Einflussfaktoren, die sich auf die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie auswirken

Eine Literaturreview von 2001 - 2007


Bachelorarbeit, 2007

78 Seiten, Note: B


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Abstract

2 Einleitung

3 Ziele

4 Begriffsdefinitionen

5 Methode

6 Suchergebnisse
6.1 Tabelle 1

7 Ergebnisse der Literraturreview
7.1 Persönliche Faktoren
7.2 Behandlungsfaktoren
7.3 Umweltfaktoren

8 Diskussion
8.1 Implikationen für den Pflegebereich
8.2 Limitationen

9 Referenzen

10 Anhänge

1 Kurzfassung

In den letzten Jahrzehnten haben sich Forscher aus verschiedenen Fachgebieten mit dem Thema Lebensqualität (QOL) und Schizophrenie befasst. Nicht so in der Profession der Pflege, wo dieses Thema vernachlässigt wurde. Ziele dieser systematischen Literaturre­view sind: Informationen über die möglichen Einflussfaktoren von schizophreniekran­ken Menschen geben, um so die Diskussion über die Lebensqualität zu bereichern. Das übergeordnete Ziel ist es, im Rahmen von pflegerischen Maßnahmen die QOL von schizophreniekranken Menschen zu fördern. Durchgeführt wurde eine Literatursuche in den Datenbanken: MEDLINE, CINAHL, PubMED, PsychINFO und der Pflegezeit­schrift PFLEGE. In die Literraturreview wurden 38 Studien eingeschlossen.

Die Ergebnisse wurden unter drei Hauptthemen zusammengefasst: persönliche Fakto­ren, Behandlungsfaktoren und Umweltfaktoren, welche die QOL von schizophrenie­kranken Menschen unterschiedlich beeinflussen. Implikation für die Pflege: Die Ein­bindung von QOL Informationen in die Planung individueller pflegerischer Maßnahmen könnte die QOL von Menschen mit Schizophrenie verbessern.

Schlagwörter: Schizophrenie, Lebensqualität (QOL), Pflege

Abstract

In the last decades researchers from different fields of activity were engaged in the topic of quality of life (QOL) in schizophrenia. Not so the profession of care, where this topic was widely neglected.

Goals of this systematic literature review are: To give information about the possible factors of influence on humans with schizophrenia, to enrich the discussion over the topic quality of life. The super ordinate goal is it to promote in the context of care inter­ventions the QOL of humans with schizophrenia. A literature search in the databases MEDLINE, CINAHL, PubMED, PsychINFO and the care magazine "care" has been carried out. The results became under three main topics: personal factors, treatment fac­tors and environmental factors, which affect the QOL of humans with schizophrenia differently. Implication for the care: The integration of QOL information into the plan­ning of individual care interventions could improve the QOL of humans with schizo­phrenia.

Keywords: Schizophrenia, Quality of Life (QOL), Nursing

2 Einleitung

Über „Lebensqualität“ von Menschen mit Schizophrenie wurde unter meinen Kolle­ginnen immer viel diskutiert. An der Universitätsklinik in Innsbruck an der Abteilung fur biologische Psychiatrie wo der Autor als Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger fünf Jahre arbeitete, war dies ein dauerhaftes Thema. In der Schweiz, wo der Autor seit 2001 in einem multikulturellen Pflegeteam tätig ist, setzt sich diese Diskussion fort. Meine Intention eine Studie zum Thema Lebensqualität und Schizophrenie durchzufüh­ren ist einerseits schon vorhandenes Wissen zusammen zu fassen, da ich denke, dass man mit gezielten pflegerischen Maßnahmen die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie erhöhen kann und andererseits Wissen für die Pflege bereit zu stellen.

Das Konzept der Lebensqualität wurde Mitte der 60er Jahre entwickelt. Im Gesund­heitswesen gibt es eine generelle Übereinkunft über den Begriff Lebensqualität, der die subjektive Sichtweise über das Wohlbefinden eines Patienten und dessen Funktionsfä­higkeit, in Hinblick auf körperliche, emotionale und soziale Aspekte wowie auf Alltags­aktivitäten wiedergeben soll (Bullinger, 1991).

Bigelow, McFarland, & Olson (1991) fugen dem noch eine objektive Komponente in Hinblick auf das Funktionieren in der Gesellschaft und der Umwelt hinzu.

