In dieser Arbeit wird das Thema „Finanzierung der Immobilienwirtschaft“ behandelt. Die Finanzierung von Wohnungsunternehmen und die der Wohnbauträger soll hier unter den Gesichtspunkten der veränderten Kreditvergabepraktiken, bedingt durch die „neue Eigenkapitalvereinbarung“ des Ausschusses für Bankenaufsicht betrachtet werden. Weiter sollen alternative Finanzierungswege für die Branche ermittelt werden. Es sollen hier Ansätze zur Stärkung des Eigenkapital und Überlegungen zur günstigeren Ausstattung mit Fremdkapital aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung der Immobilienwirtschaft
2.1 Wohnungsunternehmen
2.2 Bauträger
2.3 Finanzierung der Immobilienwirtschaft
3. Immobilienwirtschaftliche Kredite
3.1 Aktuelle Orientierung
3.2 Auswirkungen auf Finanzierungen
4. Alternative Finanzierungswege
4.1 Eigenkapitalfinanzierung
4.2 Fremdkapitalfinanzierung
4.2.1 Kapitalmarktfinanzierung als Einkaufsgemeinschaft
4.2.2 Inhaber-Teilschuldverschreibung
4.2.3 Gesellschafterdarlehn
5. Ausblicke der Branche
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf die Finanzierungspraxis in der deutschen Immobilienwirtschaft. Ziel ist es, die veränderten Kreditvergabepraktiken zu analysieren und alternative Finanzierungsstrategien für Wohnungsunternehmen und Bauträger aufzuzeigen, um die Eigenkapitalbasis zu stärken und die Abhängigkeit von klassischem Fremdkapital zu reduzieren.
- Analyse der regulatorischen Auswirkungen durch Basel II auf die Kreditvergabe.
- Untersuchung der aktuellen Finanzierungssituation in der Immobilienbranche.
- Bewertung alternativer Finanzierungsinstrumente wie Kapitalmarktfinanzierungen.
- Diskussion von Gesellschafterdarlehen als Finanzierungsquelle.
- Aufzeigen von Strategien zur Professionalisierung der Finanzkommunikation.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Kapitalmarktfinanzierung als Einkaufsgemeinschaft
Diese Finanzierungsform eignet sich hervorragend für Wohnungsunternehmen, da sie über viel Anlagevermögen verfügen. Es wird über Investoren des Kapitalmarktes über eine hypothekarisch besicherte Schuldverschreibung finanziert. Diese Form benötigt eine Art „Arrangeurgesellschaft“, quasi Makler oder Vermittler, der keinen Bankstatus hat. Der Arrangeur sammelt von verschieden Wohnungsunternehmen ein Finanzierungsvolumen von z.B. jeweils 20-30 Millionen Euro. Es sollte möglichst aus allen Regionen Deutschlands stammen, um eine deutschlandweite Risikosteuerung zu gewährleisten, um auch eine besserer anschließender Verwertung zu erreichen.
Diese werden dann bei Finanzierungsbedarf von dem Wohnungsunternehmen an den Arrangeur herausgegeben und dieser kauft sie dann an. Die Bündelung dieser Schuldverschreibungen werden anschließend von Arrangeur als Asset-Backed-Securities am Kapitalmarkt veräußert, so dass der Arrangeur refinanziert ist. Asset-Backed-Securities sind Wertpapiere der höchsten Qualität und sprechen ein riesiges Marktsegment an. Asset-Baked-Securities, kurz ABS, ist eine Finanzierungstechnik durch speziell besicherte Wertpapiere, die es dem Unternehmen ermöglicht, in der Bilanz gebundene Mittel zu refinanzieren. Die mit Sicherheiten unterlegten Finanzaktiva (hier das Anlagevermögen in Form von Mietshäusern) werden in ein Treuhandvermögen eines eigens dafür gegründeten, rechtlich selbständigen Fond eingebracht, der dann Emmitent der ABS-Papiere ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Finanzierung von Wohnungsunternehmen und Bauträgern unter dem Einfluss der „neuen Eigenkapitalvereinbarung“.
2. Begriffsbestimmung der Immobilienwirtschaft: Definition der Akteure sowie Einordnung der Immobilie als Wirtschaftsgut und deren Bedeutung im komplexen staatlichen Regulierungsrahmen.
3. Immobilienwirtschaftliche Kredite: Analyse des Umbruchs in der Finanzkultur durch veränderte Bankenregulierung und die Auswirkungen auf die Kreditverfügbarkeit.
4. Alternative Finanzierungswege: Diskussion und Evaluierung neuer Finanzierungsinstrumente jenseits der klassischen Bankkredite zur Deckung des Kapitalbedarfs.
5. Ausblicke der Branche: Fazit über die Notwendigkeit einer rationaleren Unternehmensführung und die Entwicklung neuer Finanzierungsstrategien in einem veränderten Marktumfeld.
Schlüsselwörter
Basel II, Immobilienwirtschaft, Eigenkapitalvereinbarung, Wohnungsunternehmen, Bauträger, Kapitalmarktfinanzierung, Fremdkapital, Asset-Backed-Securities, Kreditvergabepraktiken, Gesellschafterdarlehen, Risikobemessung, Finanzierung, Bankenkrise, Eigenkapitalquote.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Eigenkapitalvereinbarung „Basel II“ auf die Finanzierungssituation deutscher Wohnungsunternehmen und Bauträger.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Schwerpunkte sind die regulatorischen Rahmenbedingungen für Banken, die Veränderung der Kreditvergabepraxis sowie neue, alternative Finanzierungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es sollen Ansätze aufgezeigt werden, wie Unternehmen der Immobilienwirtschaft ihre Eigenkapitalbasis stärken und durch moderne Finanzierungsinstrumente die Abhängigkeit von Bankkrediten verringern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse der bankrechtlichen Anforderungen und der Übertragung dieser auf immobilienwirtschaftliche Praxisfelder.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Finanzierungslage, die Hintergründe von Basel II sowie konkrete Instrumente wie ABS-Finanzierungen und Gesellschafterdarlehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Basel II, Eigenkapital, Immobilienfinanzierung, Asset-Backed-Securities, Kreditrisiko und Finanzmanagement.
Was unterscheidet die Einkaufsgemeinschaft von klassischen Krediten?
Sie ermöglicht über einen nicht-bankmäßigen Arrangeur die Bündelung von Forderungen verschiedener Unternehmen, um diese als Asset-Backed-Securities am Kapitalmarkt zu refinanzieren.
Welche Anforderungen gelten für steuerlich anerkannte Gesellschafterdarlehen?
Die Darlehensverträge müssen einem Fremdvergleich standhalten, schriftlich fixiert sein und tatsächlich wie vereinbart durchgeführt werden.
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- Christoph Sakuth (Author), 2004, Finanzierung der Immobilienwirtschaft - Alternative Finanzierungsformen aufgrund von Basel II (2), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33491