Ich habe dieses Thema aus einem sehr einfachen Grund gewählt, nämlich daraus, dass ich mich vorher noch nie damit beschäftigt hatte. Die Iranische Revolution ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Ereignis in der Weltgeschichte und ich wollte mehr darüber wissen. Von viel größerem Interesse erschien mir nach einiger Lektüre die heutige Situation im Iran, die Veränderungen die das Land in den letzten 20 Jahren durchgemacht und noch vor sich hat. Zwanzig Jahre nach der Iranischen Revolution ist dieses Thema noch immer eines voller Missverständnisse, und mit vielen Vorstellungen und Gefühlen Verbundenes. Es geht mir darum, die Rolle der neuen Entwicklungen der Gesellschaft zu sehen, eingebettete in ein Regime, welches nicht mehr nur hingehend Interpretationen rund um die Revolution gesehen werden kann.
Leider war es mir nicht möglich in dieser limitierten Seitenanzahl alle Informationen unterzubringen, allerdings hoffe ich dass es mir gelungen ist meine Eindrücke im Überblick zusammenzufassen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ENTWICKLUNGEN IM 20 JAHRHUNDERT
2.1 Geschichte bis 1978
2.2 Ayatollah Khomeini und die Revolution
2.2.1 Konzept der Nation
2.3 Der Irak Krieg und der Tod Ayatollah Khomeinis
3 DIE POSITION IM WELTSYSTEM
3.1 Der Feind USA
3.2 Derzeitige Herausforderungen
3.2.1 Bündnisse
4 DIE WIRTSCHAFT UND IHRE PROBLEME
5 WAHLEN 1996 UND 1997
5.1 Parlamentswahlen 1996
5.2 Präsidentschaftswahlen
6 DIE GESELLSCHAFT
6.1 Das Konzept von javânmardi
6.2 Wohlfahrt
6.3 Der öffentliche Raum
6.3.1 Der religiöse Raum
7 ALLGEMEINE BETRACHTUNGEN
8 CONCLUSIO
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Iran in den zwei Jahrzehnten nach der Revolution von 1979. Ziel ist es, die Entwicklung der iranischen Gesellschaft innerhalb eines Regimes zu analysieren, das sich zunehmend in einer Phase des pragmatischen Wandels befindet, ohne dabei seinen islamischen Charakter zu verlieren.
- Historische Entwicklung des Irans im 20. Jahrhundert
- Die geostrategische Position des Irans im modernen Weltsystem
- Wirtschaftliche Herausforderungen und die Rentierökonomie
- Politische Prozesse und Wahlen in den Jahren 1996 und 1997
- Soziokultureller Wandel und neue Konzepte der Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
6.3 Der öffentliche Raum
Steuern werden im Iran sehr wenig bezahlt, was auch darauf hinweist wie weit die Nation und der Staat im Iran entfernt von einander sind. In Teheran hat Gholamhossein Karbaschi durch die vermehrte Eintreibung von Steuern und ihren sichtlichen Nutzen durch die Errichtung von Parkanlagen, die Bürger näher an die gute Seite ihrer Abgaben herangebracht.
Die Parkanlangen sind die Plätze wo soziale Innovationen stattfinden, wobei alte Gewohnheiten nicht ausgeschlossen werden. Man sieht auch Menschen die dort beten, genauso wie sie Aerobic machen oder Pizza essen. Gerade aus diesen Gründen sind die selben oft Plätze mit großem Konfliktpotenzial. Hier trifft sich alles, ob alt oder jung, tief religiös oder pro westlich. Es geht hier um echte öffentliche Plätze und das ist ein positiver Aspekt. Menschen sehen hier andere mit möglicherweise unterschiedlichen Einstellungen und können lernen sie zu akzeptieren. Es ist zumindest eine Akzeptanz der Existenz. Wenn man genau darüber nachdenkt erkennt man in den Parks von Teheran den Individualisierungsprozess der Iranischen Gesellschaft. Dies funktioniert wohl genau hier darum so gut, weil es für eine Frau seiner absoluten Richtigkeit entspricht, respektiert ist mit ihren Kindern in den Park zu gehen.
