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Maoismus und Sowjetkommunismus in der westdeutschen Linken

Unterschiede zwischen "wissenschaftlichem Kommunismus" und Maoismus in Ideologie und Praxis

Título: Maoismus und Sowjetkommunismus in der westdeutschen Linken

Trabajo Escrito , 2015 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Ulrich Roschitsch (Autor)

Historia universal - Historia moderna
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Nachdem die wichtigsten Unterschiede zwischen "wissenschaftlichem Kommunismus" und Maoismus aus neutraler Sicht – der des westdeutschen Politologen und Marxismusforschers Wolfgang Leonhard – geklärt sind, soll ein Blick auf die Natur des spezifisch westdeutschen Dialogs zwischen Sowjet-Kommunisten und Maoisten geworfen werden. Dabei sollen die Fragen geklärt werden, warum und wie weit sich die K-Gruppen vom Modell der Sowjet-Union entfernten und ob sie sich wirklich dem Maoismus oder eher einem erdachten Idealkommunismus annäherten, der dann in Mao-Bilder und -Zitate hineinprojiziert wurde.

Danach soll, angesichts der Kritik der westdeutschen Orthodoxen am Maoismus, beleuchtet werden, ob sich diese Fragen auch die westdeutschen Orthodoxen stellten, und wenn ja, wie sie die Frage nach der Originalität des westdeutschen Maoismus beantworteten. Dies lässt sich in einer Doppelfrage zusammenfassen: Was machten die K-Gruppen aus dem Maoismus und wie wurde dies von den westdeutschen Orthodoxen verstanden?

Der Kommunismus während des Kalten Krieges war vielfältiger als man denkt, er existierte im 20. Jahrhundert in vielen verschiedenen Varianten. Die beiden größten Leitideologien waren jedoch der "wissenschaftliche Kommunismus" der UdSSR und die Große Lehre Mao-tse-tungs in China. Diese rangen um den Führungsanspruch der kommunistischen Lehre – so auch in Westdeutschland. In den 1970er Jahren entbrannte unter den westdeutschen Linken eine regelrechte Flut an Diskussionen darüber, welche Ideologie nun den "echten" Marxismus-Leninismus repräsentiert – was im Großen auf der Weltbühne geschah, lief auch im Kleinen in der BRD ab.

Aber handelt es sich hier wirklich um den gleichen Konflikt? Zunächst scheint es überraschend, dass es auch in Westdeutschland eine nennenswerte kommunistische Szene gab und tatsächlich beschränkte sich diese auch auf einen relativ kleinen Personenkreis.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Systemunterschiede zwischen Maoismus und Sowjet-Kommunismus

2. Die Sicht westdeutscher Maoisten auf die Systemunterschiede

2.1. Kritik am "wissenschaftlichen Kommunismus"

2.2. Sicht auf den Maoismus

3. Sicht der Maoismuskritiker auf die Systemunterschiede

3.1. Kritik am Maoismus

3.2. Sicht auf den Sowjet-Kommunismus

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rezeption und Wahrnehmung der ideologischen Unterschiede zwischen dem sowjetischen "wissenschaftlichen Kommunismus" und dem chinesischen Maoismus innerhalb der westdeutschen Linken der 1970er Jahre. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit sich die sogenannten K-Gruppen vom sowjetischen Modell abwandten, ob sie sich tatsächlich dem Maoismus oder eher einem eigenständig konstruierten Idealkommunismus annäherten und wie diese Bestrebungen von den "orthodoxen" Kräften der Linken kommentiert wurden.

  • Vergleich der Lehren des "wissenschaftlichen Kommunismus" der UdSSR und des Maoismus.
  • Analyse der Abkehr westdeutscher K-Gruppen vom sowjetischen Vorbild.
  • Untersuchung der maoistischen Selbstwahrnehmung und deren Idealkommunismus.
  • Kritische Auseinandersetzung orthodoxer Linker mit der maoistischen Strömung.
  • Beurteilung der Eigenständigkeit des westdeutschen Maoismus gegenüber dem chinesischen Original.

Auszug aus dem Buch

2.1. Kritik am "wissenschaftlichen Kommunismus"

Auch in Westdeutschland wurden die bereits beschriebenen Unterschiede zwischen dem wissenschaftlichen Kommunismus und dem Maoismus wahrgenommen. Dennoch bleibt die Frage, warum sich ein so großer Teil der westdeutschen Linken vom sowjetischen Vorbild abwendete. Felix Wemheuer gibt erste Antworten auf diese breite Frage, indem er darlegt, dass die westdeutschen Maoisten die Länder des Ostblocks als "verknöchert und bürokratisiert" wahrnahmen. Nach dem XX. Parteitag der KPdSU und der Aufstellung der Koexistenzdoktrin wäre von der UdSSR kein revolutionärer Elan mehr ausgegangen – im Gegenteil: Sie werfen der KPdSU "Revisionismus" vor. Der Vorwurf, dass die Sowjetunion durch ihr Verhalten während des Vietnamkrieges und durch den Einmarsch in Prag die "Befreiungskämpfe in der 'Dritten Welt' [...] verraten" habe, führte dazu, dass Mao als die neue "Avantgarde" der Revolution gesehen wurde. Untermauert wurde dies durch die Kritik an der sowjetischen Bürokratie und dem Klassenkampf, der nur durch Geheimdienste und Institutionen geführt werde, statt wie in China durch die eigentlich Unterdrückten selbst.

