Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den externen Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups der IKT-Branche in Deutschland auseinander, welche über ein hohes Innovations- und Wachstumspotential verfügen. Die Arbeit soll dem neutralen Leser oder angehenden Gründer eines Start-ups einen Überblick der externen Möglichkeiten zur strategieerfüllenden Beteiligungsfinanzierung für Start-ups in Form eines Leitfadens, der die Start-up Phasen mit den Finanzierungsarten verknüpft, geben. Zur vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Stoffgebiet der Unternehmensfinanzierung ist es sinnvoll, diese Ausarbeitung mit Begleittexten in Form der im Literaturverzeichnis aufgeführten Werke zu kombinieren.
Zu Beginn werden die theoretischen Grundlagen gelegt. Diese umfassen eine Einführung in die, die Industriekultur ablösende, Netzwerkökonomie, eine Begriffsdefinition der Bezeichnung Start-up sowie der potentiellen Beteiligungsmärkte. Des Weiteren erfolgt eine Darstellung der Eigenkapitalfinanzierungsarten und der strategieorientierten Finanzierungsmodelle.
Daran schließt sich der Hauptteil der Ausarbeitung an, welcher mit einer Darstellung der drei Phasen eines Start-ups beginnt. Diese umfasst, die auch als Gründerphase bezeichneten, Early Stages, an denen sich in zeitlicher Reihenfolge die Expansion Stages anschließen, bevor mit den Later Stages oder der Spätphase die dritte und letzte Stufe der Darstellung erfolgt. Die daran anknüpfenden Möglichkeiten der externen Beteiligungsfinanzierung bauen auf den zuvor dargestellten Start-up Phasen insofern auf, als dass diese so ausgewählt wurden, dass sie jeweils exemplarisch für eine mögliche Finanzierung innerhalb einer bestimmten Phase stehen. Dabei richtet sich der Fokus innerhalb der Early Stage-Finanzierung auf das Konzept des Business Angels und der Inkubatoren. Beispielhaft für die Expansion Stage-Finanzierung erfolgt eine Erläuterung des Venture Capital sowie verwandter Finanzierungsformen. Abgerundet wird dies mit einer Darstellung des Private Equity als eine, dem Venture Capital übergeordnete, Finanzierungsform innerhalb der Later Stages.
Dem folgt ein Blick auf die Marktsituation der zuvor beschriebenen Finanzierungsmöglichkeiten in Deutschland, bevor zur besseren Veranschaulichung der potentiellen Finanzierungsmöglichkeiten die 6Wunderkinder GmbH mit der von ihr gewählten Finanzierung kurz dargestellt wird. Abschließend erfolgt mit dem Fazit und einem Ausblick der Abschluss der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.2 Abgrenzung der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Netzwerkökonomie
2.2 Definition Start-up
2.3 Formeller und informeller Beteiligungsmarkt
2.4 Interne und Externe Eigenkapitalfinanzierung
2.5 Strategieorientierte Finanzierungsmodelle
3 Die Start-up Phasen nach Hahn
3.1 Early Stages
3.1.1 (Pre-)Seed-/ Seed-Phase
3.1.2 Start-up-Phase
3.2 Expansion Stages
3.2.1 Emerging-Growth-Phase
3.2.2 Bridgefinanzierung
3.3 Later Stages
4 Externe Möglichkeiten der strategieerfüllenden Eigenkapitalfinanzierung
4.1 Privatinvestoren und Business Angels
4.2 Inkubatoren
4.3 Venture Capital und Corporate Venture Capital
4.4 Private Equity
5 Marktsituation für Start-ups in Deutschland
5.1 Business Angels am Standort Deutschland
5.2 Deutsche Inkubatoren
5.3 Der deutsche Venture Capital Markt
5.4 Private Equity-Angebote für Start-ups
6 Die 6Wunderkinder GmbH als Beispiel eines erfolgreichen deutschen Exits
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die externen Finanzierungsmöglichkeiten für innovative Start-ups in Deutschland und entwickelt einen Leitfaden, der verschiedene Finanzierungsarten mit den jeweiligen Unternehmensphasen verknüpft, um den Kapitalbedarf wachstumsorientierter Gründungen zu decken.
- Analyse theoretischer Grundlagen der Gründungsfinanzierung in der Netzwerkökonomie.
- Detaillierte Untersuchung von Finanzierungsoptionen wie Business Angels, Inkubatoren, Venture Capital und Private Equity.
- Bewertung der aktuellen Marktsituation für Start-up-Finanzierungen am Standort Deutschland.
- Fallstudienbasierte Analyse der 6Wunderkinder GmbH als Beispiel für einen erfolgreichen Exit.
Auszug aus dem Buch
4.3 Venture Capital und Corporate Venture Capital
Bei Venture Capital handelt es sich klassischerweise um eine Anschubfinanzierung bei der professionell gemanagtes, am Risiko teilhabendes Eigenkapital in innovative und/oder stark skalierbare Unternehmen investiert wird. Die wörtliche Übersetzung als „Wagniskapital“ oder „Risikokapital“ ist hierfür ungeeignet, da sie primär den negativen Aspekt des Risikos in den Vordergrund stellt, weshalb sich auch im deutschen Sprachgebrauch der Begriff des Venture Capital (VC) durchgesetzt hat.