Diverse Studien kommen zum Schluss, dass das Konzept der Lebensqualität, komplex, abstrakt und multidimensional ist, welches schwer zu definieren und zu messen ist (Bergner, 1989; Bigelow, Gareau, Young, 1990; Bigelow, McFarland, Olson, 1991; Cella, 1994; Mast, 1995). Zudem stellt sich in der Auseinandersetzung mit dem Kon­zept der Lebensqualität, heraus, dass sich verwirrende und unklare Termini (Leplèdge, & Hunt, 1997) in der Literatur finden.

Um die Lebensqualität zu messen, wurden während der letzten zwei Jahrzehnte viele verschiedene Assessmentinstrumente entwickelt und verwendet, welches den Vergleich der Studien schwierig macht. Gill & Feinstein (1994), haben an die 150 Instrumente, welche in der medizinischen Literatur zitiert wurden, identifiziert. Die meisten dieser Assessmentinstrumente wurden in der Onkologie oder für nicht maligne chronische Krankheiten, wie chronische Schmerzen, Hauterkrankungen, rheumatische Arthritits, Herzfehler, Kopfschmerzen und Diabetes entwickelt (Falowfield, 2002; Holme & Fle­ming 2002; Katschnig, Freeman & Sartorius, 2006; Sutherland, Till, 1993; Till, 1994).

Messungen der Lebensqualität sind üblicherweise geeigneter, als traditionelle klinische Messungen, welche die sozialen und emotionalen Folgen von Behandlungen und vom Krankheitsverlauf aufzeigen. Sie geben ein Gesamtbild wieder, wie Behandlungen oder Krankheiten die Fähigkeit eines Patienten im Alltag zu funktionieren beeinflussen (Alli­son, Locker, & Feine, 1997; Diener, 1999; Donald, 2001; Farquhar, 1995). Die Mes­sung der QOL wurde auch als ein wichtiger Parameter zur Evaluation von Drogenpro­grammen anerkannt (Torrens et al., 1997; Torrens et al., 1999).

Wissenschaftlich belegte Einflussfaktoren die sich auf die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie auswirken, sind unter anderem: soziodemografische Determinanten (Patterson et al. 1997; Vandiver 1998; Wanner et al. 1997), Geschlecht (Browne et al., 1996), Lebensbedingungen (Nisson & Levander, 1998), Interkulturelle Unterschiede (Warner et al., 1998), Psychopathologie (Patterson et al., 1997), Pharmakotherapie (Na­ber, 1995), Mitwirkung von neurokognitiven Defiziten (Addinton & Addington, 1990), Einsicht (Doyle et al., 1999), Behandlungsort (Rossler et al., 1999), Rehabilitations - und Aufklärungsprogramme (Holzner et al., 1998).

Im Zusammenhang mit der Pflege ist die Messung der Lebensqualität dahingehend bedeutend, da Pflegepersonen zukünftig vermehrt mit der Durchführung von Qualitäts­programmen betraut werden. Daher benötigen Pflegepersonen ein umfassendes Ver­ständnis der effektivsten Behandlungsmethoden und Instrumente, um sie in spezifi­schen Situationen einsetzen zu können (Pinikahana, et al. 2002).

Bullinger (1991) beschreibt drei verbreitete Applikationen dieser Messungen:

- Deskriptive Studien in welcher die Lebensqualität von verschiedenen Populatio­nen mit chronischen psychischen Störungen beschrieben und verglichen wird.
- Assoziative Studien in welchen die Lebensqualität mit Patientencharakteristika verknüpft wird.
- Interventionsstudien in welcher die Lebensqualität als eine Outcome Variable genutzt wird.

3 Ziele

Die angestrebten Ziele dieser Bakkalaureatsarbeit sind:

- Informationen über die Lebensqualität von schizophreniekranken Menschen be­reitzustellen,
- mögliche Rinflussfaktoren aufzuzeigen, die auf die Lebensqualität von Men­schen mit Schizophrenie wirken und
- die Diskussion über die Lebensqualität zu bereichern.

Das übergeordnete Ziel ist, im Rahmen von pflegerischen Maßnahmen, die Lebensqua­lität von Menschen mit Schizophrenie zu fördern.

4 Begriffsdefinitionen

Konzept

„Konzepte beschreiben und definieren eine Wesenseigenschaft, eine Qualität oder einen Prozess. Intelligenz und Kognition beispielsweise sind psychologische Konzepte, die sich auf die relative Fähigkeit eines Menschen zu denken und auf den Prozess des Den­kens als solchen beziehen. Konzepte ermöglichen es uns, die Phänomene, mit denen sich das Konzept beschäftigt, auf eine ganz spezifische Art und Weise zu sehen, auf eine ganz spezifische Art und Weise nachzudenken. Folglich vermitteln uns theoreti­sche Definitionen und Diskussionen eine bessere Rinsicht in das, was durch ein Konzept erklärt wird. Für jede Theorie ist es wichtig, dass sie Konzepte eindeutig und gründlich definiert und erklärt werden“ (Kielhofner, 2004).

