Fußballunternehmen sind am Sondermarkt Fußballmarkt tätig. Dieser unterscheidet sich von herkömmlichen Märkten hinsichtlich vielfältiger Wettbewerbsformen, eigenen Regeln und der Abwesenheit eines Kartellverbots. Zudem vermengen sich auf diesem Markt sportliche, wirtschaftliche und ideelle Ziele der Akteure und steigern die Komplexität des Marktes. Die Erreichung der genannten Ziele ist nicht nur für die Fußballunternehmen selbst, sondern auch für ihre Interessensgruppen ein Anliegen. Ein Fußballunternehmen lebt von seinen Stakeholdern, deshalb ist eine starke Ausrichtung auf diese erfolgsentscheidend. Es stellt sich die Frage, welche Gruppen bzw. Stakholder spezifische Interessen an Fußballunternehmen stellen und wie diese Interessen ausgestaltet sind.
Zur Beantwortung dieser Frage werden zunächst die grundlegenden Begrifflichkeiten (siehe 2) erläutert und Begriffseingrenzungen für die vorliegende Arbeit vorgenommen. Anschließend folgt die Darstellung des Themenschwerpunkts, Stakeholder in Fußballunternehmen und ihre Interessen (siehe 3). Dabei werden für Fußballunternehmen unmittelbar relevante Stakeholder herausgegriffen und hinsichtlich ihres Beziehungsgrades zum Club in interne (siehe 3.1) und externe (siehe 3.2) Stakeholder eingeordnet. Nach einer kurzen Beschreibung des jeweiligen Stakeholders folgt die Darstellung ihrer Interessen und Ansprüche an Fußballunternehmen. Handlungsempfehlungen sowie Herausforderungen für Fußballunternehmen auf Basis der Interessen der Stakeholder werden an Stellen, welche diese zwingend erfordern, kurz genannt. Abschließend wird der Blick auf Stakeholder-Management und potenzielle Interessenskonflikte der genannten Stakeholder zueinander, gerichtet (siehe 4).
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 DER FUẞBALLMARKT – EIN SONDERMARKT
1.2 INHALT UND AUFBAU DER ARBEIT
2 DEFINITORISCHE GRUNDLAGEN
2.1 FUẞBALLUNTERNEHMEN
2.2 STAKEHOLDER
3 STAKEHOLDER UND IHRE INTERESSEN AN FUẞBALLUNTERNEHMEN
3.1 INTERNE STAKEHOLDER
3.1.1 Profispieler
3.1.2 Trainerstab
3.1.3 Weitere Mitarbeiter
3.1.4 Management
3.2 EXTERNE STAKEHOLDER
3.2.1 Fans und Zuschauer
3.2.2 Sponsoren
3.2.3 Medien
3.2.4 Ligaverband
3.2.5 Kapitalgeber
3.2.6 Der Staat
4 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche spezifischen Interessensgruppen (Stakeholder) auf Fußballunternehmen einwirken und wie diese Interessen im Kontext des professionellen Fußballsports ausgestaltet sind. Ziel ist es, die Komplexität dieser Beziehungen aufzudecken und die Notwendigkeit eines strategischen Stakeholder-Managements zur Balance zwischen wirtschaftlichen und sportlichen Zielen aufzuzeigen.
- Identifikation und Kategorisierung interner und externer Stakeholder
- Analyse der spezifischen monetären und nicht-monetären Interessen
- Untersuchung der Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Club und Stakeholdern
- Bewertung der Rolle des Managements bei der Interessenskoordination
- Ausblick auf potenzielle Interessenskonflikte und deren Lösungsansätze
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Profispieler
Die Spieler sind einer der wichtigsten Stakeholder von Fußballunternehmen, weil sie den Unternehmenserfolg durch ihre Aktivitäten entscheidend mitbestimmen. Deshalb werden ihre Interessen in Folgenden ausführlich behandelt. Ihre hohe Bedeutung, kann unter anderem an den Spieler-Gehälter und Ablösesummen sowie an der gesellschaftlichen Bedeutung der Spieler, abgelesen werden.
