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Rückführung und Neuvalutierung von Gesellschafterdarlehen. Rechtliche Hintergründe von Staffelkrediten und Cashpooling

Título: Rückführung und Neuvalutierung von Gesellschafterdarlehen. Rechtliche Hintergründe von Staffelkrediten und Cashpooling

Tesis (Bachelor) , 2016 , 42 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Denise Rosenau (Autor)

Derecho - Civil / Privado / Derecho de obligaciones / Derecho real
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Kapitalgesellschaften zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haften, sondern nur im Rahmen des von ihnen eingebrachten Eigenkapitals. Durch gesetzliche Mindestvorgaben für die Höhe des Eigenkapitals wird dabei ein gewisser Haftungsstock abgesichert. Darüber hinaus steht es den Gesellschaftern aber frei, der Gesellschaft weitere Finanzmittel in Form von Fremdkapital zur Verfügung zu stellen (Finanzierungsfreiheit). Dies geschieht in der Regel durch Darlehensgewährung des Gesellschafters an die Gesellschaft (sog. Gesellschafterdarlehen). Vorteilhaft ist die Gewährung von Fremdkapital anstelle von weiterem Eigenkapital, da eine solche nicht den Regelungen der Kapitalerhöhung unterliegt und somit eine flexiblere und schnellere Finanzierungsmöglichkeit darstellt.

Im Falle der Insolvenz der Gesellschaft ist der Gesellschafter aber trotzdem nicht mit den übrigen (Fremd-)Kapitalgebern gleichgestellt. Vielmehr verweist der Gesetzgeber den darlehensgebenden Gesellschafter in § 39 I Nr. 5 InsO in den Nach-rang und regelt mit § 135 darüber hinaus die Anfechtbarkeit von Sicherung und Befriedigung der Darlehensforderung für bestimmte Zeiträume vor der Insolvenz. Im Falle der Insolvenz unterstehen grundsätzlich alle diese Rückzahlungen der Anfechtung nach § 135 I, sodass der Gesellschafter diese gem. § 143 I zurückgewähren muss.

Es wird im Folgenden dargelegt, wie sich für diese Konstellationen die Anfechtbarkeit nach § 135 I gestaltet. Dabei soll in einem ersten Teil die Behandlung von Staffelkrediten, wie sie auch der Entscheidung des BGH vom 07. März 2013 zugrunde lagen, untersucht werden. Danach soll aufgezeigt werden, inwiefern sich die dort gefundenen Ergebnisse auf das sehr praxisrelevante Cash Pooling als besondere Ausformung dieser Problematik übertragen lassen. Der Gesetzgeber selbst hatte das Cash Pooling im Rahmen des MoMiG als „ökonomisch sinnvoll“ angesehen und wollte insgesamt eine Vereinfachung des Gesellschafterdarlehensrechts erreichen. Es stellt sich die Frage, inwiefern die aktuelle Rechtslage dieser Zielvorgabe und dem wirtschaftlichen Interesse entspricht oder ein Tätigwerden des Gesetzgebers - gerade im Rahmen der aktuellen Diskussion um die Reform des Insolvenzanfechtungsrechts - zu fordern ist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Staffelkredite

1. Rechtshandlung vor Verfahrenseröffnung

2. Gläubigerbenachteiligung

a) Vorteilsanrechnung

aa) Differenzierte Betrachtung des BGH

bb) Einzelbetrachtung

cc) Generelle Vorteilsanrechnung

dd) Stellungnahme

b) Nachträgliche Beseitigung der Gläubigerbenachteiligung

3. Gesellschafterdarlehen

a) Bestimmung der Darlehensforderung(en)