Lebensqualität

„Lebensqualität ist die Gesamtheit der Lebensbedingungen in einer Gesellschaft“ (Bau- er-Jonis & Finke, 1991).

„Gesundheitsbezogene Lebensqualität kann als ein psychologisches Konstrukt verstan­den werden, welches die physischen, mentalen, sozialen und funktionalen Aspekte von Patienten beschreibt“ (Bullinger, S. 17-28, 1994).

Schizophrenie

„Schizophrenie ist eine schwere psychotische psychische Störung, charakterisiert durch Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen und desorganisiertes Verhalten, welchen für zumindest sechs Monate andauert“ (American Psychiatric Association DSM IV, 1994).

Pflege

„Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, sowie von Gruppen und sozialen Gemein­schaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen. Pflege schließt die Förde­rung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein. Weitere Schlüsselaufgaben der Pfle­ge sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse, Förderung einer sicheren Umge­bung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Mana­gement des Gesundheitswesens und in der Bildung.“ (International Council of Nursing, 2006).

5 Methode:

Mit Hilfe einer kritischen Literraturreview, soll aufgezeigt werden welche möglichen Einflussfaktoren sich auf die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie auswir­ken. „Eine Literraturreview ist eine niedergeschriebene Zusammenfassung, vom existie­renden Wissen über ein Forschungsproblem.“ (Polit & Beck, S. 111, 2004). Diese Liter­raturreview knüpft eng an die Literaturreview von Pinikahana, et al., (2002), an der ei­nen Artikel über die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie publizierte.

Die Literatursuche wurde innerhalb folgender elektronisch zur Verfügung stehender Datenbanken getätigt:

MEDLINE

CINAHL

PubMED

PsychINFO

Manuelle Suche in der peer reviewten Pflegezeitschrift „Pflege“

Die Keywords, welche für die Suche gebraucht wurden enthielten: Schizophrenia (Schi­zophrenie) AND Quality of Life (QOL, Lebensqualität). In weiterer Folge wurden aus den gefundenen Artikelnjene mit dem Keyword Nursing (Pflege) extra hervorgehoben. Keywords sind Schlag- oder Stichwörter mittels dessen bestimmte Begriffe ausgewählt werden können, welche von den Suchmaschinen mit einer höheren Bedeutung versehen werden. Damit kann die Ranking-Position auf den Ergebnisseiten beeinflusst werden. Der erzielte Effekt ist von der Suchmaschine abhängig. (IT Artwork, 2006).

Die daraus resultierenden Treffer wurden auf den relevanten Zeitraum und auf den in Journalen und Büchern publizierten Artikeln beschränkt.

Jene Studien die alle der folgenden Einschlusskriterien erfüllten, wurden in die Literra- turreview inkludiert:

- Publizierte Artikel in Journalen, Büchern, d.h. ausgeschlossen wurden:
Reviews, Abstracts und allgemein gehaltene Artikel;
- Veröffentlicht in englischer oder deutscher Sprache;
- Veröffentlicht zwischen 2001 und 2007.

Um die Qualität der Artikel zu beurteilen wurden die empfohlenen Kriterien von Law, et al. (1998) benutzt und der Fragestellung angepasst.

Die daraus hervorgegangenen Kriterien wurden in Formularen zur kritischen Bespre­chung von Studien (siehe Anhang) angeführt, um das Herausfiltem des Datenmaterials aus den Volltexten der Artikel zu vereinfachen.

Es wurden Details über Studienzweck, Hintergrundliteratur, Design, Methode, Stich­probenauswahl, Datenerhebung, Datenanalyse, Ergebnisse, Interventionen, Vertrauens­würdigkeit, Limitationen und der Angemessenheit der Studie gesammelt und bewertet. Genauere Informationen zur kritischen Bewertung jeder einzelnen, in der Literraturre- view eingeschlossenen Studie, erhalten Sie in Tabelle 1.

