Es geht in diesem Essay um den Blick auf das Individuum in der Gesellschaft aus drei Perspektiven, also um den Blick durch drei verschiedene Prismen der Goffmanschen Argumentation.
Die drei Perspektiven sind die der Identität, des Status und der Interaktion. Basis für die Beschreibung der Perspektiven bilden hierbei Hauptwerke Goffmans, namentlich „Wir alle spielen Theater“ (Perspektive der Identität), „Stigma“ (Perspektive des Status) und „Interaktion und Geschlecht“ (Perspektive der Interaktion).
Dabei ist diese Aufteilung der Perspektiven an das Aufteilungsschema von Heinz Abel angelehnt, welches jener in seinem Werk „Einführung in die Soziologie – Band 2: Die Individuen in ihrer Gesellschaft“ nutzt.
Die zentrale Motivation dieser Arbeit ist es, per interpretativer Herangehensweise, Aussagen über das Individuum auf der gesellschaftlichen Mikroebene treffen zu können, auf Basis der benannten Goffmanschen Perspektiven. Hierbei können möglicherweise sogar Schlüsse auf die gesellschaftliche Makroebene gezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Blick auf das Individuum in der Gesellschaft aus drei Perspektiven nach Hauptwerken Goffmans
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Individuum auf der gesellschaftlichen Mikroebene durch eine interpretative Analyse basierend auf drei zentralen Perspektiven von Erving Goffman zu beleuchten und mögliche Auswirkungen auf die Makroebene abzuleiten.
- Analyse der Selbstdarstellung und Identitätswahrung
- Untersuchung von Stigmatisierungsprozessen und Statuskategorien
- Betrachtung der Interaktionsordnung und ihrer Verknüpfung mit sozialen Strukturen
- Rolle des sozialen Geschlechts als konstruiertes Merkmal
- Wechselspiel zwischen individuellem Handeln und gesellschaftlichem Druck
Auszug aus dem Buch
Der Blick auf das Individuum in der Gesellschaft aus drei Perspektiven nach Hauptwerken Goffmans
„Doch bei der Selbstdarstellung in den sozialen Rollen geht es nicht nur darum, es mit allen zu können und nicht aus dem Rahmen zu fallen, sondern auch darum, seine Identität vor den anderen zu schützen.“ (Abels, 2009: S. 347).
Mit dieser These beschreibt der Soziologe Heinz Abels den Kern der Goffmanschen Argumentation. In zugespitzter Weise können die Argumentationsketten von Erving Goffman auf das Ziel der Wahrung der Identität des Individuums in der Gesellschaft verdichtet werden. Auf eine induktive Weise kann an dieser Stelle geschlussfolgert werden, dass es im Wirken der Individuen in der Gesellschaft um die Aufrechterhaltung von Zuständen geht – es muss immer weiter gehen. Unterbrechungen sollten dabei unter allen Umständen vermieden werden und wenn sie dann doch eintreten, so sollten sie durch passende Korrekturmaßnahmen schnellstmöglich kaschiert werden. In den weiteren Ausführungen sollen die bisher getroffenen Aussagen weiter präzisiert und an Beispielen verdeutlicht werden.
Es geht um den Blick auf das Individuum in der Gesellschaft aus drei Perspektiven, also um den Blick durch drei verschiedene Prismen der Goffmanschen Argumentation. Die drei Perspektiven sind die der Identität, des Status und der Interaktion. Basis für die Beschreibung der Perspektiven bilden hierbei Hauptwerke Goffmans, namentlich „Wir alle spielen Theater“ (Perspektive der Identität), „Stigma“ (Perspektive des Status) und „Interaktion und Geschlecht“ (Perspektive der Interaktion). Dabei ist diese Aufteilung der Perspektiven an das Aufteilungsschema von Heinz Abel angelehnt, welches jener in seinem Werk „Einführung in die Soziologie – Band 2: Die Individuen in ihrer Gesellschaft“ nutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Blick auf das Individuum in der Gesellschaft aus drei Perspektiven nach Hauptwerken Goffmans: Einleitung in die mikrosoziologische Betrachtungsweise des Individuums und Vorstellung der drei zentralen Perspektiven basierend auf ausgewählten Werken Erving Goffmans.
Schlüsselwörter
Erving Goffman, Identität, Selbstdarstellung, Stigma, Interaktionsordnung, Sozialstruktur, Mikroebene, Rollenverhalten, soziale Kontrolle, Geschlechterkonstruktion, Individuum, Gesellschaft, dramaturgische Analyse, institutionelle Reflexion, Statuskategorien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Individuum in der Gesellschaft durch eine mikrosoziologische Brille, basierend auf drei zentralen, von Heinz Abels abgeleiteten Perspektiven Erving Goffmans.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themenfelder sind die Identität des Individuums, der soziale Status und die Interaktionsordnung, wobei insbesondere die Mechanismen der Selbstdarstellung und Stigmatisierung beleuchtet werden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine interpretative Herangehensweise Aussagen über das Individuum auf der gesellschaftlichen Mikroebene zu treffen und dabei mögliche Schlüsse auf die Makroebene zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine interpretative, hermeneutische Analyse zentraler Texte von Erving Goffman angewandt, um die verschiedenen Perspektiven auf das Individuum systematisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Selbstdarstellungstechniken (Identität), Stigmatisierungsprozessen (Status) und der Interaktionsordnung sowie deren Verbindung zur Sozialstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Selbstdarstellung, Stigma, Identität, Interaktionsordnung und Mikrosoziologie charakterisiert.
Wie unterscheidet Goffman zwischen diskreditierten und diskreditierbaren Individuen?
Bei diskreditierten Individuen ist die Diskrepanz zwischen virtualer und aktualer Identität bereits offensichtlich, während diskreditierbare Individuen ihr Stigma vor der Umgebung verbergen müssen und somit ein Informationsmanagement betreiben.
Welche Bedeutung hat das „Ensemble“ in Goffmans Theorie?
Das Ensemble beschreibt eine Gruppe von Individuen, die gemeinsam eine Rolle aufbauen und deren Dynamik das Individuum im Rahmen seiner Selbstdarstellung maßgeblich beeinflusst.
Inwiefern beeinflusst die Gesellschaft das soziale Geschlecht laut Goffman?
Goffman versteht das soziale Geschlecht als interaktional konstruiertes Merkmal, das durch institutionelle Reflexion geregelt wird und zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung dient.
- Arbeit zitieren
- Sven Böttger (Autor:in), 2015, Der Blick auf das Individuum in der Gesellschaft aus drei Perspektiven Goffmans. Identität, Status und Interaktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335029