Da sich Profispieler und Fußballunternehmen zunächst in einem Arbeitnehmer-Arbeitgeber Verhältnis befinden, steht die persönliche Einkommensmaximierung (z.B. Gehalt) für den Spieler im Vordergrund. Im Gegenzug erwartet der Arbeitgeber eine Leistung welche die Bezahlung rechtfertigt und zum Unternehmenswert beiträgt. Diese ist stark von der individuellen sportlichen Leistungsfähigkeit abhängig. Daraus resultiert ein weiteres Interesse des Stakeholder Spieler: Die Personalpolitik eines Fußballunternehmens sollte so ausgestaltet sein, dass sie zur Maximierung der sportlichen Leistungsfähigkeit beiträgt. Dazu zählen neben Infrastruktur, Entwicklungsmöglichkeiten, medizinischer Betreuung und Training auch finanzielle Mittel zur persönlichen Steigerung der sportlichen Leistung. Werden diese Interessen des Spielers durch das Fußballunternehmen befriedigt, so sind die Weichen für die Erreichung sportlicher Ziele des Fußballunternehmens gestellt, obgleich der sportliche Erfolg nie geplant werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Besonderheiten des Fußballmarktes ein und erläutert den Aufbau sowie das Ziel der vorliegenden Untersuchung.
2 DEFINITORISCHE GRUNDLAGEN: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten, namentlich das Fußballunternehmen und das Konzept der Stakeholder, für den weiteren Verlauf der Arbeit definiert.
3 STAKEHOLDER UND IHRE INTERESSEN AN FUẞBALLUNTERNEHMEN: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die internen und externen Interessensgruppen, ihre Ansprüche an den Club und ihre Rolle im wirtschaftlichen Gefüge.
4 AUSBLICK: Das abschließende Kapitel fasst die Bedeutung des Stakeholder-Managements zusammen und thematisiert die Notwendigkeit, Interessenkonflikte zwischen den heterogenen Stakeholdergruppen auszubalancieren.
Schlüsselwörter
Fußballunternehmen, Stakeholder, Profifußball, Stakeholder-Management, Interessensgruppen, Sportmanagement, Einkommensmaximierung, Sponsoring, Medienrechte, Ligaverband, Kapitalgeber, Fans, Zuschauer, Interessenkonflikte, sportlicher Erfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die vielfältigen Interessensgruppen, die auf professionelle Fußballunternehmen einwirken, und untersucht, wie deren Erwartungen und Ansprüche die Unternehmensführung beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Stakeholdern im Sport, die Einteilung in interne und externe Gruppen sowie die detaillierte Darstellung deren monetärer und ideeller Interessen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Interessen der Stakeholder an Fußballunternehmen aufzuzeigen, um die Notwendigkeit eines proaktiven Managements dieser Beziehungen zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit existierender Fachliteratur zur Sportökonomie und Stakeholder-Theorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in interne Akteure wie Spieler, Trainer und Management sowie externe Akteure wie Fans, Sponsoren, Medien, Ligaverband und Staat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stakeholder-Management, Fußballmarkt, Interessensausgleich und monetäre sowie nicht-monetäre Ziele charakterisiert.
Warum werden Fans und Zuschauer als „irrationale“ Stakeholder betrachtet?
Sie zeichnen sich durch eine hohe emotionale Bindung aus, die oft über rein ökonomische Entscheidungen hinausgeht und nicht primär von kurzfristigen Unternehmenserfolgen abhängt.
Wie sieht das Spannungsfeld zwischen Kapitalgebern und Fans aus?
Während Kapitalgeber primär an wirtschaftlichem Erfolg und Rendite orientiert sind, stehen für Fans der sportliche Erfolg und die emotionale Identifikation im Vordergrund, was häufig zu Konflikten führt.
- Citar trabajo
- Uschi Drexler (Autor), 2010, Stakeholderinteressen in Fußballunternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334886