Die Tempusformen Präteritum und Perfekt. Eine empirische Untersuchung des Präteritumschwundes bei Sprechern der deutschen Sprache


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

35 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung.

2 Theoretischer Teil
2.1 Darstellung von Präteritum und Perfekt in deutschen Grammatiken:
2.2 Darstellung von Präteritum und Perfekt in Schulgrammatiken und Schulbüchern:
2.3 Der Präteritumschwund in der deutschen Sprache:
2.3.1 Begriffsklärung:
2.3.2 Historischer Verlauf:
2.3.3 Erklärungen für den Präteritumschwund:
2.3.4 Heutiger Zustand in der deutschen Sprache:

3 Methodischer Teil
3.1 Hypothesen:
3.2 Das Korpus:

4 Analyseteil
4.1 Hypothese 1:
4.2 Hypothese 2:
4.3 Vergleich Präteritum und Perfekt:

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis.

7 Inhaltsangabe Anhang.

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der allgemein bekannten Tatsache des Präteritumschwundes1 anhand einer Untersuchung der Gebrauchshäufigkeit von den Tempusformen Präteritum und Perfekt. Dazu werden Schülertexte darauf hin untersucht werden, wo statt einem zu erwartenden Präteritum das Perfekt gebraucht wurde.2 LINDGREN schreibt dazu, dass die Verwendung der Vergangenheitstempora im Deutschen eine recht unklare Sache darstellt. Feste, eindeutige Regeln für ihre Verteilung lassen sich nicht aufstellen.3

Somit werde ich in dieser Arbeit versuchen das genannte Problem anhand von zwei unterschiedlichen Hypothesen und einem Vergleich zwischen der Verwendung des Perfekts und Präteritums in schriftlichen Texten sowie in mündlichen Erzählungen zu untersuchen. Dazu wird zunächst im theoretischen Teil (Kapitel 2) der vorliegenden Arbeit die Definitionen sowie die Darstellungen der beiden Tempusformen Präteritum und Perfekt in den deutschen Grammatiken sowie Schülergrammatiken und Schulbüchern geklärt werden. Anschließend daran wird das Phänomen des Präteritumschwundes durch eine allgemeine Begriffsklärung, den historischen Verlauf des Schwundes, Erklärungen für diesen und durch die Darstellung des heutigen Zustandes in der deutschen Sprache dargestellt.

Der methodische Teil (Kapitel 3) stellt die von mir zu bearbeitenden zwei Hypothesen ROWLEYS4 sowie den von mir durchzuführenden Vergleich vor, anhand derer ich die unterschiedlichen Gebrauchshäufigkeiten von Präteritum und Perfekt, sowohl in geschriebenen Texten als auch in der verschriftlichten Form von mündlichen Erzählungen, an den mir zur Verfügung gestellten Korpus an Schülertexten untersuchen werde. Im Analyseteil (Kapitel 4) werden nach den Hypothesen geordnet alle darin aufkommenden Fragen in Bezug auf die Verwendung der beiden Tempusformen untersucht sowie festgestellte Unterschiede und Tendenzen zu erklären versucht. Im fünften Kapitel werde ich die vorherigen gewonnenen Ergebnisse zum unterschiedlichen Gebrauch von Präteritum und Perfekt im Deutschen zusammenfassen sowie die Frage zu klären versuchen, ob tatsächlich das Phänomen des Präteritumschwundes in den von mir zu untersuchenden Texten zu finden ist.

2 Theoretischer Teil

Als Voraussetzung für die Untersuchungen im Analyseteil (Teil 4) dieser Arbeit folgt nun eine Darstellung der beiden Tempusformen Präteritum und Perfekt in den deutschen Grammatiken sowie in Schulgrammatiken und Schulbüchern. Im Anschluss daran wir das Phänomen des Präteritumschwundes näher betrachtet werden.

2.1 Darstellung von Präteritum und Perfekt in deutschen Grammatiken:

EISENBERG5 schreibt in seiner Grammatik, dass das Präteritum die Relativierung auf eine Zeit (Zeitpunkt oder Zeitintervall) benötigt, um verstanden zu werden. Das ist die sogenannte Referenzzeit (siehe Satz (1)).

