Diese Werk befasst sich im Kern mit der Fundamentalanalyse. Dabei wird deutlich herausgestellt, wo die Unterschiede zur Chartanalyse liegen. Des Weiteren werden wichtige Kennzahlen erläutert die für die Analyse notwendig sind. Kapitel 3 befasst sich mit der praktischen Anwendung der Arbeit und zeigt auf, wie diese verwendet werden kann um ein Unternehmen zu bewerten. Abschließend werden die Vor- und Nachteile dieses Instruments herausgestellt.
In einer Zeit, in der die Verzinsung von sicheren Sparanlagen bei einigen Banken bereits im negativen Bereich liegt und auch die restlichen nur noch eine minimale Verzinsung anbieten, lässt sich unter dem Strich kein Zuwachs mehr erzielen. Daher wird eine Umschichtung des Vermögens immer notwendiger, da dieses in Deutschland zu großen Teilen aus Einlagen bei der Bank und Anlagen in zwar sichere, aber niedrig verzinste Anlagen besteht. Diese Umschichtung wird hauptsächlich in Aktien geschehen müssen, da die Deutschen im internationalen Vergleich mit etwa 6% eine sehr geringe Aktienquote haben.
Dabei kommt auch noch zum Tragen, dass viele der Anleger, die bereits in Aktien investiert sind stark dazu neigen nur heimische und für sie gut bekannte Aktien zu kaufen oder hauptsächlich Aktien des Unternehmens halten, für das sie auch arbeiten. Dieser Effekt wird als „Home Bias“ bezeichnet und beschreibt vereinfacht wie stark ein Anleger seinen Heimatmarkt im Portfolio übergewichtet. Dies hat zur Folge, dass der Erfolg des Anlegers stark von einem Land abhängt. Daher soll in dieser Hausarbeit erläutert werden, wie ein Anleger auch unbekannte Unternehmen anhand ihrer veröffentlichten Unterlagen mit Hilfe der Fundamentalanalyse bewerten kann. Dazu soll diese vorgestellt werden und auch gleichzeitig abgrenzt werden von der Chartanalyse. Dann werden die wichtigsten Kennzahlen vorgestellt. Darauf folgend soll die Analyse anhand eines Dax-Konzerns kurz durchexerziert werden und im Abschluss dieser Arbeit sollen die Vor- und Nachteile zusammengefasst werden und ein kurzes Fazit zur Fundamentalanalyse gezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Fundamentalanalyse
2.1 Abgrenzung zur Chartanalyse
2.2 Die wichtigsten Kennzahlen
3 Anwendung der Analyse auf ThyssenKrupp
4 Vor- und Nachteile sowie ein Fazit zur Fundamentalanalyse
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Anlegern die Fundamentalanalyse als Methode zur Bewertung unbekannter Unternehmen anhand von Geschäftsunterlagen näherzubringen und von der Chartanalyse abzugrenzen. Dabei soll insbesondere die praktische Anwendung der Kennzahlen an einem konkreten Beispiel (ThyssenKrupp AG) demonstriert werden, um ein tieferes Verständnis für die Bewertungsmethodik sowie deren Grenzen zu schaffen.
- Grundlagen und Ansätze der Fundamentalanalyse (Top-Down vs. Bottom-Up)
- Methodische Abgrenzung zwischen Fundamental- und Chartanalyse
- Erläuterung zentraler Bilanz- und Finanzkennzahlen
- Praktische Fallstudie zur Analyse der ThyssenKrupp AG über einen Fünf-Jahres-Zeitraum
- Kritische Würdigung der Vor- und Nachteile fundamentaler Analysemethoden
Auszug aus dem Buch
2.1 Abgrenzung zur Chartanalyse
Bevor hier weiter auf die Kennzahlen eingegangen wird soll zunächst erläutert werden, was die Fundamental- von der Chartanalyse unterscheidet und wann der Einsatz welcher Methode mehr Sinn ergibt. Die Chartanalyse ignoriert die Fundamentaldaten der Unternehmen komplett. Sie legt nur Wert auf den Kursverlauf und versucht daraus Schlüsse über die zukünftige Entwicklung zu ziehen. Dies geschieht auf Grund der Annahme, dass menschliches Verhalten in ähnlichen Situationen gleiche Reaktionen hervorruft. Die relevantesten Zustände sind dabei Angst und Gier, die sich über einen Zeitraum gesehen nicht ändern und somit Entwicklungen sich an der Börse ähnliche wiederholen werden. Dies stellt bereits einen deutlichen Unterschied zum fundamentalen Ansatz da, da hierbei davon ausgegangen wird, dass der Anleger seine Emotionen außen vorlässt und seine gesamte Anlageentscheidung anhand von feststehenden Daten trifft und auch nur davon abweicht, wenn sich diese ändern.