6 Suchergebnisse:

Die Suche in MEDLINE mit den Keywords Schizophrenia AND QOL ergab 112 Tref­fer. Das Keyword Nursing wurde hinzugeführt und es ergaben sich 28 Treffer. Die Su­che in CINAHL mit den Keywords Schizophrenia AND QOL ergab 15 Treffer. Das Keyword Nursing wurde hinzugefügt und es ergaben sich 11 Treffer. Die Suche in PubMED mit den Keywords Schizophrenia AND QOL ergab 106 Treffer. Das Keyword Nursing wurde hinzugefügt und es ergaben sich sechs Treffer. Die Suche in Psy- chlNFO mit den Keywords Schizophrenia AND QOL ergab 110 Treffer. Das Keyword Nursing wurde hinzugefügt und es ergab sich 1 Treffer. Die manuelle Suche in der peer reviewten Pflegezeitschrift „Pflege“ ergab einen Treffer.

Von den 390 Artikeln wurden die Abstracts gelesen und auf die Keywords hin unter­sucht. Enthielten sie weder Schizophrenie noch QOL wurden sie ausgeschlossen.

Nach Ausschluss der Doppelnennungen wurden die verbleibenden Artikel nach den Kriterien, welche in der Methode angegeben wurden, bewertet. Insgesamt wurden 38 Artikel in die Review eingeschlossen, welche in der nachstehenden Matrix, Tabelle 1, aufgeführt sind.

6.1 Tabelle 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

7 Ergebnisse der Literraturreview

Die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst.

Aus den Resultaten der Literraturreview, welche die Einflussfaktoren auf die Lebens­qualität von schizophrenen Menschen darstellte, entstanden drei Hauptthemen:

1.) Persönliche Faktoren, 2.) Behandlungsfaktoren, 3.) Umweltfaktoren.

7.1 Persönliche Faktoren

Unter persönlichen Faktoren sind jene individuellen Eigenschaften und Besonderheiten zu verstehen, die eine Person mitbringt.

Dieses Thema wurde wiederum in drei Subthemen:

körperliche Ebene, geistige Ebene, und emotionale Ebene unterteilt.

Körperliche Ebene

In einer Studie mit 136 Teilnehmer wurde nachgewiesen, dass ältere Patienten mit Schi­zophrenie eine höhere Lebensqualität (QOL) zeigten als jüngere (De Souza & Freire Coutinho, 2006).

Hingegen konnte kein Einfluss von Alter auf die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie in verschiedenen Untersuchungen gefunden werden (Ritsner, et al., 2004; Ritsner, Gibel, & Ratner, 2006).

Salokangas, et al. (2001) prüfte in einer Studie mit 3.256 Teilnehmer die Beziehung zwischen Gender (Geschlecht) und QOL von Patienten mit Schizophrenie. Die Studien­resultate zeigten, dass bei männlichen schizophrenen Singles, im Gegensatz zu Frauen oder Ehepaaren, die QOL Ergebnisse am schlechtesten waren. Ein kausaler Zusammen­hang zwischen Ehe und QOL konnte jedoch nicht gefunden werden. Singles mit Schi­zophrenie, beiderlei Geschlechts, zeigten eine niedrigere Lebensqualität (Konvess- Masfety, et al., 2006). Im Gegensatz dazu konnte in verschiedenen Studien kein Ein­fluss von Gender (Geschlecht) auf die QOL von schizophreniekranken Menschen iden­tifiziert werden (Ritsner, et al., 2004; Konvess-Masfety, et al., 2006).

Ein allgemein schlechter physischer und psychischer Gesundheitszustand wurde mit einer schlechten subjektiven QOL von Menschen mit Schizophrenie angegeben (Muba­rak, et al., 2003).

Eine Untersuchung der Beziehung zwischen subjektiver Schlafqualität und der QOL von Menschen mit Schizophrenie, zeigte einen Zusammenhang zwischen schlechter Schlafqualität und schlechter QOL (Ritsner, et al., 2004).

Geistige Ebene

Gedächtnisstörungen von Patienten mit Schizophrenie (Aksary, et. al, 2005; Schmidt, Staupendahl, & Vollmoeller, 2004) wirkten sich negativ auf deren QOL aus. Es wurde vor allem Erinnerungsschwäche (Hofer, et al., 2005), als Einflussfaktor auf eine schlechte QOL von Patienten mit Schizophrenie hervorgehoben.

Menschen, mit Schizophrenie, mit einer höheren Ausbildung, schätzten ihre Lebensqua­lität schlechter ein, als jene mit einem niedrigen Ausbildung (Caron, et al., 2005; De Souza & Freire Coutinho, 2006).

Das Beherrschen von verschiedenen Copingstrategien von Menschen mit Schizophrenie verbesserte deren Lebensqualität (Caron, et al., 2004; Ritsner, et al., 2003; Ritsner, Gi- bel, & Ratner, 2006).

