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Entstehung und Konsolidierung der Kunstblumenindustrie im 19. Jahrhundert in der Stadt Sebnitz im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet

Title: Entstehung und Konsolidierung der Kunstblumenindustrie im 19. Jahrhundert in der Stadt Sebnitz im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet

Term Paper , 2013 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Claudia Christine Stosik (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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In dieser Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie es einer relativ rückständigen Region im östlichen Sachsen gelang, am ökonomischen Aufschwung teilzuhaben. Es handelt sich um das Gebiet Sebnitz im sächsisch-böhmischen Grenzraum. Die Grenzfestlegung von Sachsen und Böhmen erfolgte schon im Jahr 1459 mit dem Vertrag von Eger und ist bis heute die beständigste territoriale Grenze. Allerdings war es zu mittelalterlicher Zeit keine nationale, kulturelle oder sprachliche Grenze, sondern eine Gebietsfestlegung zwischen den wettinischen und böhmischen Geschlechtern als Folge eines Friedensvertrages. Die Stadt Sebnitz grenzt unmittelbar an Nordböhmen, was wirtschaftlich nicht unbedingt von Vorteil war. Mit Einzug des industriellen Zeitalters veränderten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse entscheidend.

Die Konstituierung der Kunstblumenindustrie erfolgte im Zusammenhang des Beitritts Sachsens 1834 zum Deutschen Zollverein. Auf böhmischen Gebiet gab es dieses Handwerk schon seit mehreren Jahrzehnten. Insgesamt ist die Herstellung von Kunstblumen kein neues Gewerbe, schon seit dem 17. Jahrhundert wird es als Kunsthandwerk betrieben. Neu ist die fabrikmäßige quantitativ und qualitativ hochwertige Fertigung dieser Produkte. Nach anfänglich wirtschaftlich und politisch ungünstigen Verhältnissen um 1850 nahm die Entwicklung eine rasante Form an, welches in der vorliegenden Hausarbeit erörtert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Take-off-Phase in Deutschland

2.1 Regionen als Entwicklungszentren

2.2 Unterschiedliche regionale Entwicklungspfade

3. Sebnitz in Sachsen – Standort eines neuen Industriezweiges

3.1 Historischer Abriss der Region Sebnitz vor der Kunstblumenindustrie

3.2 Voraussetzungen für die Industrialisierung in diesem Gebiet

3.3 Entwicklung eines neuen erfolgreichen Industriezweiges

4. Stadien des Wachstums

4.1 Wichtige Komponenten als Voraussetzung

4.2 Der Erfolg – Orientierung im internationalen Maßstab – Export

4.3. Spezialisierung durch Arbeitsteilung

4.4 Steigerung der Produktivität durch fachliches Wissen – Weiterbildung

5. Wandlung sozialer Strukturen – Aufstieg des Bürgertums

5.1 Wandlung von Arbeitskräften – Aufstieg von Bürgerlichen zu Fabrikanten

5.2 Die Schattenseiten des Erfolgs – soziale Situation der Heimarbeiter

5.3 Konkurrenzfähigkeit trotz Krisen und unterschiedlicher politischer Gesellschaftssysteme

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Transformation der Stadt Sebnitz im 19. Jahrhundert und analysiert die Erfolgsfaktoren für die Etablierung und Konsolidierung der Kunstblumenindustrie in einer geografisch und wirtschaftlich benachteiligten Grenzregion.

  • Regionale Industrialisierungsprozesse im sächsisch-böhmischen Grenzraum
  • Die Transition von der traditionellen Leineweberei zur modernen Kunstblumenfertigung
  • Strukturwandel und sozialer Aufstieg durch unternehmerisches Engagement
  • Herausforderungen der Heimarbeit und die Bedeutung internationaler Exportmärkte
  • Einfluss politischer Rahmenbedingungen wie der Zollverein und die Gewerbefreiheit

Auszug aus dem Buch

3. Sebnitz in Sachsen – Standort eines neuen Industriezweiges

Sebnitz nach dem gleichnamigen Flüsschen „zebnica“ = Finkenbach, benannt, ist aus einer Dorfsiedlung im Zuge der Ostkolonisation im 12. Jahrhundert hervor gegangen. Die Stadt liegt in einer von vielen Höhenzügen durchbrochenen Landschaft zwischen Lausitz und Elbsandsteingebirge nahe der sächsisch-böhmischen Grenze. Der Marktplatz bildet als zentraler Teil das Zentrum der Stadt, wobei die umliegenden Stadtteile eine Höhendifferenz von etwa 120 m ergeben. Die Gestaltung des Marktplatzes als zentralen Ort zeugt von einer planmäßigen Gründung. Schon auf Grund der Gebirgslage ist ersichtlich, dass der Anbau von landwirtschaftlichen Getreidesorten erschwerend wirkte. Schon frühzeitig produzierten Handwerker in den verschiedensten Sparten Waren für den eigenen Bedarf und für Konsumenten der Stadt- und Dorfbevölkerung. Die Einwohner von Sebnitz unterhielten etliche Handwerke, wobei einige Branchen sich in Innungen zusammenschlossen. Im Jahr 1699 existierten 12 Fleischer bei einer Einwohnerzahl von nur 1000 Personen. Jedoch bestand die größte Gruppe der Handwerker aus Leinewebern, welche auch überregionale Konsumentenkreise erschließen konnten und relativ große Bedeutung erlangten.

