Controlling hat innerhalb der letzten 40 Jahre in Deutschland in zahlreichen Unternehmensbereichen deutlich an Bedeutung zu genommen. Der Grund dafür liegt hauptsächlich am ständig steigenden wirtschaftlichen Druck, sowie dem ansteigenden Informationsbedarf der Führungskräfte. Durch den ständigen Preiskampf im Baugewerbe ist es von großer Notwendigkeit Controlling auch in mittelständischen und kleinen Unternehmen durchzuführen, sodass diese langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
Dieser Text ist eine Hilfestellung zum Controlling von Baumaßnamen. Zu Beginn bietet er einen kurzen historischen Abriss zur Entwicklung des Controllings und zeigt dann die Erstellung eines Soll-Ist-Vergleichs auf. Den letzten und Hauptteil der Arbeit bildet die aufgezeigte Entwicklung einer Datenbankanwendung zum Controlling eines Bauvorhabens.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
I. Baubetrieb und Bauprozessmanagement
2. Controlling in der Bauwirtschaft
2.1. Historische Entwicklung
2.2. Definition
2.3. Grundsätze des Controllings
2.4. Voraussetzungen
3. Möglichkeiten des Baustellencontrollings
3.1. Allgemeines
3.2. Termin- und Ablaufcontrolling
3.3. Kosten- und Finanzcontrolling
4. Arbeitsvorbereitung und Ablaufplanung
4.1. Allgemeines
4.2. Arbeitsvorbereitung
4.3. Produktionsprozessplanung
4.4. Auswahl des optimalen Bauverfahrens
4.4.1. Methodischer Verfahrensvergleich
4.4.2. Kalkulatorischer Verfahrensvergleich
4.4.3. Differenzierter Verfahrensvergleich
4.5. Ablaufplanung
4.5.1. Aufwandswerte
4.5.2. Leistungswerte
4.5.3. Dauer der Teilprozesse, erforderliches Potenzial
4.6. Darstellungsmöglichkeiten von Bauabläufen
4.6.1. Allgemeines
4.6.2. Terminliste
4.6.3. Balkenplan
4.6.4. Weg-Zeit-Diagramm
4.6.5. Netzplantechnik
4.6.5.1. Allgemeines
4.6.5.2. Begriffe und Definitionen
4.6.5.3. Beschriftungen und Darstellungen
4.6.5.4. Netzplanberechnung
4.6.5.5. Beispiel
4.7. Bereitstellung und Integration der Ressourcen
4.7.1. Personal
4.7.2. Geräte
4.7.3. Material
4.7.4. Darstellungsmöglichkeiten
5. Arbeitskalkulation
6. Soll-Ist-Vergleich
7. Nachkalkulation
8. Zusammenfassung und Ausblick auf weitere Maßnahmen nach der Fertigstellung einer Baumaßnahme
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die zentralen Controlling-Aufgaben im Baugewerbe zu identifizieren und anhand einer praktischen Baumaßnahme (Verbindungsleitung Saubach-Bad Bibra) zu analysieren. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch eine fundierte Arbeitsvorbereitung, Ablaufplanung und einen systematischen Soll-Ist-Vergleich ein effizientes Controlling realisiert werden kann, um Bauprojekte langfristig wettbewerbsfähig und wirtschaftlich erfolgreich abzuwickeln.
- Grundlagen des Controllings in der Bauwirtschaft
- Methoden der Arbeitsvorbereitung und Ablaufplanung
- Grafische Darstellungsmöglichkeiten von Bauabläufen (Balkenplan, Weg-Zeit-Diagramm, Netzplantechnik)
- Durchführung von Soll-Ist-Vergleichen und Nachkalkulation
- Entwicklung einer datenbankgestützten Controlling-Anwendung
Auszug aus dem Buch
4.6.3. Balkenplan
Der Balkenplan ist die am weitesten verbreitete Methode zur grafischen Darstellung von Bauabläufen. Balkenpläne werden vor allem in Hochbaumaßnahmen, aber auch in Tiefbaumaßnahmen eingesetzt. Durch die Vielfältigkeit von Gestaltungsmöglichkeiten durch geeignete Software können zusätzliche Informationen zu den einzelnen Bauabläufen auf den Plänen abgebildet werden.
Beim Balkenplan wird grundsätzlich die Dauer der einzelnen Arbeitsschritte auf der Zeitachse in x- Richtung dargestellt und die Arbeitsabschnitte nach Reihenfolge der Ausführung in y- Richtung aufgetragen. Die Länge des Balkens, sprich die Dauer eines Arbeitsschrittes ergibt sich, wie bereits in Abschnitt 4.5.3 erläutert, durch die auszuführende Menge multipliziert mit dem Aufwandswert wA.