Genauso aber ist dies auch sehr modern. Um diesen Gedanken noch einen Schritt weiterzuführen, könnte man sagen; das genau hier in den Parks Gefühle zur nationalen Identität gebildet werden. Diese Gedanken zu Teheran mögen vielleicht weit hergeholt klingen, doch es war kein kleiner Schritt des Bürgermeisters Karbaschi Parks zu installieren. Damit wurden öffentliche Plätze gegründet, die die Sphäre des privaten und öffentlichen verwischten, und den Teheraner ermöglichten ihre Spiritualität öffentlich zu leben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Autorin legt ihre Motivation dar, den Iran nach der Revolution zu untersuchen, und betont die Komplexität sowie die Missverständnisse, die dieses Thema umgeben.
2 ENTWICKLUNGEN IM 20 JAHRHUNDERT: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Pahlavi-Dynastie, die Rolle Ayatollah Khomeinis und die Formung des islamischen Rechtsstaates.
3 DIE POSITION IM WELTSYSTEM: Hier wird die schwierige außenpolitische Lage des Irans, insbesondere das Verhältnis zu den USA und die Suche nach neuen Bündnispartnern, analysiert.
4 DIE WIRTSCHAFT UND IHRE PROBLEME: Die Arbeit beleuchtet die wirtschaftliche Stagnation des Irans als Rentierökonomie, die stark vom Erdölpreis abhängig ist.
5 WAHLEN 1996 UND 1997: Eine Untersuchung des politischen Wandels anhand der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, die den Aufstieg reformorientierter Tendenzen verdeutlichen.
6 DIE GESELLSCHAFT: Dieses Kapitel diskutiert soziokulturelle Veränderungen, wie den Individualisierungsprozess und die Neudefinition des öffentlichen Raums im Iran.
7 ALLGEMEINE BETRACHTUNGEN: Die Autorin resümiert, dass sich der Iran in einer neuen Ära des „islamischen Pragmatismus“ befindet.
8 CONCLUSIO: Abschließend wird festgehalten, dass die revolutionäre Phase zwar endet, der islamische Charakter des Staates jedoch bestehen bleibt.
Schlüsselwörter
Iran, Islamische Revolution, Khomeini, Außenpolitik, Rentierökonomie, Parlamentswahlen, Präsidentschaftswahlen, Gesellschaft, Individualisierung, Öffentlicher Raum, Javânmardi, Pragmatismus, Identität, Teheran, Geostrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den politischen und gesellschaftlichen Strukturen des Irans in den zwei Jahrzehnten nach der islamischen Revolution von 1979.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung, die Außenpolitik im Weltsystem, wirtschaftliche Probleme der Öl-Abhängigkeit sowie soziokulturelle Transformationsprozesse innerhalb der iranischen Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit verfolgt das Ziel aufzuzeigen, wie sich der Iran als Staat und Gesellschaft unter einem islamischen Regime in einer globalisierten Welt neu positioniert und ob ein Wandel hin zu mehr Pragmatismus stattfindet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Zusammenfassung aktueller politischer und soziologischer Entwicklungen zur Zeit der Erstellung im Jahr 2003.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen, eine Erörterung der Geopolitik, eine wirtschaftliche Bestandsaufnahme sowie eine detaillierte Betrachtung gesellschaftlicher Dynamiken, wie etwa den Wandel des öffentlichen Raums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Islamische Republik, Pragmatismus, Rentierökonomie, Gesellschaftswandel und das Verhältnis zur westlichen Welt.
Welche Rolle spielt der Begriff „javânmardi“ in der Analyse der iranischen Gesellschaft?
Javânmardi wird als ein kultureller Wertekodex beschrieben, der Mut und Freigiebigkeit umfasst und in der heutigen Zeit als ein Beispiel für die Flexibilität der iranischen Gesellschaft im Wandel dient.
Warum werden die Parks in Teheran als Beispiel für sozialen Wandel herangezogen?
Die Parks dienen als Orte der sozialen Innovation, an denen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen aufeinandertreffen, was laut der Autorin den Individualisierungsprozess und die Verschmelzung von privatem und öffentlichem Raum illustriert.
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- Sabine Putzgruber (Author), 2003, Iran nach Khomeini: moderne Gesellschaft und Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33513