(1) Karl schlief (als wir ankamen).6

Auch nur in dem Satz Karl schlief wird eine Referenzzeit mitverstanden. In diesem Beispiel ist diese zwar im Nebensatz als Zeitpunkt genannt, kann aber auch durch einen weiteren Kontext gegeben sein. Allgemein gilt, dass die Ereigniszeit ein Zeitintervall ist und im Indikativ die Referenzzeit vor der Sprechzeit liegt. Ereigniszeit und Referenzzeit überlappen sich hierbei. Des Weiteren schreibt er, dass das Präteritum keine Aussage über die Abgeschlossenheit von der Ereigniszeit trifft. Eine Ausnahme hiervon stellen punktuelle Verben dar, die ein Ereignis ohne zeitliche Erstreckung bezeichnen. In diesem Fall wird mit dem Präteritum auch eine Abgeschlossenheit ausgedrückt (siehe Satz (2) und (3)).

(2) Gestern suchte Karl seinen Schlüssel.7

(3) Gestern fand Karl seinen Schlüssel.8

In Satz (2) kann das Suchen bis zur Sprechzeit andauern, in Satz (3) ist das Finden abgeschlossen.

Die Bedeutung des Perfekts lässt sich anhand der Sätze in (4)9 verdeutlichen:

(4) a. Er gibt zu, in der Partei gewesen zu sein.

b. Er gab zu, in der Partei gewesen zu sein.

c. Er wird zugeben, in der Partei gewesen zu sein.

Die Sätze bedeuten, dass ''er'' zum Zeitpunkt des Zugebens in der Partei ist, unabhängig davon, dass dieser Zeitpunkt in der Gegenwart, Vergangenheit oder in der Zukunft liegt. Die Sätze bedeuten demnach, dass das In -der -Partei -Sein vor dem Zugeben liegt. EISENBERG fasst dies mit folgenden Worten zusammen:

Diese Verhältnisse gelten unabhängig davon, in welchem Tempus der übergeordnete Satz steht. Die Bedeutung der Perfektform kann mithin angegeben werden als Vorzeitigkeit vor einem anderen Zeitpunkt. Entsprechend enthalten alle finiten Perfekttempora die Relation ''E10 vor R11 '' als Teil ihrer Bedeutung.12

Noch deutlicher werden diese Feststellungen an dem Plusquampefektsatz (5).

(5) Willi war um sechs Uhr angekommen.13

Dieser Satz kann erstens bedeuten, dass Willi vor sechs Uhr ankam, dass er also um sechs Uhr anwesend war. Zweitens kann mit ihm aber auch gemeint sein, dass Willi um sechs Uhr ankam, dass sechs Uhr demnach die Zeit von seiner Ankunft bezeichnet. Für beide Lesarten liegt das Ereignis (E) vor der Referenzzeit (R), die wiederum vor der Sprechzeit (S) liegt. „Diese zwei Lesarten unterscheiden sich jedoch darin, dass im ersten Fall von der Zeit nach E die Rede ist (zu der Willi da ist), im zweiten Fall von E selbst (Willis Ankunft).“ 14 In (5) bezieht sich die Zeitangabe also in einem Fall auf die Referenzzeit und im anderen Fall auf die Ereigniszeit.15 Die erste Lesart wird als perfektisches Plusquamperfekt bezeichnet, die zweite als imperfektisches Plusquamperfekt.

Vergleicht man die beiden Tempusformen Plusquamperfekt und Perfekt lässt sich feststellen, dass die Bedeutung ''E vor R und R vor S'' in Plusquamperfektsätzen (siehe (6)) und ''E vor R und R nicht – vor S'' in Perfektsätzen (siehe (7)) gilt.

(6) Als wir ankamen, hatte Lukas das Buch gelesen.16

(7) Jetzt hat Lukas alle Fünf – Freunde – Bücher gelesen.17

Des Weiteren muss zwischen einem perfektischen Perfekt (siehe Satz 8)) und einem imperfektischen Perfekt (siehe Satz (9)) verglichen werden.

