Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Demokratie und versucht, die Entwicklungen von Demokratietheorien über die Jahrhunderte zu beleuchten. Dazu werden grundlegende Begriffe und Elemente eines politischen Systems erklärt und aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Ziel ist es, diesbezüglich eine Wissensgrundlage für den Leser zu schaffen, damit er die Schlussfolgerung nachvollziehen kann.
Der Fokus liegt hierbei auf partizipatorischen Demokratietheorien. Es handelt sich dabei um eine ausführliche Literaturstudie und Zusammenfassung. Der medienwissenschaftliche Teil umfasst eine kurze Einführung in die Welt der Fakten und Theorien zum Thema Politik und Internet. Genauer wird darauf Bezug genommen, in wieweit eine politische Kommunikation durch das Internet stattfindet, welchen Teil das Internet schon von der politischen Information ausmacht, und was die generellen Rahmenbedingen für Politik im Internet und in sozialen Netzwerken sind.
Darauf folgen zwei Fallbeispiele von österreichischen Politkern auf Facebook. Diese werden mit der Methode der Inhaltsanalyse untersucht. Das Ziel dabei ist, herauszufinden, in wieweit hier ein politischer Dialog geführt wird, wie sehr die Bürger partizipieren und in welcher Form. Im Fazit wird das erforschte Material abgeglichen und interpretiert, wie auch die Forschungsfragen diskutiert werden. Wichtig ist, dass der Leser durch das vermittelte Wissen zum Nachdenken über die politischen Chancen und Gefahren sozialer Netzwerke und des Internets angeregt werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegende Überlegungen zu Demokratietheorien - ein Anriss
2.1 Gerechtigkeit
2.1.1 Platon
2.1.2 John Rawls
2.1.3 Utilitarismus (Nützlichkeitsprinzip)
2.2 Freiheit
2.2.1 Jean-Jaques Rousseau
2.2.2 John Stuart Mill
2.2.3 Theodor W. Adorno
2.3 Herrschaft
2.3.1 Aristoteles
2.3.2 Thomas Hobbes
2.3.3 Max Weber
2.4 Macht
2.4.1 Niccolò Machiavelli
2.4.2 Michael Foucault
3. Grundelemente der Demokratietheorie – ein Anriss
3.1 Partizipation
3.1.1 Benjamin Barber
3.1.2 Seyla Benhabib
3.2 Diskurs
3.2.1 Jürgen Habermas
3.2.2 Michel Foucault
4. Beispiele moderner Demokratietheorien
4.1 Max Weber – die plebiszitäre Führungsdemokratie
4.2 Demokratietheorie der Pluralisten
4.3 Theorie der sozialen Demokratie
4.4 Theorie der beteiligungszentrierten Demokratie
5. Demokratie- und Internetentwicklungen
5.1 Politische Auftritte im Internet und in sozialen Netzwerken
5.2 Österreichische Politiker auf Facebook
5.2.1 SPÖ – Werner Faymann
5.2.2 Anfänge und Zahlen:
5.2.3 Diskussionsklima über die Jahre
5.2.4 Persönliche Stellungnamen – Werner Faymann
5.2.5 FPÖ –Heinz-Christian Strache
5.2.6 Anfänge und Zahlen:
5.2.7 Diskussionsklima über die Jahre
5.2.8 Persönliche Stellungnahmen – Heinz-Christian Strache
6. Ergebnisse und Fazit
6.1 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wandlung der politischen Kommunikation im Zuge der Digitalisierung und analysiert, inwieweit klassische Demokratietheorien durch moderne soziale Netzwerke wie Facebook beeinflusst oder in der Praxis widergespiegelt werden. Ziel ist es, durch eine Literaturstudie und eine Inhaltsanalyse österreichischer Politikerauftritte zu bewerten, ob das Internet tatsächlich eine partizipatorische Demokratisierung bewirkt oder neue Formen der Machtausübung und Kontrolle schafft.
- Entwicklung und Grundelemente der Demokratietheorie
- Politische Partizipation und Diskurs im digitalen Zeitalter
- Einfluss sozialer Netzwerke auf das politische Kräfteverhältnis
- Vergleichende Analyse politischer Facebook-Auftritte in Österreich
- Interaktion zwischen Politikern und Bürgern in Online-Medien
Auszug aus dem Buch
2.4 Macht
Der Machtbegriff, genauso wie der Herrschaftsbegriff, wird unterschiedlich behandelt, je nach Autor. Manche Autoren behandeln ihn als den realistischen Machtbegriff, den handlungstheoretischen oder den diskursiven Begriff. In jedem Fall ist auch die Macht Grundlegend für die Demokratietheorie in ihren unterschiedlichen Konzeptionen.