Weiters wurde ein gestärktes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen mit einer hohen QOL von Menschen mit Schizophrenie identifiziert (Ritsner, Gibel, & Ratner, 2006). Krankheitseinsicht wurde in einer Studie von Ritsner, et al. (2006), untersucht, und zeigte keine Auswirkungen auf die QOL von schizophreniekranken Menschen.

Studien, die den Zusammenhang zwischen Positiv- (psychotischen) und Negativsym­ptomen (z.B. depressiven Symptomen) von Menschen mit Schizophrenie und den Ein­fluss auf deren QOL untersuchten, stellten fest, dass schwächere Negativsymptome mit einer höheren QOL einhergingen (Hofer, et al., 2005).

Negativsymptome bei Menschen mit Schizophrenie wurde in verschiedenen Studien in starken Zusammenhang mit einer schlechten QOL gebracht (De Souza & Freire Coutin­ho, 2006; Hofer, et al., 2005; Hofer, et al., 2006).

Aksary, et. al. (2005) wies nach, dass Negativsymptome eine größere Rolle als Positiv- symtome in der Wahrnehmung der subjektiven QOL von Patienten mit Schizophrenie spielten. Ritsner, Gibel, & Ratner (2006), brachten den Schweregrad, vor allem para­noider und depressiver Symptome, mit einer schlechteren QOL von Menschen mit Schizophrenie in Verbindung.

Depressive Symptome, als ein starken Einflussfaktor auf eine schlechte QOL von Men­schen mit Schizophrenie, konnten in mehreren Untersuchung nachgewiesen werden (De Souza & Freire Coutinho, 2006; Hofer, et al., 2004; Hofer, et al., 2005; Kugo, et al., 2006; Schmid, et al., 2004; Sim, et al., 2004).

Hingegen konnte Delamillieure, et al. (2005), in einer Kohortenstudie, wo er Patienten mit Schizophrenie mit Negativsymptomatik und jene ohne Negativsymptomatik ver­glich, keinen signifikanten Unterschied der subjektiven QOL feststellen.

Emotionale Ebene

Die gesellschaftliche gute Einbindung, vor der Erkrankung an Schizophrenie, wurde als positiver Einflussfaktor auf die QOL von Menschen mit Schizophrenie identifiziert (Hofer, et al., 2006; Mubarak, 2005).

Angst, konnte in verschiedenen Studien, mit einer schlechten QOL von Menschen mit Schizophrenie in Verbindung gebracht werden (Hofer, et al., 2004; Hofer, et al., 2005; Schmidt, Staupendahl, & Vollmoeller, 2004).

Weiters hatten ein hoher Grad an täglichen Schwierigkeiten (Caron, et al., 2005; Muba­rak, et al., 2003) und nicht erfüllte krankheits- oder nicht krankheitsbezogene Bedürf­nisse (Becker, et al., 2005) einen Einfluss auf eine schlechtere QOL von Menschen mit Schizophrenie.

Ponizovsky, et al. (2003) konnte keinen kausalen Zusammenhang zwischen QOL und Suizidalität, in einer Studie mit 227 Patienten mit Schizophrenie, feststellen.

Ritsner, et al. (2003), identifizierte in einer Studie mit 148 Patienten mit Schizophrenie, einen starken Zusammenhang zwischen einer Reduktion von emotionaler, psychischer und somatischer Belastung und einer Verbesserung der QOL.

7.2 Behandlungsfaktoren

Unter Behandlungsfaktoren sind Maßnahmen und Rahmenbedingungen zu verstehen, welche Menschen mit Schizophrenie beeinflussen können.

Dieses Thema wurde wiederum in drei Subthemen:

Psychopharmakotherapie, Behandlungs- Ort/Dauer, Rehabilitations- und Behand­lungsprogramme unterteilt.

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Ende der Leseprobe aus 78 Seiten

Details

Titel
Einflussfaktoren, die sich auf die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie auswirken
Untertitel
Eine Literaturreview von 2001 - 2007
Hochschule
UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik  (Pflegewissenschaft)
Note
B
Autor
Jahr
2007
Seiten
78
Katalognummer
V334732
ISBN (eBook)
9783668245136
ISBN (Buch)
9783668245143
Dateigröße
823 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schizophrenie, Lebensqualität, QOL, Pflege
Arbeit zitieren
Mag. Günter Gantschnig (Autor), 2007, Einflussfaktoren, die sich auf die Lebensqualität von Menschen mit Schizophrenie auswirken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334732

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