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Die Fabel des verlorenen Sohnes in der Buchmalerei

Title: Die Fabel des verlorenen Sohnes in der Buchmalerei

Seminar Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Barbara Kunze (Author)

Art - Painting
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Summary Excerpt Details

Die Verwendung von Parabeln und Gleichnissen ist seit jeher bekannt. Doch die Verwendung der Parabel vom verlorenen Sohn findet man in der christlichen Dichtung und in der bildenden Kunst erst sehr spät. Das älteste Zeugnis ist die „Milstäter Sündenklage“ aus dem 12. Jahrhundert. In dieser ruft der Beter die heilige Dreifaltigkeit an und legt sein Sündenbekenntnis ab. Somit bittet er um Vergebung und bezieht sich eindeutig auf den verlorenen Sohn. In dieser Arbeit soll gezeigt werden, wie die bildende Kunst mit dem Gleichnis umgeht und welche bildlichen Darstellungen am wichtigsten für die Erzählung der Handlung in kompletten Zyklen waren. Dagegen wird ein Initialblatt des Goslarer Evangeliars gestellt, in dem mehrere Szenen zu einem Simultanbild verarbeitet wurden. Ferner werden die symbolhaften Gegenstände in den einzelnen Zyklen vorgestellt, die die Deutung der Emotionen und Handlungen verstärken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Parabel in der bildenden Kunst:

3. Erste Arten der Darstellung:

3.1 Szenen im Evangelium:

3.2 Dargestellte Szenen:

4. Das Evangeliar von Goslar:

5. Marburger Bildteppich:

6. Rücklaken der Nürnberger Sebalduskirche:

6.1 Pflanzensymbole:

7. Der Zyklus von Chartres:

8. Parabel in den Heilsbüchern und Bilderbibeln:

8.1 Spiegel menschlicher Behaltnis:

8.2 Symbolgehalt und Personen in den Darstellungen:

9. Zusammenfassung:

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Rezeption des Gleichnisses vom verlorenen Sohn in der mittelalterlichen bildenden Kunst, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse narrativer Bildzyklen liegt, um die bildliche Umsetzung der biblischen Erzählung und die Ergänzung durch symbolische Elemente zu verdeutlichen.

  • Analyse der Darstellung der Parabel in verschiedenen künstlerischen Medien wie Buchmalerei, Glasmalerei und Textilkunst.
  • Vergleich der Erzählstrukturen in ausgewählten Zyklen (Goslar, Marburg, Nürnberg, Chartres).
  • Untersuchung des Einsatzes von Symbolik zur Verstärkung von Emotionen und theologischen Aussagen.
  • Betrachtung des Einflusses zeitgenössischer gesellschaftlicher Kontexte auf die bildliche Interpretation.

Auszug aus dem Buch

Marburger Bildteppich:

Der Marburger Bildteppich entstand um 1400 im thüringisch-hessischen Raum. Die Parabel wird in acht rechteckigen Feldern, die von lateinischen Inschriften umrahmt sind, erzählt. Die Figuren sind sehr flächig gestaltet, nicht wie im Evangeliar von Goslar. Die Gewänder sind stark stilisiert und linear gestaltet, in Goslar hingegen sind diese mit viel mehr Schattenwürfen und viel mehr Plastizität gestaltet. Am auffallendsten ist die rhomboide Durchgestaltung der einzelnen Bilder. Die Raute findet sich in den Haaren des verlorenen Sohnes, sowie sämtlichen Gesichtsformen, den Blumenformen im Hintergrund, der Sprenkelung der Pferde und den Augen der Figuren wieder. Den Sohn erkennt man auf allen Bildern an den Haaren wieder, die in kleinsten rautenförmigen Mustern gestaltet sind. Die Mode entspricht der der Zeit um 1400 in Deutschland. Die Figuren tragen gezaddelte Gewänder mit Schulterkragen, den typischen Sackärmeln und die Hüte und Schleier der Frauen und Männer. Die Szenen die auf dem Teppich dargestellt sind, sind der Abschied, der Ritt in die Fremde, vor der Tür der Kupplerin, mit einer Buhlerin im Bade, die Frauen vertreiben den Ausgeplünderten, der Schweinehirt, die Heimkehr und das Festmahl.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die späte Aufnahme des Gleichnisses in die christliche Kunst skizziert und das Ziel der Arbeit, Bildzyklen und deren Symbolik zu analysieren, definiert.

