Eines der immer wieder auftauchenden Schlagwörter im Rahmen der Fortbildung zum Case Manager ist der Begriff „Drehtüreffekt“. Bei diesem Begriff handelt es sich um eine Metapher, welche einen kurzen Wechsel zwischen zwei Situationen beschreibt. Im Gesundheitswesen versteht man darunter die Rückkehr von Patienten in stationäre Einrichtungen und dem damit verbundenen Rückschritt in ein vorhergegangenes Stadium.
Im klinischen Alltag ist es oft so, dass Patienten genau diesen Drehtüreffekt beschreiben und aus vielfältigen Gründen nach kurzer Zeit wieder ins Krankenhaus zurückkehren und stationär behandelt werden müssen. Die Auswirkungen einer solchen Rehospitalisierung können für alle Beteiligten sehr schwerwiegend sein. An einem Fallbeispiel aus der Praxis erfolgt im Rahmen dieser Arbeit die mögliche Anwendung des Case-Management-Konzeptes.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Fallbeschreibung Herr R.
Begriffsklärung Subarachnoidalblutung
Hirnorganische Psychosen
Auswirkungen am Fallbeispiel
Stürze im Krankenhaus
Case Management als Methode
Case Management Kreislauf theoretisch und im Bezug zum Fallbeispiel
Identifikation
Assessment
Entwicklung eines Versorgungsplanes
Implementation des Versorgungsplans - Intervention
Monitoring und Re-Assessment
Evaluation und Abschluss
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht anhand eines konkreten Fallbeispiels, ob und wie Case Management als prozessorientiertes Handlungskonzept hätte dazu beitragen können, schwerwiegende Behandlungsverläufe und Rehospitalisierungen – insbesondere durch Stürze – zu verhindern.
- Analyse des Drehtüreffekts im Gesundheitswesen
- Klinische Fallstudie eines Patienten mit traumatischem Schädel-Hirn-Trauma
- Bewertung der Risikoeinschätzung und Sturzprophylaxe
- Anwendung des Case-Management-Regelkreises auf den Patientenfall
- Diskussion von Überleitungsmanagement und interdisziplinärer Versorgung
Auszug aus dem Buch
Stürze im Krankenhaus
Eine internationale Definition der ProFaNE Gruppe (Prevention of Falls Network Europe) bezeichnet einen Sturz als „an unexpected event in which the participant comes to rest on the ground, floor, or lower level.“ übersetzt: „Ein Sturz ist ein Ereignis, in dessen Folge eine Person unbeabsichtigt auf dem Boden oder auf einer tieferen Ebene zu liegen kommt.“ Stürze im Krankenhaus sind häufige und unerwünschte Zwischenfälle. Die daraus resulierenden Folgen können schwerwiegend sein und die Dauer sowie den Verlauf eines Krankenhausaufenthaltes maßgeblich beeinflussen.
Abgesehen von den zusätzlichen negativen Folgeerkrankungen eines Sturzgeschehens für den Patienten, kann ein solches Ereignis auch hinsichtlich des Kostenfaktors für die behandelnde Klinik gravierende Auswirkungen haben. Bisweilen stellen Kostenträger Überlegungen, hinsichtlich der Erstattung der dadurch entstandenen Kosten an. Diese Aufwendungen können durch aufwendige Operationen oder notwendige Medikamente bzw. Hilfsmittel nicht unerheblich und damit ein deutlicher Kostenfaktor für die entsprechende Klinik sein.(Anmerkung des Verfassers)
Aus einer aktuellen Studie zum Sturzgeschehen geht hervor, dass sich über die Hälfte der Stürze vor allem in der Zeit zwischen 22.00 Uhr und 04.00 Uhr ereignen.7 Am Fallbeispiel wird ersichtlich welche gravierenden Folgen ein Sturz aus dem Bett mit angebrachten Bettgittern haben kann und wie der Krankheitsverlauf dadurch drastisch verändert wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Problem des "Drehtüreffekts" im Gesundheitswesen und Zielsetzung der Untersuchung mittels des Case-Management-Modells.
Fallbeschreibung Herr R.: Vorstellung eines 70-jährigen Patienten, der nach einem häuslichen Sturz eine traumatische Subarachnoidalblutung erlitt und einen komplexen klinischen Verlauf zeigt.
Begriffsklärung Subarachnoidalblutung: Medizinische Definition und Abgrenzung der verschiedenen Formen der Subarachnoidalblutung, insbesondere der traumatischen Genese.
Hirnorganische Psychosen: Erläuterung der Entstehung und Einteilung von psychischen Störungen nach Schädel-Hirn-Traumen und deren klinische Relevanz.
Auswirkungen am Fallbeispiel: Darstellung der bei Herrn R. aufgetretenen kognitiven Defizite, Halluzinationen und der daraus resultierenden Gefährdungslage.
Stürze im Krankenhaus: Theoretische Auseinandersetzung mit der Sturzproblematik unter Einbeziehung internationaler Definitionen und Expertenstandards.
Case Management als Methode: Definition des Modells und Darstellung des Ziels, Fehlversorgung zu verhindern und eine bedarfsgerechte Unterstützung zu ermöglichen.
Case Management Kreislauf theoretisch und im Bezug zum Fallbeispiel: Systematische Analyse des Regelkreises in den Phasen Identifikation, Assessment, Planung, Intervention, Monitoring und Evaluation, jeweils gespiegelt am Fall Herrn R.
Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse mit der Feststellung, dass durch Case Management Versorgungslücken beim Patienten hätten geschlossen werden können.
Schlüsselwörter
Case Management, Drehtüreffekt, Subarachnoidalblutung, Sturzprophylaxe, Krankenhaus, Rehospitalisierung, Assessment, Expertenstandard, Überleitungsmanagement, Patientenversorgung, Schädel-Hirn-Trauma, Pflegefachkraft, Systemagent, Gesundheitswesen, Versorgungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Vermeidung von Rehospitalisierungen und Versorgungslücken durch den Einsatz von Case Management im klinischen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Sturzprophylaxe, der neuropsychiatrischen Versorgung nach Schädel-Hirn-Traumata und der Implementierung von Versorgungsplänen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob ein Case Management Modell den Verlauf des Fallbeispiels Herr R. hätte positiv beeinflussen oder den folgenschweren Sturz hätte verhindern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine methodische Analyse des Case-Management-Regelkreises (Identifikation, Assessment, Planung, Intervention, Monitoring, Evaluation) anhand eines konkreten Praxisbeispiels durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die klinische Fallanalyse, die theoretischen Grundlagen des Case Managements und die Übertragung der Prozessschritte auf den Patientenfall.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Case Management, Sturzprophylaxe, Drehtüreffekt, Versorgungsplanung und interdisziplinäre Kooperation.
Warum ist das Assessment beim Fallbeispiel Herr R. laut Autor kritisch zu sehen?
Die Einschätzung mittels des Frühreha-Barthel-Index war lückenhaft und berücksichtigte das individuelle Sturzrisiko nicht detailliert genug, um präventive Maßnahmen einzuleiten.
Welche Rolle hätte ein Case Manager bei Herrn R. konkret einnehmen können?
Als Systemagent hätte der Case Manager die interdisziplinäre Kommunikation steuern, die Mitaufnahme einer Begleitperson (Rooming-in) forcieren und die Einsetzung einer gesetzlichen Betreuung rechtzeitig initiieren können.
- Citation du texte
- Ute Berger (Auteur), 2013, Case Management im Krankenhaus. Der Drehtüreffekt im Managementprozess am Praxisbeispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334433