Bei der Chartanalyse werden die Entscheidungen anhand anderer Merkmale getroffen. Dabei ist zunächst einmal wichtig, dass Nutzer dieser Analyse davon ausgehen, dass die Marktteilnehmer alle relevanten aktuellen und erwarteten Informationen bereits in den Kurs eingepreist haben. Dies bedeutet dabei nicht, dass Kurse nicht durch Informationen beeinflusst wird sondern nur unerwartete Ereignisse einen Einfluss auf den Kurs haben. Zudem gehen die Analysten davon aus, dass es an den Märkten Trends gibt, die den zukünftigen Verlauf der Aktie in einem gewissen Spanne prognostizieren können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Notwendigkeit einer Vermögensumschichtung in Aktien aufgrund niedriger Sparzinsen und führt den „Home Bias“ als einleitendes Problemfeld ein.
2 Die Fundamentalanalyse: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Ansätze der Fundamentalanalyse, grenzt diese von der charttechnischen Analyse ab und stellt die zentralen Kennzahlen für die Unternehmensbewertung vor.
3 Anwendung der Analyse auf ThyssenKrupp: In diesem Kapitel werden die theoretischen Kennzahlen anhand von Geschäftsberichten der ThyssenKrupp AG auf ein konkretes Praxisbeispiel angewandt und interpretiert.
4 Vor- und Nachteile sowie ein Fazit zur Fundamentalanalyse: Das Kapitel schließt mit einer kritischen Reflexion der Vor- und Nachteile sowie einer zusammenfassenden Einordnung der Fundamentalanalyse als Bewertungsmethode.
Schlüsselwörter
Fundamentalanalyse, Chartanalyse, Kennzahlen, ThyssenKrupp, Unternehmensbewertung, Aktie, Eigenkapital, Gewinn, Cash Flow, KGV, KBV, KCV, Börse, Kapitalrendite, Verschuldungsgrad.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der Fundamentalanalyse zur Bewertung von Unternehmen und der praktischen Anwendung dieser Methode anhand eines realen Dax-Konzerns.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Unterscheidung zwischen Fundamental- und Chartanalyse, die Berechnung relevanter Unternehmenskennzahlen sowie deren kritische Interpretation.
Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, zu erläutern, wie Anleger unbekannte Unternehmen anhand von veröffentlichten Unterlagen bewerten können, um Investitionsentscheidungen auf eine fundierte Basis zu stellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine deskriptive sowie eine analytische Methode verwendet, indem theoretische Bewertungskriterien definiert und diese anschließend auf eine Fallstudie (ThyssenKrupp AG) angewandt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen, die Erläuterung der Finanzkennzahlen und deren konkrete Berechnung und Auswertung für die ThyssenKrupp AG.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fundamentalanalyse, Unternehmenskennzahlen (KGV, KBV, KCV), Unternehmenswert und Investmentstrategie charakterisiert.
Warum wurde ThyssenKrupp als Fallbeispiel gewählt?
Das Unternehmen wurde aufgrund seines konservativen Tätigkeitsfeldes und der hohen Kapitalbindung in Anlagen gewählt, was die Berechnung und Anwendung bestimmter Kennzahlen erleichtert.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur ThyssenKrupp-Aktie?
Basierend auf den verwendeten Kennzahlen ergibt sich zum Analysezeitpunkt keine explizite Kaufempfehlung, wobei die Aktie als spekulativer Turnaround-Kandidat betrachtet werden könnte.
Welche Rolle spielt die Chartanalyse in der Arbeit?
Die Chartanalyse dient als Vergleichsmodell, um die fundamentalen Ansätze deutlicher abzugrenzen und zu zeigen, dass fundamentale Daten bei der Unternehmensbewertung einen anderen Fokus setzen als rein kursverlaufsbezogene Daten.
- Citation du texte
- Master of Business/General Management Frederik Küster (Auteur), 2014, Grundzüge der Fundamentalanalyse. Eine Darstellung und Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335043