War die Hallstein-Doktrin für die Wiedervereinigung Deutschlands notwendig? Oder wurde sie durch Sanktionsmaßnahmen in Form der Doktrin eher gehindert?
Das Kernziel der Hallstein-Doktrin wird zu Beginn der vorliegenden Hausarbeit genauer erfasst und erläutert. Anschließend wird die Entstehung der Hallstein-Doktrin unter genauer Betrachtung des hervorgegangenen Ereignisses dargestellt.
Weiter wird im vierten Teil dieser Arbeit gezeigt, wie die Bundesrepublik eine rechtliche Legitimation für die Hallstein-Doktrin verfasst. Im Fokus des fünften Teils steht dann die Anwendung beziehungsweise die Umsetzung der Hallstein-Doktrin an den Beispielen von Jugoslawien und dem israelisch-arabischen Konflikt. Hier wird zum einem deutlich, welche Vorteile diese Doktrin mit sich bringt, zum anderem werden auch die Nachteile beziehungsweise die Hemmnisse erkennbar, welche die Bundesregierung mit dieser politischen Haltung sich selbst auferlegt hat. Abschließend gibt es ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Inhalt der Hallstein-Doktrin
III. Entstehung der Hallstein-Doktrin
IV. Rechtliche Legitimation der Hallstein-Doktrin
V. Anwendung der Hallstein-Doktrin
a) Jugoslawien
b) Der israelisch-arabische Konflikt
VI. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Hallstein-Doktrin als außenpolitisches Instrument der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1955 und 1972. Dabei wird analysiert, ob dieses Instrument zur Integration der DDR und der angestrebten Wiedervereinigung notwendig war oder ob es den Prozess der nationalen Einheit eher behinderte.
- Grundlagen und Entstehung der Hallstein-Doktrin
- Rechtliche Begründung des Alleinvertretungsanspruchs der Bundesrepublik
- Konfliktfeld Jugoslawien: Folgen der ersten Anwendung
- Dynamiken im israelisch-arabischen Konflikt unter dem Einfluss der Doktrin
- Bewertung der Wirksamkeit gegenüber den Interessen der DDR
Auszug aus dem Buch
IV. Rechtliche Legitimation der Hallstein-Doktrin
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt, welche sich schnell in Folge der Gemeinsamkeit dreier und der Gegensätzlichkeit der vierten Ideologie zu zwei Blöcken entwickelte. Seit 1949 verlief die innerdeutsche Grenze zwischen dem sogenannten Westen Deutschlands der imperialistischen Siegermächte Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika, und dem Osten Deutschlands der sozialistischen Sowjetunion.10. Trotz dieser innerdeutschen Teilung bestand allerdings das Deutsche Reich laut der internationalen Staats- und Völkerrechtslehre weiterhin, da sowohl der Westen als auch der Osten Deutschlands jeweils für sich gesehen kein Gesamtdeutsches Völkerrechtssubjekt bildeten. Dem Westen war die endgültige Anerkennung eigentlich verwehrt, da das Besatzungsstatut von Verfassungswegen den Status einer provisorischen Regierung festschrieb.
Die Ostberliner Regierung verstand sich als Besatzungsverwaltung der Sowjetunion und hatte bei freien Wahlen in der DDR keine demokratische Legitimation erhalten. Es handelte sich hier also nicht um einen von der Bevölkerung getragenen Staatsapparat, sondern um einen rein von der Politik der Besatzungsmacht getragenen Machtapparat. Hier liegt der Kern des Alleinvertretungsanspruchs gesamtdeutscher Interessen der Bundesrepublik, die in zahlreichen Wahlen hatte aufzeigen können, dass die Bevölkerung sie anerkennt und somit ihre Macht demokratisch legitimiert.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Zwei-Staaten-Theorie ein und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich der Notwendigkeit der Hallstein-Doktrin.
II. Inhalt der Hallstein-Doktrin: Das Kapitel definiert die Doktrin als Instrument zur Verhinderung der diplomatischen Anerkennung der DDR durch Drittstaaten unter Androhung von Sanktionen.
III. Entstehung der Hallstein-Doktrin: Hier wird der historische Kontext der Verhandlungen Adenauers in Moskau 1955 beleuchtet, aus deren Ergebnis sich die Notwendigkeit ergab, den Alleinvertretungsanspruch theoretisch und praktisch zu untermauern.
IV. Rechtliche Legitimation der Hallstein-Doktrin: Der Abschnitt begründet den Alleinvertretungsanspruch völkerrechtlich damit, dass die DDR keine unabhängige Herrschaftsgewalt besaß und nur eine Besatzungsverwaltung darstellte.
V. Anwendung der Hallstein-Doktrin: Dieses Kapitel untersucht anhand der Fallbeispiele Jugoslawien und des israelisch-arabischen Konflikts die praktische Umsetzung und die damit verbundenen diplomatischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen.
VI. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass die Doktrin zwar ein kostspieliges und teils hinderliches Instrument war, jedoch in der Anfangsphase maßgeblich zur Verhinderung der Anerkennung der DDR beitrug.
Schlüsselwörter
Hallstein-Doktrin, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Außenpolitik, Alleinvertretungsanspruch, Wiedervereinigung, Zwei-Staaten-Theorie, Diplomatie, Jugoslawien, Israel, Ägypten, Kalter Krieg, Adenauer, Völkerrecht, Souveränität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Funktion und Auswirkung der Hallstein-Doktrin als politisches Instrument der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1955 bis 1972.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Entstehung der Doktrin, ihre völkerrechtliche Legitimation sowie ihre praktische Anwendung in komplexen internationalen Konfliktlagen wie in Jugoslawien und dem Nahen Osten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob die Hallstein-Doktrin für die Integration der DDR und die Erreichung der Wiedervereinigung zwingend notwendig war oder ob sie diese Ziele durch diplomatische Verhärtungen behinderte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene Standardwerke zur deutschen Außenpolitik zusammenfasst und kritisch miteinander vergleicht.
Was umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition der Doktrin, ihre historische Entstehung, die rechtliche Herleitung des Alleinvertretungsanspruchs und die Analyse konkreter Anwendungsfälle.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Hallstein-Doktrin, Alleinvertretungsanspruch, deutsche Wiedervereinigung, Kalter Krieg und diplomatische Isolation der DDR.
Warum war die Anwendung der Doktrin auf Jugoslawien umstritten?
Innerhalb der Bundesregierung gab es erhebliche Kritik, da Diplomaten und Berater befürchteten, der Abbruch der Beziehungen schade den langfristigen Interessen der Bundesrepublik gegenüber den osteuropäischen Staaten.
Inwiefern beeinflusste die Doktrin die deutsch-israelischen Beziehungen?
Die Doktrin verhinderte lange Zeit offizielle diplomatische Beziehungen zwischen Bonn und Tel Aviv, da die Bundesregierung eine Anerkennungswelle durch arabische Staaten befürchtete, falls sie sich offiziell auf die Seite Israels stellen würde.
Wie reagierte die arabische Welt auf die Waffenlieferungen an Israel?
Mehrere arabische Staaten brachen ihre diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik ab, als die geheimen Waffenlieferungen an Israel öffentlich bekannt wurden.
- Citation du texte
- Oliver Höhne (Auteur), 2016, Die „Hallstein-Doktrin“. Eine politische Notwendigkeit für die Wiedervereinigung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334863