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Kontext als entscheidender Faktor bei der Fundamentalanalyse. Der Zusammenhang zwischen der Marktstruktur und den Fundamentalkennzahlen von Unternehmen

Titel: Kontext als entscheidender Faktor bei der Fundamentalanalyse. Der Zusammenhang zwischen der Marktstruktur und den Fundamentalkennzahlen von Unternehmen

Bachelorarbeit , 2015 , 41 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ibrahim Uskar (Autor:in)

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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Accounting-Forschung hat sich die Erkenntnis etabliert, dass der Kontext einen entscheidenden Faktor bei der Fundamentalanalyse darstellt. Auf dieser Erkenntnis basierend, werden im Rahmen dieser Arbeit Fundamentalkennzahlen für gelistete US-Unternehmen zwischen 1963 und 2013 im Kontext der Marktstruktur analysiert.

Die deskriptiven Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen in den am stärksten konzentrierten Industrien im Durchschnitt rentabler und weniger risikobehaftet waren, als jene im den kompetitivsten Märkten. Eine nähere Betrachtung im unter Zuhilfenahme des Du-Pont Ansatzes verdeutlicht zudem die Treiber der Rentabilität: Durchschnittlich höhere Profitmargen, Kapitalumschläge und Verschuldungsgrade in konzentrierteren Industrien. Eine konsekutive Analyse im Kontext der Marktgröße zeigt zudem, dass insbesondere kleine Unternehmen in Industrien mit starkem Wettbewerb im Durchschnitt einen negativen Return on Equity realisiert haben.

In der Industrieökonomik geht man davon aus, dass die strategischen Entscheidungen eines Unternehmens stark von der jeweiligen Marktstruktur abhängen. Die sich daraus ableitenden operativen Entscheidungen haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Cashflows eines Unternehmens. Dies impliziert wiederum interessante Zusammenhänge zwischen der Marktstruktur und den Fundamentaldaten eines Unternehmens. Daher wird in dieser Arbeit der Zusammenhang zwischen der Marktstruktur, gemessen als Marktkonzentration, und den Fundamentalkennzahlen von Unternehmen deskriptiv untersucht.

Trotz dieses Schwerpunkts erscheint es jedoch sinnvoll, den Untersuchungsgegenstand zusätzlich auf Aktienrenditen auszuweiten. Denn diese sind in diesem Zusammenhang eine wichtige Größe, die es zu analysieren gilt. Nicht zuletzt stellen Aktienrenditen die Renditen der Anteilseigner (Shareholder) dar. Eine Vernachlässigung dieser Größe wäre insofern eine unvollständige Betrachtung der Thematik, da die relativen Gewinne der Eigentümer von Unternehmen in Bezug auf das eingesetzte Kapital unberücksichtigt bliebe. Zunächst wird in Kapitel 3 der theoretische Hintergrund beleuchtet und ein Überblick über bestehende Literatur in diesem Bereich gegeben. Anschließend werden die deskriptiven Ergebnisse vorgestellt und diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Fundierung

2.1. Potentielle Zusammenhänge zwischen Marktstrukturen und Fundamentalkennzahlen

2.2. Die Messung der Marktkonzentration

3. Literaturüberblick

3.1. Arbeiten über den Zusammenhang zwischen Fundamentalkennzahlen und Aktienrenditen

3.2. Arbeiten über den Zusammenhang zwischen Marktkonzentrationen, fundamentalen Unternehmenskennzahlen und Aktienrenditen

4. Stichprobe und Datenselektion

5. Statistische Zusammenhänge zwischen der Marktkonzentration und Fundamentalkennzahlen

5.1. Übersicht über die Gesamtstichprobe

5.2. Korrelationsanalyse zwischen der Marktkonzentration, Fundamentalkennzahlen und Kapitalmarktdaten

5.3. Deskriptive Kennzahlenanalyse für verschiedene Markt-konzentrationsstufen

5.4. Größenabhängige Kennzahlenanalyse für konzentrierte und kompetitive Märkte

5.5. Der ROE für verschiedene Industriegruppen

6. Robustheitsanalyse

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Marktstruktur, gemessen als Marktkonzentration, und den Fundamentalkennzahlen von US-Unternehmen im Zeitraum von 1963 bis 2013, um die Auswirkungen auf die Profitabilität und Aktienrenditen zu deskriptiv analysieren.

