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Die Religionspolitik Friedrichs II. von Preußen und Josephs II. von Österreich im Vergleich

Title: Die Religionspolitik Friedrichs II. von Preußen und Josephs II. von Österreich im Vergleich

Bachelor Thesis , 2013 , 57 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Master of Arts Patrick Diedrichs (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Friedrich II. von Preußen und Joseph II. von Österreich werden eng mit der Herrschaftsform des aufgeklärten Absolutismus assoziiert. Dies geht aus einigen Äußerungen sowie vor allem aus mehreren politischen Maßnahmen beider Monarchen hervor. Sie sicherten ihren Untertanen in der Zeit ihrer Regentschaft erstmals Freiheiten, die bis dahin von anderen absolutistischen Herrschern in Europa nicht ernsthaft in Betracht gezogen wurden. Diese neuerlichen Privilegien gingen auf die Ideen der Aufklärung, die von vernunftorientierten, humanistischen Wertvorstellungen gekennzeichnet waren, zurück.

Die Werte der Aufklärung, die sich seit dem 17. Jahrhundert mittels einiger renommierter Philosophen wie etwa John Locke allmählich verbreiteten, gewannen im Verlauf des 18. Jahrhunderts mehr Aufmerksamkeit bei den europäischen Monarchen und wurden erstmals im politischen Sinne verwirklicht. Friedrich II. und Joseph II. vertraten in ihren Ländern eine vernünftige Staatsform, die sich vermehrt von den prädestinierten Strukturen und abergläubischen Werten der Ständegesellschaft distanzierte und die Gewissensfreiheit des Individuums förderte. Ein zentrales Merkmal bildete dabei die Toleranzfrage.

In dieser Arbeit wird schwerpunktmäßig der Frage nachgegangen, wie tolerant die Religionspolitik beider Herrscher in Ihren Staaten gegenüber religiösen Minderheiten ausfiel. Schließlich muss berücksichtigt werden, dass es noch im 18.Jahrhundert keinesfalls selbstverständlich war, dass konfessionellen Minderheiten in Europa derartige Rechte zugesichert wurden. Im Gegensatz dazu waren diese häufig Zwangsvertreibungen durch intolerante Landesherren ausgesetzt. Hierbei wird dargelegt, welche Rechte diesen Minoritäten im Hinblick auf die Religionsfreiheit zukam und ob und wie eine allgemeine rechtliche Gleichstellung mit der Mehrheit der Bevölkerung erzielt werden konnte. Dabei wird die Religionspolitik Friedrichs II. gegenüber den katholischen und jüdischen Bevölkerungsgruppen in Preußen, sowie die Maßnahmen Josephs II. gegenüber den Protestanten, den Griechisch-Orthodoxen, den Griechisch-Katholischen Ruthenen und den Juden in den Provinzen des Habsburgerreichs untersucht. Letztlich geht diese Arbeit der Frage nach, welcher der beiden aufgeklärten Herrscher die tolerantere Religionspolitik durchsetzte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Etablierung des aufgeklärten Absolutismus in Preußen und Österreich

1.1 Religiöse Toleranz im aufgeklärten Absolutismus

1.2 Das Verhältnis Josephs II. zur Religion

1.3 Die Religiosität Friedrichs des Großen

2. Die Lebensbedingungen der religiösen Minderheiten in Österreich vor der Regentschaft Josephs II.: Die Protestanten in Böhmen, Mähren und Ungarn

2.1 Die Griechisch-Orthodoxen in Ungarn

2.2 Die griechisch-katholischen Ruthenen in Ungarn

2.3 Die Juden in Wien, Prag und Mähren

3. Die Politik Josephs II. gegenüber den religiösen Minderheiten: Die Beweggründe und Ziele des Kaisers

3.1 Das Toleranzpatent von 1781 für die christlichen Minderheiten

3.2 Das Toleranzpatent für die christlichen Minoritäten in Ungarn

3.3 Das Judenpatent von 1782 und seine Folgen

4. Die Religionspolitik der Hohenzollern in Preußen gegenüber allen christlichen Konfessionen vor der Herrschaft Friedrichs II.: Vom „großen Kurfürsten“ bis zum „Soldatenkönig“

