Diese Arbeit gliedert sich folgendermaßen: Einleitend wird die Unterrichtsgestaltung theoretisch erörtert und auf die Umsetzung in der NMS Praxisschule eingegangen; im ersten Kapitel steht die Neue Mittelschule als Schulversuch und die Beschreibung der NMS Praxisschule im Mittelpunkt; das zweite sowie dritte Kapitel basieren auf empirischen Untersuchungen an der NMS Praxisschule (Unterrichtsbeobachtung und Interview mit einer Lehrperson) und das abschließende Kapitel versucht ein Resümee über die Lehrstile/Lehrerpersönlichkeit sowie Leistungsbeurteilung in der NMS Praxisschule zu ziehen.
Die „Praxisschule – Verbundmodell Neue Mittelschule“ versteht sich als ein Ort, wo Schüler/innen in ihrem Selbstwertgefühl und in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Dieser Schulstandort möchte sie nicht nur in ihrer schulischen Entwicklung unterstützen, sondern mit ihnen gemeinsam eine gute Basis für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg schaffen.
Die Schule ist als Verbundmodell organisiert, d.h. die Kinder werden von NMS-Lehrer/innen, AHS-Lehrer/innen und Sonderschulpädagogen bzw. Sonderschulpädagoginnen gleichermaßen unterrichtet und betreut. Außerdem gibt es eine enge Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule, sodass diese Schule offen für zeitgemäße pädagogische Konzepte bleibt und in einem engen Austausch mit Fachleuten steht.
Das Lehrpersonal möchte die Kinder in ihrer Persönlichkeit stärken und bestmöglich fördern, fordern sowie integrieren. Dabei wird besonders auf Werte wie Toleranz, Offenheit und Fairness sowie auf einen respektvollen Umgang miteinander geachtet. Das Lehrpersonal reflektiert und entwickelt sein Handeln sowie seine pädagogischen Inhalte ständig weiter.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Neue Mittelschule
2. Unterrichtsbeobachtung
2.1 Beobachtungsprotokoll
2.2 Reflexion der beobachteten Unterrichtseinheit
3. Interview mit einer Lehrperson
3.1 Interviewleitfaden
3.2 Interviewprotokoll
3.3 Reflexion des durchgeführten Interviews
4. Resümee: Unterrichtsmethoden versus Leistungsbeurteilung
5. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von theoretischem Qualitätsanspruch und Unterrichtsrealität an einer Neuen Mittelschule (NMS), wobei insbesondere die Umsetzung von differenzierenden Unterrichtsmethoden sowie die verschiedenen Ansätze der Leistungsbeurteilung kritisch beleuchtet werden.
- Theoretische Fundierung von Unterrichtsmethoden und didaktischen Entscheidungsräumen
- Struktur und pädagogisches Konzept der NMS Praxisschule
- Empirische Analyse des Unterrichtsalltags mittels Beobachtungsprotokollen
- Untersuchung von Lehrerpersönlichkeiten und deren Einfluss auf die Lernatmosphäre
- Vergleich zwischen summativen und formativen Beurteilungsmodellen
Auszug aus dem Buch
Die Neue Mittelschule
Im Schuljahr 2008/09 startete die Neue Mittelschule (NMS) zunächst für vier Jahre als Schulversuch, deren Grundidee der Zusammenschluss jeweils einer Hauptschule mit einer AHS-Schule war, die aber wegen dem Widerstand seitens der Gewerkschaftsvertretung der AHS-Schulen nicht umgesetzt werden konnte. Weil Schulgesetze in Österreich einer Zweidrittelmehrheit im Parlament bedürfen, war ein politischer Konsens notwendig, welcher wohl auch deshalb zustande kam, da die österreichischen Schüler/innen beim PISA-Test im Jahre 2006 nur sehr mittelmäßig abgeschnitten hatten. Die NMS ist wie die Hauptschule eine Pflichtschule mit einem allgemeinen Bildungsauftrag, welcher im Schulorganisationsgesetz festgelegt ist. Im Gegensatz zu den Hauptschulen gibt es keine Leistungsgruppen mehr, sondern eine innere Differenzierung. Bei der Leistungsfeststellung geht es mehr um die Bewertung des Kompetenzzuwachses und nicht mehr nur um das Abprüfen von eingelerntem Wissen, und neben Ziffernnoten im Zeugnis gibt es noch eine verbale Beurteilung. (vgl. Fuchs 2010, 53ff).