Natürliche Veranlassung für die Garnherstellung war der hier betriebene Flachsanbau. Günstige klimatische Voraussetzungen trugen zur Ausdehnung des Flachsanbaus bei. Vor allem im Erzgebirge und der Oberlausitz entwickelte sich diesbezüglich das Textilgewerbe in besonderer Weise. Ab wann die Leineweber mit ihrer Tätigkeit begannen, ist nicht bekannt, aber über mehrere Jahrhunderte blühte in Sebnitz die Leineweberei. Der größte Teil der Bevölkerung war in diesem Handwerk beschäftigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie eine wirtschaftlich rückständige Region wie Sebnitz den ökonomischen Anschluss im Zeitalter der Industrialisierung finden konnte.

2. Take-off-Phase in Deutschland: Das Kapitel erläutert theoretische Wachstumsphasen und die unterschiedlichen regionalen Voraussetzungen für die industrielle Entwicklung im Deutschen Reich.

3. Sebnitz in Sachsen – Standort eines neuen Industriezweiges: Hier wird der historische Kontext Sebnitz' von der frühen Besiedlung über die Leineweberei bis hin zur Ansiedlung der ersten Industriebetriebe skizziert.

4. Stadien des Wachstums: Dieses Kapitel analysiert die Faktoren, die zum langfristigen Wachstum der Kunstblumenbranche führten, darunter Exportorientierung, Arbeitsteilung und Weiterbildung.

5. Wandlung sozialer Strukturen – Aufstieg des Bürgertums: Der Fokus liegt hier auf dem sozioökonomischen Wandel, dem Aufstieg der Fabrikantenklasse sowie der schwierigen sozialen Lebensrealität der Heimarbeiter.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont das Zusammenspiel von individuellem Unternehmertum, staatlichen Rahmenbedingungen und der Anpassungsfähigkeit an globale Märkte.

Schlüsselwörter

Industrialisierung, Sebnitz, Kunstblumenindustrie, Wirtschaftsgeschichte, Sachsen, Heimarbeit, Arbeitsteilung, Export, Strukturwandel, Bürgertum, Zollverein, Wirtschaftsregion, Gewerbefreiheit, Innovation, Produktionsweise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die erfolgreiche Etablierung der Kunstblumenindustrie in der Stadt Sebnitz und analysiert, wie sich eine strukturschwache Region im 19. Jahrhundert industrialisieren konnte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der wirtschaftliche Strukturwandel, die Bedingungen der regionalen Industrialisierung, die Entwicklung der Exportwirtschaft sowie soziale Veränderungen in der Arbeiterschaft und dem Bürgertum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Weshalb gelang es einer wirtschaftlich und geografisch benachteiligten Region, den Industriezweig der Kunstblumenherstellung erfolgreich zu integrieren?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die fachliche Literatur, Quellenstudien sowie soziologische Erklärungsmodelle (z.B. von Rostow und Pollard) zur Untersuchung der regionalen Industrialisierung heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Take-off-Phase, die historischen Voraussetzungen in Sebnitz, Stadien des wirtschaftlichen Wachstums (Export/Spezialisierung) sowie die soziale Wandlung der Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind: Industrialisierung, Sebnitz, Kunstblumenindustrie, Strukturwandel, Heimarbeit, Export und regionales Unternehmertum.

Welche Rolle spielte der Deutsche Zollverein für die Region Sebnitz?

Der Beitritt Sachsens zum Zollverein 1834 veränderte die wirtschaftlichen Bedingungen grundlegend, da die Einfuhr von Waren aus dem nun als Ausland geltenden Böhmen erschwert wurde, was die Ansiedlung der Industrie in Sebnitz forcierte.

Warum wird die Arbeit als "Schattenseite des Erfolgs" bezeichnet?

Dieser Begriff thematisiert die prekären sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen der überwiegend in Heimarbeit beschäftigten Menschen, die trotz des industriellen Gesamterfolgs oft unter schwierigen Bedingungen arbeiteten.

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Details

Title
Entstehung und Konsolidierung der Kunstblumenindustrie im 19. Jahrhundert in der Stadt Sebnitz im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet
College
University of Hagen  (Lehrgebiet Neuere Geschichte)
Grade
2,0
Author
Claudia Christine Stosik (Author)
Publication Year
2013
Pages
27
Catalog Number
V334848
ISBN (eBook)
9783668246447
ISBN (Book)
9783668246454
Language
German
Tags
entstehung konsolidierung kunstblumenindustrie jahrhundert stadt sebnitz grenzgebiet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Christine Stosik (Author), 2013, Entstehung und Konsolidierung der Kunstblumenindustrie im 19. Jahrhundert in der Stadt Sebnitz im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334848
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