  • Analyse des Einflusses von Marktkonzentration auf Fundamentalkennzahlen.
  • Erweiterung der Untersuchung auf Aktienrenditen und deren Wertrelevanz.
  • Anwendung des Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) zur Konzentrationsmessung.
  • Deskriptive Auswertung von Kennzahlen unter Berücksichtigung der Unternehmensgröße.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Stichprobenselektion und Datenqualität.

Auszug aus dem Buch

2.2. Die Messung der Marktkonzentration

Gemäß dem mikroökonomischen Ansatz wird ein Markt anhand der Anzahl der Marktteilnehmer als Monopol, Oligopol oder vollkommener Wettbewerb eingestuft. Ein entscheidender Nachteil dieser trivialen Methode ist jedoch, dass die relative Marktmacht der Marktteilnehmer untereinander keine Berücksichtigung findet. Denn sowohl industrieökonomische, als auch spieltheoretische Ansätze heben die Auswirkungen der Umsatz- und Größenverteilung auf den Wettbewerb und die strategischen Entscheidungen der Unternehmen hervor. Gefordert ist also ein stetiges Konzentrationsmaß, welches zum einen die Anzahl der Unternehmen, zum anderen aber auch die Größen- bzw. Umsatzverteilung zwischen den Marktteilnehmern einbezieht. Eine statistische Maßzahl, die diese beiden Eigenschaften vereint, ist der Herfindahl-Hirschman Index (HHI). In der statistischen und ökonomischen Fachliteratur herrscht allgemeiner Konsens, dass dieser, trotz einiger konzeptioneller Schwächen, den besten Ansatz zur Messung der Marktkonzentration darstellt.

Der Herfindahl-Hirschman Index wird wie folgt berechnet: Uij steht für den Umsatz eines Unternehmens i im Geschäftsjahr j. Folglich ist Sij der prozentuale Marktanteil des jeweiligen Unternehmens i im Geschäftsjahr j. Aus (1) wird deutlich, dass der HHI im Wesentlichen von der Gesamtzahl I der Unternehmen und der Verteilung dieser Umsätze innerhalb einer Industrie abhängt. Gleichung (1) impliziert, dass der HHI niemals Werte kleiner als 1/I annehmen kann. Daraus wird deutlich, dass er bei steigender Unternehmensanzahl ceteris paribus abnimmt und er somit der Bedingung des Einbezugs der Anzahl der Marktteilnehmer Rechnung trägt. Besteht der Markt hingegen aus nur einem Unternehmen, so nimmt der HH-Index den Wert „1“ an und impliziert somit eine monopolistische Marktstruktur. Folglich ist „1“ der höchstmögliche Wert für den HHI. Im Rahmen dieser Arbeit wird der HHI in Anlehnung an Hou und Robinson (2006) als Durchschnitt der letzten drei Jahre ermittelt. Dies stellt sicher, dass kurzfristige und temporäre Auswüchse in der Marktstruktur kompensiert werden, die möglicherweise aufgrund ihrer sehr kurzen Natur keine fundamentalen Auswirkungen zeigen würden. Darüber hinaus senkt diese Modifikation den Einfluss möglicher Datenfehler auf die Stichprobe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Marktstruktur für operative Unternehmensentscheidungen und Begründung der deskriptiven Untersuchung von Fundamentalkennzahlen und Aktienrenditen.

2. Theoretischer Fundierung: Herleitung der Hypothese eines Zusammenhangs zwischen Marktkonzentration und Unternehmenskennzahlen unter Einbeziehung von mikroökonomischen Ansätzen und dem DuPont-Schema.

3. Literaturüberblick: Zusammenfassung bestehender Forschungsarbeiten zum Zusammenhang zwischen Fundamentalkennzahlen, Marktkonzentration und Aktienrenditen.