Zur Erläuterung des Aufbaus eines Balkenplanes werden die Strukturmerkmale des Balkenplanes anhand eines Beispiels Rohbau- und Erdarbeiten eines 3-etagigen Gebäudes schematisch dargestellt. Zunächst werden alle Gewerke der Rohbauarbeiten wie z.B. Erdarbeiten, Stahlbeton- und Mauerwerksarbeiten in den sog. Hauptübersichtplan der Reihenfolge nach aufgelistet (Abbildung 9). Als nächstes erhält jedes Gewerk eine weitere Untergliederung, den Unterplan. In diesem werden sämtliche Bauteile für die Herstellung dargestellt. Bei einer etagenweisen Bauausführung wird die Untergliederung bspw. in Gründung, Kellergeschoss, Erdgeschoss, Dach-geschoss gemäß Bauwerksherstellung von unten nach oben aufgelistet (Abbildung 10).
Jedes Bauteil kann aus weiteren Bauteilen bestehen, die in weiteren Unterplänen mit allen zugehörigen Arbeitsabläufen der Reihenfolge nach abgebildet werden. Das Erdgeschoss des Gebäudes kann bspw. in den Unterplänen Mauerwerksarbeiten, Herstellen der Stützen, Wände und der Decke untergliedert werden (Abbildung 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Controllings im Bauwesen ein und stellt das Ziel der Arbeit sowie die exemplarische Baumaßnahme "Verbindungsleitung Saubach-Bad Bibra" vor.
2. Controlling in der Bauwirtschaft: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung, die Definition und die grundlegenden Voraussetzungen für ein funktionierendes Controlling-System in Baufirmen.
3. Möglichkeiten des Baustellencontrollings: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Controlling-Ansätze, insbesondere Termin- und Ablaufcontrolling sowie das Kosten- und Finanzcontrolling.
4. Arbeitsvorbereitung und Ablaufplanung: Dieser Hauptteil beschreibt die methodische Planung von Prozessen, die Auswahl von Bauverfahren, die Ermittlung von Aufwands- und Leistungswerten sowie verschiedene grafische Darstellungsmöglichkeiten von Bauabläufen.
5. Arbeitskalkulation: Das Kapitel erklärt die Bedeutung der Arbeitskalkulation als Modifizierung der Angebotskalkulation zur realistischen Steuerung und Planung von Kostenstellen.
6. Soll-Ist-Vergleich: Hier wird der Prozess der Gegenüberstellung von geplanten Soll-Kosten und tatsächlichen Ist-Kosten zur Kontrolle des Baufortschritts und Stundenverbrauchs dargestellt.
7. Nachkalkulation: Das Kapitel thematisiert die abschließende Analyse zur Ermittlung des tatsächlichen Gewinns und zur Gewinnung von Erkenntnissen für künftige Projekte.
8. Zusammenfassung und Ausblick auf weitere Maßnahmen nach der Fertigstellung einer Baumaßnahme: Diese Zusammenfassung reflektiert die Komplexität des Baustellencontrollings und unterstreicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Optimierung durch Nachkalkulation und moderne EDV-Tools.
Schlüsselwörter
Baustellencontrolling, Bauwirtschaft, Arbeitsvorbereitung, Ablaufplanung, Soll-Ist-Vergleich, Netzplantechnik, Balkenplan, Nachkalkulation, Bauverfahren, Aufwandswert, Leistungswert, Kostencontrolling, Termincontrolling, Projektsteuerung, Bauablauf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Anwendung von Controlling-Methoden bei Tiefbaumaßnahmen, um Prozesse zu optimieren und die Wirtschaftlichkeit zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Arbeitsvorbereitung, die systematische Ablaufplanung, das Kosten- und Finanzcontrolling sowie die datengestützte Nachkalkulation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Controlling-Aufgaben im Bauwesen aufzuzeigen und ein Modell zu entwickeln, wie Baustellen mittels gesammelter Daten effizient gesteuert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen des Baubetriebs mit einer praxisorientierten Fallstudie (Begleitung einer Baumaßnahme), um Daten für ein Soll-Ist-Controlling-Programm zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Arbeitsvorbereitung, die Auswahl optimaler Bauverfahren, die Kalkulation von Arbeitsaufwand sowie diverse Techniken zur grafischen Darstellung von Bauabläufen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Baustellencontrolling, Netzplantechnik, Soll-Ist-Vergleich, Ablaufplanung und Nachkalkulation geprägt.
Wie trägt die Netzplantechnik zur Projektsteuerung bei?
Sie ermöglicht eine detaillierte grafische Darstellung gegenseitiger Abhängigkeiten, die Identifikation des kritischen Pfades sowie die Ermittlung von Pufferzeiten, um Terminverzögerungen frühzeitig zu erkennen.
Warum ist die Nachkalkulation für Bauunternehmen wichtig?
Sie dient als Steuerungsinstrument, um die Genauigkeit der Vorkalkulation zu überprüfen, tatsächliche Gewinne zu ermitteln und wertvolle Erfahrungswerte für zukünftige Projekte zu gewinnen.
- Citation du texte
- Michael Beetz (Auteur), 2016, Bauwirtschaft. Controlling von Baumaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334883