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Das romantische Motiv der Nacht in der Lyrik von Brentano, Lamartine und Leopardi. Ein Vergleich

Title: Das romantische Motiv der Nacht in der Lyrik von Brentano, Lamartine und Leopardi. Ein Vergleich

Seminar Paper , 2016 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alida Ott (Author)

German Studies - Comparative Literature
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In dieser Arbeit soll zunächst die für die Literatur der Romantik charakteristische Nachtmotivik erläutert werden.

Anschließend werden die romantischen Gedichte „Sprich aus der Ferne“ von Clemens Brentano, „Le Soir“ von Alphonse de Lamartine und „Alla Luna“ von Giacomo Leopardi dahingehend analysiert, welche Rolle das Nachtmotiv übernimmt und in welcher Beziehung die Nacht zum lyrischen Ich steht.
In Kapitel vier sollen die Ergebnisse verglichen, differenziert und abschließend in Kapitel fünf zusammengefasst werden.

Die literarische Strömung der Romantik erstreckt sich in etwa über den Zeitraum vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Politisch geprägt durch die Französische Revolution und die Kriege Napoleons, folgt die Epoche der Aufklärung, zu der sie eine regelrechte Abkehr darstellt. Während die Aufklärer vor allem das Streben nach Vernunft, die Hinwendung zu den Naturwissenschaften und die Verwirklichung des Fortschritts zu wichtigen Zielen erklären, entfernen sich die Romantiker von dem Vernunftgedanken hin zu einer naturphilosophischen Weltanschauung. Bedingt wurde der Wandel der Denkweise durch die fundamentalen Veränderungen der Lebensumstände; den Modernisierungsprozess, die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen von feudal-aristokratischen zu bürgerlichen und demokratischen Ordnungen.

Die Romantiker wendeten sich ab von den klassischen und antiken Vorbildern und entwickelten eine eigene Ästhetik. Statt der Nachahmung, die lange Grundbegriff der Ästhetik ist, steht nun der Gedanke der Produktivität im Mittelpunkt. Gezeichnet vom Weltschmerz suchen die Romantiker Antworten auf ihre Sehnsüchte in der Natur, vor allem bei Nacht. Die Nacht, die bis dato negativ konnotiert ist, entwickelt sich zu einem charakteristischen Motiv dieser Epoche und erhält von den Dichtern eine neue Kodierung. Naturwissenschaftliche Betrachtungsweisen vernachlässigend, nähern sie sich den sinnlichen Naturerfahrungen. Es gilt die Nacht, die von den Romantikern als mystisches und geheimnisvolles Wesen betrachtet wird, zu entschlüsseln und zu erfassen. Dabei entwickelt sich eine neue Nachtmotivik, die dazu genutzt wird, geistige und seelische Erlebnisse darzustellen und das Unterbewusste zu offenbaren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Hinführung in die Thematik

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Die Nacht als Motiv romantischer Literatur

3. Gedichtanalysen

3.1 „Sprich aus der Ferne“ von Clemens Brentano

3.2 „Le Soir“ von Alphonse de Lamartine

3.3 „Alla Luna“ von Giacomo Leopardi

4. Vergleich der Ergebnisse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Nachtmotivs in ausgewählten romantischen Gedichten von Clemens Brentano, Alphonse de Lamartine und Giacomo Leopardi. Das primäre Ziel ist es, die Rolle der Nacht als Medium für seelische Prozesse und ihre Beziehung zum lyrischen Ich im europäischen Kontext zu vergleichen und dabei länderspezifische Unterschiede in der romantischen Lyrik aufzuzeigen.

  • Die Funktion der Nacht als romantisches Motiv und psychologischer Projektionsraum.
  • Die Nacht-Licht-Symbolik und ihr Bezug zum Streben nach Erkenntnis und Harmonie.
  • Die Rolle der lyrischen Form bei der Vermittlung von Weltschmerz und existenziellen Fragen.
  • Die Bedeutung von Erinnerung und Poesie als tröstende Elemente im Umgang mit Leid.
  • Vergleichende Analyse der kulturellen Ausprägungen deutscher, französischer und italienischer Romantik.

Auszug aus dem Buch

3.1 „Sprich aus der Ferne“ von Clemens Brentano

Brentanos „Sprich aus der Ferne“ ist um 1800 entstanden und steht im ersten Teil seines „Godwi“-Romans. In dem Gedicht geht es um die Erfahrung des lyrischen Ichs, das auf der Suche nach Harmonie in der nächtlichen Natur die Verbundenheit alles Seienden als größte Form des Friedens erfährt.