aa) Nur ein revolvierendes Darlehen

bb) Durchschnittssaldo

cc) Zwischenergebnis

b) Ausnahme für kurzfristige Kredite

aa) Ausnahmslose Geltung

bb) Ausnahme für kurzfristige Überbrückungskredite

cc) Stellungnahme

4. Bargeschäftsprivileg des § 142

a) Anwendbarkeit des § 142 auf § 135 I

b) Voraussetzungen des § 142

5. Anfechtbarer Betrag

a) Zurückgeführter Darlehenshöchststand

b) Differenz zwischen Höchst- und Endsaldo

c) Stellungnahme

6. Zwischenergebnis

III. Cash Pooling

1. Begriff und rechtliche Qualifikation

2. Anfechtung nach § 135 I

a) Gläubigerbenachteiligung

b) Anfechtung nach § 135 I Nr. 1 oder Nr. 2

c) Gesellschafterdarlehen

d) Bargeschäftsprivileg des § 142

e) Teleologische Reduktion

f) Anfechtbarer Betrag

aa) Kreditlinie

bb) Gesamtsaldo der Rückführungen

cc) Zurückgeführter Sollsaldo

dd) Differenz zwischen Höchst- und Endsaldo

ee) Gesamtrückführungsbetrag

ff) Stellungnahme

g) Zwischenergebnis

IV. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die insolvenzrechtliche Anfechtbarkeit von Gesellschafterdarlehen, insbesondere in der Konstellation von Staffelkrediten und Cash-Pooling-Systemen. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit zwischenzeitliche Rückzahlungen anfechtungsrechtlich privilegiert werden können und ob die aktuelle Rechtslage den Zielen der gesetzgeberischen Vereinfachung sowie den wirtschaftlichen Interessen entspricht.

  • Insolvenzrechtliche Anfechtung von Gesellschafterdarlehen
  • Differenzierte Bewertung von Staffelkrediten
  • Analyse der Gläubigerbenachteiligung und Vorteilsanrechnung
  • Anwendbarkeit des Bargeschäftsprivilegs des § 142 InsO
  • Rechtliche Qualifikation und Anfechtbarkeit im Cash-Pooling

Auszug aus dem Buch

4. Bargeschäftsprivileg des § 142

Die nach den obigen Ausführungen bestehende Anfechtungsmöglichkeit könnte aber gem. § 142 ausgeschlossen sein, sofern es sich um ein Bargeschäft handelt.

a) Anwendbarkeit des § 142 auf § 135 I

Voraussetzung eines Ausschlusses durch § 142 ist zunächst dessen Anwendbarkeit auf § 135 I. Zum Teil wird eine solche abgelehnt. Argumentativ wird dies insbesondere durch die Spezialität des § 135 I bezüglich der Anfechtbarkeit von Gesellschafterdarlehen begründet. § 135 I (sowie § 39 I Nr. 5) regele die Behandlung von Gesellschafterdarlehen in der Insolvenz abschließend und beziehe dabei ausnahmslos alle Gesellschafterdarlehen mit ein. Diese Wertung dürfe nicht durch eine Anwendbarkeit des § 142 umgangen werden. Die Ausnahme einzelner Gesellschafterdarlehen durch § 142 führe zudem wieder zu Einzelfallentscheidungen im Rahmen des § 135 I, was dem Willen des Gesetzgebers, durch das MoMiG Rechtssicherheit herzustellen, entgegenstehe. Des Weiteren wird in systematischer Hinsicht auf die neben § 135 I bestehende Anfechtungsmöglichkeit nach den §§ 6, 6a AnfG abgestellt. Das AnfG kenne keine dem § 142 vergleichbare Vorschrift, sodass es bei Anwendbarkeit des § 142 auf § 135 I zu unterschiedlichen Ergebnissen nach der InsO und dem AnfG komme. In teleologischer Hinsicht diene § 142 zudem dem Schutz des Rechtsverkehrs vor der Anfechtbarkeit jedes - wertäquivalenten - Geschäfts. Diese Schutzbedürftigkeit bestehe nur bei Geschäften mit Dritten, nicht hingegen bei Geschäften mit den Gesellschaftern, die über die Finanzsituation der Gesellschaft im Bilde seien und insofern über einen Informationsvorsprung verfügen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des gesteigerten Insolvenzrisikos für Gesellschafter ein, die Darlehen gewähren, und stellt die Kernfragestellung der Arbeit vor.