(8) Letztes hat hat Lukas alle Fünf – Freunde - Bücher gelesen.

(9) *Jetzt las Lukas alle Fünf – Freunde – Bücher.

Auffallend hierbei ist, dass das imperfektische Perfekt durch das Präteritum ersetzt werden kann (siehe Satz (9)), das perfektische jedoch nicht. Dies kommt daher, dass ohne ein vergangenheitsbezogenes Adverbial Sätze im Perfekt als perfektiv interpretiert werden und zugleich impliziert die perfektive Lesart eine gewisse Relevanz für die Gegenwart. Dies führt schließlich dazu, dass im gesprochenen Deutsch das Präteritum durch das Perfekt ersetzt werden kann (siehe Kapitel 2.3).

HENTSCHEL und WEYDT18 hingegen sagen, dass das Perfekt und das Präteritum ein gemeinsames Strukturmerkmal besitzen. Der Unterschied zwischen den beiden Tempusformen besteht lediglich in der Bildung. Das Präteritum stellt eine synthetische Form dar (ich war, ich ging, ich machte,...). Das Perfekt hingegen ist eine analytische Form, die mit einem Hilfsverb und dem Partizip Perfekt des Vollverbs gebildet wird (du bist gegangen, du hast gesagt,...). Beide Formen dienen dazu Ereignisse zu kennzeichnen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben.

Die beiden Autoren schreiben, dass es jedoch einige Schwierigkeiten in Bezug auf die beiden Tempusformen gibt. Zum Einen sind Präteritum und Perfekt gegeneinander austauschbar, jedoch nur in eine Richtung. „Jedes Präteritum kann […] in ein Perfekt verwandelt werden; aber nicht jedes Perfekt kann umgekehrt durch ein Präteritum ersetzt werden.“ 19 Verdeutlicht wird dies an den Beispielsätzen (10) bis (13)20.

(10) Schiller schrieb Die Räuber im Jahre 1781.

(11) Schiller hat die Räuber im Jahre 1781 geschrieben.

(12) Guck mal, es hat geschneit.

(13) *Guck mal, es schneite.

Laut den beiden Autoren hängt die Wahl der Tempusform auch von dem betreffenden Verb ab. Demnach werden Hilfsverben, Modalverben und einige Verben der Bewegung häufiger im Präteritum benutzt als andere. Es kommt aber auch auf die Lautstruktur an. Anstatt du berichtetest oder du rastetest werden die Perfektformen verwendet (du hast berichtet, du hast gerastet). Ebenso verhält es sich, wenn sich die Sprecher nicht sicher sind welche die richtige Präteritumform ist. Dann greift dieser auch auf das Perfekt zurück.

In den Fällen, in denen beide Tempora benutzt werden könnten, lässt sich jedoch ein deutlicher Bedeutungsunterschied feststellen. Das Perfekt kann dann ''Abgeschlossenheit'' ausdrücken, eine Eigenschaft, die das Präteritum nicht aufweisen kann.

(14) Haben Sie schon gegessen?21

(15) Aßen Sie schon?22

Beispielsatz (14) verdeutlicht, dass das Ereignis, welches sich in der Vergangenheit abgespielt hat (essen), zum Zeitpunkt des Fragestellens bereits abgeschlossen sein muss und eventuell in seinem Resultat noch fortwirkend erfasst wird. Dies ist in Satz (15) nicht gegeben. Noch deutlicher wird dies an es schneite – es hat geschneit. Das Erste wird in Sätzen vorkommen, in denen es auf die vergangene Ereigniszeit ankommt (Es schneite, als er ins Freie trat 23 ). Der Vorgang in Es hat geschneit wird jedoch als abgeschlossen dargestellt.

HENTSCHEL und WEYDT betonen außerdem, dass man in einigen Fällen das gleiche Ereignis mit dem Präteritum oder dem Perfekt ausdrücken kann, je nachdem, wie man es einordnet. Sie unterscheiden die Beispielsätze (16) und (17)24:

(16) Christoph Kolumbus entdeckte 1492 Amerika, segelte zurück nach Spanien,...