Dieser Schulversuch war kein fertiges Konzept, sondern ein Entwicklungsprozess, der von allen Beteiligten mitgestaltet wurde. In ihrer Präambel zum neuen Schulversuch reklamierte die eigens eingesetzte Expertenkommission „eine leistungsorientierte Ausbildung mit vielfältigen – auch praktischen, sinnlichen und außerschulischen – Erfahrungen für alle SchülerInnen, durch die deren Selbstvertrauen, Selbsttätigkeit und Selbständigkeit gestärkt, aber auch ihre sozialen Fähigkeiten durch das Leben in einer gestalteten Gemeinschaft entwickelt werden. Die unterschiedlich begabten, zum Teil auch aus verschiedenen Kulturen kommenden SchülerInnen werden individuell an ihre jeweilige Leistungshöchstgrenze herangeführt. Damit erlernen sie u.a. den sozialen Umgang miteinander und erwerben die Fähigkeit, lebenslang zu lernen, sich zu bilden, sich neuen Herausforderungen zu stellen und Veränderungen in der Gesellschaft angstfrei und mit Neugierde zu begegnen.“ (Fuchs 2010, 57).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Sektion begründet die Diskrepanz zwischen theoretischem Anspruch und Unterrichtsrealität durch einen Methodenstreit sowie fehlende Systematik und führt in das Konzept des didaktischen Entscheidungsraums ein.
1. Die Neue Mittelschule: Dieses Kapitel erläutert die Genese der NMS als Schulversuch, ihre bildungspolitische Bedeutung und das spezifische Leitbild der untersuchten Praxisschule.
2. Unterrichtsbeobachtung: Hier wird der methodische Ansatz der offenen teilnehmenden Beobachtung definiert und die beobachtete Mathematikstunde anhand von Kriterien wie Lernformen und Klassenführung detailliert protokolliert.
2.1 Beobachtungsprotokoll: Das Protokoll dokumentiert spezifische Beobachtungen zu Materialgestaltung, Unterrichtstempo und der Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülern.
2.2 Reflexion der beobachteten Unterrichtseinheit: Die Reflexion analysiert den Einfluss der Lehrerpersönlichkeit und des lehrerzentrierten Stils auf das Unterrichtsklima und die Disziplin der Schüler.
3. Interview mit einer Lehrperson: Dieses Kapitel widmet sich der empirischen Erhebung durch ein Leitfadeninterview zur Unterrichtsgestaltung, Fortbildung und Leistungsbeurteilung.
3.1 Interviewleitfaden: Der Leitfaden umfasst zentrale Fragen zur Umsetzung individueller Förderkonzepte, zur angewandten Methodik und zu den Veränderungen durch das NMS-Modell.
3.2 Interviewprotokoll: Das Protokoll gibt Einblicke in die Schwerpunkte Diversität und Kompetenz sowie die Anwendung von ELA-Plänen im Unterricht.
3.3 Reflexion des durchgeführten Interviews: Die Auswertung stellt das Konzept des „Hauses der NMS“ dar und reflektiert die Einblicke in die Arbeitsbelastung und Rolle der Lehrperson.
4. Resümee: Unterrichtsmethoden versus Leistungsbeurteilung: Das Resümee vergleicht verschiedene Lehrstile und deren Auswirkungen auf die Lernmotivation sowie die unterschiedlichen Ansätze bei der Leistungsfeststellung.
5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel führt die verwendeten Internetquellen und die wissenschaftliche Literatur auf.
Schlüsselwörter
Neue Mittelschule, Unterrichtsbeobachtung, Leistungsbeurteilung, Lehrstil, Lehrerpersönlichkeit, Unterrichtsmethoden, Innere Differenzierung, ELA-Plan, Lernkultur, Praxisschule, Kompetenzorientierung, Didaktik, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung des Konzepts der Neuen Mittelschule (NMS) am Beispiel einer konkreten Praxisschule.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Unterrichtsgestaltung, der empirischen Beobachtung von Lehrerverhalten, den Methoden der Leistungsbeurteilung sowie der allgemeinen Schulkultur einer NMS.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Anspruch der NMS, wie individuelle Förderung und Kompetenzorientierung, und der erlebten Unterrichtsrealität zu untersuchen.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Es wurde eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse, offener teilnehmender Unterrichtsbeobachtung und einem qualitativen Leitfadeninterview mit einer Lehrperson angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur NMS, die Protokollierung und Reflexion einer Unterrichtseinheit in Mathematik sowie die Auswertung eines Interviews über schulinterne Konzepte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Innere Differenzierung, Kompetenzorientierung, Lehrerpersönlichkeit und Leistungsbeurteilung.
Welche Rolle spielt die „Zweite Lehrkraft“ im Beobachtungsprotokoll?
Die Zweite Lehrkraft übernimmt im Unterricht vorwiegend unterstützende Aufgaben, um auf individuelle Schülerfragen einzugehen, während die Erste Lehrkraft die dominante, lenkende Rolle einnimmt.
Wie definiert die Schule das „Haus der NMS“?
Das „Haus der NMS“ basiert auf den drei Säulen rückwärtiges Lerndesign, flexible Differenzierung und kompetenzorientierte Leistungsbeurteilung, die unter dem Dach der lernseitigen Orientierung stehen.
- Citar trabajo
- DI MMag Fabian Prilasnig (Autor), 2016, Die Neue Mittelschule. Theorie und Praxis des Unterrichtens am Beispiel der NMS Praxisschule in Klagenfurt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335198