II. Staffelkredite: Dieses Kapitel analysiert die mehrfache Kreditgewährung und -rückführung im Vorfeld einer Insolvenz und untersucht die Anfechtbarkeit dieser Vorgänge nach §§ 129, 135 InsO.

III. Cash Pooling: Das Kapitel überträgt die Erkenntnisse zu Staffelkrediten auf Cash-Pooling-Systeme im Konzern und untersucht, ob die dortigen Zahlungsströme anfechtungsfest gestaltet sind.

IV. Ergebnis: Das abschließende Kapitel resümiert, dass die Rechtslage für Gesellschafter komplex und risikobehaftet bleibt und plädiert für eine Reform des Insolvenzanfechtungsrechts.

Schlüsselwörter

Gesellschafterdarlehen, Insolvenzanfechtung, Staffelkredite, Cash Pooling, Gläubigerbenachteiligung, Bargeschäftsprivileg, § 142 InsO, § 135 InsO, Vorteilsanrechnung, MoMiG, Insolvenzrisiko, Rückgewähranspruch, Konzernfinanzierung, Eigenkapitalersatz, Kontokorrent.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die insolvenzrechtliche Anfechtbarkeit von Rückzahlungen auf Gesellschafterdarlehen, insbesondere in Fällen, in denen der Gesellschafter wiederholt Kredite gewährt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind das Insolvenzrecht, die Anfechtung nach § 135 InsO, die Struktur von Staffelkrediten sowie das Cash-Pooling im Konzernrecht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, ob zwischenzeitliche Rückzahlungen bei Staffelkrediten und Cash-Pools insolvenzrechtlich anfechtbar sind und wie sich die Rechtsprechung zu Vorteilsanrechnungen hierbei verhält.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse einschlägiger Rechtsprechung (insbesondere des BGH), der herrschenden Literaturmeinungen und der systematischen Auslegung der Insolvenzordnung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die Anfechtbarkeit bei Staffelkrediten beleuchtet, gefolgt von der Übertragung dieser Problematik auf Cash-Pooling-Systeme und der Prüfung des Bargeschäftsprivilegs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Gesellschafterdarlehen, Insolvenzanfechtung, Staffelkredit, Bargeschäftsprivileg, Cash Pooling und Gläubigerbenachteiligung.

Wie unterscheidet sich die Anfechtung im Cash-Pooling von normalen Darlehen?

Im Cash-Pooling erfolgen Zahlungen oft automatisch und aus Liquiditätsgründen, wodurch eine direkte rechtliche Verknüpfung von Rückzahlung und Neugewährung (wie beim BGH-Modell der Staffelkredite) schwieriger nachzuweisen ist.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich des Bargeschäftsprivilegs?

Der Autor bejaht zwar die Anwendbarkeit von § 142 InsO auf § 135 InsO, verneint jedoch im Ergebnis meist das Vorliegen der Voraussetzungen für ein Bargeschäft bei Gesellschafterdarlehen.

Final del extracto de 42 páginas  - subir

Detalles

Título
Rückführung und Neuvalutierung von Gesellschafterdarlehen. Rechtliche Hintergründe von Staffelkrediten und Cashpooling
Universidad
Bielefeld University  (Rechtswissenschaften)
Curso
Insolvenzrecht
Calificación
1,0
Autor
Denise Rosenau (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
42
No. de catálogo
V334632
ISBN (Ebook)
9783668248007
ISBN (Libro)
9783668248014
Idioma
Alemán
Etiqueta
rückführung neuvalutierung gesellschafterdarlehen rechtliche hintergründe staffelkrediten cashpooling
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Denise Rosenau (Autor), 2016, Rückführung und Neuvalutierung von Gesellschafterdarlehen. Rechtliche Hintergründe von Staffelkrediten und Cashpooling, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334632
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