Gerd Koenen ist in seinem Interview der Meinung, der traditionelle Kommunismus, mit den Arbeitern im Mittelpunkt, habe auf Russland nicht so richtig gepasst. Diese harsche Kritik bot reichlich Stoff für Diskussionen, so auch für den westdeutschen Reformkommunisten Winfried Wolf. Wolf stellte 1975 Fragen zu Meinungen und Einschätzungen westdeutscher Maoisten – in Gestalt der KPD(RF) – und beantwortet diese mit Verweisen auf Parteiprogramme und -zeitungen, um so einen Dialog mit den westdeutschen Maoisten zu fördern. Dabei sind offizielle Standpunkte der KPD(RF), objektive Beschreibungen durch Winfried Wolf sowie Kommentare und Wertungen, die er zu Standpunkten der KPD(RF) abgibt, sehr oft schwer zu unterscheiden. Nichtsdestoweniger lassen sich gewisse Muster erkennen, die den Text verständlicher machen: Nachdem Wolf seine Frage an die Maoisten in Gestalt der KPD(RF) gestellt hat, schildert, kommentiert und kritisiert er die dazu passende Meinung der KPD(RF), die er dann in einer fiktiven Antwort abschließend kurz zusammenfasst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Systemunterschiede zwischen Maoismus und Sowjet-Kommunismus: Dieses Kapitel arbeitet die ideologischen Divergenzen zwischen der sowjetischen Entstalinisierung und dem chinesischen Maoismus heraus, insbesondere hinsichtlich der Weltrevolution und der Koexistenzdoktrin.

2. Die Sicht westdeutscher Maoisten auf die Systemunterschiede: Hier wird analysiert, warum sich die westdeutschen K-Gruppen von der UdSSR abwandten und den Maoismus als neue, authentische revolutionäre Kraft instrumentalisierten.

3. Sicht der Maoismuskritiker auf die Systemunterschiede: Dieses Kapitel beleuchtet die Gegenperspektive orthodoxer und reformkommunistischer Kreise, die den Maoismus unter anderem als "Großmachtchauvinismus" oder als Fehlinterpretation der gesellschaftlichen Realitäten angriffen.

Schlüsselwörter

Maoismus, Sowjetkommunismus, K-Gruppen, Westdeutsche Linke, Kalter Krieg, Marxismus-Leninismus, Ideologiekritik, Reformkommunismus, Weltrevolution, Kulturrevolution, Entstalinisierung, Koexistenzdoktrin, Klassenkampf, Winfried Wolf, Gerd Koenen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung westdeutscher linker Gruppen mit den divergierenden Kommunismus-Ideologien der Sowjetunion und Chinas in den 1970er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Kritik am sowjetischen "wissenschaftlichen Kommunismus", die Rezeption des Maoismus durch westdeutsche K-Gruppen und die ablehnende Haltung orthodoxer Kritiker gegenüber diesen Entwicklungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, warum sich die westdeutsche Linke vom sowjetischen Modell entfernte und ob die Übernahme maoistischer Ideen eine genuine Annäherung oder eher eine Projektion eigener Ideale war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Interviews (insbesondere Gerd Koenen) und primären Dokumenten (Parteiprogramme der K-Gruppen) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Differenzen, die maoistische Sichtweise auf das sowjetische System und die detaillierte Kritik dieser Sichtweise durch andere linke Strömungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Maoismus, Sowjetkommunismus, K-Gruppen, westdeutsche Linke, Ideologiekritik und Klassenkampf.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der K-Gruppen bei der Rezeption Maos?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die K-Gruppen Maos Parolen und Ikonen nutzten, diese jedoch eigenständig und oft losgelöst von den realen politischen Entwicklungen in China weiterverarbeiteten.

Was unterscheidet die Kritik von Winfried Wolf von anderen Kritikern?

Im Gegensatz zu den meist pauschalen Verurteilungen des Maoismus durch die DDR-Ideologie oder Rolf Max, suchte der Reformkommunist Winfried Wolf den direkten inhaltlichen Dialog mit den Maoisten, auch wenn er deren Positionen scharf kritisierte.

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Detalles

Título
Maoismus und Sowjetkommunismus in der westdeutschen Linken
Subtítulo
Unterschiede zwischen "wissenschaftlichem Kommunismus" und Maoismus in Ideologie und Praxis
Universidad
University of Mannheim  (Historisches Institut)
Curso
Proseminar: Deutschland und China zwischen 1949 und 1989
Calificación
1,0
Autor
Ulrich Roschitsch (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
17
No. de catálogo
V334512
ISBN (Ebook)
9783668241008
ISBN (Libro)
9783668241015
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mao-tse-tung UdSSR Kommunismus Marxismus Maoismus kommunistischen Lehre
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ulrich Roschitsch (Autor), 2015, Maoismus und Sowjetkommunismus in der westdeutschen Linken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334512
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