(17) Christoph Kolumbus hat Amerika entdeckt.

Demnach, was betont werden soll, wird das Präteritum oder das Perfekt verwendet. Bei einem chronologischen Bericht (siehe Satz (16)) greift man auf das Präteritum zurück. Wenn aber das Ergebnis betont werden soll (siehe Satz (17)) wird das Präteritum verwendet. Daraus schlussfolgern die Autoren, dass in Texten, in denen der erzählende Rhythmus (und dann... und dann) folgt, wobei das Interesse der Leser auf die Abfolge von diesen Fakten gerichtet ist, das Präteritum vorherrschen wird. Wenn jedoch ein vergangenes Ereignis als abgeschlossen und als Resultat dargestellt wird, wird das Perfekt bevorzugt verwendet. Diesen resultativen Charakter hat das Perfekt jedoch nicht inne, wenn in bestimmten sprachlichen Gebieten das Präteritum nicht mehr verwendet oder aus phonetischen Gründen auf eben dieses verzichtet wird. Es wird dann einfach zum Standardtempus für das vergangene Geschehen ohne resultativen Charakter.

Obwohl HENTSCHEL und WEYDT anfangs schreiben, dass die beiden Tempusformen ein gemeinsames Strukturmerkmal haben und sich lediglich in ihrer Bildung unterscheiden, stellen sie verschiedene Definitionen der beiden Tempora auf. Sie definieren das Präteritum als Tempusform, die vergangene Sachverhalte bezeichnet und das Perfekt als Zeitform, die vergangene Handlungen mit Bedeutung für die Gegenwart beschreibt.

Auch DARSKI25 definiert die beiden Tempusformen unterschiedlich. Das Präteritum bezieht sich bei ihm auf ein Geschehen, welches im Sprechmoment schon vergangen ist. Er betont, dass für den Gebrach dieser Zeitform die Erinnerung grundlegend ist. Denn wenn man sich an etwas erinnert und dieses dann berichtet, verwendet man im Standarddeutschen das Präteritum. Daher wird diese Tempusform auch als spezifisches Tempus der Erzählung bezeichnet. Das Perfekt hingegen stellt bei ihm ein Geschehen dar, welches im Sprech-/Schreibzeitpunkt bereits abgeschlossen ist. Dieser Abschluss kann sich auf die Vergangenheit, ebenso aber auch auf die Zukunft beziehen. Daher unterscheidet DARSKI zwei Varianten des Perfekts: Das Perfekt zur Bezeichnung eines vergangenen Geschehens (siehe Satz (18)) und das Perfekt zur Bezeichnung eines zukünftigen Geschehens (siehe Satz (19)).

(18) Wir haben das bereits gestern besprochen.26

(19) Bis morgen hat sich die Sache geklärt.27

Die erste Variante ist die am häufigsten verwendete. Die Zweite steht immer mit einer obligatorischen in die Zukunft hinweisenden Angabe (bis morgen,in einer Woche, in drei Jahren,...).

Grundlegend bei dieser Zeitform ist nicht die Erinnerung, sondern die Feststellung. Das Perfekt stellt nämlich einzelne schon abgeschlossene Tatsachen fest. Daher wird es meistens in Gesprächssituationen verwendet. Selten kann es außerdem in allgemeingültigen Aussagen angewandt werden. Generell wird an dieser Stelle jedoch das Präteritum bevorzugt (siehe Satz (20) und (21)).

(20) Ein Unglück ist schnell geschehen.28

(21) Ein Unglück geschah schnell.

In der Umgangssprache wird laut DARSKI das Präteritum eher selten gebraucht, da sich hier Perfekt als Erzähltempus durchgesetzt hat.

Bei GRIESBACH29 wird das Präteritum als Zeitform beschrieben, welches vom Zeitpunkt der Äußerung aus gerechnet, vergangene, zeitlich zurückliegende Sachverhalte beschreibt, zu denen der Sprecher innerlich Abstand gewonnen hat. Es stellt, wie DARSKI auch beschreibt, die übliche Erzählform dar, das Perfekt hingegen die gängige Gesprächsform. Dieses wird auch als Zeitform beschrieben, bei der vom Zeitpunkt der Äußerung aus gerechnet, vergangene, zeitlich zurückliegende Sachverhalte beschrieben werden, die sich noch bis in die Äußerungszeit auswirken.

