Multinationale Unternehmen und Technologietransfer


Seminararbeit, 2004
24 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung und Definitionen

2 Arten des Technologietransfers
2.1 Wissensmanagement
2.2 Produktentwicklung für das Ausland und Produktexport
2.3 Lizenzen, Franchising und Joint Venture
2.4 Produktionsverlagerung

3 Technologietransfer anhand ausgewählter Beispiele
3.1 Wissensmanagement – Firma Siemens
3.2.1 Produktentwicklung für das Ausland – Stihl
3.2.2 Export von Produkten – Transrapid International
3.3.1 Verkauf von Lizenzen – Motorola
3.3.2 Das Fanchising-System – McDonald’s
3.3.3 Das Joint-Venture – Procter & Gamble / Clorox
3.4 Produktionsverlagerung – Epcos / Nissan / Armani

4 Zusammenfassung und Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Merkmal „Transferbeteiligte“

Abbildung 2: Das Merkmal „Transferobjekte“

Abbildung 3: Technologietransfermatrix

Abbildung 4: Einsatz von Kapital- und Managementleistung

Abbildung 5: extrinsische und intrinsische Motivation

Abbildung 6: Hauptmotiv für die Produktionsverlagerung

1 Einführung und Definitionen

Das Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, verschiedene Möglichkeiten des Technologietransfers in multinationalen Unternehmen aufzuzeigen. Dazu werden in einem ersten Schritt die Begriffe „multinationale Unternehmen“ und „Technologietransfer“ genauer definiert und abgegrenzt.

Grundsätzlich lässt sich ein Unternehmen dann als multinational beschreiben, wenn es in mehreren verschiedenen Ländern eigene Niederlassungen besitzt: „A multinational corporation is a firm that has plants in different countries“[1]. Über das Ausmaß der unternehmerischen Auslandsaktivitäten wird bei dieser Definition jedoch keine Aussage getroffen. Auch die Definition „Unter einem multinationalen Unternehmen versteht man ein Unternehmen, das in mehreren Ländern mit eigenen Produktionsstätten und/oder Vertriebssystemen nachhaltig vertreten ist.“[2] nennt keine eindeutigen Kenngrößen, mit denen ein Grad an Multinationalität von Unternehmungen bestimmt werden kann. Beispiele für solche Kenngrößen wären die Anzahl der Beschäftigten in der Auslandsniederlassung, Umsatzkennzahlen oder Marktanteile. Für die weiteren Überlegungen in dieser Ausarbeitung sollen somit alle Unternehmen berücksichtig werden, die neben der Unternehmenszentrale weitere Niederlassung in anderen Ländern – unabhängig von der Niederlassungsgröße – betreiben.

Die Gründe für Unternehmen, sich multinational auszurichten, sind unterschiedlicher Natur. Oftmals sind es Faktoren, wie Standortvorteile (z.B. geringer Produktionskosten im Ausland), Rohstoffsicherung (Zugang zu knappen Ressourcen), erleichterter Marktzutritt (z.B. bei Importzöllen oder Protektionen), Steuervorteile (geringere Steuersätze, bessere Abschreibungsmöglichkeiten) oder der Ausschluss von Wechselkursrisiken (Risikopolitik)[3], die ein Unternehmen zu diesem Schritt bewegen. Unabhängig von den Gründen, die ein Unternehmen zu einem solchen Schritt bewegt, handelt es sich bei einer Niederlassungsgründung im Ausland immer um eine strategische Entscheidung, die dem gesamten Unternehmen langfristig Effizienzvorteile bringen soll.

Um die gewünschten Effizienzvorteile zu realisieren, werden im Inland bewährte Produktions-, Organisations- und/oder Managementtechniken in der Auslandsniederlassung übernommen oder eingeführt. Es entsteht somit ein Austausch von Gütern (Produktionstechnik, Bauteile, Maschinen, Produkte) und/oder Informationen (Organisationsformen, Managementtechniken, Know-How), der allgemein als „Technologie“ bezeichnet werden kann („Technologie als Summe der bekannten Fähigkeiten zur Kontrolle und Nutzung der Umwelt“[4]). Da die Güter und Informationen über eine räumliche Distanz bewegt werden, spricht man von einem Transfer (von lat. „transferre“ = übertragen[5]). Der Technologietransfer kann anhand der Merkmale „Transferbeteiligte“ und „Transferobjekte“ weiter differenziert werden. Beim ersten Merkmal, den Transferbeteiligten, kann unterschieden werden, ob es sich um einen Technologieaustausch zwischen unternehmensinternen Organisationseinheiten handelt oder ob ein Transfer zwischen einer unternehmensinternen und –externen Stelle erfolgt. Dass es zu einem Transfer zwischen unternehmensinternen Stellen kommt, wurde bereits weiter oben in diesem Kapital erläutert. Aber auch mit unternehmensexternen Stellen, wie z.B. Zulieferern oder Abnehmern kommt es zum Technologieaustausch. Der Grad der Verbindung kann dabei sehr stark variieren und reicht vom einfachen Hersteller-Kunde-Verhältnis bis hin zum vollständig in den Produktionsprozess integrierten Zulieferer. Die Abbildung 1 verdeutlicht die beiden Ausprägungen des Merkmals „Transferbeteiligte“:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Merkmal „Transferbeteiligte“[6]

