Diese Hausarbeit mit dem Thema „Rassismus in Kinder und Jugendliteratur am Beispiel von 'Pippi Langstrumpf'“ ist zu dem Seminar „Einführung in die interkulturelle Kommunikation“ entstanden. In dem Seminar wurden einige interessante Themen in Bezug auf Interkulturalität behandelt.
Im folgenden werde ich erst eine Definition des Rassismusbegriffs und auch des Rassebegriffs aufführen. Danach befasse ich mich der Untersuchung, in der ich vor allem auf die unterschiedlichen Darstellungsweisen der Inselbewohner und von Pippi und ihrer Gefolgschaft eingehen werde. Im Anschluss werde ich meine Erkenntnisse auswerten und ein Fazit über den Rassismus in "Pippi Langstrumpf" ziehen.
Nachdem grundlegende Begriffe, wie: Kommunikation, Kultur und Fremdheit geklärt wurden ging es über zu den Oberthemen „Fremdwahrnehmung“ und „interkulturelle Kompetenz“. Zu dem Thema „Fremdwahrnehmung“ zählte unter anderem Afrika und in diesem Zusammenhang hat es ein Referat über Rassismus in der Kinder und Jugendliteratur gegeben. Dieses Referat hat mir einen Anreiz gegeben über dieses Thema eine Hausarbeit zu schreiben und mich mit einem speziellen Beispiel auseinanderzusetzen. Im Zuge meiner Recherche und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema habe ich einige in der literarische Beispiele gefunden, mit denen ich hätte arbeiten können. Ich habe mich für "Pippi Langstrumpf" entschieden, da ich zum einen früher selbst mit der Figur in Film, Buch und Hörspiel in Kontakt gekommen bin und zum anderen, da Pippi Langstrumpf eine so populäre Figur ist, die über Generationen hinweg bekannt ist. Auch Heute ist Pippi Langstrumpf noch immer bei vielen Kindern eine bekannte und oft gemochte Figur in der Literatur.
Ich wollte mich mit der Kinder- und Jugendliteratur beschäftigen, da es meiner Meinung nach, gerade in einem frühen Alter für Kinder prägend sein kann, wenn Literatur mit offenem oder subtilem Rassismus versehen ist. Eine Schwierigkeit könnte es dabei geben, die von Rassismus geprägten Stellen zu identifizieren und dabei nicht zu übergeneralisieren. Mit einer gewissen Einstellung kann man viel in etwas hineininterpretieren, jedoch werde ich mich bemühen, die meiner Meinung nach „offensichtlichen“ Stellen aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rassismus / Rasse
3. Inhaltsangabe
4. Rassismus in Kinder- und Jugendliteratur am Beispiel von Pippi Langstrumpf
4.1 Wie werden „Schwarze“ dargestellt“?
4.1.1 Wie werden „Schwarze“ als grausam, wild und exotisch dargestellt?
4.1.2 Wie werden „Schwarze“ als primitiv und naturbelassen dargestellt?
4.2 Wie werden „Weiße“ dargestellt?
4.3 Rassistische Wörter
5. Auswirkungen auf Kinder
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Auftreten von Rassismus in der Kinder- und Jugendliteratur, konkret am Beispiel der Pippi Langstrumpf-Geschichten von Astrid Lindgren, um aufzuzeigen, wie subtile und manifeste rassistische Strukturen die Wahrnehmung von Kindern prägen können.
- Analyse der Darstellung von „Schwarzen“ und „Weißen“ im Kontext kolonialer Klischees.
- Untersuchung der rassistischen Wortwahl und deren Wirkung auf das kindliche Weltbild.
- Reflektion über Machtverhältnisse und das Bild des „Herrschers“ in der Literatur.
- Diskussion über die Auswirkungen solcher Darstellungen auf die Sozialisation von Kindern.
Auszug aus dem Buch
4.1 Wie werden „Schwarze“ dargestellt/entworfen?
Die Schwarzen werden als von den Weißen abhängig dargestellt. Als Pippi und ihre Freunde auf der Insel eintreffen, werden sie von den Bewohnern der Taka-Tuka-Insel sehnsüchtig erwartet. Es scheint so, als würden sie nur darauf warten ehrfürchtig den König und seine Anhängerschaft zu erwarten:
„Und am Strand standen alle Taka- Tuka- Bewohner, Männer, Frauen und Kinder, um ihren König und seine rothaarige Tochter zu begrüßen. Ein mächtiges Brausen erhob sich aus der Volksmenge, als der Laufsteg ausgelegt wurde.“
Der Tag, an dem Efraim Langstrumpf auf der Insel angespült wurde, hat das Leben der Inselbewohner zum Guten verändert. Die Taka-Tuka-Bewohner haben sogar einen Gedenkstein für das bemerkenswerte Ereignis errichtet.
