Gewalttätige Mädchen und junge Frauen. Normalvorstellungen von Geschlecht und Gewalt in der Analyse


Hausarbeit, 2015
15 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wichtige Autor/innen aus dem Themenkreis „weibliches Geschlecht, Gewalt und Soziale Arbeit“

3 Zentrale Begriffe zum Thema „Gender, Gewalt und Soziale Arbeit“
3.1 Weiblichkeit(en)
3.2 Männlichkeit(en)
3.3 Häusliche Gewalt
3.4 Gewaltschutzgesetz
3.5 Sexismus
3.6 Intersektionalität
3.7 Devianz

4 Phasen des Forschungsprozesses
4.1 Erkenntnisinteresse und Forschungsfrage
4.2 Bestimmung des Forschungsfeldes und Feldzugang
4.3 Erzählstimulus
4.4 Das Interview

5 Normalvorstellungen von Geschlecht & Gewalt

6 Fazit

Anhang

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „weibliches Geschlecht, Gewalt und Soziale Arbeit“. Zu Beginn werden die wichtigsten Autor/innen hinsichtlich der Problematik genannt sowie die ausgewählten Begriffe aus dem Themenkreis definiert.

Darauf folgend werden die einzelnen Phasen des eigenen qualitativen Forschungsprozesses beschrieben.

Abschließend wird versucht, die eigenen Normalvorstellungen von Geschlecht und Gewalt, darzustellen und zu analysieren.

2 Wichtige Autor/innen aus dem Themenkreis „weibliches Geschlecht, Gewalt und Soziale Arbeit“

Auf dem Gebiet „weibliches Geschlecht, Gewalt und Soziale Arbeit“ forschen die Autor/innen Carol Hagemann-White (Intervention und Prävention bei Gewalt im Geschlechterverhältnis, Konstruktion und Sozialisation von Geschlecht, Frauengesundheitsförderung, Gleichberechtigungspolitik), Maria Bizan (geschlechterdifferenzierende Jugendhilfe, Arbeit mit Mädchen und Frauen, Methoden der Frauen- und Mädchenforschung), Ursula Müller (Geschlecht und Organisation, Diversity in Arbeits- und Bildungsorganisationen, international vergleichende Forschung zu Männlichkeiten, Geschlecht und Gewalt), Gudrun Ehlert (Geschlechterverhältnisse in der sozialen Arbeit, Professionalisierung in der sozialen Arbeit), Claudia Daigler (Integration und Partizipation, Biografie und Geschlechterforschung, Mädchen und Frauen in der Jugendhilfe).

3 Zentrale Begriffe zum Thema „Gender, Gewalt und Soziale Arbeit“

In diesem Teil der Arbeit werden die ausgewählten Begriffe aus dem Themenkreis „Geschlecht, Gewalt und Soziale Arbeit“ dargestellt.

3.1 Weiblichkeit(en)

Der Begriff Weiblichkeit enthält historisch, kulturell und gesellschaftlich der Frau zugeschriebene Eigenschaften, wie beispielweise Sanftheit, Schwäche, Passivität, Empathie sowie die Befähigungen zur Pflege und Sorge (Bild der Mutter).

Historisch waren diese geschlechtsspezifischen Zuschreibungen und darauf basierende ökonomische und politische Unterordnung der Frauen unter männliche Führung im westlich- abendländischen Kulturkreis als „natürlich“ bzw. „göttlich gewollt“ gesehen. „Diese ideologische Aufladung wirkt bis heute nach“ (vgl. Fleßner 2011, S.432f).

Weiblichkeit wird immer noch in klarer Abgrenzung und komplementär zur Männlichkeit definiert.

Der Begriff geht mit den bestimmten Normen (bezüglich Aussehen, Verhalten, Fähigkeiten, Bedürfnisse, Rechte und Funktionen in der Gesellschaft), die von der Gesellschaft für Mädchen und Frauen vorgeschrieben werden und mit daraus folgenden Erwartungen, einher.

3.2 Männlichkeit(en)

Das Konzept der Männlichkeit steht in Relation zu Weiblichkeit. Allerdings erhält Männlichkeit ihre soziale Gestalt nicht nur komplementär zur Weiblichkeit, sondern auch in den sozialen Beziehungen der Männer untereinander (vgl. Meuser 2011, S.277f). Das Konstrukt folgt einer kompetitiven Logik, welche sich in Rangordnungen, typischen Männersportarten und beruflichen Statuskämpfen zeigt.