GRIESBACH zählt ebenfalls verschiedene Verwendungsformen/-zwecke der beiden Tempora auf. Das Präteritum kann unter anderem bei den Verben haben/sein anstelle des Perfekts verwendet werden, wenn diese Verben Prädikatsergänzungen haben (siehe Satz 22)).

(22) Ich war ungefähr zwei Stunden im Museum.30

Das Perfekt hingegen wird gebraucht, wenn eine abschließende Feststellung geäußert wird (siehe Satz 23)).

(23) Hans war letztes Jahr in Paris. -Ich bin 1980 dort gewesen.31

Bei Modalverben jedoch wird das Präteritum dem Perfekt vorgezogen (siehe Satz (24)).

(24) Hans konnte/wollte/durfte/sollte/mochte nicht hierbleiben.32

Das Perfekt kann aber nicht nur verwendet werden, wenn bei der vom Zeitpunkt der Äußerung aus gerechnet, vergangene, zeitlich zurückliegende Sachverhalte beschrieben werden, die sich noch bis in die Äußerungszeit auswirken, sondern auch, wenn der Sachverhalt bereits abgeschlossen ist (siehe Satz (25)).

(25) Fritz hat (gestern) seinen Ausweis verloren.33

Ebenfalls gilt es als übliche Gesprächsform bei der Beschreibung vergangener Sachverhalte (siehe Satz 26) und es kann Geschehnisse beschreiben, welche erst, vom Zeitpunkt der Äußerung aus gerechnet, zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt abgeschlossen sein werden (siehe Satz (27)).

(26) Ich bin in Kiel geboren.34

(27) Bis morgen Abend haben wir unsere Arbeit geschafft.35

In anderen Grammatiken hingegen (siehe zum Beispiel HELBIG/BUSCHA36 ) werden im Gegensatz zu EISENBERG, HENTSCHEL und WEYDT, DARSKI oder GRIESBACH eher nur auf die Bildung der beiden Tempusformen eingegangen und weniger auf die Verwendung. So finden sich bei diesen Autoren zunächst Konjugationstabellen, die im Nachhinein erläutert sowie ergänzt werden (siehe Schaubild 1 und 2).

Schaubild 1: Konjugationstabelle Präteritum37

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 2: Konjugationstabelle Perfekt38

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jedoch finden sich auch in diesen Grammatiken Definitionen zu den jeweiligen Zeitformen. Bei HELBIG und BUSCHA unterscheiden sich diese eindeutig zu den vorher in dieser Arbeit erwähnten. Sie bezeichnen das Präteritum nämlich als Tempusform, die vergangene Sachverhalte bezeichnet, wobei die Aktzeit und die Betrachtzeit identisch sind und beide vor der Sprechzeit liegen. Ähnlich wie bei dem Perfekt. Dieses beschreibt ebenfalls vergangene Sachverhalte, die Sprechzeit und die Betrachtzeit sind hier aber identisch. Die Aktzeit liegt vor ihnen.

Verständlicher geschrieben, aber den gleichen Ansatz vertreten PAFEL und REICH39. Die beiden Autoren beschreiben das Präteritum als Zeitform, welche Vergangenheitsbezug ausdrückt. Man spricht dann von Vergangenheitsbezug, wenn die Ereigniszeit (E) vor der Sprechzeit (S) liegt (E < S). Die Zeit, von der die Rede ist, stellt in den meisten Fällen eine ganz bestimmte Zeit dar, die sich aus dem Kontext oder den Temporaladverbien des Satzes ergibt (siehe Satz 28)).

[...]


1 Lindgren, Kaj B.: Über den oberdeutschen Präteritumschwund. Helsinki 1957, S. 5.

2 Vgl. ebd., S.10.

3 Vgl. ebd., S.10.

4 Rowley, Anthony: Das Präteritum in den heutigen deutschen Dialekten. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, L. Jahrgang Heft 2. Wiesbaden 1983, S. 161- 182.