Bei Unternehmen mit stark skalierbaren Geschäftsmodellen geht in der Regel ein erheblicher Kapitalbedarf mit einher. Dieser Kapitalbedarf ist dem exponentiellen Wachstum geschuldet, welches innerhalb der IKT-Branche zur Innovationsförderung und Durchdringung des Markts von Nöten ist.
Die Problematik der, in den Early Stages bereits auf eine erhebliche Menge an Kapital angewiesenen, Start-ups, insbesondere innerhalb der IKT-Branche, besteht darin, dass klassische Kreditinstitute aufgrund des in dieser frühen Phase nicht absicherbaren Risikos und der im Rahmen von Basel II und Basel III an sie selbst gestellten Eigenkapitalanforderungen außer Stande sind, hierfür Kredite zur Verfügung zu stellen. Diese Finanzierungslücke schließen VC-Gesellschaften, die ohne die Stellung von Sicherheiten das Vorhaben (Venture) des Start-ups mittelfristig, i.d.R. 3-7 Jahre, durch haftendes Eigenkapital finanzieren, um im Optimalfall durch einen späteren Exit des Unternehmens Wertzuwächse (capital gains) zu realisieren. Neben dem Verzicht auf Sicherheiten, bieten VC-Gesellschaften darüber hinaus den Vorteil, dass es sich bei ihrem Investment um ein nichtliquides Investment handelt. Somit ist die laufende Bedienung in Form von Gewinnausschüttungen oder Dividenden nicht erforderlich, vielmehr soll das gesamte erwirtschaftete Kapital in das Wachstum investiert werden, um den Unternehmenswert zu steigern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Start-ups für die moderne Netzwerkökonomie ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, ein Verständnis für externe Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die ökonomischen Rahmenbedingungen, die Definition des Start-up-Begriffs sowie die Unterscheidung zwischen formellen und informellen Beteiligungsmärkten erläutert.
3 Die Start-up Phasen nach Hahn: Dieses Kapitel unterteilt den Lebenszyklus eines Start-ups in drei Finanzierungsphasen (Early, Expansion, Later Stages), um den jeweiligen Kapitalbedarf zu strukturieren.
4 Externe Möglichkeiten der strategieerfüllenden Eigenkapitalfinanzierung: Eine detaillierte Betrachtung der Finanzierungsinstrumente, von Business Angels über Inkubatoren bis hin zu Venture Capital und Private Equity.
5 Marktsituation für Start-ups in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert das Angebot und die Herausforderungen für Start-up-Finanzierungen am deutschen Standort im internationalen Vergleich.
6 Die 6Wunderkinder GmbH als Beispiel eines erfolgreichen deutschen Exits: Eine praxisorientierte Fallstudie, die den Finanzierungsweg eines erfolgreichen Start-ups bis hin zum Exit zeigt.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für deutsche Gründer.
Schlüsselwörter
Start-up, Finanzierung, Venture Capital, Private Equity, Business Angels, Inkubatoren, Eigenkapital, Netzwerkökonomie, Deutschland, Wachstumsfinanzierung, Gründungsfinanzierung, Break-Even-Point, Exit, Skalierbarkeit, Innovation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der externen Eigenkapitalfinanzierung, die Start-ups in Deutschland zur Realisierung ihrer Wachstumsstrategien zur Verfügung stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Struktur von Start-up-Phasen, die Charakteristika verschiedener Finanzierungsarten und die Bewertung der spezifischen Marktsituation für Start-ups in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, Gründern einen Überblick über Finanzierungsinstrumente zu geben, die den individuellen Wachstumsbedarf ihrer Unternehmen erfüllen, und dabei die Verknüpfung von Finanzierungsart und Start-up-Phase aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer fallstudienbasierten Untersuchung am Beispiel der 6Wunderkinder GmbH zur Veranschaulichung der theoretischen Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Beschreibung der Finanzierungsformen (Business Angels, Inkubatoren, VC, PE) und deren Anwendung in den jeweiligen Entwicklungsstadien eines Unternehmens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Venture Capital, Private Equity, Finanzierung, Start-up und Netzwerkökonomie prägen den inhaltlichen Fokus der Arbeit.
Wie unterscheidet sich die "strategieerfüllende" von der "strategiebestimmenden" Finanzierung?
Während bei der strategiebestimmenden Finanzierung das vorhandene Kapital die Strategie vorgibt, wird bei der strategieerfüllenden Finanzierung die Strategie unabhängig entwickelt und gezielt nach den dafür benötigten Kapitalquellen gesucht.
Warum ist das Beispiel der 6Wunderkinder GmbH für die Arbeit von besonderer Bedeutung?
Die 6Wunderkinder GmbH dient als Praxisbeispiel, an dem erfolgreich gezeigt werden kann, wie verschiedene Finanzierungsetappen über einen Zeitraum hinweg den Weg bis zu einem lukrativen Exit durch ein internationales Unternehmen ebnen können.
- Citation du texte
- Pascal Nothwang (Auteur), 2015, Externe Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335162