Parabel in der bildenden Kunst: Dieser Abschnitt erläutert die traditionelle Anordnung in der sakralen Kunst und die Bedeutung der Parabel für die religiöse Unterweisung der ungebildeten Bevölkerung.

Erste Arten der Darstellung: Es werden frühe illustrierte Handschriften betrachtet und eine systematische Auflistung der evangelischen sowie der künstlerisch dargestellten Szenen erstellt.

Das Evangeliar von Goslar: Untersuchung des ältesten deutschen Zeugnisses, welches das Gleichnis als Simultanbild innerhalb einer Initiale präsentiert.

Marburger Bildteppich: Analyse eines um 1400 entstandenen Teppichs, der sich durch eine spezifische rhomboide Gestaltung und die Einbettung in weltliche Lebensszenen auszeichnet.

Rücklaken der Nürnberger Sebalduskirche: Beschreibung eines Zyklus von ca. 1470, der sich durch naturalistische Raumdarstellung und den Einsatz von Pflanzen als Symbolträgern auszeichnet.

Der Zyklus von Chartres: Besprechung eines umfangreichen Fensterzyklus in der Kathedrale von Chartres, der das Gleichnis in den Kontext von Patriarchen-Erzählungen stellt.

Parabel in den Heilsbüchern und Bilderbibeln: Gegenüberstellung von „Biblia pauperum“ und „Spiegel menschlicher Behaltnis“ hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Gewichtung von Bild und Text.

Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse, die hervorhebt, wie die Kunst den Sündenfalle ausführlicher gestaltet, um die Umkehr dramatischer zu inszenieren.

Schlüsselwörter

Gleichnis vom verlorenen Sohn, bildende Kunst, Bildzyklus, Buchmalerei, Glasmalerei, Bildteppich, Ikonographie, Mittelalter, Heilsgeschichte, Symbolik, Biblische Erzählung, Sakrale Kunst, Reformation, Parabel, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der künstlerischen Aufarbeitung des biblischen Gleichnisses vom verlorenen Sohn im Mittelalter anhand verschiedener Bildzyklen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die visuelle Erzählweise, der Vergleich verschiedener künstlerischer Medien und die Bedeutung ikonographischer Symbole.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die bildende Kunst die Parabel um zusätzliche Szenen erweitert, um die Dramatik der Sünden und der anschließenden Umkehr für den Betrachter erfahrbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die deskriptive Beschreibungen der Kunstwerke mit theologischen Interpretationen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Darstellungsformen wie das Evangeliar von Goslar, der Marburger Bildteppich, die Nürnberger Rücklaken und der Glasfenster-Zyklus von Chartres detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ikonographie, Bildzyklus, Mittelalter, Biblische Erzählung und Heilsgeschichte charakterisiert.

Welche Bedeutung haben die Spruchbänder in den Darstellungen?

Spruchbänder dienen der textlichen Verdeutlichung und als Bestärkung der biblischen Botschaft innerhalb der bildlichen Szenen.

Warum wird im Marburger Bildteppich das menschliche Leben in einer Bordüre dargestellt?

Dies soll den Bezug zwischen dem individuellen menschlichen Lebenslauf von der Geburt bis zum Tod und dem Heilsgeschehen der Parabel verdeutlichen.

Welche Funktion hat die Pflanzensymbolik bei den Nürnberger Rücklaken?

Pflanzen wie der Paradiesbaum oder die Distel werden als Symbole für Verführung, Schmerz oder Unversöhnlichkeit genutzt, um die Emotionen der dargestellten Szenen zu vertiefen.

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Details

Title
Die Fabel des verlorenen Sohnes in der Buchmalerei
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Germanistik)
Grade
1.0
Author
Barbara Kunze (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V33496
ISBN (eBook)
9783638339483
Language
German
Tags
Fabel Sohnes Buchmalerei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Kunze (Author), 2003, Die Fabel des verlorenen Sohnes in der Buchmalerei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33496
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