Die Macht scheint für die Menschen oft nicht aus dem sozialen Zusammenleben wegzudenken zu sein. Und doch kommt es oft vor, dass sie weggewünscht wird. Macht der einen bedeutet manchmal Ohnmacht der anderen. Macht kann man so verstehen, dass der Mensch seinen freien Willen hat und die Macht, die Welt mitzugestalten. Wenn er dann auf einen anderen Menschen trifft mit anderen Vorstellungen, dann zeigt sich, wer der Mächtigere ist. (Vgl. Bevc, 2007: 72)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Transformation politischer Kommunikation durch neue Medien und führt in die Methode der Literaturstudie sowie der Inhaltsanalyse von Facebook-Profilen ein.
2. Grundlegende Überlegungen zu Demokratietheorien - ein Anriss: Es werden zentrale Grundbegriffe wie Gerechtigkeit, Freiheit, Herrschaft und Macht anhand bedeutender Theoretiker wie Platon, Rawls, Rousseau, Mill und Adorno analysiert.
3. Grundelemente der Demokratietheorie – ein Anriss: Dieses Kapitel widmet sich der Partizipation und dem Diskurs als demokratische Kernprinzipien, gestützt auf die Theorien von Barber, Benhabib, Habermas und Foucault.
4. Beispiele moderner Demokratietheorien: Der Fokus liegt auf zeitgenössischen Ansätzen wie Webers Führungsdemokratie, dem Pluralismus, der sozialen Demokratie und der beteiligungszentrierten Demokratie im Kontext der modernen Gesellschaft.
5. Demokratie- und Internetentwicklungen: Das Kapitel verknüpft theoretische Ansätze mit der Praxis digitaler Kommunikation und untersucht detailliert die Facebook-Auftritte von Werner Faymann und Heinz-Christian Strache.
6. Ergebnisse und Fazit: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse über die demokratische Relevanz digitaler Medien zusammen und beantwortet die forschungsleitenden Fragen hinsichtlich der Auswirkungen von Facebook auf politische Entscheidungsprozesse.
Schlüsselwörter
Demokratie, Politische Kommunikation, Partizipation, Diskurs, Facebook, Soziale Medien, Macht, Herrschaft, Gerechtigkeit, Freiheit, Österreichische Politik, Online-Debatte, Digitaler Wandel, Demokratietheorie, Politische Beteiligung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Transformation der Demokratie durch neue Medien, insbesondere der Frage, wie sich politische Kommunikation im Internet verändert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die politische Ideengeschichte (Gerechtigkeit, Freiheit, Macht), moderne Demokratietheorien und die praktische Ausgestaltung politischer Kommunikation in sozialen Netzwerken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, wie soziale Netzwerke die Grundelemente der Demokratie beeinflussen und inwieweit sich eine demokratische Partizipation im digitalen Raum nachweisen lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine ausführliche Literaturstudie zu Demokratietheorien sowie eine Inhaltsanalyse der Facebook-Auftritte zweier österreichischer Politiker durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung grundlegender politischer Begriffe und eine fallbasierte Untersuchung der Facebook-Kommunikation in Österreich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Partizipation, Diskurs, Macht, Soziale Medien, Demokratie, Internet und politische Kommunikation.
Wie unterscheidet sich der Online-Auftritt von Werner Faymann zu Heinz-Christian Strache?
Während Faymanns Profil eher amtliche Funktionen übernimmt und zu einem späten Zeitpunkt intensiviert wurde, nutzt Strache sein Profil bereits seit 2009 stark für direkte Konfrontation und Videobotschaften.
Welche Rolle spielt die „ideale Sprechsituation“ bei der Analyse von Facebook?
Die Arbeit stellt fest, dass Facebook kaum die Bedingungen eines herrschaftsfreien, idealen Diskurses im Sinne von Habermas erfüllt, da Emotionen und soziale Filter die Debatte stark beeinflussen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Digitalisierung der Demokratie?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der direkte Dialog auf Facebook zwar Chancen für Partizipation bietet, aber keine vollständige Ersetzung klassischer demokratischer Prozesse darstellt.
- Quote paper
- Jonathan Johannes Benirschke (Author), 2016, Demokratie auf dem Prüfstand. Eine grundlegende Literaturanalyse von Politischer Theorie und Demokratietheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335202