5 Eisenberg, Peter: Grundriss der deutschen Grammatik, Band 2: der Satz. Stuttgart 2013.

6 Zit.n.: Eisenberg, Peter: Grundriss der deutschen Grammatik, Band 2: der Satz. Stuttgart 2013, S.104.

7 Zit.n.: ebd., S.104.

8 Zit.n.: ebd., S.104.

9 Zit.n.: Eisenberg, Peter: Grundriss der deutschen Grammatik, Band 2: der Satz. Stuttgart 2013, S.105.

10 Mit ''E'' wird die Ereigniszeit abgekürzt.

11 Mit ''R'' wird die Referenzzeit abgekürzt.

12 Zit. n.: ebd. S.105.

13 Zit. n.: ebd. S.105.

14 Zit. n.: ebd. S.105.

15 Vgl. Comrie, Bernard: Tense. Cambridge 1985, S.66.

16 Zit.n.: Eisenberg, Peter: Grundriss der deutschen Grammatik, Band 2: der Satz. Stuttgart 2013, S.105.

17 Zit. n.: ebd. S.105.

18 Hentschel, Elke; Weydt, Harald: Handbuch der deutschen Grammatik. Berlin/Boston, 2013.

19 Zit.n.:Hentschel, Elke; Weydt, Harald: Handbuch der deutschen Grammatik. Berlin/Boston 2013, S.94.

20 Zit.n.: Ebd, S.94.

21 Zit.n.: Zit.n.:Hentschel, Elke; Weydt, Harald: Handbuch der deutschen Grammatik. Berlin/Boston 2013, S.96.

22 Zit.n.: Ebd, S.96.

23 Zit.n.: Ebd, S.96.

24 Zit.n.:Hentschel, Elke; Weydt, Harald: Handbuch der deutschen Grammatik. Berlin/Boston 2013, S.96.

25 Darski, Józef Pawet: Deutsche Grammatik, ein völlig neuer Ansatz. Frankfurt am Main, 2010.

26 Zit.n.: Darski, Józef Pawet: Deutsche Grammatik, ein völlig neuer Ansatz. Frankfurt am Main 2010, S.361.

27 Zit.n.: Ebd., S.361.

28 Zit.n.: Ebd., S.361.

29 Griesbach, Heinz: Neue deutsche Grammatik. Berlin/München, 1986.

30 Zit.n.: Griesbach, Heinz: Neue deutsche Grammatik. Berlin/München 1986, S.90.

31 Zit.n.: Ebd., S.90.

32 Zit.n.: Ebd., S.90.

33 Zit.n.: Ebd., S.90.

34 Zit.n.: Griesbach, Heinz: Neue deutsche Grammatik. Berlin/München 1986, S.90.

35 Zit.n.: Ebd., S.91.

36 Helbig, Gerhard; Buscha, Joachim: Leitfaden der deutschen Grammatik. Leipzig,1974.

37 Zit.n.: Helbig, Gerhard; Buscha, Joachim: Leitfaden der deutschen Grammatik. Leipzig 1974, S. 14.

38 Zit.n.: Ebd, S.14.

39 Pafel, Jürgen; Reich, Ingo: Einführung in die Semantik. Stuttgart/Saarbrücken, 2015.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Die Tempusformen Präteritum und Perfekt. Eine empirische Untersuchung des Präteritumschwundes bei Sprechern der deutschen Sprache
Hochschule
Universität des Saarlandes  (4.1 Germanistik)
Veranstaltung
Hauptseminar Bedeutung
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
35
Katalognummer
V334456
ISBN (eBook)
9783668243873
ISBN (Buch)
9783668243880
Dateigröße
804 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tempusformen, Gebrauch Präteritum und Perfekt, Präteritum, Perfekt, Präteritumschwund, Sprachwandel
Arbeit zitieren
Ariane Meyer-Buchhardt (Autor), 2015, Die Tempusformen Präteritum und Perfekt. Eine empirische Untersuchung des Präteritumschwundes bei Sprechern der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334456

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