Des weiteren sind sie unselbstständig, König Efraim schafft es gerade noch auf alle aufzupassen:
„Die ganze Bevölkerung der Taka- Tuka- Insel bestand nur aus einhundertundsechsundzwanzig Menschen. „Das ist ungefähr die richtige Anzahl von Untertanen“, sagte König Efraim. „Auf mehr kann man nicht aufpassen.““
Sie werden dumm und naiv dargestellt und von König Efraim wie Kinder behandelt:
„Ja, ich lüge manchmal an den Sonnabenden den Negern etwas vor, wenn sie sich die Woche über gut betragen haben.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Entstehung der Untersuchung aus dem Seminar „Einführung in die interkulturelle Kommunikation“ und begründet die Wahl von Pippi Langstrumpf als Untersuchungsgegenstand.
2. Rassismus / Rasse: Dieses Kapitel definiert den Rassismusbegriff und erklärt, wie durch die Selektion von Merkmalen Bevölkerungsgruppen abgewertet und als „Rasse“ konstruiert werden.
3. Inhaltsangabe: Hier wird der inhaltliche Aufbau der Pippi Langstrumpf-Geschichten in drei Teilen kurz zusammengefasst, wobei der Fokus auf dem Taka-Tuka-Band liegt.
4. Rassismus in Kinder- und Jugendliteratur am Beispiel von Pippi Langstrumpf: Der Hauptteil analysiert die rassistische Darstellung der Inselbewohner, die Rollenverteilung zwischen Schwarz und Weiß sowie die Verwendung diskriminierender Begriffe.
5. Auswirkungen auf Kinder: Dieses Kapitel diskutiert, wie rassistische Literatur die Identitätsbildung und Voreingenommenheit bei weißen sowie schwarzen Kindern beeinflussen kann.
6. Fazit: Das Fazit fasst die kritischen Befunde zusammen, reflektiert über die historische Einordnung der Sprache und bewertet die Debatte um die Umbenennung von Begrifflichkeiten.
Schlüsselwörter
Rassismus, Pippi Langstrumpf, Kinderliteratur, Taka-Tuka-Land, Postkolonialismus, Stereotype, Fremdwahrnehmung, Diskriminierung, Interkulturalität, Sozialisation, Machtverhältnisse, Sprache, Identität, Vorurteile, Kolonialismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht kritisch die Darstellung von rassistischen Stereotypen und kolonialen Machtstrukturen in den Pippi Langstrumpf-Büchern von Astrid Lindgren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung von „Schwarzen“ und „Weißen“, der rassistischen Wortwahl, den Machtverhältnissen auf der Taka-Tuka-Insel sowie der kindlichen Rezeption dieser Inhalte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Pippi Langstrumpf-Bücher trotz ihres populären Status subtile rassistische Tendenzen enthalten, die das Weltbild von Kindern nachhaltig prägen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literarische Analyse von Textstellen und kombiniert diese mit fachwissenschaftlichen Definitionen von Rassismus sowie pädagogischen Ansätzen zur Wirkung von Literatur auf Kinder.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie die Inselbewohner als „wild“, „primitiv“ oder „abhängig“ charakterisiert werden, und wie die „weißen“ Akteure als überlegene Herrscherfiguren fungieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Rassismus, Postkolonialismus, Stereotype, Interkulturalität und kindliche Sozialisation.
Wie reagiert Pippi auf die Kniebeugung der Kinder?
Die Autorin stellt fest, dass Pippi die Unterwerfung nicht als rassistisches Machtsymbol versteht, sondern sie als ein „Spiel“ interpretiert, was die Autorin als „entschärfend“ für die Situation einstuft.
Warum wird die Bezeichnung „Negerprinzessin“ kritisch betrachtet?
Der Begriff wird als rassistisch konnotiertes Relikt gesehen, das zusammen mit der Darstellung von König Efraim die Machtverhältnisse von Industrieländern gegenüber Entwicklungsländern festigt.
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- Anonym (Author), 2012, Rassismus in Kinder- und Jugendliteratur. Fallbeispiel Pippi Langstrumpf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334339