Da das Konzept einen Wettbewerbscharakter aufweist, muss die Männlichkeit ständig unter Beweis gestellt werden. Besonders in der Adoleszenz werden verstärkt die risikofreudigen Verhaltensweisen und die erhöhte Gewaltbereitschaft bei den heranwachsenden Jungen und jungen Männern gezeigt. Männlichkeit wird über die physische Stärke oder über die beruflichen Erfolge, je nach Schichtzugehörigkeit, definiert und unterliegt demnach den unterschiedlichen Erwartungen und Anforderungen (ebd. S.279).

Es existiert dennoch keine gleichförmige Männlichkeit in den modernen Gesellschaften. Die Form der Männlichkeit wird durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Generation, sozialem Milieu, ethnischen Gemeinschaft und der sexuellen Orientierung bestimmt. Die institutionell verankerten Grenzen zwischen „weiblichen“ und „männlichen“ Sphären lösen sich auf. Dies führt zu einer wachsenden Verunsicherung junger Männer, welche sich in zunehmender Gewaltbereitschaft äußern kann.

3.3 Häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt zeigt sich in unterschiedlichen Erscheinungsformen wie physische, psychische, sexualisierte, ökonomische bzw. soziale Gewalt zwischen Menschen in bestehenden oder aufgelösten Partnerschaften, innerhalb einer Familie oder im nahen sozialen Umfeld. Die Formen der häuslichen Gewalt können einzeln oder zusammen auftreten und sich je nach Beziehungsart bzw. Beziehungskonstellation, Alter und Geschlecht der Personen unterscheiden. Der Begriff wird häufig mit männlicher Gewalt gegen Frauen in der Ehe oder eheähnlichen Partnerschaft gleichgesetzt (vgl. Stövesand 2011, S.194f). Häusliche Gewalt betrifft jedoch weitere familiäre und partnerschaftliche Konstellationen wie zum Beispiel Gewalt gegen Männer in einer Beziehung oder in der Trennung, Gewalt in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft, Gewalt von Eltern bzw. deren Partner/innen gegen im Haushalt lebende Kinder und Jugendliche, Gewalt von Kindern gegenüber ihren Eltern, Gewalt zwischen Geschwistern sowie Gewalt gegen ältere oder pflegebedürftige Familienmitglieder.

Allerdings belegt die Forschung (vgl. BMFSFJ 2008), dass jede vierte Frau in Deutschland, unabhängig von ihrer Herkunft, Alter, Bildung oder Einkommen, häusliche Gewalt in unterschiedlichen Erscheinungsformen, die einzeln oder zusammen auftreten, durch den früheren oder aktuellen Partner erlebt. Gewalt gegen Frauen ist mit den komplementären Konzepten von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie strukturellen und kulturellen Hierarchien zwischen den Geschlechtern verbunden. Häusliche Gewalt ist in der Regel mit Machtgefälle zwischen Täter und Opfer verbunden. „Neben physischen Übergriffen, massiven Drohungen oder permanenten Abwertungen finden Beschränkungen des Haushaltsgeldes und Arbeitsverbote, sowie gezielte Isolierung…“ der betroffenen Frauen statt (Stövesand 2011, S.195).

Die Ursachen häuslicher Gewalt sind vielfältig und liegen sowohl in der Persönlichkeit der Täter/innen (biografisch erworbene Verhaltens- und Konfliktlösungsmuster) und deren Lebenssituation (akute oder chronische Belastungen im Alltag) als auch in der Gesellschaft, „die strukturell gewalttätig ist und in der Gewalt bis heute als Mittel zur Aneignung von Ressourcen und der Konfliktaustragung gilt“ (ebd. S.196).

Häusliche Gewalt kann zahlreiche und vielfältige Auswirkungen auf das Opfer haben. Die Spanne reicht von gesundheitlichen Beeinträchtigung wie körperliche Verletzungen jeder Art und dadurch entstandene Dauerschäden, über soziale und ökonomische Folgen wie soziale Isolierung sowie möglicher Verlust des Arbeitsplatzes und des Wohnraumes bis zu psychischen Folgen wie beispielweise Angst, schlechtes Selbstbild und Verlust der Selbstachtung, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, Depressionen sowie Suizid (ebd. S.195).

3.4 Gewaltschutzgesetz

Das Gesetz zur Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung ist in Deutschland seit 01.01.2002 in Kraft.

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Gewalttätige Mädchen und junge Frauen. Normalvorstellungen von Geschlecht und Gewalt in der Analyse
Veranstaltung
Modul Praxisprojekt
Note
2,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V334637
ISBN (eBook)
9783668243590
ISBN (Buch)
9783668243606
Dateigröße
720 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender, Sexismus, Weiblichkeit, Männlichkeit, empirische Sozialforschung
Arbeit zitieren
Larissa Dittmann (Autor), 2015, Gewalttätige Mädchen und junge Frauen. Normalvorstellungen von Geschlecht und Gewalt in der Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334637

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