Im immer härter werdenden Konkurrenzkampf sowie der zunehmenden Globalisierung müssen Unternehmen Möglichkeiten suchen, sich von den Wettbewerbern abzugrenzen und sich über z.B. Kostenführerschaft oder Qualitätsführerschaft Vorteile vor der Konkurrenz zu sichern. Mangelnde Qualität kann für ein Unternehmen immense zusätzliche Kosten verursachen und bringt darüber hinaus oft auch einen kaum zu beziffernden Image-Verlust. Die gesetzlichen Gewährleistungspflichten für Unternehmen, welche z.B. durch die EU noch einmal verschärft und zeitlich von 6 Monaten auf 2 Jahre verlängert worden sind, erhöhen die Bedeutung der Qualität für die Unternehmen. In den bisher verbreiteten Theorien ging man stets von der Gegenläufigkeit der Ziele Kosteneffizienz und hoher Qualität aus. Diese Theorien standen jedoch im Widerspruch zu empirischen Daten, vor allem aus Japan, welche diesen Unternehmen eine höhere Qualität bei gleichzeitig geringeren Kosten als ihre Konkurrenten aus den USA nachwiesen.
Diese Arbeit stellt eine Theorie vor welche zeigt, dass es durchaus möglich ist Qualität und niedrige Kosten gleichzeitig zu erreichen. Somit könnte ein Unternehmen sowohl durch geringere Kosten als auch durch höhere Qualität Wettbewerbsvorteile erlangen. Es werden sowohl Basistheorien, als auch das Konzept der qualitätsbasierten Lernkurve selbst vorgestellt. Weiterhin wird auf die, vorrangig strategischen, Implikationen dieser Theorie eingegangen, wobei ein Vergleich dieser mit den Strategien von Porter erfolgt. Es werden dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Betrachtungsweisen aufgezeigt. Ziel ist es abschließend auf die eher praktische Umsetzung der Qualitätskontrolle im Unternehmen einzugehen um daran mögliche Gründe für die Effekte des qualitätsbasierten Lernens aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Betrachtungen
2.1. Die Qualität
2.2. Die statischen Qualitätsmodelle
2.3. Die produktionsmengenabhängigen Lernmodelle
2.4. Das qualitätsbasierte Lernmodell
3. strategische Implikationen des Modells von Fine
3.1. Die Kostenführerschaft
3.2. Differenzierung und Qualitätsführerschaft
3.3. Die Kombination von Kosten- und Qualitätsführerschaft
4. Die Auswirkung von Lerneffekten auf qualitätsbezogene Kosten
4.1. Die Qualitätskontrolle
4.2. Die Fehlertypen
4.3. Die Kontrollmethoden
4.4. Die Lerneffekte
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen Produktqualität und Kosten, wobei sie die traditionelle Annahme der Gegenläufigkeit von Kosteneffizienz und Qualität hinterfragt. Das primäre Ziel ist es, auf Basis des Modells von Charles H. Fine aufzuzeigen, wie Unternehmen durch qualitätsbasiertes Lernen Wettbewerbsvorteile erzielen und gleichzeitig Kosten senken können.
- Analyse statischer und dynamischer Qualitätsmodelle
- Untersuchung der strategischen Implikationen nach Porter und Fine
- Erörterung von Lerneffekten in der Qualitätskontrolle
- Vergleich von Kostenführerschaft und Differenzierungsstrategien
- Diskussion empirischer Erkenntnisse zum qualitätsbasierten Lernen
Auszug aus dem Buch
2.4. Das qualitätsbasierte Lernmodell
Das qualitätsbasierte Lernmodell ist ein dynamisches Modell und eine Erweiterung der produktionsmengenabhängigen Lernmodelle unter Einbezug der statischen Qualitätsmodelle. Die Kernaussage des von Charles Fine aufgestellten Modells ist: „Unternehmen lernen schneller bei einem hohen Qualitätslevel als bei einem niedrigem Qualitätslevel.“ Er versucht damit zu erklären, dass hohe Qualität nicht zwangsläufig höhere Produktionskosten bedeuten. Um sein Modell mathematisch zu fundieren trifft Fine folgende Vereinbarungen: Die Kosten werden nun nicht nur in Bezug zur produzierten Menge betrachtet, sondern auch im Bezug auf das Qualitätsniveau der produzierten Güter. Die Kosten werden durch folgende Kostenfunktion gegeben:
c(q,z) = c1(q) + c2(q) + c3(z).