4. Stichprobe und Datenselektion: Erläuterung des Auswahlprozesses und der Bereinigung des Datensatzes aus COMPUSTAT und CRSP für US-Unternehmen von 1963 bis 2013.

5. Statistische Zusammenhänge zwischen der Marktkonzentration und Fundamentalkennzahlen: Detaillierte deskriptive Analyse und Korrelationsprüfung der Daten auf Basis von Konzentrationsstufen und Unternehmensgrößen.

6. Robustheitsanalyse: Überprüfung der statistischen Plausibilität durch alternative Konzentrationsmaße und Aggregation auf Industrieebene.

7. Zusammenfassung: Fazit der Untersuchung, das eine höhere Rentabilität in konzentrierten Industrien bestätigt, unter Verweis auf die bestehenden methodischen Einschränkungen.

Schlüsselwörter

Marktkonzentration, Fundamentalanalyse, Herfindahl-Hirschman Index, Aktienrenditen, Unternehmenskennzahlen, DuPont-Ansatz, Marktstruktur, Stichprobenselektion, COMPUSTAT, US-Unternehmen, Rentabilität, Wettbewerb, Kapitalmarkt, Industrieökonomik, Statistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit befasst sich mit der deskriptiven Analyse, wie die Marktstruktur eines Industriezweigs die Fundamentalkennzahlen und die Performance von gelisteten US-Unternehmen im Zeitraum von 1963 bis 2013 beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Messung von Marktkonzentration, die Anwendung der Fundamentalanalyse, die Bewertung von Unternehmenskennzahlen sowie die Analyse von Kapitalmarktdaten im Kontext von Wettbewerbsumgebungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der Marktkonzentration und verschiedenen Erfolgsgrößen von Unternehmen zu identifizieren und zu beschreiben, wobei insbesondere die Rentabilität und das Risikoprofil im Fokus stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein quantitativer, deskriptiver Ansatz gewählt, der auf Korrelationsanalysen, der Bildung von Portfolios nach Konzentrationsstufen sowie der Verwendung des Herfindahl-Hirschman Index (HHI) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert statistische Zusammenhänge, korreliert Kennzahlen wie ROA, ROE und Net Margin mit der Marktkonzentration, führt Portfolioanalysen durch und differenziert diese Ergebnisse nach Unternehmensgrößen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Marktkonzentration, Fundamentalanalyse, Unternehmenskennzahlen, Herfindahl-Hirschman Index und Kapitalmarktdaten charakterisieren.

Warum wird der Herfindahl-Hirschman Index zur Konzentrationsmessung eingesetzt?

Der HHI wird gewählt, da er im Gegensatz zu trivialen Marktformen-Einstufungen sowohl die Anzahl der Unternehmen als auch deren Umsatzverteilung einbezieht und somit ein stetiges Maß für die Marktkonzentration darstellt.

Welche Rolle spielt der DuPont-Ansatz für die Analyse?

Der DuPont-Ansatz dient dazu, die Rentabilitätskennzahlen (wie den ROE) in ihre Bestandteile wie Gewinnmarge, Kapitalumschlag und Verschuldungsgrad zu zerlegen, um die Treiber der Rentabilität in verschiedenen Marktstrukturen besser zu verstehen.

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Details

Titel
Kontext als entscheidender Faktor bei der Fundamentalanalyse. Der Zusammenhang zwischen der Marktstruktur und den Fundamentalkennzahlen von Unternehmen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung)
Note
1,7
Autor
Ibrahim Uskar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
41
Katalognummer
V335256
ISBN (eBook)
9783668254404
ISBN (Buch)
9783668254411
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fundamentalanalyse Contextual Fundamental Analysis Marktstruktur Herfindahl Index Herfindahl Hirschman Index HHI Index
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ibrahim Uskar (Autor:in), 2015, Kontext als entscheidender Faktor bei der Fundamentalanalyse. Der Zusammenhang zwischen der Marktstruktur und den Fundamentalkennzahlen von Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335256
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Leseprobe aus  41  Seiten
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