4.1 Die Lage der Juden in der Mark Brandenburg

4.2 Der Status der katholischen Kirche und deren Spannungen mit den Vertretern der anderen Konfessionen in Preußen

5. Die Religionspolitik Friedrichs II. gegenüber den religiösen Minderheiten in Preußen: Die Annexion Schlesiens und die daraus entstehenden Folgen für die dort ansässigen Katholiken

5.1 Die Emanzipation weiterer katholischer Untertanen im Zuge der polnischen Teilung von 1772

5.2 Die Judenpolitik Friedrichs II.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Religionspolitik von Friedrich II. von Preußen und Joseph II. von Österreich im Kontext des aufgeklärten Absolutismus. Ziel ist es, durch einen Vergleich der staatlichen Maßnahmen gegenüber religiösen Minderheiten zu analysieren, welcher der beiden Monarchen eine tolerantere Politik verfolgte und wie diese Ansätze mit dem Herrschaftsanspruch und den ökonomischen Interessen ihrer Staaten korrelierten.

  • Vergleich der Toleranzansätze unter Friedrich II. und Joseph II.
  • Analyse der Lebensbedingungen religiöser Minderheiten in Preußen und der Habsburgermonarchie
  • Untersuchung der Auswirkungen von Toleranzpatenten und staatlicher Gesetzgebung
  • Bedeutung von ökonomischen Interessen und machtpolitischen Motiven für die Religionspolitik
  • Kontextualisierung der jüdischen Emanzipationsbemühungen im 18. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

1. Die Etablierung des aufgeklärten Absolutismus in Preußen und Österreich

Wenn man die Religionspolitik von Friedrich II. von Preußen und Joseph II. von Österreich miteinander vergleichen möchte, um festzustellen, welcher der beiden Monarchen der tolerantere Monarch war, muss man sich zunächst einmal der Epoche nähern, in der diese herrschten. Die Ideen der Aufklärung beeinflussten vor allem die Obrigkeiten in Preußen und in Österreich und führten zu Reformen, die auf eine naturrechtliche Staatslehre zurückgeführt werden können. Im Gegensatz zur Herrschaftsform des Absolutismus in Frankreich, der sich seit der Frühen Neuzeit etabliert hatte, beschäftigten sich Philosophen wie Jean-Jaques Rousseau oder Voltaire vermehrt mit der Toleranzfrage.

Das Herrschaftsprinzip, das von der Legitimation der Macht durch Gott gekennzeichnet war und den Monarchen als den über dem Gesetz stehenden Souverän ansah, wurde zunehmend infrage gestellt. In Frankreich galt das Gottesgnadentum ohne jegliche Einbeziehung staatsphilosophischer Aspekte unter aufklärerischen Werten bis zum Ausbruch der folgenschweren Revolution im Jahr 1789 als von den Königen vertretende Staatsform. Jedoch muss klargestellt werden, dass bis ins 18. Jahrhundert hinein in keinem Staat in Europa die Machtansprüche des Herrschers so uneingeschränkt in die Tat umgesetzt werden konnten, wie ursprünglich von diesen gefordert. Beispielsweise war im Bereich der Verwaltung der Einfluss des Königs eingeschränkt, da die Vielfalt der Kompetenzen auf mehrere Beamte verteilt werden musste.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema des aufgeklärten Absolutismus und die Fragestellung nach der toleranteren Religionspolitik beider Monarchen.

1. Die Etablierung des aufgeklärten Absolutismus in Preußen und Österreich: Erörterung der ideengeschichtlichen Grundlagen und der Herrschaftsstrukturen in Preußen und Österreich im Kontext der Aufklärung.

2. Die Lebensbedingungen der religiösen Minderheiten in Österreich vor der Regentschaft Josephs II.: Die Protestanten in Böhmen, Mähren und Ungarn: Analyse der Diskriminierung und Lebensumstände religiöser Minderheiten im Habsburgerreich vor den Reformen Josephs II.

