeld so wichtig?
Sie ist entscheidend, da offizielle Statistiken (Hellfeld) nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Kriminalität abbilden; das Dunkelfeld umfasst alle nicht erfassten Straftaten, was für die Einschätzung der "Normalität" von Jugendkriminalität essenziell ist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Sanktionierung?
Der Autor schlussfolgert, dass drakonische Haftstrafen oft nur eine kurzsichtige Symptombekämpfung darstellen und plädiert stattdessen für präventive Ansätze und die Vermeidung von Stigmatisierungsprozessen.
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- Axel Hodapp (Author), 2001, Zum Phänomen der Kriminalität, insbesondere der Jugendkriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33421