Das zweiten Merkmal konkretisiert das Transferobjekt. Bei dem Transferobjekt handelt es sich um die Sache, die Gegenstand des Transfers ist. Eine Unterteilung kann hierbei in materielle und immaterielle Transferobjekte erfolgen[7]. Der Transfer von materiellen Objekten ist oftmals mit hohen Kosten verbunden, vor allem, wenn es sich um sehr schwere oder sehr geräumige Objekte (z.B. Schiffsmotoren, Flugzeugteile, aufwendige Maschinen für den Produktionsprozess etc.) oder um sehr große Distanzen (z.B. aus den USA nach Asien oder von Europa nach Australien) handelt. Immaterielle Objekte können, soweit sie in digitalisierter Form vorliegen (z.B. Baupläne, Organigramme etc.) oder fernmündlich übertragen werden können (z.B. Anweisungen, Wissen, Rechte etc.) in der heutigen Zeit mit sehr geringen Kosten und fast ohne Zeitverzögerung über weite Strecken transferiert werden. Die Unterteilung in materielle und immaterielle Transferobjekte wird in Abbildung 2 verdeutlicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Das Merkmal „Transferobjekte“[8]

Durch die Überlagerung der beiden Merkmale Transferbeteiligte und Transferobjekte mit ihren jeweiligen Ausprägungen unternehmensextern vs. unternehmensintern und materiell vs. immateriell ergibt sich eine Matrix, deren Felder sich mit konkreten Arten von Technologietransfer näher beschreiben lassen. Abbildung 3 stellt diese Technologietransfermatrix vor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Technologietransfermatrix[9]

Die Felder der Matrix geben Beispiele, in welcher Form sich Technologietransfer unter Berücksichtigung der beiden zugeordneten Ausprägungen darstellen kann. Auf die genannten Arten des Technologietransfers wird in den folgenden Kapiteln genauer eingegangen.

2 Arten des Technologietransfers

Das zweite Kapitel stellt vier verschiedene Arten von Technologietransfer vor[10]. Diese vier Transferarten ergeben sich aus der Überlagerung der in Kapitel eins vorgestellten Merkmalsausprägungen (materiell vs. immateriell und unternehmensextern vs. unternehmensintern). Die Realisierung der in den Feldern I bis IV vorgestellten Technologietransferarten erfordert dabei eine steigende Kapital- und Managementleistung. Dieser Zusammenhang wird durch Abbildung 4 verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Einsatz von Kapital- und Managementleistung[11]

2.1 Wissensmanagement

Im ersten Kapitel dieser Hausarbeit wurde Technologie als Summe der bekannten Fähigkeiten zur Kontrolle und Nutzung der Umwelt definiert (siehe Seite 2). Das Wissen, welches in einem Unternehmen steckt, ist somit auch als Technologie zu interpretieren. Differenzieren lässt sich das vorhandene Wissen in explizites und implizites Wissen. Unter explizitem Wissen wird der Teil subsumiert, der anhand von Modellen, Arbeitsanweisungen oder Berichten direkt zur Weitergabe vorliegt[12]. Im Gegensatz dazu ist das implizite Wissen dasjenige, welches in den Köpfen der Mitarbeiter vorhanden ist[13]. Um das explizite und implizite Unternehmenswissen effektiv einsetzen zu können, bedarf es Instrumentarien, die einen Zugriff auf das Wissen und somit einen Transfer der „Technologie Wissen“ zwischen den Unternehmenseinheiten zulassen. Aus der Vielzahl der hierzu möglichen Instrumente sollen beispielhaft die Community of Practise, die Wissenskarte und die Anreizsysteme[14] kurz vorgestellt werden.

[...]


[1] Wong (1995), Seite 585.

[2] Broll (1996), Seite 246.

[3] Vgl. Ebenda.

[4] Sell (1996); Seite 318.

[5] Vgl. http://www.commtec.de/wb/index.php (23.05.2004).

[6] Quelle: Eigene Darstellung.

[7] Eine weitere Art der Unterteilung der Transferobjekte findet sich bei Meißner (1999), Seite 43.

[8] Quelle: Eigene Darstellung.

[9] Quelle: Eigene Darstellung.

[10] Eine alternative Differenzierung für Technologietransferformen findet sich bei Wicher (1999); Seite 523 und 524.

[11] Quelle: Eigene Darstellung.

[12] Das Wissen, das in Modellen, Arbeitsanweisungen oder Berichten im Unternehmen vorhanden ist, wird im Kontext der Ausarbeitung als immaterielles Transferobjekt definiert.

[13] Vgl. Bullinger u.a. (2001)

[14] Vgl. Ebenda.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Multinationale Unternehmen und Technologietransfer
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Seminar Schwerpunktfach
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
24
Katalognummer
V33518
ISBN (eBook)
9783638339681
Dateigröße
1340 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Multinationale, Unternehmen, Technologietransfer, Seminar, Schwerpunktfach
Arbeit zitieren
Harald Bembom (Autor), 2004, Multinationale Unternehmen und Technologietransfer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33518

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