3. Die Politik Josephs II. gegenüber den religiösen Minderheiten: Die Beweggründe und Ziele des Kaisers: Untersuchung der josephinischen Toleranzpatente und deren praktische Umsetzung als Zäsur in der österreichischen Politik.

4. Die Religionspolitik der Hohenzollern in Preußen gegenüber allen christlichen Konfessionen vor der Herrschaft Friedrichs II.: Vom „großen Kurfürsten“ bis zum „Soldatenkönig“: Darstellung der preußischen Konfessionspolitik unter den Vorgängern Friedrichs II. als Basis für spätere Entwicklungen.

5. Die Religionspolitik Friedrichs II. gegenüber den religiösen Minderheiten in Preußen: Die Annexion Schlesiens und die daraus entstehenden Folgen für die dort ansässigen Katholiken: Analyse der friderizianischen Religionspolitik unter besonderer Berücksichtigung der Annexionen und der Integration neuer katholischer Untertanen.

Schlüsselwörter

Aufgeklärter Absolutismus, Religionspolitik, Toleranz, Friedrich II., Joseph II., Preußen, Habsburgermonarchie, Religionsfreiheit, Minderheiten, Reformation, Pietismus, Aufklärung, Emanzipation, Konfessionalisierung, Toleranzpatent.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Religionspolitik von Friedrich II. von Preußen und Joseph II. von Österreich im 18. Jahrhundert und vergleicht, wie beide Monarchen im Rahmen des aufgeklärten Absolutismus mit religiösen Minderheiten umgingen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Toleranzgesetzgebungen (Toleranzpatente), die Lebensbedingungen religiöser Minderheiten wie Protestanten, Griechisch-Orthodoxen und Juden sowie die ökonomischen und machtpolitischen Beweggründe für die staatliche Religionspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, wer der beiden Monarchen die tolerantere Religionspolitik durchsetzte, und dabei zu beleuchten, inwieweit humanistische Ideale der Aufklärung mit dem Wunsch nach Machtstabilität und ökonomischem Nutzen konkurrierten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung zeitgenössischer Quellen, wie politischer Testamente, Edikte und privater Briefwechsel, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Ausgangslage in beiden Staaten vor der Regentschaft der jeweiligen Monarchen, die detaillierte Darstellung ihrer jeweiligen Reformpolitik gegenüber Christen und Juden sowie die Einordnung dieser Maßnahmen in den historischen Kontext der Gebietsannexionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie "Aufgeklärter Absolutismus", "Religionspolitik", "Toleranzpatent", "Preußen" und "Habsburgermonarchie" definieren.

Welche Rolle spielte das "Leopoldinische Diplom" für die Serben in Ungarn?

Das Diplom garantierte den Griechisch-Orthodoxen im Jahr 1690 die freie Religionsausübung und war ein wichtiges Privileg, das deren Ansiedlung und Entfaltung im Habsburgerreich unter Kaiser Leopold I. förderte.

Wie unterschied sich die Judenpolitik Friedrichs II. von der Josephs II.?

Während Friedrich II. Juden primär nach ökonomischem Nutzen bewertete und sie in strengen sozialen Klassen hielt, erkannte Joseph II. Juden eher als Staatsbürger an und gewährte durch das Judenpatent von 1782 weitergehende Gewerbefreiheit und gesellschaftliche Integrationsmöglichkeiten.

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Details

Title
Die Religionspolitik Friedrichs II. von Preußen und Josephs II. von Österreich im Vergleich
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Grade
2,0
Author
Master of Arts Patrick Diedrichs (Author)
Publication Year
2013
Pages
57
Catalog Number
V335000
ISBN (eBook)
9783668248762
ISBN (Book)
9783668248779
Language
German
Tags
Aufklärung Religionspolitik religiöse Minderheiten Friedrich II. von Preußen Joseph II. von Österreich aufgeklärter Absolutismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Patrick Diedrichs (Author), 2013, Die Religionspolitik Friedrichs II. von Preußen und Josephs II. von Österreich im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335000
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