Das Gedicht ist in neun Strophen mit jeweils vier Versen gegliedert, wobei langzeilige Strophen auf kurzzeilige folgen. Das Metrum wird bestimmt durch die Versfüße Daktylus und Trochäus, die in den langen vier Hebungen und in den kurzen Versen zwei Hebungen zeigen. Zudem sind die Verse im Kreuzreimschema gereimt, welche eine alternierende Kadenz aufweisen. An erster Stelle steht immer die weibliche Kadenz.

Somit weist das Gedicht eine ganz klare Strukturierung auf, die man in Bezug zu dem inhaltlichen Aufbau setzen muss. Brentano beschreibt in „Sprich aus der Ferne“ die Dämmerung und schließlich den Zustand der Nacht. Hier handelt es sich also um einen natürlichen Vorgang, der genauso gleichmäßig verläuft wie die Struktur des Gedichts. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die erste Strophe gleichzeitig auch als letzte fungiert. Hier wird der Rahmen von Anfang und Ende gelöst und somit auf den unendlichen Tag-und-Nacht-Zyklus hingewiesen, der typisch für die Lyrik der Romantik ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Epoche der Romantik ein, beschreibt den Wandel vom aufklärerischen Vernunftdenken hin zu einer naturphilosophischen Sichtweise und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Die Nacht als Motiv romantischer Literatur: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Nachtdarstellung, die als Symbol für das Unbewusste, Sehnsucht und das Göttliche fungiert.

3. Gedichtanalysen: Hier werden die Werke „Sprich aus der Ferne“ (Brentano), „Le Soir“ (Lamartine) und „Alla Luna“ (Leopardi) detailliert im Hinblick auf das Nachtmotiv und die Beziehung zum lyrischen Ich untersucht.

4. Vergleich der Ergebnisse: Das Kapitel stellt die Gemeinsamkeiten und länderspezifischen Unterschiede der analysierten Gedichte gegenüber, insbesondere im Hinblick auf ihre philosophischen Hintergründe.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die unterschiedliche Nutzung der Nacht als Instrument zur Erkenntnissuche in der deutschen, französischen und italienischen Romantik.

Schlüsselwörter

Romantik, Nachtmotiv, Lyrik, Clemens Brentano, Alphonse de Lamartine, Giacomo Leopardi, Weltschmerz, Unbewusstes, Nacht-Licht-Symbolik, Erkenntnis, Mond, Erinnerung, Naturphilosophie, Poesie, literarischer Vergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das romantische Motiv der Nacht in der Lyrik anhand dreier repräsentativer Beispiele aus Deutschland, Frankreich und Italien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Nacht als Raum des Unbewussten, die Verbindung von Mensch und Natur, die Rolle des Mondes sowie der Umgang mit existenziellen Krisen und Weltschmerz.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Hausarbeit?

Das Ziel ist ein komparatistischer Vergleich, um aufzuzeigen, wie das Nachtmotiv in verschiedenen Kulturen der Romantik funktionalisiert wurde und welche Rolle dabei die lyrische Form spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Literaturwissenschaft (Komparatistik), kombiniert mit philologischer Gedichtanalyse unter Einbeziehung literaturhistorischer Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung des Nachtmotivs und eine tiefgehende Analyse der Gedichte von Brentano, Lamartine und Leopardi, gefolgt von einer vergleichenden Synthese.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Romantik, Nachtmotiv, Weltschmerz, lyrisches Ich, Naturerfahrung, Erinnerung, Poetik und Erkenntnissuche.

Wie unterscheidet sich die Nachtdarstellung bei Brentano von der bei Lamartine?

Bei Brentano führt die Nacht zu einer harmonischen Verschmelzung mit der Welt und Gott, während sie bei Lamartine eher ein desillusionierender Projektionsraum für unbeantwortete existenzielle Fragen bleibt.

Welche besondere Bedeutung hat das Motiv der Erinnerung bei Giacomo Leopardi?

Bei Leopardi dient die Erinnerung als ein Mittel der Reflexion, das durch die Macht der Dichtung den Schmerz lindert und eine Verbindung zwischen dem leidenden Ich und dem reflektierenden Bewusstsein schafft.

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Details

Title
Das romantische Motiv der Nacht in der Lyrik von Brentano, Lamartine und Leopardi. Ein Vergleich
College
University of Bonn  (Vergleichende Literaturwissenschaft - Komparatistik)
Course
Romantische Nachtgedichte in Frankreich, Italien und Deutschland
Grade
1,7
Author
Alida Ott (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V334601
ISBN (eBook)
9783668240506
ISBN (Book)
9783668240513
Language
German
Tags
Romantik Brentano Giacomo Leopardi Alphonse de Lamartine Nachtmotiv Interpretation Sehnsüchte Natur Literatur Symbolik Motiv
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alida Ott (Author), 2016, Das romantische Motiv der Nacht in der Lyrik von Brentano, Lamartine und Leopardi. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334601
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