Eine Übersetzung des Rostocker Drucks „Reynke Vosz de Olde“ von 1539 aus dem Mittelniederdeutschen

Auszug: Zweites Buch. Erstes Kapitel - Wie gegen Reineke Fuchs das zweite Mal Klage geführt wird


Hausarbeit, 2014

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einführung - Eine Einordnung in die Zeit und das Geschehen

2. Übersetzung - Transkription und Übersetzung aus dem Niederdeutsche ins Hochdeutsche

3. Problematik - Formelle und inhaltliche Schwierigkeiten bei der Transkription und Übersetzung

4. Quellen

1. Einführung

„Durch die Welt sich zu helfen ist ganz was eignes; man kann sich nicht so heilig bewahren als wie im Kloster, das wißt ihr. Handelt einer mit Honig, er leckt bisweilen die Finger.“

- Johann Wolfgang von Goethe

Die Worte Goethes über die Geschichten des böswilligen Fuchs Reineke pointierten die Lehren des Epos auf eine Art, sodass die eher fragwürdige Moral fast begreiflich erscheint. Genau durch diese Erscheinung entsteht eine Faszination gegenüber dem Epos von „Reineke de Vos“ , die auch Johann Wolfgang von Goethe entdeckt haben muss. Er entschließt sich 1793 den Text des Reinekes zu überarbeiten und vertieft sich dabei fast ein ganzes Jahr in das Abbild der lasterhaften Gesellschaft, bis es schließlich zum Abschluss seiner Verse kommt.

Doch das Vorbild des Goethischen Epos kommt von weit her: Schon aus dem 11. Jahrhundert sind Tierdichtungen überliefert, die den Fuchs als listigen Charakter darstellen. Zwischen 1170 und 1250 entsteht in Frankreich der erste volkssprachliche Roman „Roman de Renard“ , ehe dann 1498 in Lübeck der bekannteste Druck dieser Abenteuers veröffentlicht wird. Der Rostocker Ludwig Dietz druckt 1510 und 1517 den Stoff des Lübecker Drucks nach und entschließt sich 1539 den Inhalt zu modernisieren und Glossenkommentare hinzuzufügen. 1752 entdeckt Johann Christoph Gottsched den Epos und bildet eine Prosaform, die besonders für den höheren Stand gedacht war. Schließlich eröffnet Goethe mit seiner Fassung neue Welten und verzichtet dabei auf den belehrenden Charakter. Weiterhin gibt es immer wieder Neuerscheinungen über die Lügengeschichten des Fuchs, so auch im Genre des Kinderbuchs.

Heute gibt es eine große Auswahl von nahezu unveränderten Reineke-Geschichten. Ihr Inhalt jedoch bleibt der Gleiche: Der listige Fuchs Reineke mogelt sich mit Hilfe von Lügen und Bosheiten durch sein Leben.

Auch der Rostocker Reineke-Druck trägt diesen Inhalt. Den Lübecker Druck als Vorbild, entschloss sich Ludwig Dietz 1839 lediglich kleine Veränderungen vorzunehmen. Er überarbeitete die Form zeitgemäß und fügte Kommentare hinzu, die die Lehren und Sünden dieser Geschichte unterstreichen. Der Inhalt wurde jedoch kaum verändert.

So steht auch in dieser Edition der skrupellose und smarte Reineke im Mittelpunkt der Erzählung. Es beginnt mit einem Hoftag des Königs Nobel, dem Löwen, zu dem alle Tiere eingeladen sind. Nur Reineke der Fuchs ist nicht anwesend. Alle Versammelten beschweren sich über den Übeltäter Reineke, da er Angehörige quält, vergewaltigt oder sogar tötet. Um ihn bestrafen zu können, schickt der König Braun, den Bären und Hinz, den Kater, damit sie ihn zum Hofe bringen. Jedoch scheitern beide durch Reinekes List und können nur schwer verletzt dem Tod entrinnen.

Der König wird wütend und lässt ein Todesurteil über Reineke verhängen. Als dieser aber zum Gericht kommt, dreht er den Spieß um. Er behauptet Opfer eines Komplotts zu sein. Der Bär Braun und der Wolf Isegrim werden unverhofft als Hochverräter erklärt und der listige Fuchs kommt frei. Mit dem Vorwand eine Pilgerfahrt nach Rom zu gestalten, macht dieser sich auf und davon. Als aber der abgebissene Kopf des Meister Lampe an den König geschickt wird, kann der Verrat überführt werden. Der König Nobel veranlasst einen zweiten Hoftag, an dem erneut unzählige Tiere über Reineke klagen. Der Herrscher aller Tiere entschließt sich einen Zweikampf zwischen dem starken Wolf Isegrim und Reineke stattfinden zu lassen. Obwohl körperlich unterlegen besticht Reineke auch hier mit seiner Durchtriebenheit: Er trifft dem Wolf mit seinem Urin direkt in die Augen und setzt ihn somit außer Gefecht. Als Sieger des Kampfes geniest er große Bewunderung des Publikums und wird als Kanzler des Reichs eingestellt.

Die anschließende Passage bezieht sich auf den zweiten Hoftag. Während die Tiere ein großes Fest feiern, kommen Kaninchen und Krähe zu dem König Nobel und klagen über Reineke den Fuchs.

2. Übersetzung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Eine Übersetzung des Rostocker Drucks „Reynke Vosz de Olde“ von 1539 aus dem Mittelniederdeutschen
Untertitel
Auszug: Zweites Buch. Erstes Kapitel - Wie gegen Reineke Fuchs das zweite Mal Klage geführt wird
Hochschule
Universität Rostock  (Germanistik)
Veranstaltung
Reynke Vosz de Olde
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V334952
ISBN (eBook)
9783668247680
ISBN (Buch)
9783668247697
Dateigröße
793 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine, übersetzung, rostocker, drucks, reynke, vosz, olde, mittelniederdeutschen, auszug, zweites, buch, erstes, kapitel, reineke, fuchs, klage
Arbeit zitieren
Verena Schulz (Autor), 2014, Eine Übersetzung des Rostocker Drucks „Reynke Vosz de Olde“ von 1539 aus dem Mittelniederdeutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334952

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