Sie ist die Summe von Kontroll- und Präventionskosten c1(q) in Abhängigkeit vom Qualitätsniveau, den vom Qualitätsniveau abhängigen Fehlerkosten c2(q) und den von der Erfahrung abhängigen Stückkosten c3(z). Die Erfahrung wird in dem Modell als eine kumulierte qualitätsgewichtete Volumenkomponente folgendermaßen dargestellt:
Das Unternehmen wählt nun unter Berücksichtigung der Kapitalkosten r den optimalen Mengen- und Qualitätspfad, um den Wert der Funktion zu maximieren. Charles Fine stellt in seinem Dossier verschiedene Theoreme auf und beweist diese.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Zusammenhangs von Qualität und Kosten ein und stellt die theoretische Herausforderung dar, hohe Qualität bei niedrigen Kosten zu erreichen.
2. Theoretische Betrachtungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Qualitätsbegriffe, statische Qualitätsmodelle und die Theorie des qualitätsbasierten Lernens von Charles Fine definiert und hergeleitet.
3. strategische Implikationen des Modells von Fine: Dieses Kapitel vergleicht die strategischen Ansätze nach Porter mit den Erkenntnissen aus Fines Modell und diskutiert die Möglichkeiten zur Kombination von Kosten- und Qualitätsführerschaft.
4. Die Auswirkung von Lerneffekten auf qualitätsbezogene Kosten: Hier wird der operative Prozess der Qualitätskontrolle detailliert untersucht und aufgezeigt, wie Lerneffekte in der Praxis zur Reduktion qualitätsbezogener Kosten beitragen.
5. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Qualität heute zunehmend als strategische Chance und nicht mehr ausschließlich als Kostentreiber gesehen werden muss.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Kostenführerschaft, Qualitätsführerschaft, Lerneffekte, Erfahrungskurve, Produktionskosten, Qualitätskontrolle, Fehlerkosten, Modell von Fine, Wettbewerbsvorteile, Prozessoptimierung, Total-Quality-Management, Fehlerverhütungskosten, Strategische Planung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Produktqualität und Produktionskosten im Controlling.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen statische sowie dynamische Qualitätsmodelle, strategische Wettbewerbsstrategien nach Porter und die Auswirkungen von Lerneffekten auf die Kosteneffizienz.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Theorie von Charles Fine zu analysieren, die belegt, dass hohe Qualitätsstandards nicht zwingend zu höheren Kosten führen, sondern durch Lerneffekte sogar Kostenvorteile ermöglichen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie den Vergleich ökonomischer Modelle (z.B. QCL-Modell, Modell von Fine) und bezieht sich dabei auf existierende empirische Untersuchungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die mathematische Fundierung des qualitätsbasierten Lernmodells, strategische Implikationen sowie die praktische Umsetzung der Qualitätskontrolle und deren Lerneffekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Erfahrungskurve, Fehlerkosten und die Strategien von Kosten- sowie Qualitätsführerschaft geprägt.
Wie unterscheidet Fine zwischen induziertem und autonomem Lernen?
Autonomes Lernen gründet auf dem täglichen "learning by doing" der Mitarbeiter, während induziertes Lernen auf bewussten planenden Aktivitäten des Managements, wie etwa Investitionen in Forschung und Entwicklung, basiert.
Warum betrachten moderne Ansätze wie TQM Qualität nicht als Kostentreiber?
Durch die frühzeitige Erkennung von Fehlern innerhalb der Wertschöpfungskette werden spätere, wesentlich teurere Korrekturen vermieden, wodurch Qualität langfristig zur Senkung der Gesamtkosten beiträgt.
- Quote paper
- Dipl. Wirtschaftsing. Guido Krebs (Author), Stefan Thalmann (Author), Martin Ludwig (Author), 2004, Der Einfluss der produzierten Menge auf die Produktqualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33480